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 PfWB schnäken (Bd. 5, Sp. 1220)   PfWB bitzeln (Bd. 1, Sp. 951)   PfWB funkeln (Bd. 2, Sp. 1643) 
   schnäken schw.:
1.
a. 'wählerisch, empfindlich, zimperlich im Essen sein, appetitlos Speisen verschmähen', schnäke (ngə) [KU-Schmittw/O IB-Bliesmg/Bolch RO-Als Mannw PS-Rodalb (Bernhard 164) LU-Alsh/Gr LA-Herxh Venn BZ-Albw GH-Rülzh, Thielen 101], schnäike (nęigə) [ KU-Schmittw/O], schnäcke (negə) [Ingb Gal-Bagbg Josbg]; vgl. PfWB pienseln, PfWB bisseln, PfWB bitzeln, daherwurgsen, PfWB femeln 2 c, PfWB fenseln, PfWB geiern, PfWB herumbitzeln, -kämern, -klämen, -klamschen, -kleimeln, -knäbern, -knämscheln, -knänscheln, -läppeln, -läppern, -picken, -piensen, -schmäckeln, -schnucksen, -schnuppern, PfWB käfern, PfWB klämschen, PfWB klämsen, PfWB kläuspern, PfWB knämscheln, PfWB knämschen, PfWB knatschen, PfWB knätschen, PfWB knauscheln, PfWB knauseln, PfWB knäuspeln, PfWB knauspern, PfWB läppeln, PfWB laußen 2, PfWB schmausen 3, PfWB schnippeln 2, PfWB schnuckeln 1, PfWB schnucken, PfWB schnurfeln 2; Zs.: ver-, PfWB herumschnäuken. —
b. 'heimlich essen, probieren, sich das Beste aus dem Essen aussuchen', schnäke (ngə) [ KU-A'glan KB-Morschh LU-Alsh/Gr NW-Frankeck LA-Herxh]. —
2.
a. 'naschen, Süßigkeiten essen', schnäke (ngə) [allg. ges. Pf, Bernhard 164 Heeger Südostpf. 13 Bayer Hackm. 62 Journ. 4/1787 215 Juner 89 PfId. 126 Schandein Ged. 248 Thielen 101], schneke (nēgə) [PS-L'mühl KB-Dreis FR-N'lein Karch Gimmdg/ Muttstdt 235 Klein Prov. 134 Schneckenburger 31 Krämer Gal 189], schnaike (naigə) [KU-Obw/Tiefb (um 1934 als veraltet gemeldet) Kaulb Mang 135], schnecke (nęgə) [Ingb NW-Frankeck], schnecka (nęgÄ) [ NW-Geinsh], schnacke (nagə) [ KU-Adb]; Part. Perf. geschnäkt [PfId. 126 Krämer Gal 189]; vgl. PfWB verschnäuken, PfWB schlecken, PfWB schnuckeln 1; sch. gehe [ ZW-Bottb]; Honich sch. [ FR-Mörsch]. Er schnekt [GH-Rh'zab (um 1934 als veraltet gemeldet)]. Er schnäkt gern 'Er geht gerne an Konfekt' [ NW-Haßl]. Das Minnekätzel schnäkt [ BZ-Dernb]. Ich honn da'ss schunn gudd hunnerdmohl gesaad, dasse voorm Esse nix schnääge sollschd! [IB-Ensh (Glass 105)]. Isch glejch beleidischt, plärrt erum, / schnäkt, bis se dick isch wie e Trumm [Kraus Gloori Bagaasch 33]. Der schnekt mer nix, das Kinn (Kind) is zu gescheid [Schandein Ged. 15]. Am Ascht e Abbel: der ahnt, daß Schnäwwel ball Schnibbel schnäke [Kraus Grikkelmaus 58]. —
b. 'nach (verbotenen) Leckereien suchen, heimlich daran naschen', schnäke [KL-Vogb, Müller Dietschw 66], schneke [ KU-Albb]; vgl. PfWB herumschnäuken 1, -schnausen, -schnauzen, -schnuffeln, -schnüffeln, PfWB mausen1, PfWB schlecken 2, PfWB schmausen 2. —

[Bd. 5, Sp. 1221]

c. 'Geld für Süßigkeiten ausgeben', schnäke [ IB-Aßw]; vgl. PfWB verschnäuken 1 a. —
d. 'an Bonbons usw. mit der Zunge lecken' [ KU-Frankb ZW-Mauschb FR-Kl'karlb]. — Auszugehen ist von mhd. snöuken 'heimlich gehen' ( Lexer Lexer II 1043). Die Entsprechung zu mhd. -öu- im Rheinfränkischen lautet -ää- oder -aa-. — RhWB Rhein. VII 1567 schnäuken; LothWB Lothr. 459 schneiken; ElsWB Els. II 498/97; Schwäb. V 1024 schnaken, 1039 schnäuken; Hess.-Nass. III 315 schnäcken, 334 schnauken, schnäuken; Kluge-Seebold22 649 schnökern; DWB DWb. IX 1208, DWB 1284, DWB 1321 schneuken.

 

   bitzeln schw.:
1. 'prickeln'.
a. von dem prickelnden Gefühl in den Gliedern beim Übergang aus großer Kälte ins Warme oder wenn ein Glied eingeschlafen ist. Mei Finger bitzeln [LA-Gommh verbr., auch Gal]. Mir bitzelts im Bää, als wenn die Emetze (Ameisen) dran wäre [ ZW-Battw]. Wenn einem die Nase bitzelt, dann erfährt man demnächst eine wichtige Neuigkeit [ KU-A'glan]. —
b. von der prickelnden Einwirkung moussierender Getränke. Mei Zung bitzelt [ KU-Kaulb Kreimb]. —
2. 'zu gären beginnen', De nei Wein bitzelt schun [ NW-Kallstdt, allg.]; vgl. PfWB Bitzler. —
3. 'zornig sein', von Kindern, bitzele [ HB-Höch]. —
4.
a. 'beim Essen nur ganz kleine Bissen nehmen'. Er bitzelt nore dran (an der vorgesetzten Speise) [KL-Rodb, verbr.]; vgl. PfWB bisseln, Zs. PfWB herum-, PfWB verbitzeln. —
b. 'kleine Stückchen abzupfen', z. B. am Kuchen, an einer Kruste, pitzele [ Gal-Dornf]. — F.: bidsələ. Iterativ zu PfWB beißen. — Südhess. I 880/81; RhWB Rhein. I 729, VI 900/01; ElsWB Els. II 127; Bad. I 241.

 

   funkeln, fünkelnschw.:
1.
a. 'glitzern, flimmern', funk(e)le (fuŋgələ) [fast allg.], finkle [LA-Roschb Lambert Penns 56]. Die Stern funkle [ PS-Gersb, allg.]. Die Räjedröppelcher funkeln im Sunneschei [Holler 9]. RA.: Das funkelt wie e Karfunkelsteen vor'm Oweloch [Don-Schowe verbr. Gal]. WR.: Wann d' Sterne fun-

[Bd. 2, Sp. 1644]
keln, werd's kalt [ LA-Gommh]. —
b. 'blitzen'. Die Aage funkle [ SP-Harths]. —
c. von den kleinen Schneeflocken, die bei frostigem Wetter glitzern. Es finkelt [ KU-Obw/T KL-Stelzbg PS-Steinalb]. —
2. vom prickelnden Gefühl in den Fingern (durch Kälte). Die Finger finklen [ BZ-Dierb Dernb Billh], funkeln [ PS-Erfw]; vgl. PfWB bitzeln 1 a. — Südhess. II 1006/07; RhWB Rhein. II 898/99; Lothr. 160/61; ElsWB Els. I 123; Bad. II 253.