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 PfWB schnausen (Bd. 5, Sp. 1266)   PfWB Griebe (Bd. 3, Sp. 436)   PfWB nach-schmeißen (Bd. 5, Sp. 22) 

[Bd. 5, Sp. 1266]
   schnausen schw.:
1.
a. 'an Speisen, an Süßigkeiten, am Weihnachtsgebäck naschen, heimlich etwas Gutes essen, stibitzen', auch von Katzen und vom Vieh gesagt, schnause (nausə) [verbr. WPf LU-Altr, PfId. 127 Müller Dietschw 66 Thielen 101 Wilms Alph. 49, Lambert Penns 137 Don-Lenauheim Schowe Torscha Jakob Eigw. 175 Albrecht 111 Krämer Gal 190 Buch-Illisch], schnuse (nūsə) [HB-N'alth ZW-Gr'steinhs Maßw Walshs KL-Landstl PS-Hintwdth Ruhbk Th'eischw W'fischb]; Part. Perf. geschnaust [KB-Kriegsf, Krämer Gal 190], gschnaust [Lambert Penns 137 Don-Lenauheim Schowe Torscha]; vgl. PfWB schmausen 1, PfWB schmecken, PfWB schnäken. Der dut häämlich sch. [ HB-N'alth]. Hosche (Hast du) geschnaust? [ KB-Kriegsf]. Dau kannscht 's Schnause iwwerhaabt net lorre 'Du bist dauernd am Naschen' [NPfGV 8/1934]. Un's Worschtstick war alsfort so läschterlich kleen, / Drumm schnaust sich der Lausert als hie un do een! [Müller Butterbärwel 17]. Die Buwe schnause sich Gummere (Gurken) aus'm Hawe un esse se so, d. h. sie essen sie ohne Brot [ KU-Schmittw/O]. Die Buwe sch. gere Obs [ KU-Schmittw/O]. Von naschenden Kindern: Gudsi 'Süßigkeit' sch. [ RO-Rehborn], am Guds'che sch. [ KU-Eschau]. Vorwiegend von Tieren (Hund, Katze, Kuh) gebraucht [ KU-A'glan WD-Niedkch RO-Mannw Ruppeck Unkb ZW-Maßw KL-Alsbn Erlb Heilmosch Hirschhn Hütschhs Schneckhs PS-H'eischw KB-Dreis Kriegsf Stett]. Wenn die Kuh auf der Weide bald da, bald dort anfängt zu fressen, schnaust sie [ IB-Nd'würzb]. 's Vieh geht sch. 'Das Vieh frißt verbotenerweise im Getreidefeld oder im Rübenacker' [ KU-Bedb]. Die Katz schnaust [ RO-Rehborn HB-Nd'bexb KL-Hütschhs Kottw/Schwand]. Sie war sch., wenn die Katze genascht hat [ RO-Unkb]. Die Hunn sch. gere 'Hunde stehlen gerne Knochen, Fleisch usw.' [ KU-Schmittw/O]. RA.: Ich geh der gleich sch.! 'Hör bloß mit dem Naschen auf!' [ ZW-Lambsbn]. Er schnaust wie e Katz [ KU-Hinzw]. Du hascht 'm Paff die Griewe geschnaust, do harrer (hat er) der e paar nogeworf, zu jemandem mit Ausschlag am Mund [ KU-Eschau]; vgl. PfWB Griebe 1 a und 2 a, PfWB Griebenmaul, -schnuß, -schnute. Neckvers für die Bewohner von RO-Unkb: Die Unkebacher Fause, / geh'n uff Moschel schnause. / Schnause de Moscheler alles ewegg, / hun die Moscheler dicke Dreck [Hebel 92]; vgl. PfWB Fausen, PfWB Moschel 2. —
b. 'herumstreichen und nach Eßbarem, nach Leckereien stöbern, z. B. vor Weihnachten nach versteckten Plätzchen suchen', schnause [mancherorts WPf, FR-Bissh], schnuse [IB-Herbh ZW-Stamb PS-Claus]; Zs.: PfWB durch-, PfWB herumschnausen; sch. geh [ RO-Lohnsf]. Er geht sch. [ KU-Herchw]. Sie schnaust iwweraal erum, for ebbes se erwische [ HB-Kirrbg]. —
2. 'nach Heimlichkeiten, Verborgenem

[Bd. 5, Sp. 1267]
in einer Wohnung, einer Schublade, in Büchern usw. stöbern, etwas durchsuchen, herumschnüffeln, auskundschaften', schnause [KU-Wolfst Kus ZW-Käshf Zweibr KL-Queidb U'sulzb Kaislt PS-Geisbg H'eischw KB-Ilbh BZ-Dernb, Donnersberg (PfId. 127) Bayer Hackm. 62 Juner 90 Müller Dietschw 66 Schandein Ged. 248], schnuse [PS-Rodalb (Bernhard 166) LA-Venn Don-Schowe Torscha]; Zs.: PfWB ausschnausen; sch. gehn [Zweibr]. Er schnaust dorum [Wilms Alph. 49]. Der do schnaust mer alles aus, von einem Neugierigen [ KL-Hütschhs]. Die zwett Strooß links, dort muscht-de schnause [Siebenlist 19]. —
3.
a. 'stehlen' [KU-Bedb Cronbg Erdb Gumbsw Heinzhs Hundh Lohnw Nerzw O'alb Obw/Tiefb Wolfst RO-Dielkch Odh Rehbn KL-Stelzbg PS-Geisbg, Thielen 101]; Syn. s. PfWB stehlen; schnause gihn [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'wildern' [ RO-Dielkch Feilbg Pirmas]. Er geht sch. [Pirmas]. —
4. 'verstohlen den Mädchen nachlaufen, zu den Mädchen gehen', von jungen Männern, schnause [ KU-Bedb HB-Schwarzack KL-Drehthhf]. Er geht gere sch. [ KU-Bedb]; vgl. PfWB herumschnusseln. —
5. 'beim Kartenspiel zusehen', vom 5. Spieler, wenn 4 miteinander spielen [ KU-Ehw KL-Eulbis Reuschb]; Zs.: PfWB hereinschnausen; Syn. s. PfWB kiebitzen 1. —
6. 'im Haushalt herumwirtschaften', schnause [ IB-Aßw KL-Dansbg Schneckhs], schnuse [ PS-Trulb]. —
7. '(nach einer Anstrengung) heftig atmen, schnaufen', auch von Tieren, schnuse [HB-Medh Peppk IB-Ballw Bebh Bliesmg/Bolch Ensh Erfw/Ehling Eschring Gersh Reinh Rubh Seelb Witth ZW-Gr'steinhs PS-Schweix, IB-Ensh (Glass 108) Ommh (Walle 35)]; Syn. s. PfWB schnaufen 1 b. Er schnust [IB-Eschring]. Der schnust awer! [ PS-Schweix]. Die Kuh schnust [ PS-Schweix]. De Dokder seed, ich hädds Schnuuse 'Schweratmigkeit, Asthma' [IB-Ensh (Glass 108)]. — RhWB Rhein. VII 1570/71; Lothr. 463; ElsWB Els. II 508 schnaüsen; Schwäb. V 1040 schnäusen; Hess.-Nass. III 339; DWB DWb. IX 1209.

 

   Griebe f.:
1.
a. 'ausgelassener Speckwürfel', Grieb (grīb), Pl. Griewe (grīwə) [verbr. WPf NPf nördl. VPf mancherorts mittl. u. südl. VPf verbr. Don Gal Buch]; vgl. PfWB Gropel 1 a. Zs.: PfWB Fett-, PfWB Fleisch-, PfWB Schmalz-, PfWB Speck-, PfWB Wurstgriebe. Die Weibsleit dun Griewe schneire (bei der Hausschlachtung) [verbr.], G. auslosse [verbr.]. Die Griewe kummen in die Worscht [verbr.]. Gerichte: Grumbeeresalat un Griewe [ PS-Erfw]; Quellgrumbeere un G. [ Gal-Josbg]; vgl. PfWB Tunkens 1 b. RA.: Er hot Griewe gesse, wer einen Mundausschlag hat [ NW-Wachh]. Er war an de Griebcher, dass. [ KL-Queidb].

[Bd. 3, Sp. 437]
Er hat der Mutter die Griewe gestohl, dass. [ KL-Reuschb]. Er hot mit'm Parre Griewe g'schnirre (geschnitten), dass. [ LU-Alsh]. Er hot met'm Judd (mit'm Parre) Griewe gess, dass. [ KU-Schellw ZW-L'wied]. Er war beim Altheimer Parre Griewe esse, dass. [ ZW-Mittb]. Du hoscht met'm Parre Griewe g'fress, do horrer (hat er) dir e paar ans Maul g'schmess, dass. [ KU-Nerzw]. a. 1531: vor Griefen außzulassen [GgHospRech]. —
b. 'Rückstände beim Auslassen von Butter', Griewe (Pl.) [ KB-Bischh]; vgl. PfWB Gropel 1 c. Zs. PfWB Buttergriebe. —
2.
a. 'Mundausschlag', häufig Dim. Griebcher [verbr.]; vgl. PfWB Griebenbart, -gesicht, -gusche, -maul, -nase, -schnüß, -schnute, PfWB Grind 1 e. Zs. PfWB Pfarrersgrieben. Er hot e Griebche (Griebcher) am Maul [KL-Siegb, verbr.]. Griebcher kriet mer, wammer Grumbeeresupp eßt [ HB-Erb], wammer uf de Owe spauzt [ KL-Erlb], wammer e Mädche kißt [ HB-O'bexb Pirmas]. —
b.
α. 'Schwanzwurzel bei Tieren' [mancherorts]. Zs. PfWB Schwanzgriebe. Dem Gaul hun se de Schwanz abgeschnitt bis uf die G. [ Gal-Josbg]. —
β. 'Schwanz der Kuh' [verbr. WPf NPf vereinzelt mittl. VPf]. Die Kuh stellt die G., wenn sie wild geworden ist und dahinrast [ NW-Haßl]. RA.: die G. stelle 'sich schleunigst davonmachen' [Zweibr]. —
c.
α. 'After beim Rindvieh' [ ZW-Kl'bundb KL-Stelzbg FR-N'lein]. —
β. 'Gesäß beim Menschen'. Dem muß mer die G. verhaue [Ingb HB-Erb Reiskch KU-Eschau PS-Winz]. —
d. 'Geschlechtsteil der Ochsen u. Pferde' [verbr. WPf]; vgl. PfWB Rute. —
e. 'unordentliches Frauenzimmer'; 's Griebche [ HB-Lu'thal]. Syn. s. PfWB Drecksack 1 a. — Südhess. II 1460/61; RhWB Rhein. II 1397/98; LothWB Lothr. 217; ElsWB Els. I 267; Bad. II 471.

 

  -schmeißen st.: wie schd., noo(ch)schmeiße [verbr.]. Die Kersche sin so billich, daß d' Hännler sie eem noochschmeiße [ BZ-Dernb]. RA.: Denne mecht ich net noochgeschmisse 'um keinen Preis heiraten' [Krieger 29]. Der hot mit em Parre Griewe gäß, do hot er em e paar noogeschmeß 'Er hat Ausschlag an den Lippen' [KU-Brück, in Var. verbr.]; vgl. PfWB Griebe 1a. Südhess. IV 878. —