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 PfWB Schuß (Bd. 5, Sp. 1510)   PfWB Krapfen (Bd. 4, Sp. 546) 
   Schuß m.:
1. 'das Abschießen eines Geschosses, Gewehr-, Pistolenschuß', Schuß (us) [verbr., auch Don Gal Buch, Christmann Kaulb 19 Mang 108 Schneckenburger 45, Lambert Penns 146 Krämer Gal 194], Pl. Schiß [verbr.]; Zs.: PfWB Blatt-, PfWB Büchsen-, PfWB Fehl-, PfWB Flinten-, PfWB Heimat-, PfWB Streifschuß. Er hot en Sch. abgäwwe [ LA-Gommh]. 's is e Sch. gefall [ KU-Schmittw/O]. (Das Wild) is mer in de Sch. kumm 'in Schußweite gekommen' [ebd.]. De Jäer is net zum Sch. kumm [ebd.]. RA.: Der war weit vum Sch. 'außerhalb des Gefahrenbereichs' [ LA-Gommh]. Geh mer aus em Sch.! 'Entferne dich!' [ KU-Schmittw/O]. Der esch ken Sch. Bulver wert 'gaugt nichts' [LA-Gommh, verbr., auch Don Gal Buch, Beam Penns 98]. In Werklichkäät dauchder kää Schuß Pulver! [Damm Dreifaltichkäät 24]. Volksgl.: Der erscht Sch., wu mer aus 're neie Flint schisst, macht nix dot [Penns Dutch Cook Book 26]. SprW.: Weit vum Sch. gibt alde Krieger 'Wer sich von Gefahr fernhält, lebt länger' [ LA-Wollmh]. Weit devun is gut vor de Sch. 'In großer Entfernung ist keine Gefahr' [ RO-Dielkch], is gut vor'm Sch. [Der Trifels 20/1928]. —
2.
a. 'kleine Menge einer Flüssigkeit, die in raschem Guß einer anderen Speise, einem Getränk zugesetzt wird'; vgl. PfWB Schutt 1bβ. Gib noch en Sch. Arack zum Punsch! [ BZ-Dernb]. —
b. 'großer Klicker, mit dem auf andere Klicker geschnellt oder geworfen wird' [ KB-Albish Gauh Orb NW-Ungst]; vgl. PfWB Klickerschuß, PfWB Schusser; Zs.: PfWB Doppel-, PfWB Tüpfelschuß; Syn. s. PfWB Schießklicker. —
3. Pflanzentrieb.
a. 'junger, frischer Trieb des Rebstocks, des Baumes und des Strauches', Schuß [verbr., Wilde 286], Pl. Schiß [ LA-Roschb BZ-Pleisw/O'hf]; vgl. PfWB Schoß2 1 a; Zs.: PfWB Holderschuß; s. WKW 9. —
b. wilder

[Bd. 5, Sp. 1511]
Sch. 'schädlicher, fruchtloser Trieb; Geiz-, Sommertrieb (des Rebstocks)' [ KB-Boland FR-N'lein]; Pl. wille Schusse [ NW-Kallstdt]; Sch. uf em alde Holz, dass. [ LA-Kl'fischl]; vgl. PfWB Ranke 1, PfWB Zwacken; Zs.: PfWB Wasserschuß. —
c. 'Seitenschößling (des Baumes)'. Du mußt dem Bääm die Schuß (Pl.) abhacke! [ BZ-Dernb]. —
d. 'schlanker Zweig (des Haselnußstrauches)' [ HB-Medh RO-Höring KL-Mehling]; vgl. PfWB Schoß2 1 b; Zs.: PfWB Haselnuß-, PfWB Haselschuß. —
4.
a. 'am Hinterwagen herausragender Teil der Langwiede' [ LU-Alsh/Gr]. —
b. Ablaufbrett in der Windmühle [ NW-Bobh]; vgl. PfWB Schoß2 2 b, PfWB Schußbrett 1. —
5. 'Ausschußzigarre', Dim. Schißje [Zweibr]. —
6. übertr.
a. = PfWB Vorschuß 2. Er hot Sch. kriet (hot sich Sch. gewwe losse) [Kaislt KB-Rams PfRSch. 15. 9. 1927]. —
b. 'Schwung, schneller Gang' [KU-Schmittw/O, SOPf (Heeger Nachl.)]. Der Bu esch im Sch. 'rennt hastig bergab' [ BZ-Dernb]. RA.: in Sch. kumme 'Fortschritte machen', von einer Angelegenheit [Kaislt]. Er hot sein Ärwet im Sch. 'Die Arbeit geht ihm von der Hand' [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB schutzen. Vgl. auch PfWB Fotografie 2. —
c. 'Wuchs'. Der Baam hat e gure Sch. gemacht [ HB-Höch]. Der Borscht esch noch im beschde Sch. [ BZ-Dernb]. Er hot sein gräißde Sch. gemacht 'Er ist ausgewachsen' [ebd.]. —
d. 'Ordnung, Funktionstüchtigkeit'; ebbes im Sch. han (sein, halle, bringe) [ KU-Kaulb Kaislt]. —
e. 'plötzlicher, heftiger Schmerz im Körper' [verbr.]; Zs.: PfWB Hexenschuß. Ich hab e Sch. im Bään [ RO-Obd], en Sch. dorch alle Glirrer [ FR-Tiefth]. —
f. Er hat einen Sch. 'Er ist närrisch, flatterhaft' [Klein Prov. 145]; vgl. Schußbartel. —
g. s. die Zs. PfWB Ab-, PfWB Aus-, PfWB Trappenschuß, PfWB Vorschuß 1. — Südhess. V 836/ 37; RhWB Rhein. VII 1934 ff.; LothWB Lothr. 470; ElsWB Els. II 441.

 

   Krapfen1, Krappen1, Krapp1, Krapen m.,

[Bd. 4, Sp. 547]

Kräppchen, Kräppel n.:
1.
a. 'karstartiges Gerät mit zwei oder drei runden Zinken, mit dem man den Mist aus dem Stall schleift, auch den Mist vom Wagen herabzieht'; Hauptformen: Krappe (grabə, -ḁ-), Krapfe (grḁbfə), Krope (grōbə), Krowe (grōwə), als Simpl. u. als Grundwort im Kompos. mit Mist- [Verbr. s. K. 262]; selten belegt: Krapp (grḁb) [ BZ-Barbr], Kropel (grōbəl) [Zweibr], Krowel [ HB-Lu'thal], Krobbe [»Blies« (PfId. 81)]; Auslandspfälzer: Krappe (grabə) (häufig Grundwort im Kompos. mit Mist-) [verbr. Gal Buch Rußl], Krope (grōbə) [ Gal-Beckd]. Syn.: PfWB Karst 1 b, PfWB Misthaken, -karst, -kloben, -krapfen, -kratze. Er zieht mit'm K. de Mischt aus'm Stall [ NW-Kallstdt].

[Bd. 4, Sp. 548]
RA.: De Sensemann hot'm de Krappe in de Arsch ghackt 'Er ist gestorben' [ LA-Nußd]. a. 1571: Item 2 kropen Vnd 1 mist gabell [Zweibr-KellR]. a. 1596: 8 alb. für 2 Newen Krapffen vnd ein hocken in ein stall [WerschwSchR Bl. 255]. —
b. 'zweizinkiges Hakengerät mit langem Stiel, mit dem man Eisschollen aus dem Wasser zieht', Krapfe (grḁbfə) [ GH-Leimh]; vgl. Eiskrapfen. —
c.
α. 'karstartiges Gerät, mit dem man Kartoffeln gräbt', Krappe [ KU-Dietschw KL-Stelzbg LA-Gommh SP-Heiligst Buch-Illisch]; vgl. PfWB Karst 1aα; mit'm K. Grumbeere ausmache [ebd.]. —
β. 'kleines karstartiges Gerät mit 2-4 Zinken und einem breiten Häckchen, mit dem man um Pflanzen herum die Erde auflockert,

[Bd. 4, Sp. 549]
auch Unkraut jätet', s. Abb. 57, Kräppche (grębχə) [verbr. mittl. WPf RO-Lettw], Kräpche (grbχə) [KL-Gimsb u. Umg.], Kräpp(e)l (grębəl, grębl) [mancherorts mittl. u. südl. VPf]; vgl. PfWB Gartenhacke, -kräpfchen, PfWB Hacke 1 b. —
d. 'Schließhaken an Frauen- u. Kinderkleidung', Krope (grōbə) [ WD-Niedkch RO-Feilbg Ebbg]. Syn. s. PfWB Hafte 1 a. —
2.
a. 'armdickes, krummes Astholz', Pl. Krappe [mancherorts, bes. WPf Wilde 295]; vgl. PfWB Krapfengenist, PfWB -holz, PfWB -prügel, PfWB -recht. Die Krappe sin billich Holz [ LA-Gommh]. —
b.
α. 'Ranken am Weinstock', Krappe [ NW-Gimmdg], Krouwe [ NW-Königsb], Kräpple, Kräppelcher [LA-Wollmh, vereinzelt mittl. u. südl. VPf]. Die K. werden von den Kindern ihres säuerlichen Saftes wegen gerne gekaut [ LA-Wey]. Syn. s. PfWB Schuß; vgl. PfWB Geize 1, PfWB Krampen1 1 d. —
β. 'durch Krankheit verdorbene kleine Weinbeeren', Krappe [ NW-Wachh]; vgl. PfWB Traubenkrappen 1. —
γ. 'Stielchen von Beeren'; vgl. PfWB Traubenkrappen 2. —
c.
α. 'Sumpfkratzdistel (Cirsium palustre)', Krappe [Neustdt (Wilde 42)]. —
β. 'Hederich (Erysinum)', Krapp [GH-Zeisk (Wilde 99)]. —
d. 'Zahnstumpf', auch 'einzeln stehender Zahn', Krappe [ KL-Siegb KB-Zell]. —
3. von Mensch und Tier.
a.
α. 'Mensch mit negativen Eigenschaften'; vgl. PfWB Krampen1 2 b. Des is der e K.! [ FR-Bockh, mancherorts]; e dummer K. [ KU-Schmittw/O]; e dreckicher K. [ NW-Haardt]; e schlechter K., bes. von einem lasterhaften Mann [ NW-Frankeck, mancherorts]; e falscher K., bes. von einem Geizhals [ RO-Falkst, mancherorts]; e beser K., von einer bösen, zänkischen Frau [KB-Zell, verbr.], Syn. s. PfWB Hausteufel 2. Du schlechder K.!, Schimpfw. für ein böses Kind [Kaislt]; vgl. Höllenkrapfen. —
β. der alt K., abschätzig von einem alten Menschen [mancherorts]. —
γ. Pl. Krappe, Uzname für die Bewohner von KU-Ehw ZW-Marthh; Madamer K., Uzname für die Bewohner von LA-Mart; dgl. Misaer Krope für die Bewohner von KU-Miesau. —
δ. vgl. PfWB Höllenkrappen 2. —
b.
α. 'altes, abgetriebenes Pferd', Krappe, alder K. [verbr.], Krope [ ZW-Battw RO-Rehborn]. Syn. s. PfWB Mähre. —
β. Krappe!, Scheuchruf für Rindvieh [ KL-Pörrb Stelzbg]. — Zu mhd. krāp(f)e, ahd. krāpfo 'Haken, gebogene

[Bd. 4, Sp. 550]
Klaue, Kralle' (Kluge-Mitzka20 401); vgl. auch PfWB Krampen. — Südhess. III 1768/69; RhWB Rhein. IV 1389; LothWB Lothr. 315; ElsWB Els. I 522.