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 PfWB Schmied (Bd. 5, Sp. 1168)   ElsWB Schmid (Bd. 2, Sp. 479a) 
   Schmied m.:
1. 'Handwerker, der glühendes Eisen mit dem Hammer bearbeitet und daraus Hufeisen, Nägel, Werkzeuge usw. herstellt', Schmidd (mid) [verbr., Heeger Südostpf. 15 Höh 53, 80 Müller Dietschw 66 Schneckenburger 23, 58 Christmann Kaulb 13, 88, 92 Mang 96, 148, Lambert Penns 136 Don-Schowe Torscha], Schmedd (med, męd) [vereinzelt SOPf IB-Gersh Rohrb BZ-Stein (Ehrhardt 107)]; Pl. wie Sg.; Dim. Schmiddche [mancherorts WPf nördl. VPf], Schmiddel [vereinzelt mittl. u. südl. VPf]; Zs.: PfWB Blech-, PfWB Dorf-, PfWB Eisen-, PfWB Gold-, PfWB Grob-, PfWB Hammer-, PfWB Huf-, PfWB Kessel-, PfWB Kupfer-, PfWB Kur-, PfWB Linden-, PfWB Messer-, PfWB Nagel-, Reit-, PfWB Sonnen-, PfWB Waffen-, PfWB Wappen-, PfWB Zahnschmied. Däär war friher Sch. [Karch Gimmdg/Muttstdt 116]. Frieher hat unser alder Sch. die Zehn met de Beißzang gezoh [ KL-Reichb]. 'r schafft am Sch. seim Staar (Er schafft im Sch. seinem store, engl. 'Lager') [Buffington Penns Var. 235]. De Sch. hat e schwer Hand 'eine kräftige, große Hand' [ KU-Brück]. Ich nämm vumm Schbeicher 's Baijonett / unn loß meer mache morche (morgen) frieh / e' Schinnlmesser (Schindelmesser) vumme Schmett [Ehrhardt 107]. Ich hab fer'n Weil beim Sch. gelernt, / Sel waar gewiss ken G'schpass! / Was hot der Sch. sich als verzärnt! / Wees heit noch net fer was [Birmelin Penns Gezw. 71]. RA.: Er glänzt wie Schmidts Arschloch vor Daach, von einer ungepflegten Person [Thielen So rerre mer 109]. Jetz is er an de rechte Sch. kumm!, an den vermeintlich richtigen Fachmann geraten [ Don-Schowe Torscha]. SprW.: Mer geht net zum Schmiddche, mer geht glei zum Sch., man geht gleich zum

[Bd. 5, Sp. 1169]

[Bd. 5, Sp. 1171]
Fachmann, zur übergeordneten Stelle, zur höheren Instanz [KU-Trahw, mancherorts, PfMus. 1925 177 Kamm 96 Bernhard 164, verbr. Don Gal Buch Rußl]. Var.: Nit zum Schmiddche gieh, sonnern zum Sch. [Thielen So rerre mer 109]. Schmidds Per (Pferde) un Schuhmachers Weiwer (Weiber) gehn mehrschtens (meistens) barfuß 'Für sich selbst bleibt einem meistens nichts' [Kaislt]. Winzerregel: Wenn der Sch. in der Blütezeit keine Räder enger machen muß, dann ist schlechte Blütezeit, denn dann regnet es [ LA-Maik]. VR.: Sch., Sch., Sch., / nem dein Hämmerle mit, / hättst dein Hämmerle mitgenumme, / wärscht aach nit ins Kämmerle 'Arrestlokal' kumme. / Kämmerle häw ich n Kreizl g'funne / Kreizl häw ich Mudder gewe / Mudder hot mar Weckl gewe / Weckl hew ich Vadder gewe / Vadder hot mar Steckl gewe / Steckl hew ich Lehrer gewe / Lehrer hot mar Schlächl (Schläge) gewe [LA-Frankw, ähnlich Feierowend 5 1950 2]. Eine Var.: Sch., Sch., Sch., / nem dein Hämmerle mit, / häscht dein Hämmerle mitgenumme, / wärschde nit ums Lääwe kumme, Handwerksburschen sollen beim Abzug aus der Schweiz so gesungen haben [ BZ-Dierb]. Neckverse um die Mitgift junger Mädchen: Herr Sch., Herr Sch., was bringt die Jule mit? E Schleier un e Ferrerhut, der steht der Jule gar so gut [ LU-Limbghf]. Herr Sch., Herr Sch., / was kriegt dein Liebche mit? / E Schleier un e Federhut, / der steht dem Minche gar so gut! / Herr Sch., Herr Sch., / was kriegt dein Liebche mit? [Feierowend 5 1950 S. 2]. Herr Sch., Herr Sch., was kriet das Mädche mit? E Newwelkapp (Nebelkappe) mit Ärmel dran, das steht dem Mädche gar schän an [ KL-Mackb]. a. 1295: unde der smit [ZweibrReg. 120]. a. 1342: d(ict)e der Smieden von snnesheim [Lam 1 1r (NW-Lambr)]. a. 1380: Heintze smit und Zisse und Heintze Phifen [Doll Seelb. NW-Lach 29]. a. 1425: von eyme graß perde 3 den vnd soll der smytt das isen geben [LeinArch. Löhne]. a. 1425: wan ein smyt schiene (schöne) nagel machet [LeinArch. Löhne]. a. 1465-70: Item 3 ß d von eim yglichen Seger vnd küffer oder bender dergleichen smiedt vnd dugenhauwer (Daugenhauer) [SpeyHochst. (Bienwald)]. a. 1520: Item hot vrich smet kaufft Eyn huß vmb bene Jeckel [Münchweiler Gerichtsbuch im Heimatmuseum Rockhs Bl. 18]. a. 1565: Item 20 albus dem Schmidt zu Limpach von 2 mueleisen (Mühleisen), vnd ein Zapen in die muell reder gemacht [WerschwSchR]. a. 1589: als Im August ein Pferdt schadhafft worden schickt Ich ... nacher dem Schmidt...(;) Item ... Stoffell schmidten ... ein lamen stallgaul zu curiren [HornbSchR]. a. 1621: Item 4 fl. dem Schmitt zu Einoth ... zahlt, welcher drey Schwingel vff die ... brückh vndt neben die Ohlymühl mit pfanden, banden und Kloben ... versehen [WerschwSchR

[Bd. 5, Sp. 1172]
Bl. 174r]. a. 1671: Johann, Wagner genandt, Schmitt und bürger [Wolfsteiner Stadt- und Amtskirchenbuch 1671]. —
2. FlN, nach dem Besitzer oder nach einer Schmiede, Schmid(s) [LA-Edk (Heimat Blätter für Edenkoben und Umg. 1936 Nr. 10)]. Anfang 16. Jh.: heisst der Schmidt, FlN auf Grenzstein [LA-Maik (Spey-Hochst. Lgb. 53, Bl. 55)]. a. 1725: im Schmitt, Weinberge [StArch. LA-Edk Gerichts Protokolle S. 57 (LA-Edk)]. (Dittmaier Rhein. FlN 275 Schmitte). —
3. 'alter Gesellschaftstanz, bes. in ausgelassener Stimmung getanzt', Schmiddche (mitχə) [Vogelsgesang 19]; vgl. PfWB Kissentanz. — RhWB Rhein. VII 1469 ff.; LothWB Lothr. 455 Schmit; ElsWB Els. II 479 Schmid; DWB DWb. IX 1053 ff.

 

  PfWB  LothWB  RhWB Schmid [ʿSmìt, ʿSmet allg.] m. Schmied. Spw. Mëⁿ geʰt ringer zém S. aˡs zem Schmidle Geberschw.; Var. Mr muss zum Schmid gieʰⁿ, nit zum Schmidle M. JB. VI 149. s is besser zuem Schmid aˡs zuem Schmidl lieber gleich dahin, wo man die beste Auskunft und Hilfe erhält Str. ‘es kostet nicht mehr beym Schmidt als beym Schmidlein’ Martin Acheminement 189. s. Menges Volksmda. 19. — Bayer. 2, 545.