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 PfWB Schnake (Bd. 5, Sp. 1216)   PfWB Schmeiß-fliege (Bd. 5, Sp. 1161) 
   Schnake f. (m.):
1.
a. 'Gemeine Stechmücke (Culex pipiens)', die Weibchen dieser Art stechen und saugen menschliches Blut, Schnok (nōg) [verbr. südl. WPf SPf VPf Bernhard 166 Bertram § 46 Glass 107 Heeger Tiere II 16 Karch Gimmdg/Muttstdt 235 Mang 115 Müller Dietschw 66 Schandein Ged. 249 Danner Penns 41 Lambert Penns 138], Schnak (nāk) HB-Nd'gailb, Schnouk (noug) [ KU-Ehw RO-Schweisw BZ-Dierb], Schnuk (nūg) [ KL-Hütschhs], Schnack [ RO-Imsw], Schnock [ KU-Albess Erdb Jettb HB-Breitft KL-Heimkch FR-Tiefth LA-Mart], Gen. m.: der Schnok [ ZW-Battw], sonst nur f.; Pl. Schnoke (nōgə) [PS-Erfw, verbr.], Schnocke (nogə) [ BZ-Silz]; Dim. (oft für nicht näher bezeichnete kleinere Mückenarten gebr., vgl. Bed. 1c) Schneekl (nēgl) [ NW-Frankeck LA-Gommh GH-Kand], Schnokelche (nōgəlχə) [ WD-Niedkch], Schnäkelche (ngəlχə) [ KU-Diedk], Schnökelche (nögəlχə) [ LU-Limbghf]; Dim. P. Schnäkelcher (ngəlχər) [ KU-Eschau]; vgl. Blutsuckler 2, PfWB Breme1, PfWB Bremse1, Bremsenfliege, PfWB Bremsmücke, PfWB Brumme, PfWB Brummer, PfWB Brummse, PfWB Brummsert, PfWB Brummsmücke, PfWB Drescher 2b ek">γ<, PfWB Viehbremse, PfWB Fliege, PfWB Gaulsbremer, PfWB Gaulsmücke, PfWB Kuhmücke, PfWB Libelle 1, PfWB Mücke, PfWB Sauerkrautmücke, PfWB Scheelmücke, PfWB Schuhmacher 3 bα Zs.: PfWB Brems-, PfWB Bruch-, PfWB Donnerwetters-, PfWB Vieh-, PfWB Gift-, PfWB Kuh-, Rhein-, PfWB Sau-, PfWB Schmeiß-, PfWB Stech-, PfWB Stuben-, PfWB Wasser-, PfWB Weiherschnake; Syn.: PfWB Pfiffler 3, PfWB Pothammel, PfWB Breme1 1 c, PfWB Bremse1 2, PfWB Donnerwettersschnake, PfWB Hakenmann 1 c, PfWB Hundszecke 2, PfWB Moskito, PfWB Mücke 1 b, Rheinschnake, PfWB Sägebock, PfWB Sauschnake, PfWB Schneidergeiß 3, PfWB Schweißmücke, PfWB Sieh1, PfWB Singer 2, PfWB Stecher, PfWB Stechmücke, PfWB Stechschnake, PfWB Summer, PfWB Wassermücke. D' Schnoke geiə (geigen 3) [ LA-Nd'hochstdt]. D' Schnoke hänn mich ganz verstoche [ LA-Nd'hochstdt]. Do hot mich e Sch. g'stoch [ RO-Als]. Den hot e giftig Sch. gestoch [ RO-Dielkch]. Mer kann 's nit aushalde vor Schnoke [ LA-Nd'hochstdt]. Wenn

[Bd. 5, Sp. 1217]
nachts die Sch. im Schlafzimmer surren und ssii, ssii summen, dann sagt der Ehemann: »Do näwe leit se!« und meint damit seine Frau [ LU-Opp]. Forwas die Schnoke dich lieber steche wie mich? [Kraus Putscheblum 17]. Im Weschtrich, so bei Kusel hinne, / Do kann kee Mensch kee Schnooke finne. / Was schloft mer dort so gut un fescht, / Weil em kee Schnook de Kopp verstecht!- / Im Germerschem degege sin / In jeder Schlofstub Schnooke drin [Münch Werke I 74/75]. Schnooke, Schnooke, nix wie Schnooke, / Wo do schwärmen Dag un Nacht [Kühn Palz 69]. »Filb, siehscht Du dart am Brunnetrook / E Schnook?« »Awaß! ich sieh kaan Schnook!« / »Ich aach nett! Ei, doo wolle mr geh, / Doo mache mr Schluß! Mr siehn nix mehn!« [Kühn Schnitze II 95]. Moi Ärm un moi Bää sin vun de Schnooke dodal veschtoch [Damm Schoggelgaul 35]. Ma merkt e Schnook nit, wenn se stecht, / un dut deswäh nit zucke. / Geht's so mit meine Sprich, i's recht... / Denoh muß's awer jucke! [Kraus Pädcher 5]. Nau sitzt der Henry dart im Eck / Un dut sei Pfeifel schmooke; / Er blost die blohe Wolke wek, / Un sel vertreibt die Schnoge [Birmelin Penns Gezw. 64]. Die Schnoge sin bang wann die Regewerm blaffe; / Des macht der Blohuschte 'Keuchhusten' im Buschelsack 'Strohsack' lache [Birmelin Penns Gezw. 70]. RA.: Wenn ein Vorhaben trotz Bemühungen nicht gelingen will: 's Gewidder soll doch die Schnooke veschlache! [Krieger 46]. Der es so unruich wie e Sch., von einem nervösen, zappelnden Menschen [ NW-Kallstdt]. Er is schwach wie e Kapp voll Schnoke [verbr. Gal]. Wann e Sch. werrer dich flieht, fällschde um 'Du bist schwächlich' [ KB-Kriegsf]. Der hot sieß Blut, an den gehn alle Schnoke [ LA-Gommh]. An dich gehn die Schnoke gärn, du musch scheint's sieß Blut han [ PS-Erfw]. Er macht aus ere Sch. e Elefant 'Er bauscht eine kleine Angelegenheit zu einer großen Affäre auf' [ KB-Kriegsf]. Er is Schnoke iwwer die Broch treiwe, antwortet man auf eine unsinnige Frage nach dem Tun eines anderen [ KU-Dittw], vgl. PfWB Brache 2, PfWB Bruch2 1. SprW.: In dr Not freßt dr Deiwel Schnoke [ Gal-Dornf], ... un der Fuchs Mais (Mäuse) [ Gal-Bagbg]. BR.: Wann im Februar die Schnoke flieje (geiche) uf der Mescht, soll m'r 's Fuder sperre in die Kescht [Schandein Bav. IV,2 378, LU-Oggh]. WR.: Die Schnoke fliee (fliegen), es gibt schen Wetter [ RO-Dörrmosch]. Wenn die Sch. bei schwülem Wetter besondes blutgierig sind, droht ein Gewitter [ LU-Altr]. Wann d' Schnoke steche, bleibt 's Werrer schäi [ GH-Nd'lustdt]. Wann die Schnoke dowe (toben 2) am Morje, gibt's Gewitter [ RO-Obd]. Wenn die Schnoke owets (abends) tanze, das bedeit gut Wetter [ ZW-Battw]. Wann die Schnoke danze, gebt's schen Wetter [ KU-Wahnwg]. Wann d' Schnoke danze, gebt's Rechewedder [ BZ-Dierb]. Wenn im

[Bd. 5, Sp. 1218]
(Januar) Februar die Schnoke geiche, misse sie im Märze schweiche [ LA-Gommh, NW-Frankeck LA-Nd'hochstdt BZ-Silz GH-Kand]. Wenn 'm Janner d' Schnoke geige, warren se 'm Marz wirrer schweige [ GH-Hatzbühl]. Wenn im Hornung die Schnoke geige, müsse sie im Märzen schweige [ GH-Kand]. Wenn im Februar die Schnoke singe, wird's noch einmal kalt [ LA-Mörzh]. VR.: Schnak, Schnak, Schnak! / Winziges Tierche vum Rhoin! / Ich hab dich gern. / Awwer laß des Steche soin! [ LU-Opp]. Derber Spaß: Will man einen lästigen Gast vertreiben, so öffnet man ihm abends kurze Zeit vor dem Schlafengehen die Fenster seines Schlafzimmers, so daß die Sch. hereinkönnen [ LU-Opp]. —
b. 'Fiebermücke, Gabelmücke (Anopheles)' [ LU-Altr]. —
c. allg. Bezeichnung für verschiedene, meist kleinere, nicht näher spezifizierte Arten von sehr lästigen Mücken, die zum Teil auch stechen; sie werden besonders von Schweiß angezogen, Pl. Schnoke [ KU-Albess NW-Bobh]; Dim. Schnekelche [KU-Bedb, mancherorts, Jakob Hw. 28]; Dim. Pl. Schnekelcher [ RO-Dielkch PS-Geisbg]; e kläni Sch. [ NW-Freinsh]; e klani Sch. [ LU-Altr]; klänne Schnoke, die in besonderem Maß lästig sind, sie plagen Bauern bei der Feldarbeit [ PS-Erfw]; vgl. PfWB Breme1 1 b, PfWB Bruchschnake, PfWB Futtigel. 's as mer a Schnekelche ens Au geflo [ RO-Rehborn]. —
2. 'Stubenfliege (Musca domestica)', sie sticht nicht, wird aber lästig, weil sie sich sowohl auf Fäkalien als auch auf Speisen niederläßt, Schnook (nōg) [verbr. NPf (in der übrigen Pfalz gilt hierfür Mücke) HB-Jägbg KL-Dansbg Trippstdt PS-Fehrb FR-Kl'karlb LU-Böhl NW-Ellstdt Kallstdt Hamb LA-Birkw Nd'hochstdt, Christmann Kaulb 7 Thielen 101, verbr. Don Gal Rußl Krämer Gal 189]; s. K. 296. Die Schwalwe jae (jagen) Schnoke [ KU-Schmittw/O]. E Schnook iss, war se aa beherzt - beim erschte Rundflug abgeschterzt [Damm Nachtdischlamp 36]. RA.: Schnoke köppe (köpfen) 'einer sinnlosen, dabei zeitaufwendigen Tätigkeit nachgehen' [ KB-Kriegsf]; ogewwe wie e Tutt voll Schnooge 'sich wichtig tun' [Thielen So rerre mer 116]; lewe (leben) wie e Schnoog uffem Abtritt 'in Saus und Braus leben' [Thielen So rerre mer 109]. Den(n)e ärjert (ärjern) die Sch. an de Wand [KU-Bedb, RO-Dielkch Sippf KB-Kriegsf Krämer Gal 189 Don-Gert Buch-A'frat Illisch Tereblestie Rußl-Katht Neuliebthal Sulz]. De(n) Kranke ärjert die Sch. an de Wand [ RO-Als Dielkch KB-Kerzh LU-Limbghf Muttstdt]. Den hinnert die Sch. an de Wand [ KU-Bedb Schmittw/O KB-Kriegsf]. Mir is grad als wenn ich Schnoke gefreß hätt! 'Ich spüre Hunger und mir ist nicht ganz wohl im Magen' [ ZW-Battw]. SprW.: Besser e Sch. im Kraut (en de Supp) als gar kän Flääsch [ RO-Dielkch]. —
3. 'Schmeißfliege (Calliphoridae)' [ KB-Kriegsf]; vgl. PfWB Mistbiene, -fliege, -mücke,

[Bd. 5, Sp. 1219]
-schnäkelchen, PfWB Schmeiße 1, PfWB Schmeißfliege, -mücke, -schnake.
4. 'Kohlschnake (Tipula oleracea)', nicht stechende langbeinige Mücke, großi Sch. [ ZW-Kl'steinhs]. —
5. übertr.
a. 'schmächtiger, etwas bösartiger Mensch', e Schnok [ LU-Opp NW-Kallstdt]; e raulicher Sch. [ ZW-Battw]. RA.: Er is nor e Sch. 'Er hat nicht mehr Kraft als eine Mücke' [ LU-Opp]; vgl. PfWB Mücke 2 a. —
b. 'häßliches Mädchen' [IB-Ensh (Glass 107)]. —
6. Pl., Neckname für die Bewohner von GH-Wörth, Schnoke [GH-Max'au Rh'zab Wörth, Seebach Neckn. 74], Schnocke [ GH-Mindlach]; für die Bewohner von BZ-Ingh Schnoke [BZ-Kling, Seebach Neckn. 74], von LU-Fußgh Schnoke [LU-Fußgh und Umg.], von BZ-Apphf Schnoke [ BZ-Ingh], von KU-Eßw Schneegelcher [KU-Eßw und Umg.]. Neckreim für die Bewohner von BZ-Ingh, Ingehämmer Schnoke, reite uf d' Hoke (Haken), reite uf d' Boumstecke, kannsch mich am Arsch lecke [ BZ-Apphf]; für die Bewohner vom Hemshof, einem Stadtteil von Lu'haf, Hemsheefer Schnoke danzen uf de Hoke (Haken) [ LU-Friesh]; vgl. PfWB Hemshöfer. — RhWB Rhein. VII 1539 Schnake II, IX K. 17; LothWB Lothr. 461 Schnok I; ElsWB Els. II 497, ALA II 186/187; Schwäb. V 1024; Hess.-Nass. III 317/18; Kluge-Seebold22 645 Schnake1; DWB DWb. IX 1151 ff. Schnack, Schnacke, Schnake 2; DWA I 34; Eichhoff WA 101.

 

  Schmeiß-fliege f.: 'Aas suchendes Insekt', Schmääßfliech (msflīχ) [Land LA-Wollmh]; altmda.: Schmeiße 1, PfWB Schmeißmücke 1. RhWB Rhein. VII 1457 Schmeizfliege; Kluge-Seebold22 642; DWB DWb. IX 1008/09.