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 PfWB Schrunde (Bd. 5, Sp. 1458)   PfWB Runzel (Bd. 5, Sp. 658)   PfWB reiben (Bd. 5, Sp. 466) 
   Schrunde f.: 'aufgesprungene Hautfalte (infolge harter Arbeit, Kälte, Nässe usw.)', bes. an Händen, Füßen, Lippen, Schrunn (run) [verbr. VPf NPf mancherorts WPf, Lambert Penns 141 Krämer Gal 193], häufig nur im Pl. Schrunne [verbr., Journ. 4/1787 216 Klein Prov. 143 Kühn Hamet 136]; vgl. PfWB Graben 2 b, PfWB Riß 1 d, PfWB Runzel 1 a, PfWB Schramme 1 c, PfWB Schrumpfel 1aβ, PfWB Schrunzel 1. Mein Händ sinn voller Schrunne [ NW-Haßl]. Die Händ voller Schrunne [Damm Dreifaltichkäät 94]. Er hot Schrunne am Maul [ PS-Burgalb]. Zwischich de Zeh hun ich Schrunne [ Gal-Moosberg]. 's hot Bloose gebb un Runzle aach, voll Schrunne war'n die Händ [Wilms Land und Lewe 45]. Ball kann mer sich sunne, / die Sunn duht uns gut, / do häälen die Schrunne, / des gäbt neie Mut [Wilms Land und Lewe 102]. Volksmed.: Uf die Schrunne schmeert mer sießer Rähm (süßen Rahm) [ PS-Erfw, KU-Herschw/Petth LU-Böhl], Glizerin [ LA-Mörzh, vereinzelt], Fett [ NW-Kallstdt], Zinksalb [ NW-Freinsh]. Bei Schrunne an de Hänn muß mer Saufe dricke 'flüssiges Viehfutter mit den Händen durchdrücken' [ KU-Herschw/Petth]. In tiefe Sch. träufelt man heißes Pech [Rockhs] oder legt Pechdraht ein [ RO-Als]. Südhess. V

[Bd. 5, Sp. 1459]
775; RhWB Rhein. VII 1826/27; LothWB Lothr. 467 Schrung; ElsWB Els. II 518, ALA I 224.

 

   Runzel f.:
1.
a. 'Hautfalte, insbes. Gesichts-, Stirnfalte', Runzel, Runsel, [verbr., auch Auslandspfälzer, Christmann Kaulb 85 Krämer Gal 178], Ronzel [ WD-Niedkch], Pl. Runzele, Runsele [WPf NPf], Runzle, Runsle [VPf]; vgl. PfWB Falte 2, PfWB Rumpfel, PfWB Schrumpfel, PfWB Schrunzel; Zs.: PfWB Stirnrunzel; Runsle en de Stärn (Stirn) [ LA-Herxh]; Runzele im Gesicht [ ZW-Gr'bundb]. Volksbr.: Einem ledigen Paten oder einer Patin wurden am Tag vor der Taufe mit einem Strohwisch die Wangen rot gerieben, man nannte es: die Runzel reiwe [(vor 1930) KL-Weilb]. Volksgl.: So viele Runzeln die Braut auf der Stirn hat, so viele Kinder bekommt sie [ KL-Trippstdt, RO-Semb SP-Ottstdt]. —
b. 'unerwünschte Kleiderfalte' [ GH-Jockgr]; vgl. PfWB Kräch 1 b. —
c. 'Pockennarbe' [ KU-O'alb]. —
2. aldi R. 'alte Frau', spöttisch [ LA-Venn]. — Südhess. IV 1531; RhWB Rhein. VII 623; LothWB Lothr. 422.

 

   reiben st.:
1. allg. '(einen Gegenstand auf einem anderen) unter Druck hin- und herbewegen', reiwe [verbr. (außer SWPf), Christmann Kaulb 16, 64, 90 Mang 121 Müller Dietschw 56 Schneckenburger 24, 43, 51 Lambert Penns 124 Krämer Gal 173], räiwe [SWPf, verbr. wie Äis, s. K. 1], riewe [lothr. SWPf]; Part. Perf. geriwwe [verbr. VPf O-PS], gerewwe (gəˈrewə) [mancherorts südl. VPf, Heeger Südostpf. 9], geribb [WPf NPf, Schneckenburger 36 Krämer Gal 173 Don-Schowe Torscha Buch-Illisch], gerebb (gəˈreb) [WPf NPf, Christmann Kaulb 14 Müller Dietschw 56 Höh 53], (gəˈrew) [Mang 98, 151]; Zs.: PfWB darüberreiben; merrem Boort r. Man streicht einem kleinen Kind den Bart über die Wange und sagt: So, jetz krieschde aa e Boort [ KU-Schmittw/O]; sich die Hänn r., wenn

[Bd. 5, Sp. 467]
die Hände kalt sind; auch als RA.: 'Genugtuung, Schadenfreude empfinden' [KU-Hundh, verbr.]; eem die Zung r. 'einem Strafe androhen' [ RO-Alsbr]; eem die Ohre r. 'einen strafen' [ LA-Nd'hochstdt, mancherorts]; sich unner (unnich) de Nas r. 'bedenklich tun, etwas bezweifeln' [ FR-Bockh]; sich an ääm r. 'einen necken, verspotten' [KU-Schmittw/O, verbr.]. SprW.: Wer sich amme rußige Kessel reibt, werd schwarz [ GH-Nd'lustdt, mancherorts]. Volksgl.: En Warz reibt mer mit 'me kleene Steen un schmeißt en no iwwer die links Schulder; awwer mer därf nix schwätze, noo geht sie weg [Fogel Beliefs Penns Nr. 1682]; vgl. auch ebd. Nr. 746. Einen Volksbrauch s. PfWB Runzel 1 a. Im bes.
a. 'zerkleinern'; Zs.: PfWB verreiben 1; (auf einem Reibeisen 1) Grumbeere (Meerreddich, Wecke, Obst, Muschgatnuß) r. [verbr.]; gerewwene Knepp 'Klöße aus geriebenen Kartoffeln' [ KU-Bedb]; zu Polver r. 'fein zerreiben' [ KU-Schmittw/O]. Mach kä Flause, sei kä Grumbeer un loß dich r.! [ GH-Vollmw]. RA.: eem de Kimmel r. 'einem gehörig die Meinung sagen, die unbequeme Wahrheit vorhalten', auch: 'einen verhauen' [verbr.]; eem d' Wersching r. 'einen verhauen' [ LA-Roschb]; eem eppes unner die Nas r. 'einem etwas vorhalten' [KU-Bedb, verbr., PfMus. 1925 177]. Dem hawwich's emol unner die Nas geriwwe [ NW-Haßl]. Einen VR. s. PfWB dableiben 1. —
b. 'scheuern, reinigen'; Zs.: PfWB ab- 3 u. 4, PfWB auf- 1, PfWB ausreiben 1 b; 's Geschirr r. [ PS-Schmalbg]. De Dreck muß mer aus de Kläärer r. [ KU-Schmittw/O]. —
c. 'glätten, polieren'; Zs.: PfWB abreiben 5. Des muscht fescht r., dann glänzt's wirrer [ NW-Haßl]. —
d. 'in der Reibe 2 die Holzteilchen aus den Hanf- oder Flachsfasern durch Reiben zerkleinern' [KU-Kaulb Schmittw/O KL-Hirschhn Wilde 87]. 's Gewicht werd uf de Hanfreib gerebb, s. PfWB Gewicht3 [ KU-Schmittw/O]. —
e. 'abnützen, beschädigen, verletzen'; Zs.: PfWB ab- 2, PfWB auf- 2 a, PfWB durchreiben; sich wund r. [verbr.]. 's Gescherr hot de Gaul wund gerebb [ KU-Schmittw/O]. —
f. 'entfernen'; Zs.: PfWB ab- 1, PfWB aus- 1a PfWB u. PfWB c, PfWB wegreiben; RA.: de Schlof aus de Aaue r. [ KU-Schmittw/O]; Zs.: PfWB ausreiben 1 d. —
g. s. die Zs.: PfWB an-, PfWB ein- 1, PfWB ver- 2, PfWB hinein-, PfWB zureiben.
2.
a. +α. 'mißhandeln' [Klein Prov. 84]. —
β. s. die Zs.: PfWB ab- 6, PfWB einreiben 2. —
b. s. die Zs.: auf- 2 b, 3, 4, aus- 2, PfWB hinreiben. Südhess. IV 1326/27; RhWB Rhein. VII 265/66; LothWB Lothr. 416; ElsWB Els. II 218/19.