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 PfWB schnellen (Bd. 5, Sp. 1320)   PfWB schmeißen (Bd. 5, Sp. 1157)   PfWB Sack (Bd. 5, Sp. 687) 
   schnellen schw.:
1. 'eine rasche Bewegung machen, etwas rasch in Bewegung versetzen, springen (lassen)', schnelle (nęlə) [RO-Dielkch Obd PS-Gersb LU-Friesh NW-Geinsh Kallstdt LA-Wollmh BZ-Dernb GH-Kuhdt, Lambert Penns 137]; Part. Perf. g'schnellt (gnęld) [BZ-Dernb GH-Kand, Lambert Penns 137]; Zs.: PfWB auf-, PfWB zurückschnellen; Syn.: PfWB abschnelzen, PfWB auffahren 1 b, PfWB aufkippen, PfWB aufschnappen 2 a, PfWB prallen, PfWB pritschen 4 a, PfWB toppen, PfWB dornschnäppen, PfWB tupfen 1aβ, PfWB fahren I 3 b, PfWB verschlenkern 2, PfWB feuern 2 c, PfWB fliegen 2, PfWB fortknäubeln, PfWB fortschießen, PfWB fortschlenkern, PfWB fortschnärren, PfWB fortschnellern, PfWB fortschnelzen, PfWB fortschnicken, PfWB geheien 1 a, PfWB hereinschlenkern 1, PfWB herschleudern, PfWB herumschukken, keideln1 2b, PfWB knallen 2d, PfWB knällen 2, PfWB knällksen, PfWB rollen 1d, PfWB schicken1 1 b ek">β<, PfWB schießen 1c, PfWB schlaudern 1a, PfWB schlauzern, PfWB schlenkern 1 b, PfWB schlenzeln, PfWB schleudern 1 a, PfWB schmeißen 1 a, PfWB schmettern 1, PfWB schnalzen, PfWB schnappen 4, PfWB schnäppen 1, PfWB schnärren 1a, PfWB schnätzeln, PfWB schnätzeln, PfWB schnätzen, PfWB schnaupeln, PfWB schnellern 1, PfWB schnelzen 1, PfWB schnelzern 1, PfWB schnicken, PfWB schnurren, PfWB schuben, PfWB schucken 1b, PfWB spritzen 3. De Fisch schnellt [ PS-Erfw]. Der Fusch schnellt aus em Wasser [ BZ-Dernb]. Der Fisch is g'schnellt [ GH-Kand]. Der Zweig schnellt in d' Höich [ BZ-Dernb]. Die schnelle deim Hinnermann jo ins G'sicht [ BZ-Dernb]. —
2.
a. 'mit dem Finger etwas ruckartig fortschleudern', bes. beim Klickerspiel, schnelle [ KU-Nerzw KB-Niefh FR-Bockh Merth LU-Altr SP-Heiligst LA-Offb GH-Leimh]; Syn. s. PfWB schnellern 2 a; s. K. 243 knäupeln; de Klicker sch. [ PS-Erfw LA-Mörzh]; nach de Kaut sch. [ SP-Heiligst]. Die hot alle drei Knepf ins Käutel g'schnellt, beim Knopfspiel der Kinder [ BZ-Dernb]. —
b. 'mit den Fingern knipsen und dabei ein Geräusch machen, schnalzen' [ SP-Heiligst]; vgl. PfWB knaupeln 1bα, PfWB schnellern 2 b. Er hat

[Bd. 5, Sp. 1321]
ihm unter die Nase geschnellt [Klein Prov. 134]. — x
3. 'sich an die Arbeit begeben, tätig werden'. Nau du dich moll wennich schnelle [Beam Penns 95]. —
4. 'betrügen'. Er hat mich drum geschnellt [Klein Prov. 134]. — RhWB Rhein. VII 1612; ElsWB Els. II 500; Hess.-Nass. III 358; Kluge-Seebold22 647.

 

   schmeißen st.:
1.
a. 'einen Gegenstand werfen, wegwerfen', schmeiße (maisə) [verbr. ges. Pf, PfId. 126, Beam Penns 94 Krämer Gal 188], schmäise (męisə) [IB-Ommh (Walle 38)], schmisse (misə) [IB-Ormh lothr. SWPf]; Part. Perf. g(e)schmisse (gmisə, gəmisə) [LU-Alsh/Gr NW-Mußb Wachh verbr. VPf, Krieger 26, Lambert Penns 136 Beam Penns 94 PennsDeitsch-Eck 12. 4. 1941], g'schmesse (gmęsə) [PS-Erfw LA-Nußd Venn BZ-Stein, Karch Jockgr/Nd'horb 214], g(e)schmiss (gmis, gəmis) [KB-Kriegsf, Don-Schowe Torscha Krämer Gal 188], g'schmess (gmęs) [KU-A'glan RO-Sippf, Mang 98 NPfGV 8 1934]; vgl. PfWB brausen 2, PfWB daraufpfeffern 1, PfWB feuern 2c, PfWB geheien 1a, PfWB rugeln 2, PfWB schicken1 1bα, PfWB schleudern 1a, PfWB schmettern 1, PfWB schocken 1, PfWB schuben 1 b, PfWB schucken 1a, PfWB werfen; Zs.: PfWB ab-, PfWB ane-, PfWB an-, PfWB aufeinander-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB darauf-, PfWB tot-, PfWB durch-, PfWB Eier-, PfWB ein-, PfWB ver-, PfWB vor-, PfWB fort-, PfWB herab-, PfWB heraus-, PfWB herein-, PfWB her-, PfWB herum-, PfWB herunter-, PfWB hinab-, PfWB hinan-, PfWB hinauf-, hinaus-, PfWB hinein-, PfWB hin-, PfWB hinunter-, PfWB Kauten-, PfWB nach-, PfWB über-, PfWB um-, PfWB weg-, PfWB wider-, PfWB zurück-, PfWB zuschmeißen; Erd uff de Sarg sch. [ LA-Maik]; Schneeballe sch. [ LU-Alsh/Gr GH-Kand]; die Kläärer vum Leib sch. [ ZW-Bechhf]; sich in Gala

[Bd. 5, Sp. 1158]
sch. [ LU-Böhl], hat sich in Gala geschmiß [Krieger 16], sich in de Anzuuch sch. 'sich aufputzen' [Höh 144]. Schmeiß da Bolle! 'Wirf den Ball!' [Danner Penns 148]. Der schmeißt en uff de Borrem (Boden), daß em de Sack kracht [ ZW-Gr'bundb]. Er hott sich vor de Zug geschmisse, wenn einer Selbstmord begangen hat [ NW-Mußb]. Waß gischde, waß haschde hot das Schinnos die Schissel met de Grumbeere genumm un hot m'rsche met Dräck un Schpäck for die Fieß geschmeß [NPfGV 8 1934]. Unn die Bäwwel schmeißt ehr Schnerrbään 'Hinkebein' [Kunnrädel 84]. RA.: Durch dem sein Bään kann mer e Bierfässl (Rääwehääsl 'Rebholzbündel') sch., von einem mit O-Beinen [ LA-Maik, LA-Gommh Wollmh]. Wam mer die werrer die Wand schmeißt, dut se dran henke bleibe, von einer schlampigen und schmutzigen Person [ LA-Nd'hochstdt]. Domit kennd ma da e Loch inn de Kopp sch. [Westricher Kalender 1957 102]. Dem schmeiß ich en Prichel (e Knibbel, ebbes) ins Kreiz, Androhung oder Durchführung einer Züchtigung für Mensch und Tier [ LA-Gommh, KU-Bedb LU-Opp BZ-Dierb]. Hot met em Herr Parrer Griewe geß, war er so wieschterlich, hot net genunk krieht, hot er'm e paar ans Maul geschmeß, bei Ausschlag am Mund [ PS-Geisbg, KU-Nerzw HB-Höch ZW-Walshs KL-Mölschb Reichb PS-Heltbg H'einöd FR-Bockh Carlsbg Quirnh]; s. PfWB Griebe 1 a. Ich schmeiß der aach emol en Stee in de Gaarde, sagt man, um sich für einen Gefallen zu bedanken oder wenn man jemandem bei passender Gelegenheit einen Gegendienst erweisen will [LA-Gommh, verbr. ges. Pf, Thielen So rerre mer 111 Bernhard 164 Kamm 89], ebenso: Du kannsch mer ach emol e Has in die Kich sch. [Bergz (Kamm 89)]. Sie rafft die Steen uf un er schmeißt se, wenn beide gleichermaßen an einer schlechten Tat beteiligt sind [Gal-Dornf, verbr. Gal Don-Neufutok Rußl-Katht Sulz Worms]. Des isch grad, als wan mer Arbse (Erbsen) an die Wand schmeißt, von einer hoffnungslosen, sinnlosen Sache [ BZ-Billh]. Der is wie e Katz, denn kannscht sch., wie de willt, er fallt immer uf die Fieß [ Don-Liebl]. So schmeißt mer em Hund e Stick Brot hee, wenn jemand etwas unfreundlich übergibt oder hinwirft [ KB-Bischh]. Er loßt sich net aus'm Sattel sch., von einem, der sich behaupten kann und in einer Sache Festigkeit bewahrt [ NW-Geinsh, mancherorts]. Der schmeißt Hoseknepp in de Klingelbeitel, von einer geizigen Person [Krieger 11]. Mit dem esch bäis Kerschen essen, der schmeißt em die Steel ins Gesicht, von einem unangenehmen Menschen, mit dem nicht gut auszukommen ist [ BZ-Dernb]. Er schmeißt die Flint ins Korn, von einem, der vorschnell mutlos aufgibt [ SP-W'see, mancherorts]. Schmeiß de Rieme uff die Ojel (Orgel)!, Aufforderung, mit der Arbeit zu

[Bd. 5, Sp. 1159]
beginnen [Thielen So rerre mer 103]. Er werd bald bei 's alt Eise geschmiß, wenn einer das Greisenalter erreicht hat [ KB-Kriegsf], ähnlich: Der g'heert zum alde Eise g'schmesse, wenn einer bettlägerig ist und nicht mehr arbeiten kann [ BZ-Stein]. Die g'heeren uf d' Kelderpress g'schmesse, Verwünschung [ LA-Nußd]. Du desch (tätest) aa e Brotworscht noom Schinke sch., wenn jemand einen sehr ungleichen Tausch machen will, oder auch umgekehrt: e Schinke no rer Brotworscht sch., eine größere Sache wegen einer kleineren aufs Spiel setzen [Kaislt NW-Freinsh, Bayerland 1933 480], weitere Var. s. PfWB Schinken 1 a. Eem ebbes (en Hunnerder, Dausender, Geld) en die Ribbe sch. 'jemanden bestechen' [PS-Rodalb (Bernhard 218), LU-Friesh Opp NW-Freinsh Kallstdt Wachh Land LA-Gommh GH-Kand]; vgl. PfWB Rippe 1 a α. Er dut em e Sprenkel (zwische die Bään) sch. 'Er stellt ihm eine Falle, bereitet ihm ein Hindernis' [ HB-Kirrbg]. Der kann de Leit am beschde Sprenkel sch. [ WD-Niedkch]. SprW.: Wer die Stää uffrafft, soll se aach sch., der Urheber soll den Plan auch ausführen [Thielen So rerre mer 111]. Mer kann die Katz sch., wie mer will, die fallt immer uf die Fieß [ Buch-Illisch]. Mer schmeißt rechter oom bese Hund e Brocke hie wie em gude, wenn man in scheinbar widersinniger Weise gerade einem unangenehmen Menschen etwas zukommen läßt (um ihn gnädig zu stimmen) [Gal-Landtr]. Alde Knoche schmeißt mer hinner die Deer (Tür), so sagen alte Leute von sich [ HB-Kirrbg]. Mer kriet nix in die Ribbe geschmeß 'Leistung muß erbracht werden' [Thielen So rerre mer 103]. BR.: Der Michel schmeißt das Kraut, in den (nebligen) Herbstnächten um den Michaelistag (29. September) herum reift das Kraut, d. h. die Krautköpfe schließen sich, werden fest und hell [JKurpf. 1934 21]. Volksgl.: Wammere Kuh 's Kalb nemmt, muß mer der Schärz unnich die Dier sch., noh kriggt sie 's Heemweh net [Fogel Beliefs Penns Nr. 815]. Heit werren die Zähn ins Feier geschmisse, von gezogenen oder ausgefallenen (Milch-)zähnen, damit schneller neue nachwachsen sollen [ LU-Alsh/Gr]; eine Var. s. PfWB Bettlade 1. Volksmed.: Die feirich Ros is gleich veriwwer, / Do schmeißt mer 'n Schipp voll Feier driwwer, zur Heilung der Gesichtsrose [Birmelin Penns Gezw. 66]; s. PfWB Rose 2aβ. Un Seitesteche werd vergeh, / Do spaut (spuckt) mer drei mol uf en Stee, / Noh schmeißt mer 'n hinner sich eweg, / Un do verlosst 's eem uf em Fleck [Birmelin Penns Gezw. 68]. KR.: Nikelaus, fang die Maus / schmeiß die Katz zum Fenschder naus! (am Nikolaustag, 6. Dezember, gesungen) [ LA-Nußd]. Heut abend kommt der Nikolaus, / was will er denn mit mir? / Ich krieg ihn an der Zippelkapp / und schmeiß ihn vor die Tür (Weihnachtsspruch) [ KB-Kerzh]. Weitere KR. s. PfWB Katzuff, PfWB Schnecke. Schnell-

[Bd. 5, Sp. 1160]
sprechverse: Wer schmeißt dann do mit Ebbel? / Des is es Franzsepps Seppel [PS-Burgalb (Wilde 10)]. Wer schmeißt dann do mit Beere? / Des is es Franz - Sepps Pere [PS-Burgalb (Wilde 23)]. VR.: Mutter, geb'n mer e Nodel. / - Was tuschte mit der Nodel? / Säckelche nähe. / - Was tuschte mit'm Säckelche? / Steencher raffe. / - Was tuschte mit'm Steenche? / Völche sch. / - Was tuschte mit'm Völche? / Brode. Daß mei Peif soll gut, gut, guut gerode [ Gal]; Var. s. PfWB Pfeife, PfWB braten, PfWB Vogel, PfWB Mutter, PfWB Nadel, PfWB Sack. Weitere VR. s. PfWB predigen 1, PfWB Eisen 1, Fels(en)hütte, PfWB Hühnerhaus, PfWB Jakob 1 a, PfWB Schneider. Anfang eines Liedes: Wer schmeißt dann do met Gummere (Kukumer), gi, ga, Gummere [Kaislt LU-Limbghf]. Beim Kegelspiel: e Loch sch., die mittleren Kegel herauswerfen [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB Loch 4. Er hot en Stier geschmisse, die drei hintereinanderstehenden mittleren Kegel getroffen [Krieger 44]. Beim Klickerspiel: in die Kaut sch. 'die Zielmulde treffen' [ SP-Ottstdt]; vgl. PfWB Kaute 1gα, PfWB Kauten-, PfWB Spannenschmeißen. Weitere Spiele: Steen sch. [Frankth]; vgl. PfWB Bohnchens, PfWB Knöpfchens, PfWB schnellern, PfWB Stein. —
b. 'Dünger werfen, bes. Kunstdünger'; Dinger geschmeß [ KU-Kreimb]. Im Frihjohr werd geschmesse [ LA-Herxh]. Dinger uf die Wiss sch. [ NW-Wachh]. Mer schmeiße was uff die Wiss! [ LA-Roschb]. Dreck (s. PfWB Dreck 2 g) uf die Wiese sch. [ HB-Alth]. —
2.
a. 'umwerfen'. Du halscht kän Mooß mehn un kän Ziel, / Deß schmeißt de schterkschte Gaul [Kühn Schnitze I 7]. Der Wein schmeißt 'ist stark, wirft (einen) um' [PfId. 126]. —
b. '(hin)fallen'. Er is geschmeß [KU-Jul Rathsw NWPf PfId. 126 Thielen 100]; vgl. PfWB hin-, PfWB hinunterschmeißen; Syn. s. PfWB hinfallen. —
3. 'Junge bekommen', von weiblichen Tieren [mancherorts]; vgl. PfWB machen 1bδ, PfWB werfen. Die Loos schmeißt Junge 'Das Mutterschwein bekommt Ferkel' [ LU-Opp]. —
4. 'mit dem Hinterbein ausschlagen', Unart von Haustieren [verbr. ges. Pf, PfId. 126 Heeger Tiere 13 Mang 121 Kühn Schnitze I 253 Kühn Hamet 133, Krämer Gal 188]; vgl. PfWB Schmisser 1 a; Syn. s. PfWB ausschlagen. De Gaul schmeißt [ KU-Hundh KB-Albish Gal-Josbg]. Bass uff, der schmeißt! [ KU-A'glan]. Der Massik schmeißt! [ LU-Friesh]. Er dut sch., er is e Schmisser, e Massik [ KB-Kriegsf]. Bleib eweg, de Gaul schmeißt! [ NW-Frankeck]. Das Perd schmeißt [ KL-Matzb]. Rätsel vom Sägebock: Aich (ich) hun e Bock, der stooßt net un schmeißt net un scheißt net [ KU-Reiffb], s. PfWB Bock 4 b. —
5. übertr.
a. 'mit Blicken anstarren, Blicke nachwerfen'; vgl. PfWB hinschmeißen 1 b. Die hat mer e paar Aage geschmisse 'Die hat mich verliebt angeschaut' [Krieger 26]. Brauscht ken so beese Agje nuch mer schmisse [Reichard Penns 142]. —
b. 'etwas ab- oder ausstrahlen'. Die Sunn

[Bd. 5, Sp. 1161]
schmeißt Strahle [ LU-Alsh/Gr]. Du schmeischt awer e schmale Schadde! [ LU-Opp]. Die Grossmutter ihre Aage hen Feier g'schmisse [Penns-DeitschEck 12. 4. 1941]. Der Offe schmeißt en scheeni Hitz [Birmelin Penns Poems 52]. —
6. 'ausgeben, bezahlen, spendieren'; RA.: e Rund sch. [RO-Obd Sippf LU-Opp]; e Faß sch. [ NW-Kallstdt]. Er hot heit die Spendierhouse a, do schmeißt er e Fässel [ BZ-Dernb]. Schmeiß emool e Humbe! (s. PfWB Humpen) [ LU-Oggh]. Werds manchemol zu kunterbunt, schmeißt de Wärt e »Friedensrund« [Damm Schoggelgaul 60]. —
7.
a. 'eine Sache erfolgreich erledigen' [vereinzelt]. Hurra - Hurra! ruft jetz de Schorsch. / Aldi, die Kischd isch gschmisse [Kunnrädel 77]. —
b. 'jemanden grob beleidigen, vor den Kopf stoßen'; Grobheide an de Kob sch. [ RO-Obd]; de Beddel vor die Fieß sch. [Bergz (Kamm 89)]. Ich dun dir was vor die Fieß sch. [ NW-Hardbg]; vgl. PfWB vorschmeißen. — RhWB Rhein. VII 1452 ff.; LothWB Lothr. 455 schmissen; ElsWB Els. II 488 schmissen, schmeissen.

 

   Sack m.:
1.
a. 'länglicher, größerer Behälter aus Stoff zur Aufbewahrung oder zum Transport von körnigen oder kleinstückigen Gütern', Sack (sag, sg) [allg., Lambert Penns 129 Krämer Gal 179], Pl. Säck (seg, sęg) [allg., Mang 88 Schneckenburger 21]; Dim. Sg. Säckche, Säckje [mancherorts WPf NOPf, Lambert Penns 148], Säckelche, Säckelje [mancherorts WPf MPf, Mang 92], Säckel [verbr. VPf], Pl. Säckcher [WPf], Säckelcher [mittl. WPf östl. VPf], Säcklich [mancherorts SOPf], Säckle [mancherorts SOPf]. Zs.: PfWB Papier-, PfWB Bauern-, PfWB Bettel- 1, PfWB Bohnen-, PfWB Post-, PfWB Brech-, Pispert-, PfWB Bücher-, PfWB Büchsen-, Tabak-, PfWB Deisem-, PfWB Dreck- 2 a, PfWB Dung-, PfWB Dünger-, PfWB Frucht-, PfWB Gras-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Guano-, PfWB Hafer-, PfWB Hutzel-, PfWB Juden-, Jute-, Kamillen-, PfWB Kartoffel-, PfWB Käse-, Klammer-, Kleesamen-, PfWB Kleien-, PfWB Klicker- 1, PfWB Knochenmehl-, PfWB Kohlen-, PfWB Krabbel-, Kunstdung-, PfWB Laub-, PfWB Leinwand-, PfWB Lumpen- 1, PfWB Lupf-, PfWB Mahl-, PfWB Malter- 1, PfWB Mehl-, PfWB Mund-, PfWB Netz-, Quetschen-, PfWB Ruck-, PfWB Saat-, PfWB Salz-, PfWB Sam-, PfWB Sä-, PfWB Sauerkalk-, PfWB Schlacken-, PfWB Schlackenmehl-, PfWB Schnapp-, PfWB Schnitzen-, Schullehrer-, PfWB Stinker-, PfWB Stinkert-, PfWB Stinkzeug-, PfWB Wecksack, -säckchen; e S. voll Korn (Gras, Kohle, Geld) [Kaislt, verbr.]. De Belzenickel hot e S. fer die beese Buwe, in den sie angeblich gesteckt werden sollen [ LU-Alsh, mancherorts]. Vergleiche u. RA.: mit S. un Pack [mancherorts, Lambert Penns 129 Krämer Gal 178]; dunkel (finschder) wie imme S. [ ZW-Gr'bundb, mancherorts]; do leie (falle, hinplotze, schlofe) wie e (nasser) S. [ ZW-Gr'bundb, mancherorts]; so dick wie e ausgestoppter S. [Westrich Kalender 1957 103]. Ein Kleidungsstück is weit wie e S. [ KU-Obw/Tiefb, mancherorts], hängt an em wie e S. [ KB-Kriegsf, mancherorts]. Er steht drin (im Anzug) wie im S. [ LU-Alsh, mancherorts]. Das is de reinscht S., von einem zu weiten Kleidungsstück [ ZW-Gr'bundb]. Er wehrt sich wie e Katz em S. [ KB-Bennhs, FR-Bockh]. Der strääbt (sträubt) sich mit Hänn un Fieß wie e Katz, wo in de S. soll [ KU-A'glan]. Er kaaft die (keen) Katz im S. 'Er kauft (übernimmt) etwas (nichts) unbesehen' [KL-Alsbn, verbr.]. Der hot die Katz aus em S. geloß 'Er hat seine Meinung gesagt, einen bisher unbekannten Sachverhalt kundgetan' [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. In dem S. fangen hunnert Katze keen Maus, von einem löcherigen Sack [ NW-Frankeck, mancherorts Gal]. Die bringt mer in ken S., von lebhaften, tempera-

[Bd. 5, Sp. 688]
mentvollen, verrückten Menschen [KU-Bedb, verbr.]. Er geht (paßt) in kään S., dass. [KU-Schmittw/O, Thielen So rerre mer 106]. Mein Hoor sin in ken S. se bringe, von widerspenstigen Haaren [ RO-Alsbr]. S war grad, als wann de Deiwel sein Sack ausgeleert hätt [PfMus. 1887 87]. Der is so gelenkich wie e Sack voll Gääßeherner, von einem Ungelenkigen [ LU-Friesh, NW-Kallstdt]. Die sieht aus wie e S. voll Kochleffel (Gääßeherner), von einer Mageren [LU-Friesh, Hebel 13]. Er is gewerfelt (schlau) wie e S. voll Gääßeherner [Hebel 16, LU-Böhl]. Er is so hell uf de Platt wie e S. voll Klammere, nämlich dumm [ RO-Winnw]. Dem sei S. hott kää Borrem, von einem Unersättlichen [ RO-Odh]. Er hat Dreck im S. 'Er hat ein schlechtes Gewissen' [Kaislt], 'ist ein verschlagener Bursche' [ KU-Roßb]. Er hat kän Zeit im S. 'Er hat keine Zeit' [Kaislt]. Er haut in de S. 'Er verläßt seine Arbeit, gibt auf' [ HB-Kirrbg, vereinzelt]. Der steckt sein Maul net in de S. 'Er schweigt nicht still' [ KU-Schmittw/O]. Er wääß net, wie er seine S. hinke (hängen) soll 'Er weiß nicht, wie er sich verhalten soll' [ KU-Kollw]. Dem han ich gesaat, wie mer de Sack hängt 'Ich habe ihn mit Worten (Schlägen) zurechtgewiesen' [ KL-Wörsb]. Mach mer kään Raach (Rauch) in de S.! 'Erzähle keine Märchen, beschwindele mich nicht!' [Kaislt Pirmas]. Er horre (hat einen) S. voll gar nix 'Er hat gar nichts' [ ZW-Gr'bundb]. Wenn eine Speise nicht ausreicht, so macht man e Quascht an de S., bildl. vom nicht gefüllten Sack mit großem Zipfel [RO-O'mosch (Eid 90)]. Ich huns im Sack un hun ne aach zugebunn 'Das Geschäft ist perfekt' [Thielen So rerre mer 106]. Wenn jemand die Tür nicht schließt, sagt man zu ihm: Gell, ehr han dehaam e Sack (Säck) vor de Dier [KB-Kriegsf, verbr.]. Er hat ne im S. 'Er hat ihn in seiner Gewalt' [KU-Hundh, verbr.]. Denn steck ich in de S. 'Dem bin ich überlegen' [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Der steckt den zehnmol in sei S. 'der ist ihm haushoch überlegen' [ KL-Alsbn]. Von Personen, insbes. Kindern, die nach dem Weinen bald wieder lachen, sagt man Der hat aa es Lache un es Greine (Heile) in ääm Säckelche [Pirmas, verbr., auch Auslandspfälzer]. Er lacht un heilt (kreischt) in (aus) eem Säckelche (Sack) [KU-Diedk, Kollw Thielen So rerre mer 106 Don-St. Andreas]. Bei Nichtigkeiten, nutzlosen Streitereien, sagt man: Do is der S. de Bendel net wert [Trifels 20/1928]; des esch de S. de Bennel net wert [SOPf (Heeger Nachl.)]; 's esch Sacks Binnel net wert [ BZ-Dierb, NW-Haßl Spey]; dar es (Das ist) Sacke Bennel net wert [ KU-Kaulb]; vgl. auch PfWB Sackbändel. Flüche (aus Sackerment, Sakrament umgebildet): S. Zement! [ LU-Friesh, vereinzelt]. Herrgott, S. uf am Bännel! [ PS-Saalstdt]; weitere Flüche mit S. s. PfWB Himmel

[Bd. 5, Sp. 689]
3 a. SprW.: Zuveel (Allseveel, Was zuviel is) verreißt de S. [ KU-Schmittw/O, mancherorts, auch Don Gal Buch]. Wann de S. voll is, sell mer'n zubinne [LA-Impfl, verbr., auch Don Gal Buch]. E leerer S. bleibt nit stehe (steht nit, fallt um), d. h. 'Ohne Essen im Magen, kann man nichts leisten' [GH-Neubg, verbr.]. In e Quack geht soviel wie in e S., d. h. 'kleine Menschen essen so viel wie große' [mancherorts Don Gal Buch]. De bescht S. kriet emol e Loch [ KU-Schmittw/O]. Der de S. hält, esch so gut wie der neinschitt 'Der Helfer ist ebenso beteiligt wie der Täter' [ BZ-Dierb]. Uff de S. kloppt mer, unn de Essel maant mer [PfMHk. 42/1925 177]. Liewer en S. voll Fleh hiere (hüten) wie e Mädel (Weibsbild), (wu heirade will) [ NW-Kallstdt, mancherorts, auch Gal Buch]. E Spatz em S. es besser als e Amschel en de Horebach [ WD-Niedkch]. BR.: Wann die Sunn in de S. schluppt (beim Untergehen in einer Wolke verschwindet), gibts Reen [ ZW-Gr'bundb]. Rätsel: Weller S. is am schwerschde se traan? (der Bettelsack) [ KL-Reichb]. VR.: Neujahrsspruch: Pros Neijohr, e Säckel voll Minz (Münzen) / do bin ich reich wie e Prinz [ BZ-Schweig]. Derbe Abwandlung eines Neujahsspruchs (s. PfWB Geißenhaar): Ich winsche eich e S. voll Gäßehoor un e Arsch voll Grind, / daß ehr nimmi scheiße kinnt [Thielen So rerre mer 106]. Ich wollt, ich hätt e S. voll Gold, / do dät ich awer nimmi laafe, / do dät ich mer Gail un e Schesel kaafe [PfL v. 15. 9. 1934]. Weitere VR. s. PfWB Anna-Maria, PfWB Pfanne 1 a, PfWB Fuchs 2 b, PfWB Heinrich 1 a, PfWB Kristkind, PfWB Kuchen 1 b, Lauer3, PfWB Leberwurst, PfWB Müller 1, PfWB Mutter 1 a, PfWB Oberland 1, PfWB Quack 1. 16. Jh.: dem soll der muller ein sack leihen vnd das korn darein fassen [PfWeist. 682 (KB-Göllh)]. —
b. 'Maß für Getreide, Mehl' [mancherorts]; Pl. wie Sg.; Angaben zur Maßrelation: ein Doppelzentner [mancherorts gesamte Pf], 8 Simmern [ LA-Mörzh]; Zs.: PfWB Anderthalbzentner-, halbmalter-, PfWB Zweizentnersack; e S. Korn [ RO-Dielkch]; drei Sack Hawwer [Krämer Gal 179]. RA.: scherzhafte Maßangabe: finfezwanzich un e S. voll [ LA-Altd]. —
c. in Funktion, Form oder Material einem Sack vergleichbare Gegenstände in den Zs.: PfWB Aufwäsch-, PfWB Aufwisch-, PfWB Bast-, PfWB Plump- 3, PfWB Brief- 2, PfWB Putz-, PfWB Trompeten-, PfWB Geigen-, PfWB Dudel-, PfWB Feder-, Kindsstroh-, PfWB Klarinetten-, PfWB Netz-, PfWB Spreu-, PfWB Stroh-, PfWB Wasser-, PfWB Windsack.
2.
a. 'Tasche in Kleidungsstücken' [verbr.]; vgl. PfWB Säckel 1 a; häufig differenzierend in den Zs.: PfWB Arsch-, PfWB Pfaffen- 1, PfWB Brief- 1, PfWB Brieftaschen-, PfWB Brot- 1, PfWB Brust-, PfWB Brustlappen-, Brusttuch-, Busen-, Buxen-, PfWB Diebs-, PfWB Hamster- 1 b, Hosen-, Innen-, Joppen-, Kittel-, Kleider-, Leibels-, Neben-, Meter-, Rock-, Säckchen-,

[Bd. 5, Sp. 690]
Schillee-, PfWB Schnapp-, PfWB Schub-, PfWB Schurzen-, PfWB Uhren-, PfWB Wams-, PfWB Westen-, PfWB Zwerchsack, -säckel; die Hänn im S. han [ KU-Körbn, mancherorts]; vgl. PfWB Hand-im-Sack. Er fahrt in de S. 'Er fährt mit den Händen in die Hosentaschen' [ KU-Diedk]. De Kiddel franselt schun an de Säck aus [ LU-Alsh]. Der eßt aus'm S. 'Er ißt nebenbei, bei der Arbeit aus der Tasche' [ KL-Hütschhs]. Do kammer doch die Händ net in de S. stecke 'Da kann man nicht tatenlos zusehen' [ GH-Schwegh]. De Sepp hat mäi Säck gefisselt 'Der Sepp hat meine Taschen durchsucht' [ IB-Ommh]. Ob er die Bicher hot rette wolle, orre ob er sich die Säck voll Ziga stecke wollt, des waß ich net [PfRSch v. 29. 10. 1933]. RA.: e Fauscht im S. mache 'sich seine (ohnmächtige) Wut, sein Unbehagen nicht anmerken lassen' [KB-Dannfs, verbr.]. Dem esch 's Herz in de S. gefalle 'Er hat den Mut verloren' [ LA-Wollmh]. Er hot immer e Stää im S. 'Er ist ein hinterhältiger Bursche' [Thielen So rerre mer 111]. Wann ich dich anguck, geht mer 's Messer im S. uf [ KU-Kaulb]. Wenn jemand ängstlich schaut, sagt man: Ich beiß dich nit - ich hab noch e Stick Brot im S. [Spey]. Kindern, die fortwährend ihre Hände in den Hosentaschen haben, droht man: Die Fleh (Mais) im S. beißen der die Nächel (Finger) ab! [ ZW-Bechhf, KL-Hütschhs PS-O'simt]. SprW.: Rechter (Besser) e Stick Brot im S. als e Feder am Hut [Kus, Bergz (Kamm 87) Don]. VR. s. PfWB Pack 1, PfWB Messer1. a. 1545 (Abschr. 1601-1621): Kein schütz niemandts nichts abessen oder in seinen busen oder seckh fassen, dasselbig heim Zuo tragen [DirmstA-Weist.]. —
b. 'Tasche für Geld, Geldbeutel' [verbr.]; vgl. PfWB Säckel 1 b; Zs.: PfWB Geldsack 1. Ich häb nor Kläängeld im S. [ BZ-Dernb]. Der dut aam (einem) 's Geld aus'm S. lockere (locken) [ KU-Kaulb]. 's Finanzamt holt de Leit de letscht Knopp aus'm S. [ ZW-Battw]. Er hat's aus seim S. bezahlt [ KU-Gumbsw]. Mer muß gucke, wie mer zu seim Geld kommt, das in anner Leit Säck steckt [ WD-Niedkch]. Der war a rejch, im S. war ebbes drin [Kraus Sellemols 41]. RA.: die Säck (de Sack) zuhawwe (zuhalde) 'knauserig, geizig sein' [ BZ-Albw, mancherorts]; die Hand uf de S. halle, dass. [ KU-Bedb, mancherorts]; met em Elleboo net en de S. komme 'nicht zahlen wollen oder können' [ KU-Bedb, vereinzelt]; (dief) in de S. greife (lange, steie) '(viel) bezahlen müssen' [KB-Dannfs, verbr.]; 'm Vadder uf'm S. leie 'vom Vater finanziell abhängig sein' [ KU-Kaulb, vereinzelt]; in sein S. schaffe 'zu seinem Vorteil, Nutzen arbeiten' [ NW-Hardbg, mancherorts]; nore far in seine S. sarje (sorgen), dass. [ KU-Kaulb]; sich in seine S. erre (schnerre, verrechele) 'sich zu seinen Gunsten verrechnen' [KU-Bedb, verbr.]. Der liegt in sein S. 'Der lügt zu seinem Vorteil' [ BZ-Gossw]. Er is e Narr (is dumm) in sein S. 'Er

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stellt sich dumm zu seinem wirtschaftlichen Nutzen, weiß trotz anscheinender Beschränktheit seinen Vorteil zu wahren' [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Er hot veel im Kopp un nix im S., von einem, der große Pläne, Ansprüche, aber keine Mittel hat [ LA-Herxh]. Dem huppst 's Geld aus'm S., von einem Verschwender [ ZW-Gr'bundb]. Der kriet aach de S. net voll genug, von einem Habgierigen [Krieger 57]. SprW.: Im letschde Klääd 'Im Totenhemd' hot mer kenn S. [ NW-Kallstdt]. Volksgl.: Wann mer de Guckuck zum erschde Mol heert kreische un hot Geld im S. (un mer rappelt mit'm Geld im S.), hot mer 's ganze Johr [ NW-Wachh, mancherorts]. Wann mer en Stern sieht schieße un hot Geld im S., hot mer 's ganz Johr [ GH-Schwegh]. VR. s. PfWB Portmonnee, PfWB Frack 1 b, PfWB lustig 1. —
3.
a. 'leichte, weite, kurze Jacke für Männer', Sack [KB-Mauchh LA-Edk (PfId. 118) Don-Gert], häufiger nur Dim.: Säckche [ KU-Schmittw/O Wolfst RO-Alsbr Bistschd Duchr Obd Odh Schweisw KL-Wörsb KB-Bennhs Kerzh Kriegsf Weihf FR-Albsh Carlsbg Laumh LU-Alsh/Gr Altr Maud NW-Meckh SP-Harths], Säcksche [KB-Rüssing FR-Maxd LU-Hochd NW-Forst Friedh Gönnh Ungst Bertram § 319, 321 Thielen 95], Säckel [LU-Fußgh NW-Elmst Mußb Wachh Bertram § 319 Schandein Bav. IV,2 276]; Zs.: PfWB Sommersack; nähere Angaben: 'kurzer geschlossener Leinenrock des Mannes' [ KL-Wörsb], 'leichtes Wams' [ SP-Harths], 'Sommerjacke' [ KB-Bennhs Kriegsf], 'der normale Kittel oder Rock' [ FR-Carlsbg Laumh], 'Arbeitsrock' [Pirmas], 'Sackrock ohne Schöße' [ KU-Schmittw/O RO-Obd]; e zeige (zeugenes) Säckche [ KB-Kriegsf]. Zieg dein Säckche aan! [ LU-Alsh]. RA.: Do weiß mer net, wie mer de S. anhänke soll 'Da weiß man nicht, wie man sich verhalten soll' [ GH-Schwegh]. Wie der Wind geht, so häng ich mein S., von einem wechselhaften Menschen [ FR-Bockh]. —
b. 'blusenartiges Frauenkleidungsstück', nur Dim.: Säckche [KU-Friedhs Kaulb Reichsth RO-Gundw Odh Rehbn KL-Wörsb PS-Schmalbg LU-Limbghf NW-Dürkh Gönnh Müller Luscht un Lewe 5], Säckel [PS-Fehrb Lembg LU-Böhl Opp NW-Frankeck Neidfs Wachh LA-Impfl Venn BZ-Billh]; Zs.: PfWB Lüstersäckchen; an mehreren Orten um 1930 als veraltet gemeldet oder nur noch von älteren Frauen getragen; nähere Angaben: 'Hängebluse' [ NW-Neidfs], 'lose Frauenjacke' [ RO-Gundw NW-Bönnh], 'gewöhnliche Bluse der Frau' [ KU-Reichsth], 'vorn zugeknöpftes, blusenartiges Frauenkleidungsstück von einfachem Zuschnitt, ohne Verzierung' [ KU-Kaulb], 'Bluse, die vorn im Rock getragen wird und hinten über den Rock hängt' [ LU-Böhl]. Fritzejakobbs Maad / Die laaft ganz fligg im Fulladichel (s. PfWB Fulardtuch), / Im blumig Säckche macht se Staat [Kühn Palz 32]. Einen VR. s. Landkummissär. —
4.
a.

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'Hocensack bei Menschen und Tieren', Sack [verbr.], auch nur Dim. Säckelche [ KU-Bedb]; vgl. PfWB Säckel 2; Zs.: PfWB Hodel-, PfWB Hoden-, PfWB Klicker- 2, PfWB Samensack. Drohung (derb): Ich trere (trete) der an (uf) de S.! [ RO-Odh, mancherorts]. —
b. '(dicker, hängender) Bauch', meist von Tieren [mancherorts, Mang 79]; Zs.: PfWB Freß- 2, PfWB Hängsack.
c. 'Gebärmutter'. Se hot de S. voll 'Sie ist schwanger' [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB Tragsack 2. —
d. 'Nachgeburt beim Schwein', Dim. Säckel [ LA-Böbing]; vgl. PfWB Kälbersack. —
e. Sackartiges an Tieren oder Pflanzen in den Zs.: PfWB Bodem-, PfWB Preß-, PfWB Tränen-, PfWB Dreck- 2 b, PfWB Kehl-, PfWB Leder-, PfWB Seelsack.
5. Schimpfwort für dicke, träge, sonderbare oder lästige Menschen, Sack [ KU-Schmittw/O, vereinzelt]; vgl. PfWB Säckel 3; häufiger in Zs.: PfWB Bampel-, PfWB Päpper-, PfWB Papp-, PfWB Baster-, PfWB Bettel- 2, PfWB Pfaffen- 3, PfWB Pflaster-, PfWB Piep-, PfWB Plärr-, PfWB Plauder-, PfWB Plump- 1, PfWB Pott-, PfWB Pröpel-, PfWB Brumm-, PfWB Brummel-, PfWB Buttermilch-, PfWB Täumel-, PfWB Tapp-, PfWB Deisem- 2, PfWB Dick-, PfWB Dreck- 1, PfWB Trester-, PfWB Dudel- 2, PfWB Turmel-, Erbsen-, PfWB Fett-, PfWB Freß- 1, PfWB Gammer-, PfWB Geiz-, PfWB Geld- 2, PfWB Gift-, PfWB Gnaster-, PfWB Gnuster-, PfWB Grammel-, PfWB Kohlen- 2, PfWB Gold-, Grieß-, PfWB Grind-, PfWB Grundbirnen- 2, PfWB Hafer- 2, PfWB Hamster- 2, PfWB Hunger-, PfWB Knärbel-, PfWB Knick-, PfWB Knicker-, PfWB Knotter-, PfWB Knurr-, PfWB Krangel-, PfWB Lahm-, PfWB Lämpel-, PfWB Leier-, PfWB Lotter-, PfWB Lumpen- 2, PfWB Meimel-, PfWB Mist-, PfWB Nage-, PfWB Nänger-, PfWB Näsel-, PfWB Natzel-, PfWB Neid-, PfWB Nessel-, PfWB Nörgel-, PfWB Nötel-, PfWB Nulles-, PfWB Orgel-, PfWB Quack-, PfWB Quäl-, PfWB Qualster-, PfWB Quanster- 1, PfWB Quassel-, PfWB Quaster- 1-4, Rüben-, PfWB Sau-, PfWB Schlapp-, PfWB Stopf-, PfWB Stotter-, PfWB Streitsack, -säcke. —
6. FlN, amtl. Am Sack [ PS-Salzwg], Im Sack [ LU-Assh]; wohl Benennung nach sackähnlichen Vertiefungen, vgl. PfWB Pfeifen-, PfWB Knapp-, PfWB Quak-, PfWB Wassersack. —
7. vgl. PfWB Plump- 2, PfWB Blutt-, PfWB Molken-, PfWB Nachtsack. - Südhess. V 11 ff.; RhWB Rhein. VII 668 ff.; LothWB Lothr. 425; ElsWB Els. II 341.