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1. trans. u. refl. 'in schwankende Bewegung versetzen; sch. und dadurch zu Fall bringen; sch. und dadurch auflockern', schiddele, schittle [mancherorts VPf O-PS vereinzelt WPf Bertram § 226, Lambert Penns 134 Krämer Gal 194 Don-Schowe], schirrele, schirrle [verbr. WPf NWPf mancherorts NPf westl. Rand der mittl. VPf, Christmann Kaulb 22, 79 Mang 112 Müller Dietschw 64 Bertram § 226], (iÄlə) [Höh 59], schil'le, schille [mancherorts VPf O-PS NPf Bliesg (PfId. 123)], schillele [ KU-Bedb], schärrle [ FR-Tiefth]; Zs.: PfWB ab-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB durcheinander-, PfWB vor-, PfWB heraus-, PfWB herunterschütteln; de Baam sch.; Äppel, Quetsche, Niß sch. [LU-Neuhf, verbr.]; 's Haai sch. 'auflckern und wenden' [ KL-Stelzbg]; Quecke sch. 'die Quecken mit der Gabel aus dem Ackerboden herausschütteln' [ LA-Gommh, mancherorts]; 's Korn sch. (mit der Schüttelgabel nach dem Flegeldrusch, damit die restlichen Körner herausfallen) [ GH-Schwegh]. De Hund hot die Ratt g'schillt, bis se dout war [ BZ-Dernb]. Der Gaul schillt sich jedesmol, wann er abg'saddelt werd [ BZ-Dernb]. 's Bett (Die Deck) werd geschillt [ KB-Kriegsf]. Die Leijt han geglotzt un die Köpp geschittelt [Kraus Putscheblum 60]. Uffschteie. 'S Koppekisse schittele [Damm Pälzer 22]. RA.: de Kopp sch. 'nein sagen' [verbr.]. 's is nix (neischt), wammer de Kopp schirrelt [Bd. 5, Sp. 1520] [ KU-A'glan]. Do driwwer kammer nur (muß mer) de Kopp schirrle 'kann man sich nur wundern', von einer unbegreiflichen Sache [ KL-Stelzbg]. Er schiddelt's aus em Handgelenk 'Er macht seine Arbeit leicht und gekonnt' [ BZ-Klingmst]. Das kammer net aus em Handgelenk schirrle 'dieses Problem kann man nur mit Mühe und Umsicht lösen' [ KU-Schmittw/O], nit so aus em Ärmel schittle, dass. [Land]. De Herr Parre hot sein Redd aach net aus em Ärmel geschillt 'hat sie gründlich vorbereitet' [ KU-Schmittw/O]. Er hot alles vun sich g'schillt 'in den Wind geschlagen, sich aus der Affäre gezogen' [ BZ-Dernb]. Er schirrlt sich wie e Ent, dass. [ KU-Schmittw/O], wie en Pudel, dass. [ FR-Bockh]. Du kannscht mich uf de Kopp stelle un schiddele, es fallt nix meh eraus 'Ich habe keinen Pfennig' [Krieger 33]. Er schillt de Staab vun de Fieß 'flüchtet, verläßt seinen Wohnort' [ BZ-Klingmst]. Ich muß mei Hosse schiddele 'die Notdurft verrichten' [ BZ-Stein]. SprW.: Mer kann nix aus em Handgelenk schille 'Man erreicht nichts ohne Mühe' [ KU-Schmittw/O]. 's Geld kammer net aus em Ärmel sch. [ebd.]. Volksgl.: Wann die Fenschtre schittle un 's is net windich, oder der Ofe kracht, oder wann's enichi Zucht im Haus gebt, wu ken Ursach defor is, gebt's en Unglick oder sterbt ebber [Fogel Beliefs Penns Nr. 414]. Der Kärfreidag schiddelt mer die Beem, as net trage wolle [ebd. 1050]. Einen VR. s. PfWB Daumen 1. a. 1540: dennoch so hat ein iglicher gemeinsmann macht und recht ein kubel voll zu holen, und soll sie weder schwingen noch schütteln [Grimm Weist. VI 412 (GH-Leimh)]. a. 1745: Es soll auch keiner dem anderen auff sein eigenguth in feldt obs weder lesen oder schüttlen [PfWeist. 716 (ZW-Gr'bundb)]. — 2. a. '(vom Weihnachtsbaum) den Schmuck entfernen' [RO-Obd Sippf KL-Neukch KB-Bennhs LA-Mörzh]; vgl. PfWB abmachen I1c; 's Bäämche sch. [ RO-Obd]. — b. α. 'sich der Schulden entledigen'. Die hän sich emol geschirrlt 'haben den Vergleich angemeldet' [Kaislt]. — β. 'bankerott machen', sich sch. [ NW-Haardt]. — c. 'frösteln, vor Kälte überlaufen'. 's schiddelt (schirrelt, schirrlt, schillt) mich [verbr., F. wie Bed. 1]; vgl. PfWB schaudern, PfWB schuttern 2. RA.: Do muß mer sich grad schittle (angesichts dieser schauerlichen Geschichte) [ GH-Schwegh]. — d. unpers. 'stark schneien'. 's schiddelt [ BZ-Billh]. — e. unpers. 'sich ekeln'. 's hot mich grad g'schiddelt [SOPf (Heeger Nachl.) GH-Schwegh]. — Südhess. V 847/ 48; RhWB Rhein. VII 1962/63; LothWB Lothr. 444; ElsWB Els. II 445.
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