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 PfWB schnicken (Bd. 5, Sp. 1332)   PfWB schicken1 (Bd. 5, Sp. 950) 
   schnicken schw.:
1.
a. 'etwas ruckartig fortstoßen, werfen', schnicke (nigə) [RO-Dielkch Mannw PS-Geisbg Gersb Pirmas (Kieffer 71) KB-Bubh Kriegsf LU-Maud NW-Dürkh Frankeck Kallstdt, Kühn Hamet 134 Kühn Schnitze I 254 PfId. 127, mancherorts Don Gal Krämer Gal 190

[Bd. 5, Sp. 1333]
Buch]; Part. Perf. g(e)schnickt (gənigd, gnigd) [verbr. wie Inf.]; vgl. PfWB Backofenschnicken; Zs.: PfWB fort-, PfWB herumschnicken; einen Sack uf die Schulter schnicke [ LU-Opp]. KR.: Hangawrelche (Dim. von Johann-Gabriel), schnick dei Ställche, iwwer Schraijersch Haus. Dortel, komm mol raus! [ Gal-Dornf]. —
b. 'kleine Früchte (Kartoffeln, Obst) mit einer Gerte fortschleudern', Zeitvertreib der Kinder [ RO-Obd]. —
2. 'klickern, den Klicker (oder Bohnen) mit dem (Mittel-)finger fortschnellen', schnicke [KU-A'glan Bedb Friedhs Hachb Hundh Lauteck RO-Gonb Münchw Obd O'hs Winnw PS-Winz KB-Bubh Marnh Stauf FR-Beindh Flomh Frankth Gerolsh Gr'niedh N'lein], schnecke (nęgə) [ KU-Godhs]; vgl. PfWB schicken1 1 bβ; Syn. s. PfWB knäupeln und K. 243. —
3. 'den Kopf ruckartig zurückwerfen' [ KU-Hundh]. —
4. 'stoßen' [RO-Münstapp KB-Kerzh]. Er hot mich geschnickt [ KB-Kerzh]. —
5. 'einen elektrischen Schlag versetzt bekommen', nur pass.; een geschnickt kriehe [ RO-Ruppeck]. — RhWB Rhein. VII 1617/18; Hess.-Nass. III 363; DWB DWb. IX 1327/28; Frankf. V 2794.

 

   schicken1 schw.:
1.
a. 'senden', schicke [verbr., Christmann Kaulb 13/14 Mang 96 Schneckenburger 54 Lambert Penns 133], schecke [westl. WPf (Altenhofer 12), Don-Lenauheim]; vgl. PfWB senden; Zs.: ab- 1 u. 2, aus-, ein-, ver- 1, vor-, fort-, heim-, mit-, nach-, PfWB wegschicken; e Pageet met de Poscht (met de Bahn) sch. [KU-Schmittw/O, verbr.]; en (scheene) Gruß sch. [ZW-Hornb, verbr.]; Order sch. 'benachrichtigen' [ KU-Schmittw/O]; enner in de April sch. [PS-Rodalb, verbr.]. RA.: de Hund an die Leit sch. 'hetzen' [ KU-Schmittw/O]. Lob für das Kind, wenn es etwas erfolgreich erledigt hat: Dich kammer sch.! [Lu'haf]. Du bisch gut noo'm Dod sch. (wenn jemand allzu lange braucht, um

[Bd. 5, Sp. 951]
etwas zu erledigen) [ KB-Bischh]. Var.: Dich kammer um de Dod sch. [ Gal-Dornf, mancherorts Don Gal Buch]. Der es kumm wie vum Himmel g'schickt 'ist in größter Not, zur rechten Zeit gekommen' [ FR-Bockh]. Er (Sie) hot er (em) de Ring geschickt 'Er (Sie) hat sich entlobt' [ KB-Kerzh]. Den kammer in de April sch., von einem Einfältigen [ LA-Gommh], Schnokefett hole sch., dass. [ BZ-Dernb]. Am erschde April schickt mer de Narr, wohie er will [Bergz (Kamm 90), verbr.]; vgl. PfWB April. Ein Wortspiel s. PfWB schicken2. SprW.: Wann de Dod ruft, kammer kän Stellvertreder sch. [ LU-Opp]. Wammer die Narre uf de Marik schickt, leesen die Krämer Geld [ BZ-Dernb]. —
b.
α. '(leicht) zuwerfen', schicke [verbr.]; vgl. PfWB schocken, PfWB schucken; de Balle sch. [PS-Rodalb (Bernhard 159)]; Backstää (Ziechel, Dickworzle) sch. 'durch Zuwerfen an einen Platz befördern' [RO-Münstapp, verbr.]. —
β. 'mit Klickern oder Bohnen werfen' [ KU-Wolfst RO-Münchw Schweisw NW-Dürkh]; vgl. PfWB schnikken, PfWB schucken; Syn. s. PfWB schnellen. —
2. sich sch.
a. 'sich beeilen'. Schick dich! [verbr., Zweibr (Wilms Alph. 48) Pirmas (Kieffer 68)]; Abl.: PfWB Geschick 1 b. —
b. 'sich fügen, anpassen, verträglich sein, sich gut benehmen' [verbr., Lambert Penns 133 Krämer Gal 184]; Zs.: darein-, ver-2, PfWB hineinschicken; Abl.: PfWB Geschick 2. Schick dich! [Zweibr (Wilms Alph. 48)]. Er schickt sich net 'folgt nicht' [ KU-Kaulb]. Er weeß sich gut zu sch. [ HB-Kirrbg], wääß sich in gar nix se sch. [ BZ-Dierb], kann sich gut en die Leit sch. [ KU-Bedb], in die Welt sch. [ LU-Opp], in die Zeit sch. [KL-Siegb Beam Penns 96]. Ich kann mich en alles sch. 'mich in jeder Situation zurechtfinden' [ KB-Bubh]. Die missen sich inenanner sch. 'miteinander auskommen' [ KU-Kaulb Kreimb]. Eens muß sich ins anner sch. [ KL-Stelzbg]. Schick dich nit so! 'Sei nicht so schüchtern!', z. B. zu einem Kind, das ein Geschenk nicht annehmen will [ ZW-L'wied]. Des schickt sich net! 'gehört sich nicht!' [BZ-Albw, verbr.]. Der wääß noch net emol, was sich schickt [ KU-Hinzw]. Mer kann sich sch. un drehn, wie mer will 'Man kann es nie recht machen' [ PS-Hintwdth]. —
c. 'sich behelfen, sich gut, flink anstellen'; Zs.: PfWB anschicken; Abl.: PfWB Geschick 1 a, PfWB geschickt. Er wääß sich en alles se sch. 'Man kann ihn überall gebrauchen' [ LA-Nd'hochstdt, mancherorts]. Du schickscht dich zu deim G'schäft grad wie die Katz zum Hairoppe [ BZ-Dernb]. SprW.: Wer sich wääß ze sch., brauch sich net ze bicke [NW-Haßl, verbr., Hebel 44 Krämer Gal 184, auch Don Buch Rußl]. Var.: Wer sich net weeß se sch., muß sich vielmols bicke [NW-Geinsh, verbr.]. —
d. s. die Abl.: PfWB Geschick 3. — Südhess. V 269 ff.; RhWB Rhein. VII 1088 ff.; LothWB Lothr. 440; ElsWB Els. II 404/405, ALA I 169.