Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB schnellen (Bd. 5, Sp. 1320)   PfWB ge-heien (Bd. 3, Sp. 118) 
   schnellen schw.:
1. 'eine rasche Bewegung machen, etwas rasch in Bewegung versetzen, springen (lassen)', schnelle (nęlə) [RO-Dielkch Obd PS-Gersb LU-Friesh NW-Geinsh Kallstdt LA-Wollmh BZ-Dernb GH-Kuhdt, Lambert Penns 137]; Part. Perf. g'schnellt (gnęld) [BZ-Dernb GH-Kand, Lambert Penns 137]; Zs.: PfWB auf-, PfWB zurückschnellen; Syn.: PfWB abschnelzen, PfWB auffahren 1 b, PfWB aufkippen, PfWB aufschnappen 2 a, PfWB prallen, PfWB pritschen 4 a, PfWB toppen, PfWB dornschnäppen, PfWB tupfen 1aβ, PfWB fahren I 3 b, PfWB verschlenkern 2, PfWB feuern 2 c, PfWB fliegen 2, PfWB fortknäubeln, PfWB fortschießen, PfWB fortschlenkern, PfWB fortschnärren, PfWB fortschnellern, PfWB fortschnelzen, PfWB fortschnicken, PfWB geheien 1 a, PfWB hereinschlenkern 1, PfWB herschleudern, PfWB herumschukken, keideln1 2b, PfWB knallen 2d, PfWB knällen 2, PfWB knällksen, PfWB rollen 1d, PfWB schicken1 1 b ek">β<, PfWB schießen 1c, PfWB schlaudern 1a, PfWB schlauzern, PfWB schlenkern 1 b, PfWB schlenzeln, PfWB schleudern 1 a, PfWB schmeißen 1 a, PfWB schmettern 1, PfWB schnalzen, PfWB schnappen 4, PfWB schnäppen 1, PfWB schnärren 1a, PfWB schnätzeln, PfWB schnätzeln, PfWB schnätzen, PfWB schnaupeln, PfWB schnellern 1, PfWB schnelzen 1, PfWB schnelzern 1, PfWB schnicken, PfWB schnurren, PfWB schuben, PfWB schucken 1b, PfWB spritzen 3. De Fisch schnellt [ PS-Erfw]. Der Fusch schnellt aus em Wasser [ BZ-Dernb]. Der Fisch is g'schnellt [ GH-Kand]. Der Zweig schnellt in d' Höich [ BZ-Dernb]. Die schnelle deim Hinnermann jo ins G'sicht [ BZ-Dernb]. —
2.
a. 'mit dem Finger etwas ruckartig fortschleudern', bes. beim Klickerspiel, schnelle [ KU-Nerzw KB-Niefh FR-Bockh Merth LU-Altr SP-Heiligst LA-Offb GH-Leimh]; Syn. s. PfWB schnellern 2 a; s. K. 243 knäupeln; de Klicker sch. [ PS-Erfw LA-Mörzh]; nach de Kaut sch. [ SP-Heiligst]. Die hot alle drei Knepf ins Käutel g'schnellt, beim Knopfspiel der Kinder [ BZ-Dernb]. —
b. 'mit den Fingern knipsen und dabei ein Geräusch machen, schnalzen' [ SP-Heiligst]; vgl. PfWB knaupeln 1bα, PfWB schnellern 2 b. Er hat

[Bd. 5, Sp. 1321]
ihm unter die Nase geschnellt [Klein Prov. 134]. — x
3. 'sich an die Arbeit begeben, tätig werden'. Nau du dich moll wennich schnelle [Beam Penns 95]. —
4. 'betrügen'. Er hat mich drum geschnellt [Klein Prov. 134]. — RhWB Rhein. VII 1612; ElsWB Els. II 500; Hess.-Nass. III 358; Kluge-Seebold22 647.

 

   ge-heien schw.:
1.
a. 'werfen, schmeißen', geheien [PfId. 51]; vgl. PfWB keilen. Zs. ab-, ane-, PfWB hinuntergeheien. SprW.: Wer 's Brot frisch anschneidt, wer 's Heu oberunter gheit, wer 's Holz grün verbrennt, bei dem hat 's Haushalte bald en End [PfMus. 1885, S. 63]. —
b. 'plagen'. (Es schmerzt mich), daß man die armen alten Einwohner zu Heidelberg so plagt, hätte schier auf gut Pfälzisch gesagt: so geheit [Liselotte Briefe 332]. —
c. als adj. Part. Perf. 'geschändet, entehrt', geheit [Wilde 51]; vgl. PfWB verheien, PfWB ungeheit. —
2.
a. 'ärgern, betrüben' [verbr. südl. VPf Rußl-Katharinent]. 's keit mich (sein dummes Gerede) [ LA-Nußd]. —
b.
α. 'bekümmern, leidtun'. Der (verendete) Hund keit mich [NW-Lach, verbr. VPf]; vgl. PfWB And. Den dut kän Geld keie 'Er hängt nicht am Geld' [ BZ-Dernb]. —
β. 'gereuen' [verbr. VPf KU-Schmittw/O Keiler 146 Kühn Hamet 117 Journ. 1787 S. 235/36]. Es keit mich, daß ich das gesagt habe [ BZ-Apphf]. — RhWB Rhein. III 423/24; LothWB Lothr. 189; ElsWB Els. I 312/13; Bad. II 326/27.