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 PfWB Schrunde (Bd. 5, Sp. 1458)   PfWB Graben (Bd. 3, Sp. 399) 
   Schrunde f.: 'aufgesprungene Hautfalte (infolge harter Arbeit, Kälte, Nässe usw.)', bes. an Händen, Füßen, Lippen, Schrunn (run) [verbr. VPf NPf mancherorts WPf, Lambert Penns 141 Krämer Gal 193], häufig nur im Pl. Schrunne [verbr., Journ. 4/1787 216 Klein Prov. 143 Kühn Hamet 136]; vgl. PfWB Graben 2 b, PfWB Riß 1 d, PfWB Runzel 1 a, PfWB Schramme 1 c, PfWB Schrumpfel 1aβ, PfWB Schrunzel 1. Mein Händ sinn voller Schrunne [ NW-Haßl]. Die Händ voller Schrunne [Damm Dreifaltichkäät 94]. Er hot Schrunne am Maul [ PS-Burgalb]. Zwischich de Zeh hun ich Schrunne [ Gal-Moosberg]. 's hot Bloose gebb un Runzle aach, voll Schrunne war'n die Händ [Wilms Land und Lewe 45]. Ball kann mer sich sunne, / die Sunn duht uns gut, / do häälen die Schrunne, / des gäbt neie Mut [Wilms Land und Lewe 102]. Volksmed.: Uf die Schrunne schmeert mer sießer Rähm (süßen Rahm) [ PS-Erfw, KU-Herschw/Petth LU-Böhl], Glizerin [ LA-Mörzh, vereinzelt], Fett [ NW-Kallstdt], Zinksalb [ NW-Freinsh]. Bei Schrunne an de Hänn muß mer Saufe dricke 'flüssiges Viehfutter mit den Händen durchdrücken' [ KU-Herschw/Petth]. In tiefe Sch. träufelt man heißes Pech [Rockhs] oder legt Pechdraht ein [ RO-Als]. Südhess. V

[Bd. 5, Sp. 1459]
775; RhWB Rhein. VII 1826/27; LothWB Lothr. 467 Schrung; ElsWB Els. II 518, ALA I 224.

 

   Graben m.:
I. 'längliche Vertiefung in der Erdoberfläche', Grawe (grāwə, grwə, gRwə, s. PfWB graben) [allg.]; Pl. Gräwe (grwə, seltener grēwə); Dim. s. unten I 2; e diefer (brääder, schmaler) G. [allg.]; e G. grawe (ziehe, aushewe, zuschidde, zuscheppe) [verbr.]; in de G. falle, iwwer de G. huppse [verbr.]. RA.: Die Freindschaft leit im G. 'hat aufgehört' [ KU-Schmittw/O]. Er is noch net iwwer'm G. 'hat das Hindernis (die Gefahr) noch nicht überwunden' [BZ-Albw, verbr., auch Gal]. Er is noch net iwwer'm Gräwelche, dass. [ KB-Bischh]. Er is noch emol iwwer 's Gräwelche kumme 'hat die Krankheit überstanden' [ ZW-L'wied]. Ein Rätsel s. PfWB bukkelig 1 a. KR.: Reide, reide, iwwer de G., fallt er enein, do misse mer 'n hawe, bums, do leit er [NW-Frankeck, Horne Penns 117]; Var. s. PfWB bumps 1 a, PfWB plumps, PfWB reiten, PfWB Saft, wuppe. Ortsneckerei auf das früher im Preußischen gelegene Grumbach: Grumbach leit im G., wo die schine Buwe sin un Mädcher wie die Rawe [ KU-Reiffb]. — Besondere Bed.:
1. 'von strömendem Wasser gerissener G.', vgl. PfWB Schwellgraben. 's Wasser hot e G. geress [RO-Als, verbr.]. RA.: Des hot e G. geriss, sagt man bei einem guten Zug

[Bd. 3, Sp. 400]
aus dem Trinkgefäß [ Don-Schowe Torscha]. SprW.: Stille Wasser reiße tiefe G. [ Don-Gottlob]. —
2.
a. 'G. bzw. Rinne neben der Straße (dem Weg)', Grawe [verbr.]; häufig im Dim.: Gräwelche [ KU-Eschau Jul KL-Queidb Kirchhbol], Gräwel (grwəl, grwl) [verbr. mittl. u. südl. VPf], (gręwl) [ NW-Rödh], Gräbel [mancherorts mittl. u. südl. VPf], Graw(e)l [ GH-Neubg]. Zs.: Pflaster-, PfWB Dreck-, PfWB Gassen-, PfWB Schossee-, PfWB Stein-, PfWB Straßengraben. —
b.
α. 'Be- und Entwässerungsgraben', Grawe [verbr.], Gräbche [ IB-Aßw], Gräwelche [ KU-Hachb RO-Ransw Falkst], Gräw(e)l [ KB-Mörsf FR-Beindh]; Gräwe ziehe [LA-Wollmh, verbr.]; de G. zustoppe, um Wasser zu stauen [ PS-Bruchw]; de G. zubaue, dass. [ HB-Medh]; vgl. PfWB Ausläufer 3, PfWB Dole 1 b, Kümpling, PfWB Riefe, PfWB Rinne, PfWB Zeisel. Zs.: Abfluß-, PfWB Ablaß-, PfWB Ablauf-, PfWB Abzugs-, Auslaufs-, PfWB Bewässerungs-, Trükkel-, PfWB Entwässerungs-, PfWB Fang-, PfWB Faul-, PfWB Fehl-, PfWB Floz-, PfWB Flut-, PfWB Haupt-, PfWB Kopf-, Kumpel-, PfWB Mittel-, PfWB Moder-, PfWB Riesel-, Rus-, PfWB Schlitz-, PfWB Sicker-, PfWB Stech-, PfWB Sülz-, PfWB Wasser-, PfWB Wässerungs-, PfWB Wat-, PfWB Wiesen-, PfWB Zwerchgraben. —
β. 'mit Steinen ausgelegter Abzugsgraben', Grawe [ WD-Niedkch LA-Altd], Gräwel [ BZ-Wind]. —
c.
α. 'Furche, die beim Bohnenlegen mit der Hand gezogen wird', gew. Dim.: Gräwelche [verbr. WPf NPf nördl. VPf], Gräbelche [KU-O'staufb KB-Mörsf Eisbg FR-Battbg], Gräbche [verbr. SWPf], Gräw(e)l [mittl. u. südl. VPf], Grawel [ SP-Mechth GH-Neubg], Grabel [ FR-Lambsh NW-Hardbg Gimmdg SP-Berghs W'see GH-Jockgr]; e Gräwel ziehe [NW-Ungst, verbr.]. —
β. 'G. für die Setzreben'; Gräwel absteche (aushewe) [NW-Kallstdt, verbr. VPf]. Zs.: PfWB Stichgraben. —
d. 'G. zum Eindämmen eines Waldbrandes' [verbr.]. Zs. PfWB Waldgraben. —
e. 'Grenzgraben zwischen Wiesen' [ KU-Bedb]. Zs.: PfWB Beunde-, PfWB Grenz-, Scheidgraben. —
f. 'Jauchenrinne im Stall', Gräbl [ BZ-Hermbghf]. Zs.: PfWB Mist-, PfWB Seichgraben. —
g. 'Erdvertiefung, nach der mit dem Klicker geworfen wird', Gräwl [ LA-Edk]. Syn. s. PfWB Kaute. —
h. 'Dorfgrenze' im SprW. der nach Pommern ausgewanderten Pfälzer: Kimmscht du iwwer de G., kimmscht du in en anner Land [Kirchenhistorischer Bemerker Nr. 18 (Beilage zu Benkerts Religionsfreund 1832, H. 2)]. —
i. 'militärischer Schutzgraben'; im vodderschde G. [Kaislt]. Zs.: PfWB Lauf-, Schützengraben. Die Gräben bei FR-Lambsh aus dem Krieg von 1471 s. im Reim bei Bauer1 1 (I 617, Z. 56). —
j. FlN: Steinborner G. [ FR-Bockh]. a. 1606: ackher am Randecker graben [Landsbg-Zb., Bl. 76 b]. a. 1487: Garten an den Greben (in LA-Altd) [NUrkKG]. Zs.: PfWB Bruch-, PfWB Brühl-, PfWB Buben-, PfWB Burg-, PfWB Dachs-, PfWB Dorf-, PfWB Enten-, PfWB Esels-, PfWB Katzen-, PfWB Lach-, PfWB Land-, Lang-,

[Bd. 3, Sp. 401]
PfWB Mühl-, Schind-, PfWB Schloß-, PfWB Stadt-, PfWB Wolfsgraben.
k. s. PfWB Teuchel-, PfWB Dränierungsgraben. —
II.
1. 'Einschnitt im Holz, Kerbe', Gräwelche [ KU-Etschbg ZW-Marthh], Gräwel [ PS-Münchw Winz LA-Mart Roschb], Gräbel [ PS-Leim BZ-V'weidth], Grawe [ KU-Breitb]. —
2.
a. 'Gesichtsfalte'; Gräwe im Gesicht (in de Stern) [ RO-Rehborn ZW-Gr'bundb]. —
b. 'Grübchen im Kinn'. Er hot en Gräwel am Bart [ LU-Alsh]. —
c. Pl. 'Risse in der Haut'; Grawe in de Finger [ RO-Als]; Gräwe in de Hänn [ KU-Adb Herschw/Petth KB-Kriegsf]; vgl. PfWB Schrunde. Er hot ganze Gräwe in de Hänn [LU-Limbghf, verbr.]. Volksmed.: Gräwe en de Hänn gießt mer met Bech aus [ WD-Niedkch]. —
d. 'Haarscheitel', Gräwel [ LA-Venn]. — Südhess. II 1432/33; RhWB Rhein. II 1331/32; LothWB Lothr. 214; ElsWB Els. I 266; Bad. II 455/56.