| Netz-Navigator | |||||||||||||||||||||||||||
| PfWB Schnauze (Bd. 5, Sp. 1268) | PfWB Gusche (Bd. 3, Sp. 511) | PfWB Schlapp-maul (Bd. 5, Sp. 1038) | |||||||||||||||||||||||||
1. a. 'das vorstehende Maul verschiedener Tiere', Schnauz (nauds) [mancherorts, Schneckenburger 45]; Pl. Schnauze (naudsə) [ WD-Niedkch ZW-Bechhf RO-Semb [Bd. 5, Sp. 1269] LU-Alsh/Gr Altr NW-Neidfs], Schnaiz (naids) [ GH-Zeisk]; Dim. Schnaizje [WPf NOPf], Schnaizche [vereinzelt SPf], Schnaizel [SOPf mittl. VPf]; Dim. Pl. Schnaizjer [WPf NOPf], Schnaizelcher [vereinzelt mittl. WPf VPf], Schnaizlich [mancherorts SOPf], Schnaizle [mancherorts SPf östl. VPf]. — b. 'die Schnurrhaare der Katze' [ PS-Gersb]. — 2. 'Mund', derb, bes. der eines schwatzhaften Menschen [mancherorts, Gimmel in: Die Pyramide v. 31. 8. 1930 Otterstetter 237]; Zs.: PfWB Revolverschnauze; Syn. s. PfWB Gusche 1 b; frechi Sch. [ ZW-Marthh]; e frech Sch. [ KU-Schmittw/O]. Die verzieht ehr Schnäuzel 'Sie verzieht ihren Mund' [ BZ-Dernb]. Hall die Sch.! 'Schweig!' [ KU-Körbn]. Hall dei frech(i) Sch.! [ KU-Schmittw/O W'mohr RO-Semb PS-Burgalb FR-Bockh]. RA.: Der hot e frechi Sch.! 'Der hat ein loses Mundwerk' [ KL-Fischb LU-Neuhf Opp]. Hot der e freche Sch.! [ ZW-L'wied]. Ich hag (haue) der eni uf die Sch.!, Androhung von Schlägen [ LU-Neuhf]. Kumm nor her, ich schläch dr uf d'Sch.! [ SP-Harths]. Ich hab di Sch. voll 'Ich bin dieser Sache überdrüssig' [mancherorts, Otterstetter 266]. — 3. 'naschhafte Frau'; aldi Schnauz! [ KL-Siegb]. — 4. a. 'Auslaufrinne an einem Gefäß, einer Kanne, Ausgießer', Schnauz [LA-Venn BZ-Dernb GH-Westh SOPf]; Dim. Schnaizel [Bergz (Kamm 58)]; vgl. Eichhoff WA 78; Syn. s. PfWB Zotte. An dem Häwel esch die Sch. (das Schnäuzel) abgebroche [ BZ-Dernb]. — b. 'Brause der Gießkanne, Ausgußrohr' [ZW-Kl'bundb Stamb]; vgl. PfWB Kopfschnauze. — c. 'schnabelförmige Ausbuchtung am Öllicht, in der der Docht liegt' [O. Bertram, Oliglicht und Zinnlöffel. In: NSZ Rheinfront 20. 4. 1940]. — 5. vgl. PfWB Küchelschnauze. — RhWB Rhein. VII 1573; LothWB Lothr. 463 Schnutz; ElsWB Els. II 513 Schnutz; DWB DWb. IX 1210/ 11.
| 1. a. 'Maul beim Rindvieh', Gosch [ NW-Niedkch BZ-Albw]; vgl. PfWB Schnusse. — b. 'Mund'. α. derb., scherzh., Gosch (go) [verbr. VPf selten WPf NPf, Lambert Penns 68 Don-Schowe Torscha Werb Tscherwk], Gusch (gu) [verbr. WPf NPf selten VPf, verbr. Gal Beam Penns 47], Gosch und Gusch [mancherorts, -o- vorn. jüngere Gener.], Gousch und Gosch [ GH-Neubg]; Pl. meist -ə, seltener -ər, mancherorts endungslos; Dim. Guschje [ KU-Kaulb WD-Niedkch], Geschel [ NW-Geinsh BZ-Billh Dernb], Geschelche [ LU-Altr]. Syn.: PfWB Bläff 1, PfWB Plärre 1, PfWB Brot(schub)lade, PfWB Brutsche, PfWB Brutze, PfWB Fang 3 a β, PfWB Flappe2 1 a, PfWB Fotze 2, PfWB Fresse 1, PfWB Freßmaschine 2, PfWB Futterladen 2 a, PfWB Gefräß 2 a, PfWB Klappe, PfWB Maul, PfWB Rachen, PfWB Raffel, PfWB Rüssel, PfWB Schlappe, PfWB Schlärre, PfWB Schnabel, PfWB Schnauze, PfWB Schnüffel, PfWB Schnusse, PfWB Schnute. Zs.: PfWB Pappel-, PfWB Boll-, PfWB Dreck-, PfWB Fang-, Frosch-, PfWB Grieben-, PfWB Grind-, PfWB Groß-, Hänge-, PfWB Krotten-, Lefzen-, PfWB Lügen-, Sau-, PfWB Scharten-, PfWB Schlabber-, PfWB Schlappen-, PfWB Schrunden-, Seifergusche. Er hot e [Bd. 3, Sp. 512] großi G. [LU-Alsh, verbr.]. Die hot eich e G.! [ LA-Herxh]; e scheppi G., von einem schiefen Mund [ NW-Neidfs]. Sie hot e bäise G. 'tratscht viel' [ LA-Maik], e frechi G. [ RO-Alsbr], e frech Geschel [ LA-Herxh], e lahme G. 'ist mundfaul' [ PS-Nd'simt]. Ich schlaa d'r uf die G. [RO-Sippf, verbr.]. Ich treff d'r die G., dass. [ZW-O'hs, verbr.]. Vergl. u. RA.: Er hot e G. wie e Hellschuch (so groß wie ein Holzschuh) [ LA-Herxh], wie e Schwert [ KB-Bischh], wie e Hädefrää (sprachgewandt wie eine Zigeunerin) [ GH-Kand], wie e Bettelgääß (meckert immerzu wie eine Geiß) [ LA-Nd'hochstdt], wie e Schereschleifer (laute Stimme) [ Don-Bulkes], wie de Deiwel [ LA-Nd'hochstdt]. 's geht dein G. heit wie e Kläpper [Kühn Hamet 55]. Ehr G. laaft wie e Grammophonplatt [Krieger 48]. Er loßt (beim Weinen) die G. henke bis uf de Borrem [ FR-Bockh]. Er reißt die G. uf 'gähnt' [ GH-Hagb]. Er sperrt 's G. of, daß mer mim Schubkärchel neinfahre kinnt [ GH-Zeisk]. Die Kinner dun die G. ufreiße 'schreien' [ KB-Gauh]. Er hängt sein G. in alles 'redet in alles hinein' [ PS-Burgalb], hot sei G. iwweral vornedran, dass. [ LU-Neuhf]. Sie hängt äm e G. an 'mault' [NW-Gimmdg, verbr.]. Sie wetzt mit der G. 'redet einfältig' [ Gal-Obl]. Dem muß mer iwwer die G. fahre 'zurechtweisen' [LU-Opp, verbr.], 's G. stoppe 'verhauen' [ LA-Herxh], 's G. sauwer halle 'gute Sachen entziehen' [ Rußl-Worms]. — β. ohne negativen Gefühlston; e G. voll, auch: e Goschvoll, Guschvoll 'ein Mundvoll' [verbr. VPf]; zwää Gosche/Gusche voll [ NW-Niedkch GH-Rh'zab]; zwää Gescher voll [mancherorts südl. VPf]; zwää Guschevoll [ NW-Freinsh]. Die hot mol e lieb Geschel [ NW-Geinsh]. — 2. 'Kuß', Gusch [ Don-Torscha], Guschel [ KL-Stelzbg], Goschl [ NW-Frankeck BZ-Dernb], Geschl [ Rußl-Katharinental]; vgl. PfWB Mäulchen. — Genus f. gilt fast allg.; n. mancherorts südl. VPf Rußl-Worms. — Südhess. II 1422/23; RhWB Rhein. II 1308; LothWB Lothr. 211; ElsWB Els. I 238/ 39; Bad. II 448/49.
| 1. a. 'großer, breiter, wulstiger, verzogener Mund; Mund mit Hängelippen', -maul [verbr., Otterstetter 236 Lambert Penns 134 Krämer Gal 186], -mull [ IB-Ensh]; vgl. Lapp- 1, PfWB Laschenmaul, PfWB Schlappgusche 1, PfWB -schnute 1 a; Syn. s. PfWB Gusche 1 b. Der tret (tritt) sich uf sei Sch., von einem mit stark hängender Unterlippe [ RO-Rehborn]. Der loßt es Sch. hänge 'Er ist betrübt' [Wilms Alph. 48]. Mach kään Sch.!, zu einem, der schmollend den Mund verzieht [ NW-Gimmdg]. VR. s. PfWB Trompete 1, PfWB Katharina 1 a. — b. 'Mensch mit einem großen, breiten, wulstigen Mund' [ KL-Matzb FR-Kindh]; vgl. PfWB Schlappschnute 1 b. — 2. a. 'geschwätziges, vorlautes, freches Mundwerk' [verbr.]; vgl. PfWB Schlappgusche 2 a; 's Sch. ufreiße 'vorlaute Worte führen' [ KB-Gauh]. Der mit seim grouße Sch.! [ LA-Nd'hochstdt]. Hot die e Sch.! [ RO-Rehborn]. Hall dein Sch.! [ RO-Rehborn]. Du muscht dein Sch. aach en alles enennhänke [ KB-Albish]. — b. 'Mensch mit geschwätzigem, vorlautem, frechem Mundwerk; Großsprecher', auch Schimpfw. [verbr., Thielen 98]; vgl. PfWB Schlappgusche 2 b, PfWB -schnute 2; Syn. s. PfWB Quatschmaul. Des is e Sch. [ ZW-Bechhf]. — Südhess. V 384/85; RhWB Rhein. VII 1246.
| |||||||||||||||||||||||||
|
| ||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | |||||||||||||||||||||||||||