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| PfWB Schuh-macher (Bd. 5, Sp. 1479) | PfWB Spinne (Bd. 6, Sp. 284) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'Handwerker, der Lederschuhe herstellt und repariert', Schuhmacher, Schummacher [verbr. (außer NWPf), Bertram § 163 Heeger Südostpf. 19, Lambert Penns 146 Krämer Gal 282], Schuhmaar, Schuhmaer [verbr. NWPf]; Syn.: Dorf-, PfWB Flickschuster, PfWB Knappler 2, PfWB Knaupcher, PfWB Schnapp 1, PfWB Schuhflicker, PfWB Schuster 1; scherzh. Bez.: Pappschuhmacher, Pecharsch 1, -draht 1, -furzer, -hengst, -knorz, PfWB -lappen, -offizier, -stuhl, PfWB Drahtspitzenzieher, PfWB Knorzen 7bα, PfWB Schlappenflicker 1. Schuhmacher, [Bd. 5, Sp. 1480] Sattler und Näherinnen arbeiten im Hause des Kunden [(1930) ZW-Marthh]. Meer gedenkt's noch, wie de Sch. im Haus geschafft hot [(1930) KU-Schmittw/O]. RA.: Ouf Schuhmachers Rappe reire 'zu Fuß gehen' [ WD-Niedkch, KU-Bedb]; vgl. PfWB Rappe 1. SprW.: Schmidds Per (Pferde) un Schuhmachers Weiwer gehn mehrschdens barfuß [Kaislt]. Scherzfrage: Fer was guckt der Schuhmacher als in der Schuh, wann er'n ferdich hot? Antwort: Wann er drin wär, dät er rausgucke [Horne Penns 107]. Den Kegelspieler, der den vorderen Kegel und die zwei hinteren Damen stehen läßt, fragt man: War doin Vadder e Schuhmacher? [ LU-Opp]; vgl. PfWB Schuhmacherstuhl. Berufsneckerei: Sein Lebdag werd keen Schuhmacher reich; was er verdient, versauft er gleich; was er verdient mit knapper Not, verfrißt er an Worscht un Käsebrot [Feierowend 5/1950 1]. a. 1408: Johann Schuhmecher (zu Dürkheim) [NUrkKG Nr. 130]. a. 1425: schuchmecher [Lein-Arch. (Löhne)]. a. 1482: Swartz Hans der Schmecher [LandsbgZb.]; Cuntzgin schuochmecher [ebd.]. a. 1533: Erhart leytel der schuwmacher [GgHospR]. — 2. s. die Zs. PfWB Pappschuhmacher. — 3. a. 'Marienkäfer', Dim. Schuhmacherche [ PS-Geisbg]; Syn. s. PfWB Herrgottskäfer, K. 196. — b. α. 'langbeinige Schnake', Schuhmacher [ KU-Liebsth]; vgl. PfWB Schnake 4. — β. 'Spinne mit sehr langen Beinen' [ Gal-Josbg]. — c. α. 'durch den Pilz Taphrina pruni befallene hornförmige, grünbleibende, ungenießbare Zwetschge' [NW-Rödh, Wilde 277]; vgl. PfWB Schoten 2. — β. 'Zwetschge, die teilweise schorfig ist' [ KU-Schmittw/O]. — Südhess. V 797; RhWB Rhein. VII 1865 ff.; Lothr. 468; ElsWB Els. I 646.
| 1. 'Tier aus der Ordnung der Spinnentiere, das seine Nahrung meist in einem Netz fängt', Spinn (bin) [verbr., Christmann Kaulb 15, 60 Heeger Tiere II 18 Höh 53 Mang 100 Schneckenburger 24 Lambert Penns 139 Krämer Gal 202], Spenn (ben, bęn) [mancherorts SOPf und westl. SWPf RO-Ebbg, Heeger Südostpf. 9 Heeger Tiere II 18]; Pl. -e [verbr.]; Dim. Sg. Spinnche, Spennche [WPf NOPf], Spinnelche [ ZW-Battw], Spinnel [mancherorts VPf SPf]; Pl.: Spinncher, Spenncher [mancherorts WPf], Spinnlich [ LA-Mörzh Wollmh]; vgl. PfWB Gaulskopf 2 c, PfWB Schuhmacher 3 b β; Zs.: PfWB Haus-, PfWB Kreuz- 1, PfWB Schäfer-, PfWB Wald-, PfWB Wasser-, PfWB Wingertsspinne; e klenni Sp. [ PS-Erfw]; die Roud Sp. 'die Rote Spinne, ein Pflanzenschäd- [Bd. 6, Sp. 285] ling' [ BZ-Nd'horb]; RA.: so giftich wie e Sp. 'sehr erbost, bösartig' [ KB-Kriegsf]. Er macht e Gesicht, as wann er Spinne g'fresse hätt 'Er blickt ärgerlich, verdrossen, verzieht das Gesicht' [ NW-Kallstdt, mancherorts]. Er ißt wie e Sp. 'Er ißt wenig' [ KL-Mackb]. Er hat Spinne im Kopp 'Er ist geistig nicht in Ordnung' [ KU-Diedk]. Den hot e gifdichi Sp. g'stoche 'Er ist rasend, völlig durcheinander' [ NW-Kallstdt]. BR.: Wann die Spinne wewen im Freie, kammer schäi Wedder prophezeie [ LA-Gommh]. Wann die Spinne baue, gebt's scheen Wetter [KU-Diedk, verbr.]. Wann die Spinne laafe 'ihr Netz verlassen', gebt's anner Wedder [ BZ-Albw]. 's gebt schlecht Werrer, die Spinne sitze in ehre Lecher [ KL-Reichb]. Volksgl.: E Sp. am Morche, bringt Kummer un Sorche, e Spinn am Owend, erquickend un lawend [ GH-Schwegh]. Spinn am Morgen - Kummer un Sorge, Spinn am Awend - erqickend un lawend, Spinn am Meddaa (Mittag) — Glick am dredde Daa (Tag) [ PS-Erfw]. Spinne am Owend - erquickend un lawend, Spinne am Morche - Kummer un Sorche, Spinne am Nochmiddag - Glick for de anner Dag [ LU-Oggh]. Dieser Volksglauben in Reimform, der in weiteren zahlreichen Varianten in der ganzen Pfalz bezeugt ist (s. PfWB erquicken, PfWB laben, PfWB Mittag 2, PfWB Morgen 1 a, PfWB Sorge), wird von vielen Gewährsleuten wegen der lautlichen Gleichheit der meisten Belege (Spinne am Abend ...), die sowohl Pl. zu PfWB Spinne wie auch Inf. zu PfWB spinnen sein können, häufig auf das Tier Spinne, in anderen Fällen jedoch expressis verbis auf die Tätigkeit des Spinnens bezogen. Weiterer Volksgl.: Wer en weißi Sp. sehnt (sieht), sterbt [Fogel Beliefs Penns Nr. 503]. Wann en Sp. märgets (morgens) gegich em kummt, bringt sie em Glick seller Dag (kammer B'such ekspekte) [Fogel Beliefs Penns Nr. 446, 384]. E Sp. dotmache, bringt em schlecht Glick [Fogel Beliefs Penns Nr. 403]. Wer mit em Finger 'n Sp. verdrickt, / Der nie ken weher Finger grickt [PennsDeitschEck 13. 8. 1938]. Wann en Kind der bloo Huschte hot, bind mern Sp. in en Fingerhut (Sack) un henkt's im aan [Fogel Beliefs Penns Nr. 1793, 1801]. — 2. 'Frisur, bei der das Haar lose nach oben eingeschlagen wird', Spinn [ZW-Stamb]. — 3. a. 'hagere, dürre Person' [ PS-Rodalb NW-Frankeck GH-Kand]; Syn. s. PfWB Gammel 1. Des isch e rechdi Sp. [ GH-Kand]. — b. 'Mensch, der wenig ißt' [ RO-Imsw]. — c. 'bösartige, hinterlistige, neidische Person' [KU-Schmittw/O WD-Marth PS-Erfw, Müller Dietschw 61]; Zs.: PfWB Kreuzspinne 2. — 4. vgl. PfWB Meer-, PfWB Seidenspinne. — RhWB Rhein. VIII 359/ 60; LothWB Lothr. 487; ElsWB Els. II 543, ALA II 200.
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