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 PfWB schnappen (Bd. 5, Sp. 1233)   PfWB zu-schnappen (Bd. 6, Sp. 1710)   RhWB zuschnappen (Bd. 7, Sp. 1545) 
   schnappen schw.:
1. allg. 'eine rasche, ruckartige Bewegung machen', schnappe (nabə) [allg., Castleman Zwbr. 31 Höh 46, Lambert Penns 137 Krämer Gal 189], schnoppe [Beam Penns 95]; Part. Perf. g(e)schnappt (gənabt, gnabt) [allg., Lambert Penns 137 Krämer Gal 189]; Zs.: PfWB abschnappen, -schnäppen, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB daraufschnappen, PfWB dornschnäppen, PfWB ein-, PfWB er-, PfWB ver-, PfWB vorbei-, PfWB hinein-, PfWB hinüber-, PfWB über-, PfWB weg-, PfWB zusammen-, PfWB zuschnappen. Die Deer schnappt (ins Schloß) [ NW-Geinsh]. —
2.
a. 'den Kopf auf- und abbewegen, nicken, einen stummen Gruß zuwerfen' [ KU-Bedb KB-Kriegsf, vereinzelt]; vgl. PfWB nicken 1. Er hot mer geschnappt 'Er hat mir mit dem Kopf zugenickt' [ KU-Schmittw/O]. —
b. '(durch Kopfnicken) zustimmen, bejahen, Einverständnis bekunden durch Gestik' [verbr. WPf, FR-A'lein Bissh NW-Kallstdt BZ-Albw Birkhdt Land PfId. 126 Bernhard 164 Christmann Kaulb 4 Glass 105 D. Kühn in: PfRh. 1957 210 Kühn Hamet 134 Mang 79 Juner 89 Müller Dietschw 66 Thielen 101 Wilms Alph. 49 Albrecht 111, Don-Schowe Torscha]; memm Kopp schnappe [IB-Ensh (Glass 105)]. Er schnappt 'Er stimmt durch Kopfnicken zu' [ RO-Messbhf]. Er hot (hat) geschnappt 'Er hat zugestimmt' [KU-Bedb PS-Rodalb (Bernhard 164)]. Ich han geschnabbt [Kraus Putscheblum 5]. Die Gemeinderät schnappe 'Sie sind einverstanden' [ PS-Hintwdth]. Er schnappt zu allem 'Er nickt zu allem, er ist mit allem einverstanden' [ KU-Schmittw/O]. »Abgemach,« brummt de Fritz, un die annere, de Sepp un de Heiner, schnappe a mit de Köpp [Kraus Herzdrickerte 17]. Die annre zwei dun schnabbe. / Do kriehn se äns spendeert [Kraus Pat 45]. Wer immer schnappt, hat nie e falsches Wort gesaht [Kraus Allseiläbdah 9]. RA.: Der Lämmerschwanz schnappt zu allem 'Der einfältige Mensch ist mit allem einverstanden' [ KU-Schmittw/O]. —
3.
a. 'hinken, ein Bein nachziehen, krumm oder lahm gehen, beim Gehen kein Gleichgewicht halten (können)', von Menschen und Tieren, oft als Folge einer einseitigen Beinverkürzung oder Verletzung [mancherorts ges. Pf, Bernhard 164 Bertram § 286 PfId. 126 Christmann Kaulb 4 Kleeberger 127 Klein Prov. 132 Müller Dietschw 66 Otterstetter 210 D. Kühn in: PfRh. 1957 210 Kühn Hamet 134 Mang 79]; vgl. PfWB gnappen, PfWB hickeln 1, PfWB humpeln, PfWB hupfen, PfWB hüpfen 2, PfWB hüppseln 2, PfWB huppsen 3, PfWB knacken 1bα, PfWB knacksen 1aγ, PfWB lahmen 1, PfWB lähmen 2, PfWB schnärren.

[Bd. 5, Sp. 1234]
Du schnappscht jo wie e alder Gaul! [ KU-Adb]. Er hädd schdark geschnabbd [E. Weber in: PfRSch. 22. 7. 1926]. Das Mädel schnappt 'schwankt beim Wechseln vom längeren auf das kürzere Bein' [ BZ-Dernb]. Der Mann (er) schnappt [KU-Diedk RO-Sippf KL-Weilb PS-Erfw Rodalb (Bernhard 164) FR-Bockh Tiefth LU-Opp NW-Freinsh Bergz (Kamm 58)]. Er schnappt am linken Fuß [Klein Prov. 132]. Der Gaul schnappt [ Gal-Obl]. Wer was am Fuß hat, schnappt [ KU-Herschw/Petth]. Der schnappt met dem rechde Fuß [ KL-Reichb]. —
b. 'nicht im Gleichgewicht sein, wackeln'. Der Stuhl schnappt 'Der Stuhl wackelt' [ BZ-Dernb]. —
4. 'durch eine rasche, schnellende Bewegung (um)kippen, fallen (lassen)' [ZW-L'wied, vereinzelt, Karch Gimmdg/ Muttstdt 82 Müller Dietschw 66]; vgl. PfWB abschnappen, -schnäppen; ein Kind schnappen lassen 'Ein Kind fallen lassen' [Klein Prov. 132]; uf e Haufe sch. 'mit Schwung auf einen Haufen entleeren' [ KU-Schmittw/O]. Tu mer schnappe! 'Hilf mir, den Sack auf die Schultern zu heben' [ PS-Erfw]. Er hot e Kaschte voll Kohle vor's Kellerloch geschnappt [ KU-Schmittw/O]. Geb acht, du schnappscht um! 'Paß auf, du fällst (mit dem Stuhl) um!' [ BZ-Dernb]. Volksmed.: »Nach der falschen Ansicht des Volkes sollen rhachitische Kinder immer dadurch ihren Buckel, Cyphosis, erlitten haben, daß man sie habe schnappen lassen, worunter man versteht, daß man sie habe entweder ganz fallen lassen, oder daß man während des Fallens auf ungeschickte Weise sie wieder aufgefangen hatte« [Pauli Heilm. 79]. a. 1570: Sie wurden in den Schnappkorb verurteilt, um von der Scherbrück ins Wasser geschnappt zu werden [Küchler 42]; vgl. PfWB Schnäppe1 2. —
5.
a. 'wiegen, in ein Gleichgewicht bringen'; die Kersche sch. 'die Kirschenkörbe auf das vorgeschriebene Gewicht auswiegen' [ BZ-Dernb]. 's steht am Schnappe 'Es nähert sich dem Gleichgewicht' [ LA-Nd'hochstdt]. —
b. übertr.: 's steht am Schnappe 'Eine Angelegenheit nähert sich der Entscheidung' [ LA-Nd'hochstdt]. 's hot geschnappt 'Jetzt stimmt die Sache, jetzt haben wir es erreicht' [Rockhs]. —
6.
a. 'mit den Händen nehmen, hastig nach etwas greifen, etwas erwischen' [verbr. ges. Pf, Wilms Alph. 49 Klein Prov. 132]. Schnapp die Gittar un hol die Gej! [Kraus Sellemols 58]. Der Fisch is geschnappt [ GH-Kand]. —
b. 'jemanden einfangen, festnehmen'; jemand sch. [ KL-Weilb]. Er is geschnappt wor 'Er ist eingefangen worden, festgenommen worden' [ PS-Schmalbg]. Die Schandarme han ne geschnappt [ FR-Albsh]. E Schdeckbrief sucht de Schinnerhannes uff de Flucht, mer will ne endlich schnappe [Burgey Keschte 56]. Den hänn se geschnappt [ LU-Altr]. —
c. 'etwas wegnehmen, stehlen, entwenden'; ebbes geschnappt [ HB-Lu'thal]; vgl. PfWB abschnappen,

[Bd. 5, Sp. 1235]
-schnäppen; Syn. s. PfWB stehlen. —
7.
a. 'den Mund, das Maul, den Schnabel schnell und ruckartig öffnen, um etwas zu erhaschen, um etwas (Nahrung, Luft) aufzunehmen' [Pirmas, verbr. ges. Pf]. Guck emol, wie des Kinnel schnappt! 'Sieh nur, wie das kleine Kind seinen Mund beim Füttern aufsperrt!' [ GH-Nd'lustdt Westh]. De Hund schnappt no Micke 'Stubenfliegen' [ KL-Gimsb], no de Worscht [ PS-Schmalbg]. De Hund hot nooch meiner Nas g'schnappt [ BZ-Dernb]. Roschtworschtsticker (Rostwurststücke) in de Rinn, schnappt se gierisch, macht sich dinn (nämlich der streunende Kater) [Kraus Arwed 58]. De Fisch schnappt 'Der Fisch beißt an, schnappt nach Angelködern, Insekten, hingeworfenen Brosamen, springt beim Schnappen nach Futter über die Wasseroberfläche' [ WD-Niedkch LA-Gommh]. Die Fisch schnappe, dass. [ KU-Bedb RO-Dielkch KB-Kriegsf LU-Altr Friesh Limbghf Oggh Opp NW-Frankeck Kallstdt Wachh LA-Mörzh BZ-Dierb]. De Fisch hot das Bräckel (Bröcklein) (die Angel) g'schnappt [ BZ-Dernb]. Luft schnappe 'nach einer Anstrengung lebhaft atmen' [ KU-Schmittw/O IB-Rohrb LU-Altr NW-Kallstdt Wachh BZ-Albw]; no (nooch) Luft sch. [Kus WD-Niedkch, Lambert Penns 137 Gal-Dornf]. Ich muß emol Luft sch. 'Ich bin außer Atem' [ PS-Erfw]. Der schnappt awer no Luft! [ KB-Kriegsf Mauchh NW-Freinsh]. Er hat noh Luft geschnabbt 'Er hat nach Luft gerungen' [PS-Rodalb (Bernhard 164)]. Sie gingen auf die Straße Luft schnappen (die Spinnerinnen in der 'langen Nacht' am 21. Dezember) [Grünenwald 26]. Auch im weiteren Sinne: Luft schnappe gehe 'für kurze Zeit ins Freie gehen' [ KU-Diedk], 'spazieren gehen' [ ZW-Bechhf], 'nach anstrengender Arbeit eine Pause machen' [ KL-Mackb]. Sie will noch e bissel Luft sch. [ BZ-Dernb]. Ich muß emol frisch Luft schnappe!, dass. [ KU-Bedb]. Er schtellt sich uf die hinnre Bee / Un hot fer Ochtem (Atem) g'schnappt [Birmelin Penns Gezw. 80]. —
b. 'zubeißen, abbeißen' [Thielen 101]. Kinder- und Gesellschaftsspiel: Worscht schnappe, mit dem Mund ohne Hilfe der Hände möglichst große Stücke von einer Wurst abbeißen, die an einer Schnur in der Luft hängt und in die Höhe gezogen wird [KU-Bedb Schmittw/O FR-Albsh NW-Frankeck, Wilms Alph. 49]. —
8.
a. 'aus Müdigkeit den Mund aufmachen, gähnen'. Sie schnappt [ BZ-Dernb]. Ich muß de ganze Owend sch., ich häb Schlof [ BZ-Dernb]. RA.: Sie schnappt nooch em (Deck)bettzippel 'Sie gähnt' [ BZ-Dernb, LU-Opp SP-Harths LA-Venn GH-Westh]. —
b. 'für kurze Zeit auf einem Stuhl oder an einem Tisch einschlafen, ein kleines Schläfchen machen' [KU-Schmittw/O IB-Blieskst (PfId. 126) ZW-Mittb RO-Feilbg]; vgl. PfWB einschnappen 2; Syn. s. PfWB schlafen 1 a; e bißsche sch. [ KU-Bedb]. Mei Frääche dut schnabbe [Kraus Päd-

[Bd. 5, Sp. 1236]
cher 56]. — Mhd. snappen 'schnappen, wanken' ( Lexer Lexer II 1024). — RhWB Rhein. VII 1542 ff.; LothWB Lothr. 457; ElsWB Els. II 501; Hess.-Nass. III 320/21; Kluge-Seebold22 645; DWB DWb. IX 1170 ff.; Frankf. V 2771/72.

 

 -schnappen schw.:
1. 'eine plötzliche, zupackende Bewegung machen, unvermittelt zubeißen', -schnappe [mancherorts]. Der Hund hot zugeschnappt [Krämer Gal 249]. —
2. 'sich schnappend schließen' [mancherorts]. Die Deer is zug'schnappt [ LU-Altr]. Die Fall schnappt zu [ KU-Schmittw/O]. —
3. 'jemandem zunicken' [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB schnappen 2 a. — RhWB Rhein. VII 1545. —

 

  PfWB zu -schnappen: 1. trans. haschend zugreifen, beissend, vom Hunde Rip, Nfrk. — 2. intrans. a. zuschlagen, von der Türe, dem Fenster, einem Deckel Rip, Nfrk u. May. RA.: Wenn us der Orsch zoschnappt wenn wir sterben May-Trimbs. — b. einem z., zunicken Verbr. wie schn. 2 b δ.