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 PfWB Schneller (Bd. 5, Sp. 1321)   PfWB Reiber (Bd. 5, Sp. 467)   PfWB Wirbel (Bd. 6, Sp. 1398) 
   Schneller m.:
1.
a. 'einfache Armbrust aus einem Weidenbogen und einer Schnur als Spielzeug', zum Abschießen von Holzpfeilen, Schneller (nęlər) [LU-Neuhf SP-Dudhf Hanhf Heiligst Schiffstdt LA-Gommh Mörzh Nd'hochstdt Siebdg BZ-Kapswey O'ottb Schweig GH-Hagb Kand Max'au Schwegh Weingt Wörth, Schmitt Billh. 122]; Pl. wie Sg.; Zs.: PfWB Backen-, PfWB Bordschneller; Syn. s. PfWB Armbrust und K. 15; en Sch. mit em Bauche (Bogen) [ GH-O'lustdt]. —
b. 'Schleuder zum Wegschnellen von Steinen usw.', die Schneller f. [ KU-A'glan]; vgl. PfWB Schleuder 1 a. —
c. 'Falle zum Vogelfang aus Weidenrute, die beim Auslösen ein Netz zusammenzieht' [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Schnelzer 1 b; mehr als sechs Schneller gestellt un doch nix g'fange [ BZ-Dernb]. — x
d. 'Auslöser, Abzug' (technisch) [Lambert Penns 137]. —
2.
a. 'einfacher Verschlußriegel aus Holz oder Metall an Fenster, Laden, Tür', zum Schließen quergestellt [KU-Adb A'glan Bedb Brück Hundh Kaulb Kollw O'alb WD-Niedkch HB-Kirrbg RO-Obd KL-Reichb PS-Geisbg Schmalbg KB-Kriegsf Kirchhbol, Thielen 101]; vgl. PfWB Fensterreiber, PfWB Reiber 2, PfWB Riegel 1, PfWB Schnapper 1a, PfWB Schnäpper 1a. Es gab einfache und doppelte Schneller [ KU-Kaulb]. —
b. 'Verschluß an einer Kaffeeflasche' [ KL-Stelzbg]. —
3.
a. 'zeigerförmiger Holzriegel eines Kinderspielzeugs oder das ganze Spielzeug selbst'. Ein einfaches Roulette: Auf einem runden Holzbrettchen mit Zahlen wie auf einem Ziffernblatt ist mit einem Nagel und einer halben Nußschale als Abstandhalter ein frei drehbarer Zeiger befestigt. Das erste Kind stößt den Zeiger an und läßt ihn kreisen. Auf die Zahl, bei der der Zeiger stehen bleibt, setzt das Kind eine Nuß als Spieleinsatz. Kommt das nächste Kind auf dieselbe Zahl, darf es die Nuß nehmen. Kommt es aber auf eine noch freie Zahl, muß es selbst eine Nuß setzen [ KU-Schmittw/O, KU-A'glan RO-Obd]; vgl. PfWB Nuß 1 a, PfWB schnellern 1 b. Spielvar.: Das Kind gewinnt oder verliert so viele Nüsse, wie die erspielte Zahl zeigt [ KU-Hundh]. Weitere Var.: In die Bahn des Zeigers wurde eine Nuß gesetzt und dann der Schneller mit einem festen Hieb in Schwung gesetzt. Im Kreis saßen die Spieler. Wem die Nuß nun - aus der Bahn ausweichend - entgegenflog, der durfte sie behalten [Feierowend 51/1953]. Das Spiel war bes. bleibt in der Weihnachtszeit, wenn es reichlich Nüsse gab [ KU-Hundh Kaulb HB-Beed]. Dieses Spielzeug wurde von den Kindern selbst angefertigt [ KU-Hundh]. —
b. 'Spielkreisel der Kinder' [ LU-Opp];

[Bd. 5, Sp. 1322]
Syn. s. PfWB Driller 1a und K. 99. —
4. 'Spielklicker, Murmel' [LA-Edk (PfId. 127), Lambert Penns 137]; Syn. s. PfWB Schießklicker. —
5.
a. 'Brustbeinknochen der Gans' [Pirmas]. —
b. 'Spielschleuder aus dem Brustbeinknochen der Gans' [Pirmas]; vgl. PfWB aufschnappen 2a, PfWB Schnäpper 3b, PfWB Springer 5; Beschreibung s. PfWB Gänseschneller. —
6. 'eine Wippe mit großem Korb auf einer Seite als Schandinstrument', diente dem Eintauchen des Delinquenten ins Wasser, historisch [ LA-Göckling]; vgl. PfWB Schnäppe1 2, PfWB schnappen 4, PfWB Schnappgalgen, -korb; vgl. Frankf. V 2789 Schnelle. —
7. 'schnelle, ruckartige Bewegung'.
a. 'Luftsprung, Drehung in der Luft', Schneller [PS-Erfw, Lambert Penns 137], Schniller (nilər) [ PS-Hintwdth]; Dim. Pl. Schnellercher [Schandein 102]; vgl. PfWB Schnalzer 2, PfWB Schnelzer 2; en Sch. schlan (schlahe, schlage) 'sich überschlagen, stürzen' [KU-Bedb O'alb LU-Böhl, Schandein Sprachsch. 63]; Sch. schlahe, von einem Fisch, der auf dem Trockenen liegt und sich in die Luft schnellt [ KU-O'alb]. Geb acht, der Fusch macht en Sch.! [ BZ-Dernb]. Der Fisch hot e Sch. gemacht (gedau) [ RO-Dielkch LA-Nd'hochstdt]. Der schlägt awer Schneller!, von einem Fisch, der lebhaft im Wasser schwimmt [ LU-Böhl]. Er (Der Ochs) hot'n Sch. gemacht [ KB-Kerzh BZ-Dernb]. Er hot en Sch. geschlache 'Er hat sich bei einem Sturz in der Luft überschlagen' [ LA-Gommh]. Will singe, will springe, will Schnellercher schlah' [Schandein Ged. 102]. RA.: Der schlacht Sch. 'Der betreibt unnötigen Aufwand' [ LA-Nd'hochstdt]. —
b. 'schnipsende Bewegung mit einem oder zwei Fingern, Schnalzer, Stüber' [PS-Burgalb, Lambert Penns 137]; e Schneller an de Stern (Stirn) [ PS-Burgalb]. RA.: Er hot mit de Hand en Sch. gemacht 'Es ist nichts zu machen, es ist nicht der Mühe wert' [ BZ-Dernb]. —
8. 'abgeteilter Strang Wolle' [ BZ-Ingh GH-Kuhdt Leimh Neubg Scheibhdt Steinw]; Syn. s. PfWB Lot 2 b. —
9. 'kleineres, meist hohes und schmales Nebengebäude als Wohnhaus für Tagelöhnerfamilien oder als Altenteil' [ LA-Göckling Mörzh]. —
10. 'Scherz, Spaß, Ulk'. Das war en Sch. [ BZ-Dernb]. —
11. s. PfWB Pfingstschnellerchen, PfWB Maulwurfsschneller. — RhWB Rhein. VII 1612; LothWB Lothr. 459; ElsWB Els. II 500; Hess.-Nass. III 358; DWB DWb. IX 1302.

 

   Reiber m.:
1.
a. = PfWB Reibeisen 1, Reiwer [ NW-Frankeck]. —
b. 'Holzscheibe zum Verstreichen des Mörtels', Maurerspr. [ KB-Biedh]; vgl. PfWB Reibbrett. —
2.
a. 'Drehriegel am Fenster' [verbr., Klein Prov. 84 Krämer Gal 173]; Zs.: PfWB Fensterreiber. —
b. 'Türriegel' [ LU-Böhl NW-Geinsh LA-Gommh]; 'hölzerner Türriegel' [ BZ-Dierb], Dim. Raiwerle [ GH-Schwegh]; 'Nachtrie-

[Bd. 5, Sp. 468]
gel an der Tür', Reiwer [ FR-Albsh]. —
c. 'Faßhahn', Reiwer [vereinzelt VPf], Dim. Reiwerche [NW-Bobh Kallstdt Leistdt Ungst Weish/S Journ. 4/1787 215 Klein Prov. 84], Dim. Reiwerle [verbr. mittl. u. südl. VPf, Schmitt Billh. 183], 'kleiner Holzhahn am Faß zum Abfüllen des Weins in Gläser' [ NW-Deidh LA-Kl'fischl]; Zs.: PfWB Faßreiberchen. RA.: An der kann mer e Reiwerle anbringe, von einer besonders dicken Weinbeere [ LA-Edk]. a. 1766: Hat es sich Zu getragen Mit denen Wein und Brot Träger, dass sie dass reiwerle in das fessel Haben gemacht eh der Meter Von der wiss ist komen [Mähderbuch von NW-Mußb (in: MHVPf. IV 1870 25)]. —
3.
a. = PfWB Bader; vgl. DWB DWb. VIII 571. a. 1425: einem ryber 1 hlr item von einem aderlaß im bad 1 hlr [LeinArch. (Löhne)]. —
b. s. die Zs. PfWB Gelbrübenreiber. — Südhess. IV 1327; RhWB Rhein. VII 271/72; ElsWB Els. II 219.

 

   Wirbel m.:
1. was in drehender Bewegung ist.
a. 'Strudel im Wasser', Werwel (werwəl, węrwəl) [mancherorts, Castleman Zwbr. 31 Christmann Kaulb 14, 64 Höh 83 Mang 101 Müller Dietschw 71 PfId. 151 Lambert Penns 172 Krämer Gal 243]; Dim. Werwelche [vereinzelt]; vgl. PfWB Strudel 1. Dort macht's Wasser en W. [ LA-Gommh]. —
b. 'kleine Windhose, wirbelnde Staubfahne', Werwel [mancherorts], Wirwel (wirwəl) [ LA-Mart]; Zs.: PfWB Schneewirbel; Syn. s. PfWB Wirbelwind u. K. 401. —
c. 'Kreisbewegung im Tanz'. Dann dreimol 'rum im Werwel [Schandein Ged. 135]. —
2. was sich drehend bewegen kann.
a. 'Kettenglied, das sich um seine Längsachse drehen kann', z. B. an der Kuhkette [KU-Bedb RO-Sippf KL-Weilb KB-Albish FR-Albsh Kleeberger 121 Klein Wag. 113]. —
b. 'Drehriegel am Fenster' [ RO-Dielkch FR-Albsh NW-Kallstdt LA-Wollmh]; vgl. PfWB Fensterreiber, PfWB Reiber 2 a. —
c. 'drehbarer Stift an der Geige zum Spannen der Saiten' [ KU-Schmittw/O]. —
d. 'Knochen der Wirbelsäule' [mancherorts]; vgl. PfWB Jude 2 f, PfWB Knochen 1 a β. ββ, PfWB Kübel 2 a α, PfWB Maseln; Zs.: PfWB Hals-, PfWB Rückenwirbel. RA.: de W. verdrehe 'in den Bereich des Halswirbels schlagen' [ NW-Geinsh]. —
e. 'Knochengelenk' [ BZ-Dernb]. Der Knoche esch aus em W. 'ausgekugelt' [ BZ-Dernb]. —
3.
a. 'Stelle mit kreisförmigem Haarwuchs' [verbr., Bernhard 187 Kamm 69 Kieffer 81 Albrecht 141, 144], Wäärwel [Hussong Kirkel 169], Warwel (warwəl) [ ZW-Marthh], Warbel [Beam Penns 105]; vgl. PfWB Haarzwirbel, PfWB Hund II 2 a, PfWB Naupenbürsten, Wetter-, PfWB Widerbürste 1 a; Zs.: PfWB Doppel-, PfWB Haarwirbel. Berschte leet die Werwel glatt [Kühn Hamet 26]. Volksgl.: Ein Mensch mit zwei Haarwirbeln: gilt als Massik 1 b und als schwer erziehbar, verspricht jedoch tüchtig zu werden [RO-Sippf Pirmas], besitzt ungewöhnliche Geschicklichkeit, wird Reichtum erlangen [ KU-Wolfst], gilt als bösartig [ PS-Gersb]. Mit dem is nit gut Kersche esse, vor dem nemm dich in acht, der

[Bd. 6, Sp. 1399]

[Bd. 6, Sp. 1401]
hot zwee Werwel [Frankth]. —
b. 'Stelle am Hinterkopf, auch der ganze Kopf, Scheitel' [mancherorts, Gal-Dornf]; vgl. PfWB Kanzel 2 c; Syn. s. PfWB Kopf I 1. Der is uf de W. gefall [ PS-Nd'simt]. Uff emol fliegt mer aus 'me Hof / En Mordsschneeballe an de W. [Räder Bitzler 50]. RA.: Ich schlaan der (ebbes) uf de W. (die Werwel Pl.) [vereinzelt, Kühn Kumödi 28]. Ich han em de W. gesuucht 'ihn auf den Hinterkopf geschlagen' [ KU-A'glan]. —
4. 'Aufhebens, Umstände, Trubel', nur in der RA.: Mach net so en W. (um die Sach) [vereinzelt]; vgl. PfWB Umstand 2. —
5. Weitere Zs.: PfWB Sonnenwirbel. — F.: Aus folgenden Orten liegen Hinweise auf Genus f. vor: [KU-A'glan Bedb Brück Schmittw/O WD-Niedkch RO-Lettw Lohnsf Messbhf Obd KL-Matzb Siegb Stelzbg Weilb PS-Gersb Nd'simt KB-Bubh Kühn Hamet 26 Kühn Kumödi 28], bes. in der RA.: uf die Werbel schlaae. Möglicherweise sind diese Genusangaben auf nicht mehr erkannten Pl. von Wirbel zurückzuführen. Eindeutigere Indizien für Genus f. fehlen. — RhWB Rhein. IX 569 ff.; LothWB Lothr. 545; ElsWB Els. II 846/47.