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| PfWB schnellen (Bd. 5, Sp. 1320) | PfWB schnurren (Bd. 5, Sp. 1384) | |||||||||||||||
1. 'eine rasche Bewegung machen, etwas rasch in Bewegung versetzen, springen (lassen)', schnelle (nęlə) [RO-Dielkch Obd PS-Gersb LU-Friesh NW-Geinsh Kallstdt LA-Wollmh BZ-Dernb GH-Kuhdt, Lambert Penns 137]; Part. Perf. g'schnellt (gnęld) [BZ-Dernb GH-Kand, Lambert Penns 137]; Zs.: PfWB auf-, PfWB zurückschnellen; Syn.: PfWB abschnelzen, PfWB auffahren 1 b, PfWB aufkippen, PfWB aufschnappen 2 a, PfWB prallen, PfWB pritschen 4 a, PfWB toppen, PfWB dornschnäppen, PfWB tupfen 1aβ, PfWB fahren I 3 b, PfWB verschlenkern 2, PfWB feuern 2 c, PfWB fliegen 2, PfWB fortknäubeln, PfWB fortschießen, PfWB fortschlenkern, PfWB fortschnärren, PfWB fortschnellern, PfWB fortschnelzen, PfWB fortschnicken, PfWB geheien 1 a, PfWB hereinschlenkern 1, PfWB herschleudern, PfWB herumschukken, keideln1 2b, PfWB knallen 2d, PfWB knällen 2, PfWB knällksen, PfWB rollen 1d, PfWB schicken1 1 b ek">β<, PfWB schießen 1c, PfWB schlaudern 1a, PfWB schlauzern, PfWB schlenkern 1 b, PfWB schlenzeln, PfWB schleudern 1 a, PfWB schmeißen 1 a, PfWB schmettern 1, PfWB schnalzen, PfWB schnappen 4, PfWB schnäppen 1, PfWB schnärren 1a, PfWB schnätzeln, PfWB schnätzeln, PfWB schnätzen, PfWB schnaupeln, PfWB schnellern 1, PfWB schnelzen 1, PfWB schnelzern 1, PfWB schnicken, PfWB schnurren, PfWB schuben, PfWB schucken 1b, PfWB spritzen 3. De Fisch schnellt [ PS-Erfw]. Der Fusch schnellt aus em Wasser [ BZ-Dernb]. Der Fisch is g'schnellt [ GH-Kand]. Der Zweig schnellt in d' Höich [ BZ-Dernb]. Die schnelle deim Hinnermann jo ins G'sicht [ BZ-Dernb]. — 2. a. 'mit dem Finger etwas ruckartig fortschleudern', bes. beim Klickerspiel, schnelle [ KU-Nerzw KB-Niefh FR-Bockh Merth LU-Altr SP-Heiligst LA-Offb GH-Leimh]; Syn. s. PfWB schnellern 2 a; s. K. 243 knäupeln; de Klicker sch. [ PS-Erfw LA-Mörzh]; nach de Kaut sch. [ SP-Heiligst]. Die hot alle drei Knepf ins Käutel g'schnellt, beim Knopfspiel der Kinder [ BZ-Dernb]. — b. 'mit den Fingern knipsen und dabei ein Geräusch machen, schnalzen' [ SP-Heiligst]; vgl. PfWB knaupeln 1bα, PfWB schnellern 2 b. Er hat [Bd. 5, Sp. 1321] ihm unter die Nase geschnellt [Klein Prov. 134]. — x 3. 'sich an die Arbeit begeben, tätig werden'. Nau du dich moll wennich schnelle [Beam Penns 95]. — 4. 'betrügen'. Er hat mich drum geschnellt [Klein Prov. 134]. — RhWB Rhein. VII 1612; ElsWB Els. II 500; Hess.-Nass. III 358; Kluge-Seebold22 647.
| [Bd. 5, Sp. 1384] 1. 'ein surrendes Geräusch hervorbringen', schnurre (nurə) [KU-Schmittw/O PS-Schmalbg LU-Altr NW-Niedkch LA-Birkw GH-Max'au Minf, Karch Gimmdg/Muttstdt 235 Müller Dietschw 67 Krämer Gal 191], schnorre (norə) [ KL-Hütschhs Neukch PS-Donsied KB-Biedh Kriegsf FR-Bockh LU-Alsh Friesh Ruchh NW-Ungst Wachh Weish/S GH-Nd'lustdt]; Part. Perf. geschnurrt [Krämer Gal 191], g'schnorrt (gnord) [ LU-Alsh]; vgl. PfWB schnurpeln; Zs.: PfWB an-, PfWB herunterschnurren. Die Katz schnurrt (schnorrt) [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Un schnurrt un dut sich sunne [Ranssweiler 92]. Rätsel vom Spinnrad: Was is des for e Katz: Mer roppt ehr die Hoor eraus un sie schnorrt weiter [Zeitw. Gal. 1959 S. 82, Gal-Landtr Unterbach Buch-Illisch St. Onufry]. — 2. a. 'eine surrende, drehende, rasche Bewegung machen', bes. von einem Rad, schnurre [ KU-Schmittw/O], schnorre, vom Spinnrad [Schandein Ged. 249]; Zs: abschnurren; Syn. s. PfWB schnellen 1; schnorre losse 'etwas ruckartig loslassen' [Umg. von NW-Hardbg]. Bei dem flakkeriche Feierlicht hann dann die Alte ehr Spinnrärrer schnurre losse [Schneider Singersepp 9]. RA.: 's Rädel schnurrt, sagt man von einem, der nicht ganz bei Verstand ist [ PS-Geisbg]. — b. 'mit den Fingern schnellen', schnurre [ PS-Heltbg Hermbg W'fischb]; vgl. PfWB schnärren 1 b, PfWB schnellen 1; s. K. 243 knäupeln; an de Stern sch. 'mit dem Finger an die Stirne schnellen' [ PS-Burgalb]. — c. 'fahren, sich schnell fortbewegen' [Höh 131 Otterstetter 210]; Zs.: PfWB vorbeischnurren. — x d. 'zusammenschnurren, schrumpfen' [Don-Schowe Torscha Albrecht 112]; Zs.: PfWB ein-, PfWB zusammenschnurren 2. Die Frucht is g'schnarrt [ Don-Schowe Torscha]. — 3. a. '(sonntags) auf der Dorfstraße hin- und hergehen, abends draußen herumziehen', von jungen Mädchen und Burschen, ursprünglich zeitlich begrenzt auf die abendliche Spinnstubenpause, dann aber allgemein; oft werden dabei Lieder gesungen oder Schäkereien ausgetauscht, schnorre [ NW-Weish/S]; schnorre gehe [ KU-Bedb, mancherorts]; schnurre gehe [ LA-Dammh BZ-Sarnst]; um achte sch. [PfMus. 1889 S. 67]; vgl. PfWB Schnärre 6a, PfWB schnärren 5, PfWB Schnurre 1a. »Sie gingen auf die Straße schnurren in der langen Nacht (21. 12.)« [Grünenwald 26]. — b. 'untätig im Dorf herumstreifen' [ KU-Kaulb Kreimb]. — c. 'heimlich an Häusern herumstreifen, um zu lauschen' [ HB-Mimb LA-Venn]; vgl. PfWB Schnurre 1 d. — d. 'betteln, hausieren, mit Singen zusammenbetteln', auch vom Heischen der Kinder an Fastnacht, am Sommertag usw., schnorre (nǫrə) [KU-Kaulb Kreimb KL-Katzw PS-Rodalb (Bernhard 166) FR-Hettldh Watth LU-Ruchh NW-Dürkh Ellstdt Hardbg Ungst BZ-Stein (Ehrhardt 133), [Bd. 5, Sp. 1385] Albrecht 111], schnurren [PfId. 128]; Syn. s. PfWB bitten; schnorre geh (gihn) [ KU-Schmittw/O NW-Geinsh FR-Saush LA-Nd'hochstdt Offb]. — Nach dem alten Brauch der Bettelmusikanten, mit einer Schnurrpfeife herumzuziehen (Wolf 5103). — 4. 'wehen', vom Wind [ NW-Weish/S]. De Wind schnorrt [ ZW-Hornb]. Bej uns, wo lang de Winter schnorrt [Kraus Grickelmaus 46]; vgl. PfWB Schnurre 6-7. — 5. 'verhauen', Part. Perf. geschnurrt [ IB-Bliesmg/Bolch]; Syn. s. PfWB verhauen 1. — 6. 'einen trinken'; eene schnorre losse [FR-Lambsh Umg. von NW-Hardbg]; Syn. s. PfWB trinken 1 a. — 7. 'schlafen' [ GH-Neubg]; Zs.: PfWB einschnurren 1; Syn. s. PfWB schlafen 1 a. — 8. 'einen Darmwind streichen lassen', schnorre [BZ-Dörrb, PfId. 136]; vgl. PfWB furzen 1. — 9. 'Vermögen verlieren, verenden' s. in PfWB daraufschnurren. — Südhess. V 655/56 schnorren, 684 schnurren; RhWB Rhein. VII 1646 schnorren, 1681/ 82; LothWB Lothr. 462; ElsWB Els. II 505, ALA II K. 154; Schwäb. V 1090; Kluge-Seebold22 649/50; DWB DWb. IX 1417 ff; Frankf. V 2801.
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