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| PfWB Schnäppe1 (Bd. 5, Sp. 1232) | PfWB Schnepfe1 (Bd. 5, Sp. 1327) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'Kippvorrichtung in Form eines Hebels, nur in seiner Mitte aufliegendes Brett', Schnäpp (nęb) [ LU-Altr]. Die Sch. dient dem raschen und kräftigen Wegschleudern von Steinen, jungen Vögeln, Fröschen usw., wobei durch einen starken Hieb mit einem Prügel oder durch einen Fußtritt auf das hochstehende Ende der Sch. das andere Ende mit dem Stein oder Tier nach oben schnellt. s. PfWB schnäppen; uff de Schnäpp sitze 'auf dem kippeligen Ende eines Brettes oder einer Bank sitzen, die jederzeit kippen kann' [ KU-Schmittw/O]. — 2. 'Instrument zur körperlichen Strafe durch rasches Absenken des Delinquenten in Wasser'. a. 1590: So soll der dieß that Unsern Ambtleuthen vnnd dem Bürgermeister furbracht, auch vff derselbigen ermessigung endweder vff die Schnappe (so jederzeit beid der obern Pfortten vber dem grabenn an einem schwengel hangen soll) gesetzt, oder sonst, nachdem sie bedunkt, daß ein jeglicher verdient habe vnd auch argwönig seye, gestrafft werden [ZweibrUrkb. 157]; vgl. PfWB schnappen 4, PfWB Schnappgalgen, -korb, PfWB Schneller 6. Beschreibung des Schnappens bei DWB DWb. IX 1174 unter Schnappgalgen. — 3. 'einachsiger Wagen, zum (Ab-)kippen eingerichtet', Schnäpp [ RO-Dielkch]; Syn. s. PfWB Schnappkarch. — RhWB Rhein. VII 1547 Schnappe, Schnäppe, 1549 Schnappen, Schnäppen 'Mützenschirm'; LothWB Lothr. 457; ElsWB Els. II 501; Hess.-Nass. III 358/59 Schneppe; DWB DWb. IX 1169/70, DWB 1316 Schneppe. [Bd. 5, Sp. 1233] Schnäppe2 'Prostituierte' s. PfWB Schnepfe1; Schnäppe3 'Rand, Spitze' Schneppe1.
| 1. 'Waldschnepfe (Scolopax rusticola)', ein ehemals hier heimischer Zug- und Jagdvogel, heute seltener, Schnepp (nęb) [mancherorts, Heeger Südostpf. 8 Heeger Tiere II 12 Lambert Penns 137 Krämer Gal 190], Schneep [Don-Lenauheim Lovrin Schowe]; Pl. Schneppe (nebə) [mancherorts, Krämer Gal 190]; Dim. Schneppche (nębχə) [ WD-Niedkch FR-Albsh NW-Freinsh]; Zs.: Bruch-, Sumpf-, PfWB Waldschnepfe. Die Schneppe streiche 'Die Schnepfen fliegen am Abend in niedriger Höhe eine Schneise entlang' [ BZ-Dernb]. VR: Uf Oculi - da kummen sie; Laetare - das sin die wahre; uf Judica - sin sie noch da; Palmarum - Tralarum [ BZ-Dernb]. — 2. a. 'Frau, der ein lockerer Umgang mit Männern nachgesagt wird; Prostituierte, die abends auf den Strich geht (Anspielung auf Schnepfenstrich)', Schnepp [LU-Altr, mancherorts, Bernhard 165 Glass 106 Höh 152 Kamm 58 Kieffer 71 Otterstetter 257 Thielen 101 Wilms Alph. 49]; Pl. Schneppe [ KU-Schmittw/O WD-Niedkch RO-Dielkch KB-Bubh NW-Freinsh]; Dim. Schneppche [ KU-Bedb WD-Niedkch NW-Freinsh]; Syn. s. PfWB Hure 1 a; Schneppe mit Zeikschuh (Zeugschuhen) [ RO-Dielkch]; uffgedunnert wie e Schnepp 'aufgeputzt wie eine Prostituierte' [Krieger 16]. Er geht de Schneppe nooch 'Er geht zu Prostituierten' [ NW-Haßl]. So Stiwwel do, so ritzerore (ritzerote), / die sin doch bei de Schneppe More (Mode) [Albert Bei uns 20]. — b. 'liederliche, schlampige, schlechte Frau', Schnepp [ KU-Bedb, mancherorts]; das Schneppche! [ LU-Limbghf]; die alt Schnepp! [ LU-Limbghf]. Do kummen ääm die Träne. Die ald Schnebb! So e Goje (s. PfWB Goje1)! [Damm Nawwel 73]. — Bed. 2a und 2b sind im Belegmaterial nicht immer eindeutig zu trennen. — RhWB Rhein. VII 1613 Schneppe; LothWB Lothr. 459 Schnepp; ElsWB Els. II 503; Schweiz. IX 1255 Schnepf II; Hess.-Nass. III 358; Kluge-Seebold22 647; Frankf. V 2790; Suolahti 273 ff.
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