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 PfWB Schnapp-karch (Bd. 5, Sp. 1241)   PfWB Schub-karch (Bd. 5, Sp. 1464) 
  -karch m.:
1. 'meist zweirädriger Wagen, der über die Achse nach hinten gekippt werden kann und von einem Zugtier gezogen wird', Schnappkarch (nabkarχ) [LU-Maud, verbr. VPf mancherorts übrige Pf], -kärch (-kęrχ) [ RO-Lettw KL-Baalbn], -korch (-kǫrχ) [ KU-Kübbg RO-Steinb], -karsch (-kar) [ KL-W'lein LU-Friesh], -karich (kariχ) [ KL-Frankst LU-Altr BZ-Dernb], -kaisch (-kai) [ ZW-Hornb], Schnäppkarch (nębkarχ) [ KL-Siegb], -kärch (-kęrχ) [ KB-Bennhs Gauh]; Pl. -kärch (-kęrχ) [ ZW-Battw]; Dim. Schnappkärchel (nabkęrχəl) [ BZ-Dimb]; vgl. PfWB Karchzaine; Syn.: PfWB Pflugskarch, PfWB -karren, PfWB Pfuhlkarch, -pritsche, PfWB -wagen, PfWB Polterkarch, PfWB -karren, PfWB Bordkasten, Pudel-, PfWB Dielkasten, PfWB Tummel(wagen), PfWB Karch, PfWB Karchschnippe, PfWB Karren, PfWB Kastenkarch, -kar-

[Bd. 5, Sp. 1242]

ren, PfWB -wagen, PfWB Kippkarren, PfWB Mistkarch, PfWB -karren, PfWB -wagen, Sand-, PfWB Scher(en)karch, PfWB Schnäppe 3, PfWB Schnappkarren, PfWB -kasten, PfWB Schubkarch, PfWB -karren, Stein-, PfWB Stoßkarch, PfWB -karren, PfWB Wagen; weitere Bezeichnungen s. PfWB Bordenwagen, PfWB Karch, PfWB Karren, Schub-, Schütt-, PfWB Stoßkarch, PfWB Wagen; s. Abb. 78; K. 59 Bordwagen, K. 70 Karch/Karren. Der Sch. wurde meist einspännig mit Pferd, früher (vor 1930) manchmal auch zweispännig gefahren [RO-Sippf]. Er war der gewöhnlich benutzte Wagen [ LU-Alsh/Gr]. In der Mitte unter dem Kasten 2 mit den Landen befindet sich die Achse mit zwei hohen Rädern [ SP-Mechth], (vier Räder [ KB-Gauh BZ-Dernb]). Die Schere 2 a zum Einspannen sitzt fest am Karch [ KL-Hütschhs], (Deichsel [ KB-Gauh], Deichsel mit Doppeljoch [RO-Sippf]). Das vordere Brett des Kastens steht fest, das hintere (Türchen 3 b, PfWB Schild 2 b) ist abnehmbar. Nach Entfernen des Kastennagels kippt er hintenüber und lädt rasch ab (Klein Wag. 114). Mit ihm fuhr man Mist [ NW-Bobh]. Besonderheiten: Sch. in den achtziger Jahren (1880) verbunden mit dem steifen Joch [ RO-Teschmosch]; Sch. hat wie ein Schubkarch zwei Hörner [ KL-Reichb]. E Schnappkarch voll Flasche, e Deelwah(n) (Dielenwagen) voll Glesser [Christmann Grummet 45]. —
2. 'Karren mit zwei Hebegriffen zum Befördern kleinerer Lasten, Schubkarch' [ ZW-Battw KL-Stelzbg]. — RhWB Rhein. VII 1546 Schnappkarre, -kasten; LothWB Lothr. 457 Schnappkarrich; Schwäb. V 1031 Schnappkarre; Hess.-Nass. III 361 Schneppkarren; DWB DWb. IX 1175 Schnappkarren, 1319 Schneppkarre. —

 

   Schub-karch, -karren; Schupf-, Schuck-m.:
1. 'einrädriger Karren mit zwei Hebegriffen zum Befördern kleinerer Lasten', Schubkarch, -karsch, -karrich, -kärch, s. PfWB Karch u. K. 220 [mancherorts westl. WPf SWPf verbr. übrige Pf, Mang 148 Müller Dietschw 68 Schneckenburger 58 Bertram § 305 Heeger Südostpf. 15 Klein Wag. 114, Lambert Penns 146 Krämer Gal 193, verbr. Don Buch], -karre [mancherorts westl. WPf SWPf vereinzelt übrige Pf], Schupfkarch [ BZ-Schweig], Schuckkarch [ IB-Rohrb KB-Kriegsf FR-Dirmst Lambsh BZ-Silz Stein W'rohrb], Schukoirch [Braun Lääsebuuch 207]; s. Abb. 83; Zs.: Blech-, Bock-, Bogen-, Polter-, Tummel-, Hand- 2, Kasten-, PfWB Leiterschubkarch; Syn.: Bossel-, Dreck-, Drück-, Schalt-, Schubkasten-, PfWB Stoßkarch; (im Wald) e Schubkarch voll Holz mache [ NW-Freinsh]. De Schubkarch werd gedrickt oder g'schowe [FR-Albsh, verbr.]. RA.: Durch dem sei Säwwelbään geht e Schubkarch, von einem O-Beinigen [ ZW-Battw]. Der hat e Maul wie e Schubkarch 'einen großen Mund' [ PS-Burgalb], reißt 's Maul uf, daß mer met eme Schubkarch eninfahre kennt, dass. [ KU-Lohnw]. Er is so schlau wie e Schubkarch [ LU-Alsh/Gr]. Dei Esse muß mer mit'm Schubkarch beidricke, zu einem Vielfraß [ KU-Diedk]. 's Alder geht vor, Vadder, drick du de Schubkarch! [Bergz (Kamm 83)]. De Deiwel hätt die zwää net besser uf em Schubkarch zammebringe (zammefahre) kenne, von einem seltsamen, ungleichen Paar [ FR-Albsh, Gal-Brotschk]. SprW.: 's gebt Mensche, Radfahrer un Schubkärch [ KU-Bedb]. Wer zum Schubkarch gebor is, bringt's zu känner Schees [Klein Wag. 114 Kühn Palz 139]. Volksgl.: Wann Hinkel net ufgewwe wolle brihe (s. PfWB brühen 2 a), fahrt mer sie uf em Schubkärich rum [Fogel Beliefs Penns Nr. 868]. Brauchtum: In der Nacht zum 1. Mai (vgl. PfWB Hexennacht) bringt man u. a. Schubkarren auf die Dächer [ HB-Beed]. VR.: Dabber mei Mad, mach Gummeresalat! Gleich kummt mein Schätzche merrem Schubkarch gejaat [ KL-Weilb].

[Bd. 5, Sp. 1465]

Weitere VR. s. elektrisch 2 a, PfWB Katzenschwanz 2 b α. Neckerei: Von den Bewohnern von KB-Rams sagt man, sie hätten nix wie e Biechel (for die Schulde eneinschreiwe se losse) un e Schubkarch (for's Geborchde heemsefahre) [Christmann Notizen]. a. 1531: ein alter schup karch [SSp, Lein.-Hard., A. Nr. 58 (KL-Frankst)]. a. 1541: ein schubkerchlinn ins hauß kaufft [GgHospR]. a. 1768: Holz ... mit schubkärch herbeyführen [Kurpf. 1648.8 (NW-Wachh)]. —
2.
a. 'langgebautes Spinnrad', Schubkarch [ KL-Trippstdt NW-Lach/Speyd]; vgl. PfWB Geiß 3 a. »In der Mitte der Stube saßen die Spinnerinnen mit ihren Schleifsteinchen (in die Höhe gebaute Spinnrädchen mit Elfenbeinknöpfen) um die Großmutter herum, die hinter ihrem alten Schubkarch saß, wie man die roh gearbeiteten, auf den Boden hingestreckten Spinnräder nannte« [F. Heeger in: Die Volkstrachten der Pfalz. Kaiserslautern 1920 36/37]. —
b. 'schlechtes Fahrrad', scherzh. [ LU-Alsh/Gr]. — Südhess. V 783; RhWB Rhein. VII 1841; LothWB Lothr. 467, ALLG I 295; ElsWB Els. I 467, ALA II 43.