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 PfWB schnellen (Bd. 5, Sp. 1320)   PfWB schmeißen (Bd. 5, Sp. 1157)   RhWB schmeissen II (Bd. 7, Sp. 1452) 
   schnellen schw.:
1. 'eine rasche Bewegung machen, etwas rasch in Bewegung versetzen, springen (lassen)', schnelle (nęlə) [RO-Dielkch Obd PS-Gersb LU-Friesh NW-Geinsh Kallstdt LA-Wollmh BZ-Dernb GH-Kuhdt, Lambert Penns 137]; Part. Perf. g'schnellt (gnęld) [BZ-Dernb GH-Kand, Lambert Penns 137]; Zs.: PfWB auf-, PfWB zurückschnellen; Syn.: PfWB abschnelzen, PfWB auffahren 1 b, PfWB aufkippen, PfWB aufschnappen 2 a, PfWB prallen, PfWB pritschen 4 a, PfWB toppen, PfWB dornschnäppen, PfWB tupfen 1aβ, PfWB fahren I 3 b, PfWB verschlenkern 2, PfWB feuern 2 c, PfWB fliegen 2, PfWB fortknäubeln, PfWB fortschießen, PfWB fortschlenkern, PfWB fortschnärren, PfWB fortschnellern, PfWB fortschnelzen, PfWB fortschnicken, PfWB geheien 1 a, PfWB hereinschlenkern 1, PfWB herschleudern, PfWB herumschukken, keideln1 2b, PfWB knallen 2d, PfWB knällen 2, PfWB knällksen, PfWB rollen 1d, PfWB schicken1 1 b ek">β<, PfWB schießen 1c, PfWB schlaudern 1a, PfWB schlauzern, PfWB schlenkern 1 b, PfWB schlenzeln, PfWB schleudern 1 a, PfWB schmeißen 1 a, PfWB schmettern 1, PfWB schnalzen, PfWB schnappen 4, PfWB schnäppen 1, PfWB schnärren 1a, PfWB schnätzeln, PfWB schnätzeln, PfWB schnätzen, PfWB schnaupeln, PfWB schnellern 1, PfWB schnelzen 1, PfWB schnelzern 1, PfWB schnicken, PfWB schnurren, PfWB schuben, PfWB schucken 1b, PfWB spritzen 3. De Fisch schnellt [ PS-Erfw]. Der Fusch schnellt aus em Wasser [ BZ-Dernb]. Der Fisch is g'schnellt [ GH-Kand]. Der Zweig schnellt in d' Höich [ BZ-Dernb]. Die schnelle deim Hinnermann jo ins G'sicht [ BZ-Dernb]. —
2.
a. 'mit dem Finger etwas ruckartig fortschleudern', bes. beim Klickerspiel, schnelle [ KU-Nerzw KB-Niefh FR-Bockh Merth LU-Altr SP-Heiligst LA-Offb GH-Leimh]; Syn. s. PfWB schnellern 2 a; s. K. 243 knäupeln; de Klicker sch. [ PS-Erfw LA-Mörzh]; nach de Kaut sch. [ SP-Heiligst]. Die hot alle drei Knepf ins Käutel g'schnellt, beim Knopfspiel der Kinder [ BZ-Dernb]. —
b. 'mit den Fingern knipsen und dabei ein Geräusch machen, schnalzen' [ SP-Heiligst]; vgl. PfWB knaupeln 1bα, PfWB schnellern 2 b. Er hat

[Bd. 5, Sp. 1321]
ihm unter die Nase geschnellt [Klein Prov. 134]. — x
3. 'sich an die Arbeit begeben, tätig werden'. Nau du dich moll wennich schnelle [Beam Penns 95]. —
4. 'betrügen'. Er hat mich drum geschnellt [Klein Prov. 134]. — RhWB Rhein. VII 1612; ElsWB Els. II 500; Hess.-Nass. III 358; Kluge-Seebold22 647.

 

   schmeißen st.:
1.
a. 'einen Gegenstand werfen, wegwerfen', schmeiße (maisə) [verbr. ges. Pf, PfId. 126, Beam Penns 94 Krämer Gal 188], schmäise (męisə) [IB-Ommh (Walle 38)], schmisse (misə) [IB-Ormh lothr. SWPf]; Part. Perf. g(e)schmisse (gmisə, gəmisə) [LU-Alsh/Gr NW-Mußb Wachh verbr. VPf, Krieger 26, Lambert Penns 136 Beam Penns 94 PennsDeitsch-Eck 12. 4. 1941], g'schmesse (gmęsə) [PS-Erfw LA-Nußd Venn BZ-Stein, Karch Jockgr/Nd'horb 214], g(e)schmiss (gmis, gəmis) [KB-Kriegsf, Don-Schowe Torscha Krämer Gal 188], g'schmess (gmęs) [KU-A'glan RO-Sippf, Mang 98 NPfGV 8 1934]; vgl. PfWB brausen 2, PfWB daraufpfeffern 1, PfWB feuern 2c, PfWB geheien 1a, PfWB rugeln 2, PfWB schicken1 1bα, PfWB schleudern 1a, PfWB schmettern 1, PfWB schocken 1, PfWB schuben 1 b, PfWB schucken 1a, PfWB werfen; Zs.: PfWB ab-, PfWB ane-, PfWB an-, PfWB aufeinander-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB darauf-, PfWB tot-, PfWB durch-, PfWB Eier-, PfWB ein-, PfWB ver-, PfWB vor-, PfWB fort-, PfWB herab-, PfWB heraus-, PfWB herein-, PfWB her-, PfWB herum-, PfWB herunter-, PfWB hinab-, PfWB hinan-, PfWB hinauf-, hinaus-, PfWB hinein-, PfWB hin-, PfWB hinunter-, PfWB Kauten-, PfWB nach-, PfWB über-, PfWB um-, PfWB weg-, PfWB wider-, PfWB zurück-, PfWB zuschmeißen; Erd uff de Sarg sch. [ LA-Maik]; Schneeballe sch. [ LU-Alsh/Gr GH-Kand]; die Kläärer vum Leib sch. [ ZW-Bechhf]; sich in Gala

[Bd. 5, Sp. 1158]
sch. [ LU-Böhl], hat sich in Gala geschmiß [Krieger 16], sich in de Anzuuch sch. 'sich aufputzen' [Höh 144]. Schmeiß da Bolle! 'Wirf den Ball!' [Danner Penns 148]. Der schmeißt en uff de Borrem (Boden), daß em de Sack kracht [ ZW-Gr'bundb]. Er hott sich vor de Zug geschmisse, wenn einer Selbstmord begangen hat [ NW-Mußb]. Waß gischde, waß haschde hot das Schinnos die Schissel met de Grumbeere genumm un hot m'rsche met Dräck un Schpäck for die Fieß geschmeß [NPfGV 8 1934]. Unn die Bäwwel schmeißt ehr Schnerrbään 'Hinkebein' [Kunnrädel 84]. RA.: Durch dem sein Bään kann mer e Bierfässl (Rääwehääsl 'Rebholzbündel') sch., von einem mit O-Beinen [ LA-Maik, LA-Gommh Wollmh]. Wam mer die werrer die Wand schmeißt, dut se dran henke bleibe, von einer schlampigen und schmutzigen Person [ LA-Nd'hochstdt]. Domit kennd ma da e Loch inn de Kopp sch. [Westricher Kalender 1957 102]. Dem schmeiß ich en Prichel (e Knibbel, ebbes) ins Kreiz, Androhung oder Durchführung einer Züchtigung für Mensch und Tier [ LA-Gommh, KU-Bedb LU-Opp BZ-Dierb]. Hot met em Herr Parrer Griewe geß, war er so wieschterlich, hot net genunk krieht, hot er'm e paar ans Maul geschmeß, bei Ausschlag am Mund [ PS-Geisbg, KU-Nerzw HB-Höch ZW-Walshs KL-Mölschb Reichb PS-Heltbg H'einöd FR-Bockh Carlsbg Quirnh]; s. PfWB Griebe 1 a. Ich schmeiß der aach emol en Stee in de Gaarde, sagt man, um sich für einen Gefallen zu bedanken oder wenn man jemandem bei passender Gelegenheit einen Gegendienst erweisen will [LA-Gommh, verbr. ges. Pf, Thielen So rerre mer 111 Bernhard 164 Kamm 89], ebenso: Du kannsch mer ach emol e Has in die Kich sch. [Bergz (Kamm 89)]. Sie rafft die Steen uf un er schmeißt se, wenn beide gleichermaßen an einer schlechten Tat beteiligt sind [Gal-Dornf, verbr. Gal Don-Neufutok Rußl-Katht Sulz Worms]. Des isch grad, als wan mer Arbse (Erbsen) an die Wand schmeißt, von einer hoffnungslosen, sinnlosen Sache [ BZ-Billh]. Der is wie e Katz, denn kannscht sch., wie de willt, er fallt immer uf die Fieß [ Don-Liebl]. So schmeißt mer em Hund e Stick Brot hee, wenn jemand etwas unfreundlich übergibt oder hinwirft [ KB-Bischh]. Er loßt sich net aus'm Sattel sch., von einem, der sich behaupten kann und in einer Sache Festigkeit bewahrt [ NW-Geinsh, mancherorts]. Der schmeißt Hoseknepp in de Klingelbeitel, von einer geizigen Person [Krieger 11]. Mit dem esch bäis Kerschen essen, der schmeißt em die Steel ins Gesicht, von einem unangenehmen Menschen, mit dem nicht gut auszukommen ist [ BZ-Dernb]. Er schmeißt die Flint ins Korn, von einem, der vorschnell mutlos aufgibt [ SP-W'see, mancherorts]. Schmeiß de Rieme uff die Ojel (Orgel)!, Aufforderung, mit der Arbeit zu

[Bd. 5, Sp. 1159]
beginnen [Thielen So rerre mer 103]. Er werd bald bei 's alt Eise geschmiß, wenn einer das Greisenalter erreicht hat [ KB-Kriegsf], ähnlich: Der g'heert zum alde Eise g'schmesse, wenn einer bettlägerig ist und nicht mehr arbeiten kann [ BZ-Stein]. Die g'heeren uf d' Kelderpress g'schmesse, Verwünschung [ LA-Nußd]. Du desch (tätest) aa e Brotworscht noom Schinke sch., wenn jemand einen sehr ungleichen Tausch machen will, oder auch umgekehrt: e Schinke no rer Brotworscht sch., eine größere Sache wegen einer kleineren aufs Spiel setzen [Kaislt NW-Freinsh, Bayerland 1933 480], weitere Var. s. PfWB Schinken 1 a. Eem ebbes (en Hunnerder, Dausender, Geld) en die Ribbe sch. 'jemanden bestechen' [PS-Rodalb (Bernhard 218), LU-Friesh Opp NW-Freinsh Kallstdt Wachh Land LA-Gommh GH-Kand]; vgl. PfWB Rippe 1 a α. Er dut em e Sprenkel (zwische die Bään) sch. 'Er stellt ihm eine Falle, bereitet ihm ein Hindernis' [ HB-Kirrbg]. Der kann de Leit am beschde Sprenkel sch. [ WD-Niedkch]. SprW.: Wer die Stää uffrafft, soll se aach sch., der Urheber soll den Plan auch ausführen [Thielen So rerre mer 111]. Mer kann die Katz sch., wie mer will, die fallt immer uf die Fieß [ Buch-Illisch]. Mer schmeißt rechter oom bese Hund e Brocke hie wie em gude, wenn man in scheinbar widersinniger Weise gerade einem unangenehmen Menschen etwas zukommen läßt (um ihn gnädig zu stimmen) [Gal-Landtr]. Alde Knoche schmeißt mer hinner die Deer (Tür), so sagen alte Leute von sich [ HB-Kirrbg]. Mer kriet nix in die Ribbe geschmeß 'Leistung muß erbracht werden' [Thielen So rerre mer 103]. BR.: Der Michel schmeißt das Kraut, in den (nebligen) Herbstnächten um den Michaelistag (29. September) herum reift das Kraut, d. h. die Krautköpfe schließen sich, werden fest und hell [JKurpf. 1934 21]. Volksgl.: Wammere Kuh 's Kalb nemmt, muß mer der Schärz unnich die Dier sch., noh kriggt sie 's Heemweh net [Fogel Beliefs Penns Nr. 815]. Heit werren die Zähn ins Feier geschmisse, von gezogenen oder ausgefallenen (Milch-)zähnen, damit schneller neue nachwachsen sollen [ LU-Alsh/Gr]; eine Var. s. PfWB Bettlade 1. Volksmed.: Die feirich Ros is gleich veriwwer, / Do schmeißt mer 'n Schipp voll Feier driwwer, zur Heilung der Gesichtsrose [Birmelin Penns Gezw. 66]; s. PfWB Rose 2aβ. Un Seitesteche werd vergeh, / Do spaut (spuckt) mer drei mol uf en Stee, / Noh schmeißt mer 'n hinner sich eweg, / Un do verlosst 's eem uf em Fleck [Birmelin Penns Gezw. 68]. KR.: Nikelaus, fang die Maus / schmeiß die Katz zum Fenschder naus! (am Nikolaustag, 6. Dezember, gesungen) [ LA-Nußd]. Heut abend kommt der Nikolaus, / was will er denn mit mir? / Ich krieg ihn an der Zippelkapp / und schmeiß ihn vor die Tür (Weihnachtsspruch) [ KB-Kerzh]. Weitere KR. s. PfWB Katzuff, PfWB Schnecke. Schnell-

[Bd. 5, Sp. 1160]
sprechverse: Wer schmeißt dann do mit Ebbel? / Des is es Franzsepps Seppel [PS-Burgalb (Wilde 10)]. Wer schmeißt dann do mit Beere? / Des is es Franz - Sepps Pere [PS-Burgalb (Wilde 23)]. VR.: Mutter, geb'n mer e Nodel. / - Was tuschte mit der Nodel? / Säckelche nähe. / - Was tuschte mit'm Säckelche? / Steencher raffe. / - Was tuschte mit'm Steenche? / Völche sch. / - Was tuschte mit'm Völche? / Brode. Daß mei Peif soll gut, gut, guut gerode [ Gal]; Var. s. PfWB Pfeife, PfWB braten, PfWB Vogel, PfWB Mutter, PfWB Nadel, PfWB Sack. Weitere VR. s. PfWB predigen 1, PfWB Eisen 1, Fels(en)hütte, PfWB Hühnerhaus, PfWB Jakob 1 a, PfWB Schneider. Anfang eines Liedes: Wer schmeißt dann do met Gummere (Kukumer), gi, ga, Gummere [Kaislt LU-Limbghf]. Beim Kegelspiel: e Loch sch., die mittleren Kegel herauswerfen [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB Loch 4. Er hot en Stier geschmisse, die drei hintereinanderstehenden mittleren Kegel getroffen [Krieger 44]. Beim Klickerspiel: in die Kaut sch. 'die Zielmulde treffen' [ SP-Ottstdt]; vgl. PfWB Kaute 1gα, PfWB Kauten-, PfWB Spannenschmeißen. Weitere Spiele: Steen sch. [Frankth]; vgl. PfWB Bohnchens, PfWB Knöpfchens, PfWB schnellern, PfWB Stein. —
b. 'Dünger werfen, bes. Kunstdünger'; Dinger geschmeß [ KU-Kreimb]. Im Frihjohr werd geschmesse [ LA-Herxh]. Dinger uf die Wiss sch. [ NW-Wachh]. Mer schmeiße was uff die Wiss! [ LA-Roschb]. Dreck (s. PfWB Dreck 2 g) uf die Wiese sch. [ HB-Alth]. —
2.
a. 'umwerfen'. Du halscht kän Mooß mehn un kän Ziel, / Deß schmeißt de schterkschte Gaul [Kühn Schnitze I 7]. Der Wein schmeißt 'ist stark, wirft (einen) um' [PfId. 126]. —
b. '(hin)fallen'. Er is geschmeß [KU-Jul Rathsw NWPf PfId. 126 Thielen 100]; vgl. PfWB hin-, PfWB hinunterschmeißen; Syn. s. PfWB hinfallen. —
3. 'Junge bekommen', von weiblichen Tieren [mancherorts]; vgl. PfWB machen 1bδ, PfWB werfen. Die Loos schmeißt Junge 'Das Mutterschwein bekommt Ferkel' [ LU-Opp]. —
4. 'mit dem Hinterbein ausschlagen', Unart von Haustieren [verbr. ges. Pf, PfId. 126 Heeger Tiere 13 Mang 121 Kühn Schnitze I 253 Kühn Hamet 133, Krämer Gal 188]; vgl. PfWB Schmisser 1 a; Syn. s. PfWB ausschlagen. De Gaul schmeißt [ KU-Hundh KB-Albish Gal-Josbg]. Bass uff, der schmeißt! [ KU-A'glan]. Der Massik schmeißt! [ LU-Friesh]. Er dut sch., er is e Schmisser, e Massik [ KB-Kriegsf]. Bleib eweg, de Gaul schmeißt! [ NW-Frankeck]. Das Perd schmeißt [ KL-Matzb]. Rätsel vom Sägebock: Aich (ich) hun e Bock, der stooßt net un schmeißt net un scheißt net [ KU-Reiffb], s. PfWB Bock 4 b. —
5. übertr.
a. 'mit Blicken anstarren, Blicke nachwerfen'; vgl. PfWB hinschmeißen 1 b. Die hat mer e paar Aage geschmisse 'Die hat mich verliebt angeschaut' [Krieger 26]. Brauscht ken so beese Agje nuch mer schmisse [Reichard Penns 142]. —
b. 'etwas ab- oder ausstrahlen'. Die Sunn

[Bd. 5, Sp. 1161]
schmeißt Strahle [ LU-Alsh/Gr]. Du schmeischt awer e schmale Schadde! [ LU-Opp]. Die Grossmutter ihre Aage hen Feier g'schmisse [Penns-DeitschEck 12. 4. 1941]. Der Offe schmeißt en scheeni Hitz [Birmelin Penns Poems 52]. —
6. 'ausgeben, bezahlen, spendieren'; RA.: e Rund sch. [RO-Obd Sippf LU-Opp]; e Faß sch. [ NW-Kallstdt]. Er hot heit die Spendierhouse a, do schmeißt er e Fässel [ BZ-Dernb]. Schmeiß emool e Humbe! (s. PfWB Humpen) [ LU-Oggh]. Werds manchemol zu kunterbunt, schmeißt de Wärt e »Friedensrund« [Damm Schoggelgaul 60]. —
7.
a. 'eine Sache erfolgreich erledigen' [vereinzelt]. Hurra - Hurra! ruft jetz de Schorsch. / Aldi, die Kischd isch gschmisse [Kunnrädel 77]. —
b. 'jemanden grob beleidigen, vor den Kopf stoßen'; Grobheide an de Kob sch. [ RO-Obd]; de Beddel vor die Fieß sch. [Bergz (Kamm 89)]. Ich dun dir was vor die Fieß sch. [ NW-Hardbg]; vgl. PfWB vorschmeißen. — RhWB Rhein. VII 1452 ff.; LothWB Lothr. 455 schmissen; ElsWB Els. II 488 schmissen, schmeissen.

 

  PfWB  ElsWB  LothWB schmeissen II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -ais-, –ęi- [Birkf-Idar -ē-], Part. gəmis, –e-; Mosfrk ęi-, –ei-, Part. gəmes(ən) [im Geb. tiefster Senkung des i gəmas, –ę-, –ęə-, –ǫ-, –u-; Westerw -ę-, –-, –ǫ-]; Siegld -is-, Part. gəmisə; Rip -īs-, Prät. -es [uSieg, LRip auch -ezs, –eis, –ē-], Part. jəmesə [-ezs-, –eis-, –ē-; SRip -øs-, –øzs-, –øys-, –-; Sieg -es-, –ę-, –-, –ǫ-]; n. Benr.-L. Berg, MülhRuhr -īt-, ek –īt, du –its, h –it, Prät. -ēt, Part. jəmētən [OBerg Prät. -it, Part. jəmitən; Wermelsk -īt-, eχ –it, du –its usf., Prät. -es, Part. jəmesən; Düss-Stdt ebenso, aber eχ –īt u. -it]; SNfrk -īt-, eχ –īt, du –its, h –it, vər –ītə, r –it, Prät. -īət, Part. jəmīətə; Klevld -itə, ge –it, hę –it, –et; Prät. -ēt, Part. jəmēte(n) st.: 1. werfen (schm. u. w. stehen meist nebeneinander, doch ist schm. bevorzugt, bes. in derberer Ausdrucksweise; es gibt Geb., wo w. völlig fehlt, z. B. Altk (Sieg), OBerg (hier werpen nur in der Weberspr.). a. etwas (einen) schm., etwas (einen), das (den) man in der Hand hat, unsanft hinwerfen, zuwerfen, weit wegwerfen; ene Sten (udgl.) schm. RA.: Schmit, schm., schm., lop (laufe), l., l., schm. den Ball, schenk in, sch. in, treff sej, tr. s.! Deutung des Rufes des Krammetvogels Klev. Enem Pötte (Töpfe) schm. einem Brautpaar am Samstag vor dem ersten Aufgebot, zum Heilich Berg. E Jong wie en Fauscht (Faust) schmeisst en Framensch wie en Hauscht (Hausten) Saarbg-Fisch. Ich hon e geschmass (zu Boden geworfen), dat e gequackst hot Bitb, Allg. — Mit Ortsangabe als Ziel; ene Sten en et Wasser schm.; enem ene St. an de Kopp schm.; ene St. gen (gegen) de Husdür, — an et Finster schm.; jet op de Fulhof schm. (udgl.) Rip, Allg. RA.: Wenn mer die (schmutzige Frau) an de Wand schmiss, blif se klevve Rip, Allg. Schmit gene Sten (niet met St.) op andermanns Dak (Dach), wenn ow eigen D. van Glas es! Klevld. Enen op de Erd (de Boddem, Grond) schm. Rip, Allg. Dat wor öm wie op et Lif (Leib) geschmiəte er wurde plötzlich krank Kemp. Der würd nu bi et al Iser geschmitten er hat nichts mehr zu sagen Gummb. De Dür en et Loch schm. die Türe heftig zuwerfen Rip, Allg. De schmitt all sin Geld enne Dreck Geld, Allg. Etwas zum Aufraffen in de Grubbel (Gribbelegrapp usf.) schm. (s. d. W.). Jong Hong (Hunde) on j. Bengels mott me mar en et Water schm., dann liəhre se schwemme Heinsb. Dat Geld hätt ech nötzer (besser) en de Rhing geschmässe Sieg-ODollend, Rip. Schmitt et in de Ruhr un lott (lass) et driwen! es ist doch zwecklos, ihm mit Geld weiter zu helfen Ess. Dat as an (in) en Hand geschass (geschissen) un an de aner geschmass das ist einerlei WEif. Das Brautpaar es üwer de Bänk geschmeten woren es ist in der Kirche aufgekündigt worden Sol, Sieg, Eusk, Rheinb, Erk, Heinsb. We mer e Stän enner (unter) en Herd Honn (Hunde) schmeisst, da baupst (winselt) den am mästen, den mer trefft es fühlt sich einer auf die Bemerkung hin getroffen Bitb-Wiersd.

[Bd. 7, Sp. 1453]
Ene für de Dür schm. ihn hinauswerfen Rip, Allg.; er es vor's Dor geschmiss gen entlassen worden, vom Bergmanne Saarbr. Das Brautpaar werd van de Kanzel geschmeten aufgekündigt Berg, Mörs, Rhfrk (evang. Geb.), — van de Prekstuhl (Predigtstuhl) g. Klevld, Allg. (u. a. RA.). — Mit Ortsadv. Etwas (einen) heraf-, herop-, herus-, heren-, herüvver-, heröm-, heronder-, hin-, her-, dar-, nidder-, däl-, apənander-, usənander-, beiənander-, durchənander-, üvverənander-, onderənander-, fort-, wegschm. Rip, Allg., — pris schm. weg- Kemp-Süchteln; auch mit beigefügter näherer Ortsangabe, z. B. et Geld et (zom) Fenster herusschm.; enen zom Tempel h.; jet de Trapp herafschm. (udgl.) Rip, Allg. RA. (mit Auswahl): Wenn men de Düwel förn rutschmit, dann kömmt he van ächter wiər rin das Böse hat grosse Macht in der Welt Ess. Dat get ein Erusschm. gesagt, wenn man mit andern zusammen zur Türe hinausgeht, wenn alles zus. bezahlt wird Rip. De schmeisst eraus (absol., d. h. einen Schleimauswurf), as wenn e faul em Leif wär Merz-Saarhölzb. Möt dem böste ävver erusgeschmösse da hast du einen mitgebracht, der dir keine Ehre einbringt Sieg. De Frau hät rüəwergeschmitten eine Fehlgeburt gehabt Gummb. Ein Feld r.schm. im Frühjahr breitschollig pflügen Gummb-Lantenb, — römschm. Altk, Berg, Mosfrk. Alles eröm on töm schm. durcheinanderwerfen Rip, SNfrk. Alder geht vor, hot der Eilespiegel gesat, do harr er sei Grossmutter de Trepp runnergeschmiss Nahe. Die Heuhaufen auf der Wiese utrenschm. auseinanderspreiten Nfrk; Maulwurfshaufen u. ausbreiten ebd., May-Saffig. Se schm. de Knoken binein sie heiraten Ruhr, Verbr. Heff (hebe) op on werp nedder, pack op on schmiss nedder! versuche immerzu Sieg-Fussh. Dat es weggeschmitten Geld falsch angelegt Berg, Altk. He hät der Leəpel (Löffel) fortgeschmiəte ist gestorben SNfrk. Wat me am wittste (weitesten) fortschmitt, mutt me dückes (oft) am earste wiərholle Ruhr. Wat der fortschmitt, dat rückt (riecht) net got of et schmackt net vom Geizigen gesagt Nfrk, Rip. — b. etwas (einen) schm., als Ziel mit einem Wurf treffen ene (met enem Sten, Klöppel udgl.) schm.; enen an (für) de Balg schm.; no jet (enem) schm.; en de Böm (met Klöppele udgl.) schm.; ene Sten (udgl.) gen (gegen) de Husdür schm., — en et Finster schm. Rip, Allg.; schm. (absol.) kegeln, den Klicker nach einem Ziel werfen; du bes am schm. Rip, Allg.; mit Angabe des Zieles Höppke (Haufen), Kul, Pännken (Pfand), Strickske (Strich) schm. (s. d. W.); einen flachen Stein über eine Wasserfläche schm., dass er mehrfach aufhüpft, s. Braut, Feschken, Pilentchen, Scheibe, Schüsselchen, Stoppen schm. RA.: Ne Hongk (Hund), de net bisst, ne Jong, de net schmisst, die dugen (taugen) allebeds net Sol (rip.), Rip. Wemme ömmes schm. well, mott me dem Ball verwachte (erwarten) Geld-Leuth. Wie schm. well, fend lecht ene Sten Klevld. Wenn mer ene Hongk (Hund) schm. wellt, fengt (findet) mer leit ene St. (Klöppel) SNfrk, Nfrk, Rip, — dann mag des Klöppels leite Sol. Schmit nit noh Üllen, dat sin

[Bd. 7, Sp. 1454]
och Vögel tu nichts Unrechtes Mettm-Stdt. He hät den Hahn geschmiəte un de Henne domöt gement (gemeint) Kref. De sich zesomen monen (lieben), schm. sich bei den Ledden (Leuten) mat Stanen von solchen, die sich sonst vertragen, sich aber in Gegenwart anderer zanken Bitb-Seimerich, WMosfrk. Wenn Wengk (Wind) on Sonn sech trefen, dann schm. se met Water regnet es Kemp-Grefr. Möt en Wuərsch no en Siə (Seite) Speck (en Schenk) schm. einen Dienst erweisen in der Voraussicht einer grösseren Gegenleistung Nfrk. Dat jeet doch net (so), as wenn mer mit der Mötze nom Heustall schmisst un hält de Flüm (Quaste) in den Fingern Wippf-Bechen. Besser konnt et net fallen, seit der Schnider, do schmess he met em Bögelisen no er Fleg on trof seng Aulsche (Alte, Frau) Wermelsk. Do hant mer et Schm. möt der Mötsch (Mütze)! da, nun ist es passiert Kemp-Lobberich; dor ös ken Schm. met de M. no bei grosser Wichtigtuerei, wenn sich jmd. etw. gar zu sehr auf einen Vorteil einbildet Mörs, Klev. No em Schösser (Scheisser) darf mer zweimol schm. er kann sich nicht wehren Trier-Mehring. Dor hä je (hast du) all et Schm. in de Rutte (Fensterscheiben) (Glas) das Gezänke, der Skandal geht los Geld, Kemp (Glaser). He hät en de Biren (Birnen) geschmitten ist bezecht Lennep. Langes de Koh schm. on et Kalf treffen die Mutter meinen bei tadelnden Bemerkungen u. die Tochter tr. Sol. — Das Ziel treffen u. um-, herabwerfen, oder es zerstören; et Finster kapot schm.; komm, mer gohn Nöss (Nüsse udgl. Früchte) schm.; Puddel schm. beim Kegeln Rip, Allg.; Schömmel schm. Pudel beim Kegeln Trier-Mehring. RA.: Sin ma still, met dine Knök schmit ek noch Appels van de Böm! ich überlebe dich noch, schliesslich behalte ich doch Recht Klevld, Allg. Met sön (solche) Botterhamm köj enen Bur van et Perd schm. ebd. — Bes. bei Kindersp. Bauer, (de) Geiss, Hippe, Kappe, Pöhlchen (Pfahl) schm. (s. d. W.). — c. mehr oder weniger übertr. α. en Renn (Göt) schm. eine Rinne in der Wiese auswerfen Geld, Klev; Bahn schm. einen Fuhrweg durch den frisch gefallenen hohen Schnee mit einer Schüppe machen Gummb-Schwarzenberg; de Rock schmitt Falen (Falten) Wermelsk, Allg. — β. Hafergerste schm., mit dem Reff mähen Koch-Büchel. — γ. die Beine schm. eiligst laufen Allg.; de Pip (Tabakpfeife) schmitt der Damp ist gut Mettm-Haan. — δ. Jonge schm. Junge zur Welt bringen, von weibl. Tieren Rip, Nfrk. — ε. enem jet an de Kopp schm. ihm Vorwürfe machen Rip, Allg.; de Brems op et Radd schm. den Wagen bremsen Geld-Pont; enem jet op het Bruət schm. einem etwas vorwerfen Heinsb; en Aug drop schm. etwas beobachten; liebäugeln Berg, Allg.; dat Hus wird e der Laihme geschmesse das Fachwerk mit Lehm beworfen Siegld; he schmess de Ben en de Fott (Gesäss) on lief Sol-Leichl; de schmitt der Kopp enne Nock (Nacken) ist stolz Kemp; de Flent en't Korn schm. wie nhd. Rip, Allg.; ek schm. et (das Essen) en paarmol in der Mongd eröm un wönsch em gudde Res sagt der Zahnlose Gummb-Berghsn;

[Bd. 7, Sp. 1455]
he schmess de Nas nom Wedder schaute nach dem Wetter aus Sol (rip.); met et Geld öm sech schm. nur so Geld ausgeben Nfrk, Allg.; se schmess sech rasch e Kled üvver, — e Kl. üvver sech Rip, Nfrk. — ζ. de Ben ongerenschm. (untereinander-) nachlässig, torkelnd gehen SNfrk, Allg., de schmitt de B. o. wie en nöəter (nüchtern) Kolf Kemp-SPeter, — ene besoope Bur ebd.; met dem Geld wie doll herömschm. Berg, Allg.; den hot mir e poar Aəw (Augen) dohingeschmess mich böse angesehen Merz; etwas wit wegschm. in Abrede stellen; sech w. sich an ein nicht ebenbürtiges Mädchen hängen Allg.; die et Hirode so wit (weit) fortschm. (ablehnen), die send am iərschte dran MGladb, Rip, Nfrk. — η. äne schm. einen trinken, sich einen genehmigen Koch-Laub. — θ. en Runde schm. eine R. Bier ausgeben, nach dem Nhd. Allg.; äne schm. einen Trunk für den andern mitbezahlen, auch änem äne schm. Saarbr, Verbr. — ι. absol. αα. de Moll schmitt wühlt Gummb, Wippf. — ββ. der Gaul schmeisst (d. h. die Hinterbeine nach aussen) er schlägt aus Rhfrk. — γγ. et schmiss, et es am schm. der Regen klatscht gegen die Wand, u. ein feiner Regen fällt nieder Rip, auch n. Benr.-L. -īst in Eup, Erk, MGladb, Grevbr, Düss; et schmeisst es regnet heftig Goar, Zell; der Ren schmitt op (van) diser Sit OBerg. — δδ. der Wein schmeisst gärt heftig Bernk-Wolf. — κ. refl. αα. absol. sich schm. sich im Bette wälzen Mosfrk; sech schm. on risse in Unfrieden leben Sieg-ODollend. — ββ. mit Ortsangabe; dat Fromesch (Fraumensch) schmitt sech jeder an der Hals wie nhd. SNfrk, Allg.; sech op wat schm. sich drauf (auf ein Tun) verlegen Rees, Nfrk, Rip; sech op de Stohl, — op (en) et Bett schm. wuchtig niederlassen Rip, Allg.; sech en de Kluft (en Lack) schm. sich fein ankleiden Berg, Verbr.; sech en de Brost (Borst, Bosch) schm. sich brüsten Allg., — wie de Hippe (Ziege) en't Krütz (Kreuz) Mettm-Kuchhsn, — as ene Klöt (Spatz) in die Perdskötels Klev, — wie ne Kieler Sprott MGladb; sech en de Röck schm. wie ne Hahn Dür-NZier, Geld-Nieukerk; sich in de Flanke schm. dass. Geld-Walbeck; sech en der Geck schm. aufbrausen MGladb. — Sech (em Bett) erömschm. wälzen Allg.; de Wöngk (Wind) schmitt sech eröm verändert sich Kemp; sech derniəe (dahl) schm. sich setzen, sich hinlegen Nfrk; mer mott sech net fortschm. man muss auf sich halten Nfrk, Allg. — 2. einen schm., prügeln, bes. bei Schlägereien Siegld, Prüm-Mürlenb 1860. — 3. intrans. fallen; he ös en den Weiher geschmössen OAltk, Siegld; er is de ganze Längd no hingeschmiss, raus-, runnerg. Rhfrk, Siegld. — Abl.: die Schmeisserei, dat Geschmeiss.