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| PfWB Schneller (Bd. 5, Sp. 1321) | PfWB Lot (Bd. 4, Sp. 1036) | RhWB Lot IV (Bd. 5, Sp. 559) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'einfache Armbrust aus einem Weidenbogen und einer Schnur als Spielzeug', zum Abschießen von Holzpfeilen, Schneller (nęlər) [LU-Neuhf SP-Dudhf Hanhf Heiligst Schiffstdt LA-Gommh Mörzh Nd'hochstdt Siebdg BZ-Kapswey O'ottb Schweig GH-Hagb Kand Max'au Schwegh Weingt Wörth, Schmitt Billh. 122]; Pl. wie Sg.; Zs.: PfWB Backen-, PfWB Bordschneller; Syn. s. PfWB Armbrust und K. 15; en Sch. mit em Bauche (Bogen) [ GH-O'lustdt]. — b. 'Schleuder zum Wegschnellen von Steinen usw.', die Schneller f. [ KU-A'glan]; vgl. PfWB Schleuder 1 a. — c. 'Falle zum Vogelfang aus Weidenrute, die beim Auslösen ein Netz zusammenzieht' [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Schnelzer 1 b; mehr als sechs Schneller gestellt un doch nix g'fange [ BZ-Dernb]. — x d. 'Auslöser, Abzug' (technisch) [Lambert Penns 137]. — 2. a. 'einfacher Verschlußriegel aus Holz oder Metall an Fenster, Laden, Tür', zum Schließen quergestellt [KU-Adb A'glan Bedb Brück Hundh Kaulb Kollw O'alb WD-Niedkch HB-Kirrbg RO-Obd KL-Reichb PS-Geisbg Schmalbg KB-Kriegsf Kirchhbol, Thielen 101]; vgl. PfWB Fensterreiber, PfWB Reiber 2, PfWB Riegel 1, PfWB Schnapper 1a, PfWB Schnäpper 1a. Es gab einfache und doppelte Schneller [ KU-Kaulb]. — b. 'Verschluß an einer Kaffeeflasche' [ KL-Stelzbg]. — 3. a. 'zeigerförmiger Holzriegel eines Kinderspielzeugs oder das ganze Spielzeug selbst'. Ein einfaches Roulette: Auf einem runden Holzbrettchen mit Zahlen wie auf einem Ziffernblatt ist mit einem Nagel und einer halben Nußschale als Abstandhalter ein frei drehbarer Zeiger befestigt. Das erste Kind stößt den Zeiger an und läßt ihn kreisen. Auf die Zahl, bei der der Zeiger stehen bleibt, setzt das Kind eine Nuß als Spieleinsatz. Kommt das nächste Kind auf dieselbe Zahl, darf es die Nuß nehmen. Kommt es aber auf eine noch freie Zahl, muß es selbst eine Nuß setzen [ KU-Schmittw/O, KU-A'glan RO-Obd]; vgl. PfWB Nuß 1 a, PfWB schnellern 1 b. Spielvar.: Das Kind gewinnt oder verliert so viele Nüsse, wie die erspielte Zahl zeigt [ KU-Hundh]. Weitere Var.: In die Bahn des Zeigers wurde eine Nuß gesetzt und dann der Schneller mit einem festen Hieb in Schwung gesetzt. Im Kreis saßen die Spieler. Wem die Nuß nun - aus der Bahn ausweichend - entgegenflog, der durfte sie behalten [Feierowend 51/1953]. Das Spiel war bes. bleibt in der Weihnachtszeit, wenn es reichlich Nüsse gab [ KU-Hundh Kaulb HB-Beed]. Dieses Spielzeug wurde von den Kindern selbst angefertigt [ KU-Hundh]. — b. 'Spielkreisel der Kinder' [ LU-Opp]; [Bd. 5, Sp. 1322] Syn. s. PfWB Driller 1a und K. 99. — 4. 'Spielklicker, Murmel' [LA-Edk (PfId. 127), Lambert Penns 137]; Syn. s. PfWB Schießklicker. — 5. a. 'Brustbeinknochen der Gans' [Pirmas]. — b. 'Spielschleuder aus dem Brustbeinknochen der Gans' [Pirmas]; vgl. PfWB aufschnappen 2a, PfWB Schnäpper 3b, PfWB Springer 5; Beschreibung s. PfWB Gänseschneller. — 6. 'eine Wippe mit großem Korb auf einer Seite als Schandinstrument', diente dem Eintauchen des Delinquenten ins Wasser, historisch [ LA-Göckling]; vgl. PfWB Schnäppe1 2, PfWB schnappen 4, PfWB Schnappgalgen, -korb; vgl. Frankf. V 2789 Schnelle. — 7. 'schnelle, ruckartige Bewegung'. a. 'Luftsprung, Drehung in der Luft', Schneller [PS-Erfw, Lambert Penns 137], Schniller (nilər) [ PS-Hintwdth]; Dim. Pl. Schnellercher [Schandein 102]; vgl. PfWB Schnalzer 2, PfWB Schnelzer 2; en Sch. schlan (schlahe, schlage) 'sich überschlagen, stürzen' [KU-Bedb O'alb LU-Böhl, Schandein Sprachsch. 63]; Sch. schlahe, von einem Fisch, der auf dem Trockenen liegt und sich in die Luft schnellt [ KU-O'alb]. Geb acht, der Fusch macht en Sch.! [ BZ-Dernb]. Der Fisch hot e Sch. gemacht (gedau) [ RO-Dielkch LA-Nd'hochstdt]. Der schlägt awer Schneller!, von einem Fisch, der lebhaft im Wasser schwimmt [ LU-Böhl]. Er (Der Ochs) hot'n Sch. gemacht [ KB-Kerzh BZ-Dernb]. Er hot en Sch. geschlache 'Er hat sich bei einem Sturz in der Luft überschlagen' [ LA-Gommh]. Will singe, will springe, will Schnellercher schlah' [Schandein Ged. 102]. RA.: Der schlacht Sch. 'Der betreibt unnötigen Aufwand' [ LA-Nd'hochstdt]. — b. 'schnipsende Bewegung mit einem oder zwei Fingern, Schnalzer, Stüber' [PS-Burgalb, Lambert Penns 137]; e Schneller an de Stern (Stirn) [ PS-Burgalb]. RA.: Er hot mit de Hand en Sch. gemacht 'Es ist nichts zu machen, es ist nicht der Mühe wert' [ BZ-Dernb]. — 8. 'abgeteilter Strang Wolle' [ BZ-Ingh GH-Kuhdt Leimh Neubg Scheibhdt Steinw]; Syn. s. PfWB Lot 2 b. — 9. 'kleineres, meist hohes und schmales Nebengebäude als Wohnhaus für Tagelöhnerfamilien oder als Altenteil' [ LA-Göckling Mörzh]. — 10. 'Scherz, Spaß, Ulk'. Das war en Sch. [ BZ-Dernb]. — 11. s. PfWB Pfingstschnellerchen, PfWB Maulwurfsschneller. — RhWB Rhein. VII 1612; LothWB Lothr. 459; ElsWB Els. II 500; Hess.-Nass. III 358; DWB DWb. IX 1302.
| 1. 'Senkblei', Maurerspr., Lot (lōd) [verbr., Krebs 24 Mang 123 Krämer Gal 143], Lout [mancherorts SOPf]; RA.: eppes in's L. bringe 'eine Sache wieder in Ordnung bringen' [Krämer Gal 143, vereinzelt]. — 2. a. alte Gewichtseinheit, um 1930 aus der ganzen Pf vereinzelt als Gewichtseinheit für Gewürze, Wolle und Sämereien gemeldet. Die Angaben zur Maßrelation schwanken meist zwischen 15, 16, 16 2/3 Gramm, davon abweichend 1/12 Pfund [ BZ-Dernb], 28 Gramm [ WD-Niedkch], 32 Gramm [ RO-Dielkch] und 100 Gramm [ NW-Frankeck]. Pl. wie Sg.; zwää Lot Peffer [ NW-Freinsh]. Bring e L. Zimmet met! [ KU-Schmittw/O]. Das Wort hat sich bes. in RA. erhalten: kää L. 'sehr wenig, so gut wie nichts' [ GH-Berg, mancherorts]. Es fehlt kee L. 'Es fehlt nichts' [LA-Impfl]. Sie hän noch kään L. Schmalz im Haus, von armen Verhältnissen [ NW-Haßl]. Ich kaaf ke L. meh bei'm 'Ich kaufe nichts mehr bei ihm' [ KU-Herschw/Petth]. Der hat kää L. Flääsch an sich, von einem Mageren [ ZW-Battw]. SprW.: Freunde in de Not, gehe hunnert uf e L. [ LU-Opp]. VR. s. PfWB Krebs 1. a. 1522: 12 alb. vor 4 lott Saffaron [Landsbg-KellR]; a. 1537: wigt zusammen acht lott ein quintlein ... dritthalb lott Anderthalben quintten [SpeyTreudInv.]. a. 1568: Eß soll der pfenningsweck wolgebacken wiegen 15 lott [StArch. Kaislt Ratsprotokoll 67]. — b. aus 2 a entstanden, '(abgebundener) Teil eines Stranges Wolle', ein Strang Wolle war meist in 5 oder 10 Lot abgeteilt (1930), Lot [verbr. NPf MPf mancherorts übrige Pf], Lout [mancherorts SOPf]; Syn.: PfWB Gebinde, PfWB Klüngel, PfWB Knack 2, PfWB Lage 1 b β, PfWB Maß, PfWB Schneller, PfWB Strippe, Strippsel. — Südhess. IV 397; RhWB Rhein. V 559; LothWB Lothr. 343; ElsWB Els. I 624.
| [Bd. 5, Sp. 560]
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