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 PfWB Schneller (Bd. 5, Sp. 1321)   PfWB Weide1 (Bd. 6, Sp. 1162) 
   Schneller m.:
1.
a. 'einfache Armbrust aus einem Weidenbogen und einer Schnur als Spielzeug', zum Abschießen von Holzpfeilen, Schneller (nęlər) [LU-Neuhf SP-Dudhf Hanhf Heiligst Schiffstdt LA-Gommh Mörzh Nd'hochstdt Siebdg BZ-Kapswey O'ottb Schweig GH-Hagb Kand Max'au Schwegh Weingt Wörth, Schmitt Billh. 122]; Pl. wie Sg.; Zs.: PfWB Backen-, PfWB Bordschneller; Syn. s. PfWB Armbrust und K. 15; en Sch. mit em Bauche (Bogen) [ GH-O'lustdt]. —
b. 'Schleuder zum Wegschnellen von Steinen usw.', die Schneller f. [ KU-A'glan]; vgl. PfWB Schleuder 1 a. —
c. 'Falle zum Vogelfang aus Weidenrute, die beim Auslösen ein Netz zusammenzieht' [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Schnelzer 1 b; mehr als sechs Schneller gestellt un doch nix g'fange [ BZ-Dernb]. — x
d. 'Auslöser, Abzug' (technisch) [Lambert Penns 137]. —
2.
a. 'einfacher Verschlußriegel aus Holz oder Metall an Fenster, Laden, Tür', zum Schließen quergestellt [KU-Adb A'glan Bedb Brück Hundh Kaulb Kollw O'alb WD-Niedkch HB-Kirrbg RO-Obd KL-Reichb PS-Geisbg Schmalbg KB-Kriegsf Kirchhbol, Thielen 101]; vgl. PfWB Fensterreiber, PfWB Reiber 2, PfWB Riegel 1, PfWB Schnapper 1a, PfWB Schnäpper 1a. Es gab einfache und doppelte Schneller [ KU-Kaulb]. —
b. 'Verschluß an einer Kaffeeflasche' [ KL-Stelzbg]. —
3.
a. 'zeigerförmiger Holzriegel eines Kinderspielzeugs oder das ganze Spielzeug selbst'. Ein einfaches Roulette: Auf einem runden Holzbrettchen mit Zahlen wie auf einem Ziffernblatt ist mit einem Nagel und einer halben Nußschale als Abstandhalter ein frei drehbarer Zeiger befestigt. Das erste Kind stößt den Zeiger an und läßt ihn kreisen. Auf die Zahl, bei der der Zeiger stehen bleibt, setzt das Kind eine Nuß als Spieleinsatz. Kommt das nächste Kind auf dieselbe Zahl, darf es die Nuß nehmen. Kommt es aber auf eine noch freie Zahl, muß es selbst eine Nuß setzen [ KU-Schmittw/O, KU-A'glan RO-Obd]; vgl. PfWB Nuß 1 a, PfWB schnellern 1 b. Spielvar.: Das Kind gewinnt oder verliert so viele Nüsse, wie die erspielte Zahl zeigt [ KU-Hundh]. Weitere Var.: In die Bahn des Zeigers wurde eine Nuß gesetzt und dann der Schneller mit einem festen Hieb in Schwung gesetzt. Im Kreis saßen die Spieler. Wem die Nuß nun - aus der Bahn ausweichend - entgegenflog, der durfte sie behalten [Feierowend 51/1953]. Das Spiel war bes. bleibt in der Weihnachtszeit, wenn es reichlich Nüsse gab [ KU-Hundh Kaulb HB-Beed]. Dieses Spielzeug wurde von den Kindern selbst angefertigt [ KU-Hundh]. —
b. 'Spielkreisel der Kinder' [ LU-Opp];

[Bd. 5, Sp. 1322]
Syn. s. PfWB Driller 1a und K. 99. —
4. 'Spielklicker, Murmel' [LA-Edk (PfId. 127), Lambert Penns 137]; Syn. s. PfWB Schießklicker. —
5.
a. 'Brustbeinknochen der Gans' [Pirmas]. —
b. 'Spielschleuder aus dem Brustbeinknochen der Gans' [Pirmas]; vgl. PfWB aufschnappen 2a, PfWB Schnäpper 3b, PfWB Springer 5; Beschreibung s. PfWB Gänseschneller. —
6. 'eine Wippe mit großem Korb auf einer Seite als Schandinstrument', diente dem Eintauchen des Delinquenten ins Wasser, historisch [ LA-Göckling]; vgl. PfWB Schnäppe1 2, PfWB schnappen 4, PfWB Schnappgalgen, -korb; vgl. Frankf. V 2789 Schnelle. —
7. 'schnelle, ruckartige Bewegung'.
a. 'Luftsprung, Drehung in der Luft', Schneller [PS-Erfw, Lambert Penns 137], Schniller (nilər) [ PS-Hintwdth]; Dim. Pl. Schnellercher [Schandein 102]; vgl. PfWB Schnalzer 2, PfWB Schnelzer 2; en Sch. schlan (schlahe, schlage) 'sich überschlagen, stürzen' [KU-Bedb O'alb LU-Böhl, Schandein Sprachsch. 63]; Sch. schlahe, von einem Fisch, der auf dem Trockenen liegt und sich in die Luft schnellt [ KU-O'alb]. Geb acht, der Fusch macht en Sch.! [ BZ-Dernb]. Der Fisch hot e Sch. gemacht (gedau) [ RO-Dielkch LA-Nd'hochstdt]. Der schlägt awer Schneller!, von einem Fisch, der lebhaft im Wasser schwimmt [ LU-Böhl]. Er (Der Ochs) hot'n Sch. gemacht [ KB-Kerzh BZ-Dernb]. Er hot en Sch. geschlache 'Er hat sich bei einem Sturz in der Luft überschlagen' [ LA-Gommh]. Will singe, will springe, will Schnellercher schlah' [Schandein Ged. 102]. RA.: Der schlacht Sch. 'Der betreibt unnötigen Aufwand' [ LA-Nd'hochstdt]. —
b. 'schnipsende Bewegung mit einem oder zwei Fingern, Schnalzer, Stüber' [PS-Burgalb, Lambert Penns 137]; e Schneller an de Stern (Stirn) [ PS-Burgalb]. RA.: Er hot mit de Hand en Sch. gemacht 'Es ist nichts zu machen, es ist nicht der Mühe wert' [ BZ-Dernb]. —
8. 'abgeteilter Strang Wolle' [ BZ-Ingh GH-Kuhdt Leimh Neubg Scheibhdt Steinw]; Syn. s. PfWB Lot 2 b. —
9. 'kleineres, meist hohes und schmales Nebengebäude als Wohnhaus für Tagelöhnerfamilien oder als Altenteil' [ LA-Göckling Mörzh]. —
10. 'Scherz, Spaß, Ulk'. Das war en Sch. [ BZ-Dernb]. —
11. s. PfWB Pfingstschnellerchen, PfWB Maulwurfsschneller. — RhWB Rhein. VII 1612; LothWB Lothr. 459; ElsWB Els. II 500; Hess.-Nass. III 358; DWB DWb. IX 1302.

 

   Weide1 f.:
1. 'Silberweide (Salix alba), Korbweide (Salix viminalis)', beide Arten werden in der Benennung kaum unterschieden, beide können als Kopfweiden zum Schnitt von Weidenruten gezogen werden (im Unterschied zur Salweide Salix caprea), Weid (waid) [verbr. ges. Pf außer lothr. SWPf und mittl. Südpfalz, Krämer Gal 240], Weide m. f. [Lambert Penns 176], Wäid (węid) [ HB-Böckw IB-Seelb], Wääd (wd) [vereinzelt ges. Pf, »vielfach, vor allem VPf« (Wilde 255)], Waad (wād) [KB-Gauh Orb (um 1930 von älteren Leuten)], Widd (wid) [mancherorts lothr. SWPf, GH-Kand (um 1930 von älteren Leuten) Neubg Vogelgesang Bliesmg 176], Wied (wīd) [ PS-Schweix]; Pl. Weide (waidə) [vereinzelt], Weire (wairə) [verbr.], Waaire (wāirə) [ ZW-Schmitshs], Weiere (waiərə) [ ZW-Käshf L'wied Marthh], Widde [IB-Ormh KL-Fischb Kaislt (Wilde 255)], Weede [Umg. von KL-Landstl (Wilde 255)], Werre [Umg. von KL-Landstl (Wilde 255)], Wääre (wrə) [KL-Weilb »Landau Ost, Umg. von KL-Kindsb« (Wilde 255)], Waare (wārə) [ KL-Drehthhf Reuschb], Weile (wailə) [ KU-Bedb Erdb IB-Wolfh], Wille (wilə) [HB-Nd'gailb IB-Ensh (Glass 131) Vogelgesang Bliesmg 176], Wiere (wīrə) [ PS-Schweix]; s. K. 384; vgl. PfWB Entennest 2; Zs.: Band-, Trauer-, Gelb-, Korb-, Reißsal-, PfWB Salweide 1, PfWB Salweidenlaub; Syn.: PfWB Bandenbaum, PfWB Bandenstock, PfWB Bandstumpfen, PfWB Kätzelbaum, Rieslingstock, PfWB Strunk(en) 1 b, PfWB Weidenbaum, -busch, -putsch, PfWB Wilge; Zahme Weire [KL-O'arnb (Wilde Notizen)], diese Bezeichnung für angepflanzte Korbweiden steht im Unterschied zu Wilde Weide (Weide1 3 a und b). Bappele un Weire wachse om Wasser [ KU-Schmittw/O]. Ich such mer an de Bäch die Weire / un mach die scheenschde Körb devun [Burgey Keschte 58]. Dann han alle Weide ihr Kätzelcher bliehe [Kröher Lyoner 102]. RA.: Er kann sich oon de Weire hewe 'Er bekommt nichts mehr von seiner Geldforderung zurück' [ KU-Schmittw/O]. Eine Scherzfrage s. PfWB Bruchsal. a. 1482: Wiese by der langen widen [LandsbgZb. Bl. 45 r]. a. 1530: 6 dußet 8 hundert weyden holtz zu houwen [GgHospR]. —
2. Teile der Weide1 1 (Salix).
a. 'die geschnittenen Weidenruten', als Flechtmaterial für Körbe, als Bindematerial für Reisig oder Reben, besonders auch im alten Kammertbau (Scharff 187/88), meist im Pl. Weire [verbr., Kamm 68 Wilde 255], Weile [ IB-Wolfh],

[Bd. 6, Sp. 1163]

[Bd. 6, Sp. 1165]
Wiere [ PS-Schweix], Wille [Vogelgesang Bliesmg 176]; Dim. Pl. Weidcher (waidχər) [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Band 5 a, PfWB Bandwide, PfWB Biegband, PfWB Trudel1 3, PfWB Garbenseil, PfWB Gebund 3 b, PfWB Gerte 1, PfWB Klank, PfWB Klang 1, PfWB Leimrute, PfWB Ring, Rink(en) 1 c κ, PfWB Saum, PfWB Saumen1 2 b, PfWB Schleiße, PfWB Schleize 1 b, PfWB Schmicke 3, PfWB Schneller 1 c, PfWB Schnelzer 1 b, PfWB Stiefelband, PfWB Stockband, PfWB Stopfer 4 a, PfWB Weidenband, -gerte, -rute, PfWB Wiede1; Zs.: Bieg-, Bind-, Busch-, Heft-, Kammert-, Sillen-, Stock-, PfWB Wingertsweide(n); dinne Weide [LA-Leinsw (WKW 66, 70)]; Weire schneire [ KU-Patb]; Weire butze 'Bindeweiden vorbereiten: säubern, kürzen, sortieren' [ BZ-Nd'horb, mancherorts]. Die Weire werre geschless (schleißen, schleizen) 'der Länge nach gespalten oder entrindet' [ KU-Schmittw/O]. Ich geh Weire (Pl.) schneide [ LU-Opp]. Die Körb vun Weire, Plastik, Droht, / zu allem dun se dauche [Burgey Keschte 46]. RA.: Sie ist zäh wie e Weid [allg. (Wilde 260)], biegt sich wie e Weid [allg. (Wilde 260)]. Der werd noch sei Schuh mit Weire binne 'Es wird ihm noch schlecht gehen' [Krieger 43]. Sie spare an alle Ecke, awwer ehr Schuh brauche se sich net mit Weire ze binne! [Feierowend 5/1953 Nr. 24]. SprW.: Wer in de Weide sitzt, schneid't sich Peife 'Jeder ist auf seinen Vorteil bedacht' [ LU-Opp]. Wann mer en de Weide huckt, muß mer sich Peife schneide 'Man muß die Gelegenheit, Chance nutzen' [ LA-Herxh]. Volksgl.: »Für das Hauen, Stechen und Schneiten und Blutstillen: Mit einem Stickchen Weit, Gebraucht In den drey Hechsten Namen darüber gefahr, Bis schweiß daran hengt wieder Zusammengebunden Mit einem Vaten gebunen und in meinem Koth geschmiert und in Babier eingewickelt und in Beth Stroh gelegt oder in den Schanste (Schornstein) gehengt« [NPfGV 11/1926 104 (Montforterhof bei RO-Duchr/O'hs)]. Um Salzflechte loszuwerden, gehe man dreimal vor Aufgang und nach Untergang der Sonne zu einer Weide und lasse sich dort die kranke Hautstelle je dreimal von einer Person des anderen Geschlechtes mit einem jungen Weidenzweig kreuzweise bestreichen. Dazu werden allerlei formelhafte Worte gemurmelt [Feierowend 8/1956 vom 17. 3. 1956]. »Weidelein, ich knüpfe dich, ich knüpfe 77erlei Fieber in dich, das kalte und das heiße aus meinem Blut, aus meinem Fleisch, aus meinem Schweiß. Im Namen des +++« [Heeger Vhk. 36]. »Beim abnehmenden Mond darf man keine Weiden und Reben schneiden, kein Kalb abbinden; dies muß im Zeichen des Löwen geschehen« [PfH 1931 Nr. 16, Feierowend 4/1952 Nr. 5 1]. Vieh werd därr oder kriegt Geelwasser 'Wassersucht' wammers mit Weide hagt (haut) [Fogel Beliefs Penns Nr. 765]. Volksmed.: Tee aus abgekochter Weidenrinde lindert Darmkatarrh, Erkältung, Kopfschmerzen, Rheuma, schwärende Wunden [Feierowend 8/1956 vom 17. 3. 1956]; vgl. PfWB Weidenschabsel, -rinde. Vk.: Zur Bedeutung der

[Bd. 6, Sp. 1166]
Weide in der pfälzischen Volkskunde (insbesondere die Korbflechterei, das Herstellen der Weidenpfeifchen) s. Becker Vk. 133; Schandein Bav. IV,2 356/ 57; Feierowend 8/1956 vom 17. 3. 1956. KR.: Reene, reene, Troppe! / Die Buwe/Mäd muß mer kloppe. / Die Mäd/Buwe muß mer schneide / mit de lange Weide. / Die Buwe/Määd kummen ins Fedderbett, / die Määd/Buwe kummen ins Scheißeck [ Gal-Brig]; Var. s. PfWB Federbett, PfWB Mädchen 1 a, PfWB schneiden 1. VR.: Schneid Weire ab, schneid Weire ab unn loß die Stoppel steh'; wenn die Mädcher verheiert sein, sein se net mäi schee [Brandstätter in: PfMHk. 7/8 1925 169, GH-Berg Wilde 259]. Do unne im Dal, wo die Weide sich bie'n, verhaaen zwä Männer sich die Plottköpp, daß die Hoor ewegg flie'n [KL-Trippstdt (Wilde 259)]. Sunn, Sunn, scheine, / fahr mer iwwer de Rheine, / fahr mer iwwers Glockehaus, / gucken drei Buppe raus. / D'erscht spinnt Seire, / zwett spinnt Weire, / dritt spinnt e rorer Rock, / fer unser Vedder Jakob [ GH-Vollmw]. Die Eisebahn fahrt iwerzwerch / Vun Mannem bis uff Heidelberg, / Fahrt iwers Gloggehaus, / Gucken drei schöne Bobbe raus. / Die ä' spinnt Seide, / Die anner wiggelt Weide / Die anner spinnt en rode Rock. / Fer unsern liewe Herrgott [VPf (Wilde 259)]. Reire, reire Reßche, / dart owwe steht e Schleßche, / dart owwe steht e Herrehaus, / gucken drei Madamme raus. / Aan wickelt Weire, / die anner spinnt Seire, / die drett macht e rore Rock / far mein Brurer Jakob [KU-Hefw, Donnersberg-Jahrbuch 1981 165]. Weitere VR. u. Var. s. PfWB Madam 1 a, PfWB Roß, PfWB Schloß 2, PfWB Seide 1. Bastlösereime, Weidenklopflieder: Saft, Saft, Seide, / Hur in die Weide, / Hur in das Dindeglas, / Daß de Saft erauslaaft! / Mudder geb mer e' Nodelche! / Was dust de mit 'm Nodelche? / Säckelche flicke, Säckelche flicke, / Stäänche lese, Stäänche lese. / Was duste mit de Stääncher? / Vö'elcher werfe, Vö'elcher werfe! / Was dust de mit de Vö'elcher? / Brode, brode, / Daß de Saft ganz gut gerode [KU-Wolfst (Wilde 257), Donnersberg-Jahrbuch 1981 168]. Saft, Saft, Seire, / Holler in de Weire, / Holler in de Reggebach / Un do is mei Peif gemacht! [Carl Pfalz im Jahr 74]. Holler, holler Weire, / Saft in de Seire, / Saft in de Hollerbach / Is mei Peifche ausgemach [ KU-Körbn]. Weid, geb mer e Peifel! / For was dann e Peifel? / Musik mache, Musik mache. / For was dann Musik mache? / Zum Spiele, zum Spiele [Neustdt (Wilde 257)]. Wuppe, wuppe, Weide / Mein Messer will net schneide; / Do werf ich's in de Grawe, / Do freß es die Hinkel un die Rawe! ... [PS-Saalstdt (Wilde 258)]. Huppert, Huppert (Huppert), Weire, / Saft, Saft, Seire, / 's Messer leit im Grawe, / Do hole mer's die Rawe, / do hole mer's die Mückeschwänz / Wawapp, wawapp / Mein Peifche geht aus unn geht ab [ KU-Brück]. Männel uff 'm Dach! Peifl krach, krach, krach! [ PS-Claus]. Sachkunde und Var. s. Wilde 257 ff. und Huppe, Huppert 1 a, PfWB Saft 1 a, PfWB Weidenpfeife. Kinderspiel: Ich wasche meine Hände, / Trockene sie ab, steck se

[Bd. 6, Sp. 1167]
in de Sack, / Steck se in die Seite, / Mach wickle, wickle Weide [Umg. von Zweibr (Wilde 260)]. a. 1788: »Das Weidenschneiden vor Martini ist verboten bei 1 fl 30 kr Straf« [Eyselein 123]. —
b. 'die Blüte der Salweide (Salix caprea)', Pl. Wille [ IB-Ensh]; vgl. PfWB Weidenkätzchen. —
3.
a. 'Flohknöterich (Polygonum persicaria)', Wille Weide Pl. [LA-Altd Marzell III 942], Wille Weire Pl. [KL-Fischb Umg. von Kus (Wilde 250) Marzell III 942], die Pflanze sei gleich Weiden als Bast verwendbar (Wilde 250); Bezeichnung nach der Form der Blätter (Marzell II 942); vgl. PfWB Flohgras, -kraut, Weidenbast-, gras, -kraut, PfWB Weiderich 1. —
b. 'Blutweiderich (Lythrum salicaria)', Wilde Weire Pl. [KL-Fischb (Wilde 24) Marzell II 1514]; vgl. PfWB Blutkraut 1, PfWB Blutweiderich, PfWB Fuchsschwanz 2 a γ, PfWB Rattenschwanz 4 c, PfWB Rotschwanz, -schwänzchen 2 a, PfWB Spitzweiderich, PfWB Weiderich 2. —
c. ein nicht näher bezeichnetes (Garten-)Unkraut, wille Weire Pl. [RO-Sippf KB-Kriegsf]. —
4. FlN, amtl. Unter den Weiden [ KB-Ilbh]. Zu weiteren Weide-FlN s. Zink FlN 121. um 1300: an den widen [P. Weissenberger: Geschichte des Klosters Kirschgarten in Worms. Worms 1937 57 (FR-O'sülz)]. a. 1477: das felt hynder der wyden [Veld. I 86 (Burg Lichtenberg)]. a. 1587: Item anderthalben morgen an den dicken Weiden [Kurpf. Fasz. 1088 Bl. 14 (LA-Gleisw)]. a. 1599: hinder der weiden [SSp A 14/847e, 6v (KB-Ilbh)]. —
5. weitere Zs. in PfWB Trauerweide 2. — F.: Das Wort Weide für den Baum Salix ist zu trennen von Wiede1 'Rute aus Hasel, Eiche, Weide usw.'. — RhWB Rhein. IX 369 ff.; LothWB Lothr. 541 Wied; ElsWB Els. II 792/93 Wid(e); Marzell IV 8 ff.; WKW 66, 67, 70.