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 PfWB schnellern (Bd. 5, Sp. 1322)   PfWB springen (Bd. 6, Sp. 348)   PfWB herum-satzen (Bd. 3, Sp. 910) 
   schnellern schw.:
1.
a. 'eine rasche Bewegung machen, springen, sich überschlagen (beim

[Bd. 5, Sp. 1323]
Sturz)', schnellere (nelərə) [mancherorts, Glass 58], schnellre (nęlrə) [PS-Gersb BZ-Dierb, Albrecht 111]; Part. Perf. geschnellert (gənęlərd) [ LU-Neuhf]; Syn. s. PfWB schnellen 1; in die Heh' geschnellert, vom Fisch, der über die Wasseroberfläche springt [ LU-Neuhf LA-Gommh]. De Fisch schnellert, wenn ein Fisch beim Flußaufwärtswandern über ein Wehr springt [ KU-A'glan ZW-Battw PS-Erfw Fehrb Pirmas]. Die Fisch schnellere (schnellre) [KU-Bedb Hundh WD-Niedkch RO-Dielkch KB-Kriegsf LU-Oggh Opp NW-Frankeck Kallstdt LA-Mörzh Land BZ-Dierb], schnellere mit dem Schwanz [ KU-Adb], schnellere in die Heh' [ LU-Limbghf], schnelleren dohin [ NW-Freinsh]. Auf und ab und ab und auf schnellert's [W. Wüst in: JKurpf. 1926 45]. RA.: Er schnellert (erum) wie e Fisch (Fusch) [ KU-Diedk ZW-Battw]. Der geht jere Sunndag sch. 'Der geht jeden Sonntag seinem Vergnügen nach' [ KU-A'glan]. —
b. 'etwas ruckartig in Bewegung setzen, etwas fortschleudern, in kreisende Bewegungen versetzen', schnällre [PS-Rodalb (Bernhard 165)], schnellere [KU-Hundh Bergz (Kamm 58)], schnällere lonn (lassen), den Gummi, das Seil usw. [Glass 58]; mit Bogen und Pfeil sch. [ LU-Opp]; mit einem Gummi sch. [Glass II 58]. Und schnellerte seinen schmalen Körper zwei-, dreimal im Klingel (Klüngel 2 'Kreis') herum [W. Wüst in: JKurpf. 1927 29]. Kinderspiel: Die Kinn schnellere um Niss, sie spielen das Glückspiel, bei dem der Schneller 3 a auf einem Holzbrett die Zahl der gewonnenen oder verlorenen Nüsse anzeigt [KU-Schmittw/O Feierowend 51/1953]. Die Knaben schnellern de Dänzer an, sie nehmen einen Knopf mit 5 Löchern, stecken durch das mittlere einen Stift und lassen den 'Kreisel' (Driller 1 a) sch. [ FR-Tiefth]. —
2. bes. Bewegungen der Finger.
a. 'mit zwei Fingern etwas ruckartig wegstoßen', bes. beim Kinderspiel mit Bohnen, Klickern oder Knöpfen [Ingb KL-Stelzbg NW-Frankeck Iggb LA-Mörzh BZ-Dörrb GH-Leimh, südl. Hälfte der östl. WPf, Verbr. s. K. 243]; vgl. PfWB Kaute 1 g; Zs.: PfWB fortschnellern; Syn.: abschnelzen, anschmeißen 2, Ansetzen, pfetzen 5, picken 5, picksen, pickesen, pinken2, butzen, taumisch 2, Degern, ticksen, titscheln, toppseln, dornschnäppen, fortknäubeln, fortscheibeln, fortschnärren, fortschnelzen, gaukeln 2 b, haseln2 2, herauspicksen, hicksen, hineinbullen, kauteln, kauten1 2, klickern 1, klicksen, knacksen 1bα u. β, knallen 2bβ, knällen, knällern 1, knällsen 1, knärbeln2, knarren 1b, knaubeln 1a, knaupeln 1a, knicken3, knickern2, knicksen2, knipsen 4, knobeln 2bβ, knöpfseln, knöpfsen, knurren, knorren1 5,

[Bd. 5, Sp. 1324]
kopfen 2, kurpeln, lämpeln 2a u. b, lenzen2 2, lotschen2, machen 4dα, rasseln, rollen 1 d, rosseln, rugeln 2, russeln 2 b, schanzen 2, schicken1 1bβ, schießen 1c, schmeißen 1a, schnakkeln 4, schnäppen 2, schnärren 1b, schnattern 5, schnätzeln, schnätzen, schnaupeln, schnellen 2a, schnelzen 2, schnelzern 2, schnicken, schnicksen, schnipsen 2, schocken 2, schuben, schucken 1 b, schupfen 1 c, schussern, spritzen; Klickerspiele s. PfWB Klickerchens, K. 243 knäupeln; die Kneppcher (Knöpfchen) schnellern [ LU-Opp]. Er schnellert [Wilms Alph. 49]. Der kann gut sch. [ KL-Reichb]. Die Knaben schnellere die Klicker met de Fengere fort [ HB-Kirrbg]. Das Sch. erfolgt in drei Etappen: Auf Eins sagt der Spieler: Schnick, auf Zwei sagt er: Schnack und auf Drei sagt er: En de Grawe! [ FR-Kindh]. —
b. 'durch Zusammenschlagen der Finger einen knallenden Ton erzeugen, schnalzen' [ RO-Obd Schweisw FR-Bockh]; oft als Ausdruck der Freude (bes. bei Buben) und zur Unterhaltung der Kinder [ NW-Frankeck]; vgl. PfWB knallen 1bβ, PfWB knaupeln 2bα, PfWB schnellen 2b; mit de Finger sch. [ KU-Körbn KL-Hütschhs KB-Albish FR-Bockh LA-Birkw]. —
c. 'mit den Fingern Zeichen geben', bei Weinversteigerungen kreuzen die Steigerer ihre Zeigefinger zum Zeichen dafür, daß sie bereit sind, die betreffende Nummer mit dem gerade Bietenden zu teilen [ NW-Kallstdt]. —
3. 'das Weberschiffchen durch das Webfach hin- und herschießen', schnellere [Umg. des Donnersberg (PfId. 127) RO-Wartbg Kaislt]. —
4. 'mit kurzen, schnellen Schritten gehen' [ KB-Dannfs]. —
5. 'einen (Schoppen, Schnaps usw.) trinken'; en'r schnellere [ KU-Erdb]; Syn. s. PfWB trinken 1 a; vgl. auch die Syn. zu PfWB betrinken. — RhWB Rhein. VII 1612; Hess.-Nass. III 358; Frankf. V 2789.

 

   springen st.:
1.
a. 'eine ruckartige Bewegung nach oben oder nach vorne machen, sich mit den Beinen vom Boden abstoßen, hüpfen', springe (briŋə) [verbr., Christmann Kaulb 60, 88 Henn Mda.-Int. 100 Höh 80 Mang 100], sprenge (bręŋə) [WD-Niedkch HB-Kirrbg, Juner 82]; Part. Perf. gesprung (gəbruŋ) [WPf, Henn Mda.-Int. 190],

[Bd. 6, Sp. 349]
gesprunge (gəbruŋə) [VPf], gesproung (gəbrouŋ) [ WD-Niedkch]; vgl.: PfWB auffahren, PfWB aufhuppsen, PfWB aufschnerren, PfWB burraksen, dahin-, daneben-, PfWB darauf-, PfWB darüberhuppsen, PfWB entgleisen, PfWB ver-, PfWB forthuppsen, PfWB häppern 2, PfWB heraus-, PfWB herüber-, PfWB herumhuppsen, -tanzen, -veiolen, PfWB herunter-, PfWB hinaus, PfWB hinein-, PfWB hinüber-, PfWB hinunterhuppsen, PfWB hoppeln 1aα, PfWB huckeln1 1, PfWB hüpfeln, PfWB hupfen, PfWB hüpfen 1 a, PfWB huppsen 1, PfWB rasseln, PfWB rosseln, PfWB russeln 2 a, PfWB sätzen, PfWB schnellen 1, PfWB schnellern 1 a; Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB bei-, PfWB Bock-, PfWB darauf-, PfWB darüber-, PfWB dazwischen-, PfWB durch-, PfWB ein-, PfWB entgegen-, PfWB ver-, PfWB voneinander-, PfWB vorspringen, PfWB Gespringe, PfWB heraus-, PfWB herum-, PfWB herunter-, PfWB hinauf-, PfWB hinaus-, PfWB hinein-, PfWB hinunter-, PfWB Hoch-, PfWB los-, PfWB nach-, PfWB Räpstuch-, PfWB über-, PfWB um-, PfWB zurück-, PfWB zusammenspringen; springe 'unvermutet einen Satz machen', eine Unart des Pferdes [ ZW-Bechhf]; weit sp. [ RO-Als LU-Friesh]; Bock sp. 'über das Turngerät Bock oder über ein gebücktes Kind sp.' [ PS-Fehrb]; Lohkees sp. 'den Lohkäse, die ausgelaugte Lohrinde in einer Form mit den Füßen festtreten (Brennmaterial)' [Kus]; vum Wache (Wagen) sp. [ PS-Erfw]; iwwer Stock un Stein sp. 'über Hindernisse sp.' [ KU-Schmittw/O]; on de Hand greife un sp. 'zwei Erwachsene halten ein Kind zwischen sich an den Händen und lassen es springen' [ KU-Schmittw/O]. Die Fisch sp. 'Die Fische schnappen über der Wasseroberfläche nach Mücken' [ LU-Opp]. De Ar(e)m es em ausem Gelenk gesprung, ist ausgekugelt [ KL-Stelzbg, PS-Schmalbg KB-Kerzh]; s. PfWB auskugeln. De Knechel (Knouche) is mer aus der Pann gesprung [ KB-Albish, WD-Niedkch PS-Gersb], ausm Gelenk gesprunge [ BZ-Dierb]. Er springt houch iwwer das Sääl (die Bach, de Graawe) [ BZ-Dernb]. De Blitz is vum Dach in de Stall gespruŋə [ LU-Alsh]. Er esch uf den Zug g'sprunge [ BZ-Dernb]. Johannisfeier uff de Berge gliehe, un manches Paar, wu iwwers Feier springt, hofft, daß de Summer Glick un Sege bringt [Wilms Land und Lewe 111]. Vergleiche und RA.: mit gleiche Fieß ins Wasser sp. 'nicht vorsichtig sein (?)' [ LU-Friesh]; em Deijwel vonnda Schipp schpringe 'gerade noch mit dem Leben davonkommen' [IB-Ensh (Glass II 81)]; iwwer die Kling gesprung 'geflohen, entwichen' [ PS-Geisbg]; dorchs Feier sp. 'großen Arbeitseifer haben' [ KU-Schmittw/O]; in die Aue sp. 'auffällig sein' [ KU-Schmittw/O]; in die Kleerer (Kleirer, Klääder) sp. 'sich hastig anziehen' [ KU-Brück Herschw/Petth WD-Niedkch IB-Reinh ZW-Bechhf]; in die Hosse sp. 'eilig die Hose anziehen' [ KU-Wolfst PS-Schweix]; in d' Höich wie en Gummiballe [ BZ-Dernb]. Der esch aach aus de Kutt gesprunge 'Er sollte Priester werden und hat einen anderen Beruf gewählt' [LA-Wollmh, LU-Friesh NW-Frankeck LA-Mörzh Nd'hochstdt GH-Kand, Krieger 34]. Das Kind springt wie e Fillche, springt

[Bd. 6, Sp. 350]
munter herum [Brandstätter in: PfMHk. 7/8 1925 S. 177]. Er springt wie e Fille 'Er macht tolle Sprünge' [ ZW-Bechhf PS-Hintwdth]. Des isch ghubst wie gsprunge 'Das eine ist ebenso gut (schlecht) wie das andere' [Bergz (Kamm 97), mancherorts, Krieger 20, auch Auslandspfälzer]. Er springt iwwer e Haus enaus, springt sehr hoch [ KU-Schmittw/O]. Wann er sägt: Spring in de Rhoin! Springscht dann aach enoin? 'Willst Du wirklich alles machen, was er von Dir verlangt?' [ GH-Lingf]. Er hot 10 Mark, domit springt er net weit, damit kann er wenig anfangen [ BZ-Dernb]. Er hot 10 Malter Korn geernt, domit springt er net weit [ BZ-Dernb]. 's batt alles nix, unn wann 'r iwwer siwwe Haiser springt 'Er wird nichts erreichen, auch wenn er alles mögliche unternimmt' [NW-Hardbg und Umg.] Die wärem off de Bockel gesprung 'Die hatte ihn sehr gerne' [ WD-Niedkch]. Die issem an de Hals g'sprunge, dass. [ LU-Opp]. Er springt fer den annere ins Wasser 'Er setzt sich für den anderen ein' [ KL-Siegb]. Kumm mit, er loßt ebbes sp. 'Komm mit, er spendiert eine Runde' [BZ-Dernb, KU-Diedk PS-Rodalb (Bernhard 152)]. Er hot e paar Mark (e paar Flasche) sp. losse, dass. [ BZ-Dernb]. Wann de die Stell witt, muscht ebbes sp. losse [ BZ-Dernb]. »Auch mancher Geschäftsfreund läßt an diesem Tage den Geldbeutel springen« [PfRh. 13/1934]. Er kummt doher wie in Germerschem iwwer die Mauer geschprunge 'wie ein über die Festungsmauer entwichener Sträfling' [Krieger 16]. Sie hat ihn iwwer de Bäse (Besen) sp. losse, ihn verprügelt [Bergz (Kamm 76)], ... dorch de Besem sp. losse [ZW-Stamb], ... iwwer de Stuhl sp., dass. [ ZW-Bechhf]. 's kann keener iwwer sai Schatte sp. 'Jedem sind von Natur aus in seinen Möglichkeiten Grenzen gesetzt' [Kaislt, mancherorts]. RA. von der Wut: aam ins Gesicht (an die Kehl, an de Hals) sp. 'furchtbar wütend sein auf jemanden, vielleicht auch tätlich angreifen' [ KU-Bedb Brück Kaulb RO-Dielkch PS-Gersb KB-Kriegsf LU-Friesh NW-Elmst Kallstdt GH-Kand]. Auch vom Hund: Der Hund is em an die Kehl gesprunge, hat ihn am Hals gepackt [ LU-Opp]. Am liebschde weer se mer ins Gesicht gesprung, bes. von Frauen gesagt, die einen in heftiger Wut mit viel Geschrei und Armbewegungen anfahren [ KU-Kaulb]. Er es mer neegscht in die Aae gesprung 'Er war sehr wütend auf mich' [ RO-Alsbr, KU-Schmittw/O GH-Schwegh]. Mer mecht an de Wand in die Heh sp., sagt jemand, der sich sehr ärgert [ ZW-Battw]. Do kennt mer in die Wolke sp., dass. [ KL-Wörsb]. Do mecht (kennt) mer in die Luft sp. (vor Zorn), aber auch vor übergroßer Freude [HB-Kirrbg ZW-Bechhf Hornb RO-Sippf KL-Siegb KB-Kriegsf FR-Bockh NW-Frankeck Kallstdt BZ-Dierb Gossw Hermbghf GH-Schwegh], ...grad in die Lifde sp. [ LA-Gommh GH-Nd'lustdt]. Wenn er das hört, dann springt er an die Deck 'dann rast er vor Wut' [ KU-Kaulb]. Er dut's net, unn wammer on die Deck springt 'Er gibt nicht nach, und wenn man sich noch

[Bd. 6, Sp. 351]
so sehr aufregt' [ KU-Schmittw/O]. Do kennt mer aus de Haut sp. [ Buch-Illisch]. RA. vom Selbstmord (Syn. PfWB Selbstmord): sich se Doot sp. [ BZ-Dernb]. Er is ins Wasser g'sprunge [ BZ-Stein, WD-Niedkch RO-Bistschd KL-Fischb FR-Mühlh], in die Blies [ IB-Gersh], en de Glan gesprung [ KU-Erdb]. Er is dorch de (isch in de) Hanf gesprung 'Er hat sich (mit einem Strick) erhängt' [ KU-Herschw/Petth, LA-Gommh GH-Schaidt]. Die is ins Puhlloch (in de Rhein) g'sprunge [ NW-Weish/S]. VR.: Wann's Geld im Kaschde klingt, die Seel in de Himmel springt 'Der Mensch freut sich, wenn die Kasse stimmt' [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'ein weibliches Tier bespringen, decken, begatten', vom Hengst, vom Stier usw., springe [mancherorts], vom Hund [ KU-Einöll ZW-Käshf Marthh KL-Baalbn], von der Ziege [ LU-Friesh Lu'haf]; Part. Perf. gesprung [WPf], gesprunge [VPf]; vgl. PfWB sprengen 3, PfWB Sprung 2; Zs.: PfWB be-, PfWB daraufspringen; Syn. s. PfWB begatten; weitere Syn.: PfWB paaren, PfWB besamen 2, PfWB beschäligen, PfWB besorgen 4, PfWB bestiften, PfWB faseln1 2, PfWB fuchsen 2, PfWB gereiten, PfWB nudeln 2 d, PfWB reihen 4, PfWB reigen, PfWB röhren, PfWB rühren 1 e, PfWB sprengen 3, PfWB stieren. De Stier springt [ NW-Niedkch]. De Ochs springt [ RO-Schweisw], springt die Kuh [ KB-Bennhs FR-Carlsbg]. De Ochs hot's Rind gesprung [ FR-Bockh]. De Fasel (Farr) springt die Kuh [ PS-O'simt KL-Wörsb GH-Nd'lustdt]. De Farre dut sp. [ LU-Alsh]. De Farre hot die Kuh gesprung [ KU-Diedk Schmittw/O KL-Mehlb], gesprunge [RO-Sippf]. De Gaul werd gesprung [ KU-Hinzw], hot gesprung 'Die Stute ist belegt' [ KU-Schmittw/O]. De Hengscht därf sp. [ ZW-Battw], sp. losse [ LU-Altr]. Wenn e gesprung hat, isses trächdich, das Pferd [ HB-Kirrbg]. Wenn das Pferd nach dem Hengst verlangt, is es rossich, es springt [ HB-Kirrbg]. Die Stut werd sp. losse 'Man läßt die Stute zum Decken zum Hengst' [ ZW-L'wied RO-Obd]. Hot se gesprung? 'Hat der Hengst die Stute belegt?' [ ZW-L'wied]. De Gockel springt uf's Hinkel [ LU-Altr, NW-Deidh]. RA.: Er horren gesprung 'Er hat den Handel mit ihm abgeschlossen' [ KB-Kriegsf]. —
2. 'laufen, schnell gehen, sich beeilen' springe [verbr., Höh 129 Otterstetter 209 Krämer Gal 204 Steinmetz], schbrenge [Juner 82]; Part. Perf. gesprung [WPf, Krämer Gal 204], gesprunge [VPf]; Zs.: PfWB heimspringen; Syn. s. PfWB laufen 1 a; weitere Syn.: PfWB anwatzen, PfWB ausholen 2 b, PfWB pechen 2, PfWB pfoteln 2, PfWB brausen 1 b α, PfWB pritscheln 2 a, PfWB bügeln 2, PfWB daherblitzen, PfWB daherhechsen, PfWB dahinscheuchen, PfWB dahinstauben, PfWB tappern, PfWB täppern 1, PfWB darauflassen 2, PfWB dengeln 2, PfWB tippeln1 1 c, PfWB toben 1 a, PfWB trollen 1 a, PfWB tümmeln, PfWB tummeln 2 a, PfWB tuttern 1, PfWB eilen, PfWB fajackeln, PfWB fajackern, PfWB veiolen, PfWB feuern 2 b, PfWB flattchern, PfWB flatschern 1 d, PfWB vorbeihöppeln, PfWB fußeln, PfWB füßeln 1 a, PfWB hächseln, PfWB heimspurteln, PfWB hereindonnern, PfWB herkajäckern, PfWB herumflitschen 2, PfWB herumsatzen, PfWB herumspritzen 2,

[Bd. 6, Sp. 352]
PfWB herumstabern, PfWB herumsurren, PfWB herumtollen, PfWB herumzwirbeln, PfWB hossern 1, PfWB hulchen, PfWB jastern, PfWB jästern, PfWB kasackern, PfWB kasäckern, PfWB krangeln 3, PfWB loslegen 1, PfWB losschlitzen, PfWB quatteln 2, PfWB rumoren 1 c α, PfWB säckeln2, sakkern, PfWB säckern1, PfWB säppeln, PfWB säppern 1, PfWB sättern, PfWB sätzen, PfWB schäksen 1, PfWB schäsen 1 b β, PfWB scheuchen 2, PfWB schießen 2 c, PfWB schlitzen, PfWB schnärren 2, PfWB schnellen 1, PfWB schnorpseln, PfWB schottern2, PfWB segeln 2, PfWB socken, PfWB stürzen, PfWB surren 2 a; zahlreiche Komposita zu diesen Syn. s. in den entsprechenden Wortartikeln der Grundwörter; gesprung(e) kumme 'herangelaufen kommen' [ ZW-Hornb LU-Opp]. Er is (es, isch) gesprung [ KU-Cronbg Reipkch ZW-Ixh RO-Schiersf KL-Reichb Gal-Josbg]. Er isch (esch) gesprunge kumme [ PS-Erfw BZ-Dernb GH-Leimh], kummt gesprung [ KU-Diedk]. Spring! 'Beeile Dich!' [ KL-Mackb PS-Gersb BZ-Nd'horb]. Spring dapper (däpper) (tapfer 1)!, dass. [ KU-Schmittw/O ZW-A'hornb Mörsb KL-Erlb Fischb Fockbg/Limb PS-Hermbg Winz]. Dapper spring!, dass. [ KB-Lauth]. Spring e bissel! [ NW-Lach/Speyd]. Spring mol, mei Kind! [ Gal-Dornf]. Hoppsa, Liesel, spring en bissel! [ BZ-Dernb]. Spring, daß'd Schlappe verlierscht! [ GH-Freckf]. Lossen sp.! 'Laß ihn laufen!' [ BZ-Dernb]. Loß das Kind noch e Johr sp. 'Schicke das Kind erst nächstes Jahr zur Schule' [ BZ-Dernb]. Wann de die Stell witt, muscht sp. 'Wenn Du diesen Arbeitsplatz haben willst, mußt Du etwas dafür tun' [ BZ-Dernb]. Der as gesprung, daß am de Drack ewwer de Kopp gefloo as [ RO-Rehborn]. Sie hänn en erscht sp. losse, wie de Kriech aus war [ LA-Wollmh]. Jetzt hoscht frei, jetzt kannscht springe! [ BZ-Dernb]. Die Kinn springe, sie haben Unterrichtspause [ KU-Ulm]. Die Herd sp. losse 'Die Viehherde am Dorfeingang heim rennen lassen' [ KU-Schmittw/O]. Der Gaul springt gut un zieht gut [ BZ-Dernb]. Die Hausfraa muß de ganze Daach sp., sie hot de ganze Daach se sp., sie springt un schafft de ganze Daach, sie hat von morgens bis abends zu tun [ BZ-Dernb]. Jawohl - un wann das Freilein was will - do springt de Babbe [Müller Lottche 17]. Do schpringt die Hannel, wie 's Gewiddel / Hie zum Peter, packt sein Kiddel [Kunnrädel 36]. Scherzh. Antwort auf die Frage nach der Uhrzeit: Dreiverdel ums Eck erum, wann de springscht, krieschd es noch! [KU-Diedk, RO-Sippf Hebel 110], ... krieschene noch [Kaislt]. Var.: ... wann de springscht, kummschde aa noch erum [ LU-Böhl Opp NW-Kallstdt SP-Heiligst], ... kummscht noo [ LA-Maik]. Dreiverdel iwwer's Geißeloch (Geißenloch), ... [ PS-Fehrb]; weitere Var. s. dreiviertel. Vergleiche und RA.: fä äns orrer fä äbbes sp. 'jemandem gewogen sein' [Braun Lääsebuuch II 224]. Er springt wirrer 'Er ist nach längerer Krankheit wieder auf den Beinen' [ KB-Bennhs]. Der springt wie de Hund uf d'Kirwe 'Der hat es eilig' [ GH-Kand]. Er springt uff die Arwet wie e Bock ins Messer 'Er geht nur äußerst widerwillig an die

[Bd. 6, Sp. 353]
Arbeit' [Hebel 16, Don-Gert Gal-Brig], wie die Geiß ans Messer [ HB-Kirrbg]. Dem kann en Haas dorch die Bään sp., sagt man von einem O-beinigen [ PS-Erfw]. Der kann sp. wie en Has 'Er kann schnell rennen' [ KU-Schmittw/O, KL-Reichb GH-Leimh], wie en Hersch (Hirsch) [ KU-Schmittw/O GH-Leimh], wie de boore (bare 'wirkliche') Deiwel [ KU-Schmittw/O], wie e Reh [ KU-Schmittw/O], wie e Wachtel [ KU-Schmittw/O KB-Bennhs NW-Haßl], wie e Windhund [ KU-Schmittw/O]. Der kann springe wie Hollänner [Hebel 15, NW-Haßl Spey]. Der springt, als obs brenne deet, dass. [ LA-Gommh]. Der springt wie närrisch [ GH-Leimh]. Die Gail kenne sp. wie die Deiwel, von schnellen Pferden [ KU-Schmittw/O]. Er springt wie e Jachthund (Jagdhund), sagt man von unermüdlichen Menschen, die rastlos von einer Arbeit zur anderen rennen [ FR-Bockh]. Der springt glei zum Advogat 'Der fängt gerne an zu prozessieren, ist ein Prozeßhansel' [ NW-Freinsh]. Angscht haw ich keeni, awwer sp. kann ich wie en Haas [Lu'haf]. Dem dräh ich die Bään erum, daß er hinnersich schneller springt wie vorsich, weil er vor sich doch net sp. will, Drohung [ LU-Opp]. Spring'm noh un schell'n Blottkopp 'Lauf ihm nach und schimpf ihn Bluttkopf', scherzh. für 'Dem kannst du nichts anhaben' [KU-Kaulb, verbr. VPf Heeger Nachl.]. Ich (Er) muß de ganze Daag sp. 'Ich (Er) muß ununterbrochen zur Toilette, ich habe (er hat) Durchfall' [GH-Zeisk, LU-Friesh Lu'haf, SOPf (Heeger Nachl.) Beam Penns 87]. De Kranke muß de ganze Daach sp., dass. [ BZ-Dernb]. Er hot's Springe, dass. [ GH-Zeisk]. RA. beim Kartenspielen: Schlaa Trump un spring fort! [ KB-Bischh]. SprW.: Wann die Katz fort is, springen die Mais (Mäuse) iwwer Disch un Bänk [ NW-Haßl, vereinzelt]. BR.: Wann die Weiwer sp. gid's Rechewerrer 'Wenn die Frauen rennen, gibt es Regen' [ BZ-Dernb]. Wer net springt mit'm Reche, wann Micke un Bremme steche, muß im Winder springe mit me Sääl (Seil) un rufe: hot jemand Hai (Heu) fääl (feil) [ LU-Oggh]. Var. s. PfWB Mücke 1 b. WR.: Bartholomee - wer Korn hot, der see, / wer Eppel hot, der brech, / wer Niss hot, der schwing, wer nix hot, der spring [ LA-Siebdg]. Bartholomee - wer Korn hot, der see, / wer Grummet hot, der rech, / wer Eppel hot, der brech, / wer Niss hot, der schwing, / wer Geld hot, der kling, / wer keens hot, der spring [ FR-N'lein]; Var. s. PfWB Bartholomäus 1. KR.: Troll, tross, trill, / Der Bauer hot en Fill, / Es Fill springt aweg, / Der Bauer fallt in der Dreg [Horne Penns 117]. Var. s. PfWB troß 1. VR.: Wie gehts? Springt's net so steht's! [Hebel 109]. Die vierunzwanzich Schneider, die finne mol en Schneck. / En jeder hot sich gferricht, en jeder halt sich weg. / Dann schtreckt die Schneck die Haerner, so wie e gleeni Kuh. / Nau schpringe, Schneider schpringe! / Sie will eich ebbes duh! [Penns (UHeim. 1935/1936 232)]. Do bin ich, do schpring ich, / Mir fliegt's in die Bee; / Wann niemand bei mir iss, dann bin ich allee [PennsDeitschEck 21. 7. 1945]. Schnellsprechvers:

[Bd. 6, Sp. 354]
Wann de Hund mit de Worscht um de Eckstän springt un debei mit'm Kopp wedders Kühhorn rennt [ LU-Friesh]. —
3. 'aufplatzen, aufreißen, zerspringen, zerbrechen, Sprünge oder Risse bekommen', von Haut, Hüllen, Gefäßen usw. [ KU-Schmittw/O, mancherorts]; vgl. PfWB auffressen 2, PfWB auseinanderfahren 2, PfWB barsten, PfWB bersten, PfWB platzen, PfWB verfahren 3 b α, PfWB knallen 4, PfWB reißen 3 a; Zs.: PfWB verspringen 1; gesprungene Lippe [ KU-Kaulb]. Vun dere Luft sinn mer die Lippe ganz gesprung [ KL-Fischb]. Die Haut springt (vor Kälte, Trockenheit) [ KU-Bedb BZ-Dernb]. Das Faß esch g'sprunge 'Der Faßreifen ist geplatzt' [ BZ-Dernb]. Die Aier sinn gesprung [ KU-Kollw]. Der Borrem springt, ist ausgetrocknet [ FR-Bockh]. De Hawwe (die Wand) springt 'Der Tontopf (die Wand) bekommt Sprünge' [ LU-Alsh]. Das Glas (Eis) esch g'sprunge 'Das Glas (Eis) hat Sprünge bekommen' [ BZ-Dernb]. Dem esch en Oorer (Ader) gesprunge [ BZ-Dernb]. Unn wie die »Spitz-die-Schar« 'Kohlmeise' sich miht! / Aß wann vun ehrem ew'je Lied / die Knoschbe sellde springe [Christmann Grummet 8]. Die Knospen (der Rebe) springe aus de Woll, sie fangen (im Frühjahr) an zu treiben [ LA-Roschb], sie springe [ BZ-O'ottb]; Winzersprache. Die Worscht is gesprung 'Die Wurst ist beim Kochen im Wurstkessel aufgeplatzt' [ PS-Fehrb]. RA.: De Knopp is gesprunge 'Jetzt habe ich es verstanden' [ LU-Muttstdt]. —
4. 'entspringen, an die Oberfläche treten', von Quellen, Gewässern. a. 1547: Ist eine, die Feilbach genant, springt im Feilbornn vnndt fleußt inn den Forell weyer, gibt keulenn [ZweibrOABannb. 60 (HB-O'bexb)]. a. 1604: von dem springenden bornen bis zum bruder bronnen [SSp Des Amts Neu und Alten Wolfstein Geld, Frucht, Gefäll]. a. 1604: Hauß vnd Hoffstatt mitt seinem begriff bei dem springenten Brunnen gelegen [Lgb. 120 Bl. 178v (KB-Eisbg)]. a. 1620: Ein hoffreiden Platz bei dem Springenden brunnen im Dorff ... fornen die Straaß [BrPr. 132]. a. 1640: Hoffraide in dem Hinderdorff gelegen gegen dem gengelbrunnen vber, oberseit Veltin Ott, anderseit der fluß, so von dem Springenden brunnen vf die Geißerswissem fleußt, stößt mit dem Oberendt vf die gemein Dorfgaß [LeyArch. A. Nr. 730 n Bl. 55v (LA-Burrw)]. — RhWB Rhein. VIII 429 ff.; LothWB Lothr. 489; ElsWB Els. II 559; Hess.-Nass. III 703; DWB DWb. X, II,1 81 ff.

 

  -satzen schw.: = PfWB herumsausen, vgl. PfWB Satz 'Sprung'. Ich sein de ganze Dag in de Stadt erumgesatzt [ KL-Mehlb]. —

[Bd. 3, Sp. 911]