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 PfWB Schuh-riemen (Bd. 5, Sp. 1481)   PfWB Riemen1 (Bd. 5, Sp. 530) 
  -riemen m.: 'Schnürriemen am Schuh', -rieme [verbr. SWPf mancherorts südl. u. westl. WPf vereinzelt VPf NPf]; vgl. PfWB Schuhbändel. Südhess. V 798; RhWB Rhein. VII 1869. —

 

   Riemen1 m.:
1. allg. 'längeres schmales Band aus Leder', Rieme (rīmə) [verbr., auch Auslandspfälzer, Christmann Kaulb 27, 50 Mang 137 Müller Dietschw 57 Heeger Südostpf. 13]; Zs.: PfWB Lederriemen. RA.: uf de R. kaafe 'auf Kredit, auf Raten kaufen' [Pirmas (Kieffer 62)]. SprW.: Der hat gut Rieme reiße vun anner Leit Ledder,

[Bd. 5, Sp. 531]
von einem Schmarotzer [Hebel 21]; Var. s. PfWB Leder 1 a, PfWB Leute 1. Im bes.
a. = PfWB Gürtel [verbr.]; Zs.: Bauch-, Bind-, Bund-, Hosen-, PfWB Leibriemen. RA.: de R. enger schnalle 'sich einschränken, Hunger leiden' [verbr.]; de R. weirer mache 'in bessere Verhältnisse kommen' [ WD-Niedkch]; sich am R. reiße 'sich zusammennehmen' [Lu'haf, vereinzelt]; RA. für verhauen 1: de R. anmese [ NW-Weish/S]; dorch die Rieme losse [ZW-Stamb KL-Lind]. Der kriet se merrem R. [ KL-Weilb, KU-Körbn Schmittw/O]. Vgl. PfWB riemen. Jetz es awwer R.! 'jetzt reicht es!' [Thielen So rerre mer 103]. Schmeiß de R. uf die Ojel! 'Beginne mit der Arbeit!' [ebd.]. —
b. 'R. am Schuhwerk'; Zs.: Gamaschen-, PfWB Schuhriemen. —
c. 'R. zum Nachschärfen des Messers, bes. des Rasiermessers' [verbr.]; Zs.: Abzieh-, PfWB Streichriemen. —
d. 'Zaum und sonstige Teile des Pferdegeschirrs oder des Geschirrs sonstiger Zugtiere' [verbr.]; Zs.: Anbinde-, Aufhalt-, Bakken-, Panz-, Bauch-, Trag-, Hals-, Heft-, Joch-, Kehl-, Kinn-, Kreuz-, Lang-, Lauf-, Leit-, Näh-, Nasen-, PfWB Rück(en)-, Sattel-, Schieb-, Schleif-, Schwanz-, Schweb-, Schweif-, Steig-, Stirn-, Stoß-, PfWB Zaumriemen; Rieme mit Schnalle [PS-Geisbg, verbr.]. SprW.: Mer derf die Rieme net aus der Hand gewwe, so lang mer uf em Waan sitzt 'Man darf sein Vermögen nicht vorzeitig den Erben überlassen' [ Don-Gert Gottlob]. —
e. 'Peitschenschnur' [verbr.]; vgl. PfWB Treibschnur; Zs.: Peitschen-, Treib-, PfWB Geißelriemen. —
f. 'Antriebsriemen (der Dreschmaschine, der Nähmaschine)' [ KL-Reichb, mancherorts]. —
g. 'Lederschnur, die Külpe und Rute des Dreschflegels verbindet' [ PS-Geisbg, mancherorts]; Zs.: Flegels-, Kappen-, Mittel-, Näh-, Naht-, PfWB Zugriemen. —
h. s. die Zs. Gewehr-, Glocken-, Hunds-, PfWB Knieriemen. —
2. riemenförmige Gegenstände.
a. 'abgeschnittenes oder losgelöstes Stück (eines Apfels, einer Apfelsine)', Dim. Riemche [ Don-Tscherwk]. —
b. 'gemähter Grasstreifen' [ NW-Neidfs]; Syn. s. K. 286, Mahde u. Schwade(n).
c.
α. 'langer, schmaler Acker' [ KU-Diedk LU-Altr NW-Elmst Freinsh LA-Wollmh GH-Kand]; vgl. PfWB Handtuch 2 a. Er hot norr so e paar schmale Rieme [ GH-Kand]. —
β. FlN, Am Riemen [ NW-Haardt], Im Riemen [ BZ-Ingh]; vgl. PfWB Riemenacker. —
d. 'Rutschbahn' [Pirmas (Kieffer 62)]. —
e. ein nicht näher bezeichnetes Teil am Dachstuhl; vgl. DWB DWb. VIII 927 Riemen 3. a. 1540 (Kopie 1595): Darunder versteht sich alle Zugehör als ... leiendecker, glockenstul, rümen vnder gepelck [PfWeist. 529 (KU-Ulm)]. —
f. 'männliches Glied'. α. vom Menschen [NPf (Thielen 91) Land]; Syn. s. PfWB Schwanz. —
β. vom Ochsen [ IB-Rohrb HB-Jägbg KL-Stelzbg KB-Kriegsf]; Syn. s.

[Bd. 5, Sp. 532]
PfWB Rute1 2 d. —
g. vgl. Riech-am-, PfWB Zieh-am-Riemen. — Südhess. IV 1399/1400; RhWB Rhein. VII 415 ff.; LothWB Lothr. 413; ElsWB Els. II 256.