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 PfWB Schoppen-glas (Bd. 5, Sp. 1412)   DWB schoppen (Bd. 15, Sp. 1565) 
  -glas n.: 'Glas, 1 Schoppen fassend', Schoppeglas [verbr.]. Nemm ich mei Pälzer Schobbeglas un halt mer's langsam an die Nas [Wilms Land und Lewe 73]. RA.: Er kann nix wie e Schoppeglas hewe, von einem Säufer [ LU-Opp]. Der hot sein blooi Nas hinner'm Sch. verfrore, dass. [ GH-Zeisk]. Er hot sou dief ins Sch. geguckt 'hat zu viel getrunken' [ BZ-Nd'horb, KB-Kerzh]. Der geht (am liebschde) in die Kerch (newwer die Kerch), wo's mit de Schoppeglesser z'sammeleit (ins Wirtshaus) [LU-Friesh, verbr.], wo die Schoppeglesser rapple, dass. [ LU-Neuhf]. Die Schoppeglesser kennde e bissel greßer un de

[Bd. 5, Sp. 1413]
Kerchdorm e bissel klänner sei [ PS-Erfw]. a. 1787: ein schoben glas und ein Kölchig glas [WernbgVormR]. Südhess. V 718; RhWB Rhein. VII 1721; Lothr. 464; Els. II 423. —

 

 schoppen, m. flüssigkeitsmasz, bierglas. wahrscheinlich lehnwort aus mnd. schope, f. schöpfkelle, besonders die grosze füllkelle der brauer, embotum, funda Schiller-Lübben 4, 117b, dem ein mhd. schuofe Lexer handwb. 2, 821 entspricht; das wort ist also deutlich eine ableitung zu schöpfen. weiterhin gehört dazu mnl. schoepe (een scoep met wine s. Oudemans 6, 185); engl. scoop schaufel, schöpfkelle, mittelengl. scope, augenscheinlich lehnwort aus dem nord., und schwed. skopa, vgl. Skeat 532a. schoppen ist ziemlich früh ins hd. eingedrungen und hat die älteren formen mit ff, f verdrängt; dabei ist gewöhnlich das bereits im mnd. vorkommende masc. herrschend geworden. Weigand belegt die formen: mnd. schope (1425), clevisch schoepe (1475), köln. schup (1507), mitteld. im 15. jh. schoppe, schope neben schupfe (shuphe 1340), und gewöhnlich schufe, schuffe, schuff, schuffen, schoffe, schof, vgl. auch Kluge 335b: alveolus ... schff, schueffe, schuff, schope Dief. gl. 27a; embotum ... schufe, schuff, .. schoffe, schofe, schope 199c; eyn schope, eyn grunt vad, schuppe nov. gl. 148a; fundibulum schapph, schappfe, -en, schufe, schuffe, schope, schoppe, stoppe (l. scoppe?), schipp gl. 252b; schope, schoupe, schoffe nov. gl. 185b; candibulum schapff, schope, schoupen 71a; cyathus schope 88a. im nhd. in den ältern wörterbüchern als neutr., s. DWB schopp 1. sonst durchweg als masc.: schoppe, schoppen, m. [voc. del paese de Reno, forse da schöpfen] foglietta, mezza, pinta, mezzetta; ein schoppen wein, bier; einen schoppen mit einander trincken. Kramer dict. 2, 642b; schoppen, s. m. gen. des schoppens, das vierte theil eines masz weins oder biers ... zwey schoppen ein halbes masz, sextuarius idem. gall. chopine. ist absonderlich im Elsasz und desselben nachbarschafft gebräuchlich. Frisch 2, 220b. die bedeutung ist im nhd. überall die eines bestimmten maszes ( liter) wein oder bier, wie sie in wirtschaften ausgeschenkt werden, oder eines geaichten glases (bez. thonkruges), das zu diesem zwecke dient, vgl. öcon. lex.2 2642. Jacobsson 4, 37b. 7, 268b. Adelung. Krünitz 147, 733. auffallend und mit der aufgestellten ableitung nicht recht zu vereinigen ist, dasz schoppen in dieser bedeutung zuerst und vorwiegend auf süddeutschem (alemannischem) gebiete erscheint; noch Adelung bezeichnet es als oberd. und auch mundartlich tritt es nur in der Schweiz und Schwaben auf: schoppe Hunziker 230, schoppe, masc. viertel eines maszes, seidel Tobler 397a; schoppe, plur. schoppe, schöppe(r) ⅜ liter Seiler 263b; schwäb. schopp, schoppen Schmid 475. daraus ist weiterhin das franz. chopine entlehnt, s. Diez etym. wb.4 548. andrerseits hat sich das nd. schopen (wenigstens bis in den anfang dieses jahrh.) in der alten bedeutung erhalten, 'grosze gelte, schöpfkelle der bierbrauer, ein kleiner kupferner kessel mit langem stiele, etwa 4 stübchen enthaltend, womit die brauknechte das wasser in die pfanne schöpfen'. Richey 236. brem. wb. 4, 672 f. Dähnert 412a. Schütze 4, 60. — belege aus der litteratur: die jhm dann ... nach dem sie einen schoppen getruncken hatten, etwas hertzhaffter antworteten. Philand. 2, 201; er sasz hinter einem schoppen landwein. Musäus volksm. 1, 22 Hempel; fünf glas sind eine halbe maas, zwei und ein halbes glas sind ein schoppen, die hälfte davon ist ein halber schoppen. Hebel 2, 221; sieh doch, wie viele jahr aus jahr ein nie einen schoppen trinken und in kein wirtshaus gehen. Gotthelf Uli d. knecht 45 Vetter; er lebte nicht wie andere handwerksgesellen, trank nie einen schoppen. Keller 4, 217; alsdann ruhet ihr euch aus und könnt auch einen schoppen trinken, wenn ihr mögt. 240; mochte man beim schoppen über die steifen Preuszen klagen. Treitschke d. geschichte 2, 271. übertragen: der arme advokat nahm nichts zu sich als gähling einen halben schoppen stubenluft und hob langsam an. J. Paul Siebenk. 2, 8; er .. zog einen ganzen schoppen luft in sich. Immermann Münchh. 4, 154.