Schmetterling m.: 1. 'Tagfalter, Insekt mit zwei Paar großen, oft bunten Flügeln', flattert auf der Suche nach Nektar von Blüte zu Blüte, Schmedderling (mędərliŋ) [KU-Bedb Diedk Kaulb WD-Niedkch RO-Schweisw KL-Reichb PS-Gersb LU-Böhl LA-Nd'hochstdt Wollmh GH-Kand, verbr. ges. Pf, Henn Mda.-Int. 109, Lambert Penns 136 Don Krämer Gal 189 Buch], Schmedderlingk [ KB-Orb Gal], Schmeddaling [Land], Schmeddrling [Horne Penns 52], Schmedderleng [ KU-Altkch Reichsth], Schmeddaleng [ RO-Lohnsf], Schmaddaling [ PS-Rumb], Schmärrerling [PS-Bundth, vereinzelt ges. Pf], Schmerrerleng [Ingb], Schmäggerling, in der Sprechweise kleinerer Kinder [ KU-Etschbg], Schädderling [ PS-Petbg]; Pl. wie Sg. [verbr.]; Dim. (selten gebr.) Sg. Schmedderlingche [mancherorts WPf nördl. VPf], Schmedderlingel [ LA-Gommh]; Pl.: Schmedderlingcher [ RO-Dielkch LU-Friesh], Schmedderlinglich [ LA-Wollmh]; das Wort wird vor allem bei den jüngeren Generationen gebraucht (um 1925), ältere Mundartsprecher kennen noch Fledermaus oder Flättchermaus. Syn. (auch andere Schmetterlingsarten): Bachschmetterling, Blindermaus, Bubeller, Falter1, Fläckermaus 1 a, PfWB Flättchermaus 2, PfWB Flatterwisch 1 c, PfWB Fledermaus 1 a, PfWB Flederwisch 2 a, PfWB Jude 2 c, PfWB Käse 2 e, PfWB Kohlschmetterling, PfWB Kohlweißling, -weißlich, -weißel, PfWB Krautschisser 1, -schnärfler, PfWB Motte, PfWB Mottenschisser, PfWB Nachtfalter, PfWB Nachtschmetterling 1, PfWB Pfauenauge, PfWB Raupenschisser, PfWB Weißling, PfWB Schwalbenschwanz, Schwärmer, PfWB Sommervogel, PfWB Zitronenfalter; gääler (gelber) Sch. [ LA-Nd'hochstdt]; ä wisser Sch. 'Kohlweißling' [IB-Eschring]; e schääner farwiger Sch. 'Pfauenauge' [ KU-Bedb]. — 2. 'große, oft farbige Haarschleife für Mädchen', Bez. nach der Form, die an einen Sch. erinnert, jüngerer Sprachgebrauch [PS-Fehrb KB-Kriegsf LU-Altr Böhl Limbghf Oggh Opp NW-Frankeck Land BZ-Dierb]; Syn. s. PfWB Schleife2. — 3. 'die Blume Stiefmütterchen (Viola tricolor)', Gärtnersprache [ LU-Oggh]. — 4. [Bd. 5, Sp. 1167] übertr. a. 'flatterhafter Mensch' [ KB-Kriegsf]; vgl. PfWB Nachtschmetterling 2, PfWB Nachtschwärmer. — b. 'jemand, der, wie ein Schmetterling von Blüte zu Blüte, so von Mädchen zu Mädchen wechselt' [KL-Reichb, Höh 153]. — RhWB Rhein. VII 1460 u. VI 602 K. 12 Peipel 'Schmetterling'; ALA II 203; Kluge-Seebold22 643; DWB DWb. IX 1047 ff.; FSA K. 4. | | [Bd. 4, Sp. 85] Käse m.: 1.a. 'Quark', Kees (kēs) [verbr. mittl. u. nördl. WPf NPf u. VPf mancherorts südl. WPf (einschl. SWPf) verbr. Gal], Käs (ks) [verbr. südl. WPf (einschl. SWPf) mancherorts übrige Pf], Kaas (kās, --) [vereinzelt WPf]; mancherorts nebeneinander kēs u. ks, z. B. PS-Höheinöd. In PS-Kröpp hat (1925) das Oberdorf kēs, das Unterdorf ks. Vielerorts wird der Quark als weecher, wäächer, waaicher, waicher bzw. als weißer K. bezeichnet [zur Verbr. vgl. K. 221]. Sie dut K. onrehre 'Käse mit Milch oder Rahm vermischen' [ KU-Schmittw/O]. E Pälzer Spezialidät is weißer Käs mit Zwiwwele [verbr., Krieger 37]. Die Drescher bekamen um 10 Uhr Käs, Brot un Branntwein [ PS-Erfw]. Gequellde [Bd. 4, Sp. 86] Grumbeere un wääche Kees un Kaffi es aach e gut Nachtesse [ RO-Als]. Vergleiche u. RA.: Sein Gesicht war weiß wie K. [FR-Bockh, mancherorts (auch Gal)]. Der lacht, wie der Dumm zum Käs [ Gal-Reichb]. Der halt sich droon wie der Narr am K., von einem Übereifrigen [ Don-Tscherw, mancherorts Don Gal Buch]. Alles in Ordnung un nore die Fieß in K. [ KU-Kaulb Kreimb Hundh]. (Do) kann ich mer en Käs gin (geben) 'etwas einbilden' [PfId. 73 (IB-Blieskst u. Umg.)]; vgl. PfWB käsen 1. Das Messer schneid waarm Wasser un wääche Kees, von einem stumpfen Messer [ LU-Maud, mancherorts, auch Don]. Weiteres Beispiel s. PfWB angucken. KR.: Eens, zwee, drei; hige, hage, hai; hige, hage, [Bd. 4, Sp. 87] Besestiel; alde Weiwer ess'n viel; junge miss'n faschde; 's Brout liecht im Kaschde; 's Messer liecht d'newe; de Käs werd fa'drere; de Wein licht im Keller un koscht keen Heller [ LA-Hainf]. Male sitzt im Kellerloch, eßt e Stickel Kees. Kommt die Katz un macht em druf, is mei Male bees [PfRSch 2. 12. 1934]. VR.: Grumbeerschnitz un weißer Kees, alle Daach desselb' Gfrees [ GH-Vollmw]. Vgl. auch PfWB teuer 2, Schäferbub. a. 1425: daß sie Recht haben zu holen uf den Pfingst-Montag zu Heimbach ein Malter Käss [Vogel 50]. a. 1537: ein malter Keße, ein malter brodt [Trippstadter Weistum]. — b.α. 'trockener Handkäse 1 in unvergorenem Zustand'; harder K. [ RO-O'mosch]; reistruckener K. [ FR-Kindh]. — β.αα. 'Quark in vergorenem Zustand'; fauler K. [verbr. WPf, verbr. Gal]. RA.: Das Messer schneidt kaltes Wasser un faule Käs [Gal-Kaisdf, verbr. Gal]. - - ββ. faule Kees-, Kees'cher, -jer, Käs- [verbr. WPf Gal]; vgl. PfWB Handkäse 1. — Zs.: PfWB Backstein-, Bauern-, Bauernhand-, PfWB Bibilchens-, PfWB Platsch-, PfWB Buttermilch-, PfWB Topf-, PfWB Geißen-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Hafen-, PfWB Hand-, PfWB Harte-, PfWB Herbst-, PfWB Kar-, PfWB Koch-, PfWB Kram-, PfWB Kugel-, Kuh-, PfWB Kümmel-, PfWB Loh-, PfWB Molkerei-, PfWB Natron-, PfWB Rahm-, Ribbel-, Schaf-, PfWB Schmier-, PfWB Schnell-, PfWB Schweizer-, PfWB Stangen-, PfWB Stein-, Stinkkäse. — c. Zs. PfWB Kälbchens-, PfWB Leberkäse. — 2. a. Zs. PfWB Zahnkäse. — b. 'Tresterkuchen, Rückstand beim Keltern', Kees [ PS-Windsbg]; Zs. PfWB Säckerkäse. Syn. s. PfWB Trester 1. — c. 'Köpfe oder Rös'chen des Blumenkohls'. Der Blumekohl hat schäne Käs [ KU-Schmittw/O]. — d. α. 'Frucht der Malve (Malva neglecta)', auch die Blume selbst, gew. Pl., Keesjer, -cher, -elcher, -ercher, Kees(e)le [Wilde 168; zur Verbr. s. K. 222], Keesercher [ Gal-Josbg], Keesjer [ Gal-Dornf]. Zs. PfWB Puppen-, PfWB Kippenkäse. Syn. s. PfWB Käseblume. — β. 'Vogelmiere (Stellaria media)', Keesje [ RO-Schmalfhf]. Syn. s. PfWB Hünkelsdarm 1. — e. = PfWB Kohlweißling, Kees [ LA-Wollmh]; vgl. PfWB Jude 2 c. — f. Uzname der Bewohner von KU-Cronbg u. LA-Böbing, Kees. — g. α. 'minderwertige Sachen', Kees [Otterstetter 231]. — β. 'dummes Gerede, Unsinn', Kees, Käs [verbr.], Kaas [ LA-Bornh]; dummer K. [ LA-Leinsw]; K. mit Wärmcher (Würmchen) [ IB-Hass]. Der macht e K. [ KU-Hefw KL-Fischb FR-Kindh]. Ich han emol e Buch geles', das war e kolossaler Kees [Münch Weltgesch. 15]. — Aus lat. cāseus > ahd. chāsi, kāsi > mhd. kæse. — Südhess. III 1156 ff.; RhWB Rhein. IV 226 ff; Lothr. 277/78; ElsWB Els. I 472; Bad. III 80/81. | | NRhWB Käse ks, im Geb. der Schärfung -:-; doch Nahe -ē-; uSaar, Trier-Hochw -ē:-; Saarbg hier u. da -e·i.-; Trier (n. Mos), Wittl, Bitb -ī:-; LRip, uWupp, Sol meist -ī:-; SNfrk -ī·ə.-; um Mörs-Rheinbg -ē·ə.-; MülhRuhr -ī·ă.-; Duisb -ē:-; Dinsl-Aldenr -ē-; um Rees-Overbeck kēzə Sg. t. [dī ks Pl. Rhfrk] m.: 1. wie nhd., schlechthin der Quarkkäse; K. machen (pöngeln Wippf): en enem Pöttche (Döppe, Bar) wiərd de afgeschäppte (abgerahmte) oder geschmändte Melch (Stif- oder Bottermelch) hengen opgesatz (hinten auf den Herd) (de M. opgohn lossen Waldbr, Gummb); de M. werd gebriht (gebrüht), gebrennt, gewärmt Rhfrk, Mosfrk, — geschrämpt Mayf, — gefängt WMosfrk); se darf ävver net an't Koche komme, se mott esu stell kruffe (kriechen), dat e net ze friəd (zähe) (kinselig, kiselig) wiərd on schön weche Klontere sich bilden (man nennt die sich scheidenden Matten ausgerunnene K., Matten, Hotten, Klattermelch); dann wiərd se afgesatt (vom Herde abgesetzt), u. über einem Eimer wird der K. durch en Seih (oder e Räss-che Korb), worüber das K.doch (Käsetuch) liegt, ussife (auströpfeln) gelosse; de Zibbele (Zipfeln) van dem K.doch werde zo enem Frong (Frung) beiənen gedriehnt, der K. wiərd ens düchtig usgepasch (ausgepresst) on em K.doch dofüər (draussen) an ene Finstertuər (Fensterhaken) opgehange, dat e gehüreg ussif (uströpsch); das Käsewasser (Dimmele, Sauerwasser, Serreng, Wässerich, Wässke, Wässich, Wei, Wicke, Tron; s. d. W.) wiərd us dem Emmer en et Ferkesdenge (-bütt) geschott (so beim Quarkkäse) NRip, Allg.; beim Topfk. kommen de Matte an (in) de Knappsack zum Drecknen (Trocknen); dann get de K. geroppt (gerupft) on kennt an't Deppe; [Bd. 4, Sp. 227]
wenn en afängt ze rieche, get e gerohrt (jeden Dag), bis e faul as; dann get e mat Ei afgekocht on Melch derbei geschott WMosfrk; im Klevld, wo K. nach Holländer Art hergestellt wird, wird in die geschöppte Melk Käselab (Strömsele) gegossen; mit dem Messer wird in die geronnene Masse ein grosses Kreuz geschnitten; dann wird heisses Wasser drüber gegossen, u. die dick Melk sinkt nach unten; diese d. M. wird dann gebrockt u. in die K.form getan; den Hahn an't Küwe ward losgedrähjt, on de Weij (K.wasser) löpp (läuft) in de Emmers (Eimer) för de Pogge (Schweine); in die K.form kommt ein Brett oder der Formendeckel auf den K.; vorher wird der K. in die Form mit der Hand gepresst; auf den Deckel kommt ein Gewicht; in der Form wird der K. ein paarmal gedreht; dann kommt er aus der Form in den Peckel (Salzlösung), der so stärk sin mott (muss), dat en Ei drin schwömmt; nach zwei Tagen kommt der K. auf den Schrank, dass er trocknet; hej dörf kene Zug (Windzug) krige, söns rett e (reisst er). — Landläufige K.sorten sind: der Quarkkäse, der mit sösser Melch agemach (agemengk) wird, genannt: weisser, weicher, süsser, foscher (frischer), steifer, abgelaufener, gemengter, (of)gestumpter K., Bar-, Kar-, Flatsch-, Flöten-, Klatsch-, Patsch-, Platsch-, Matten-, Meng-, Püngels-, Rühr-, Schmanden-, Schmier-, Schlubbermilchs-, Schlettk., wisse Fummel, Mackei, je nach der Milchart fette (von nicht entrahmter Milch), oder magere K., Bottermelchs-, Kirnmelchs-, Stifmelchsk.; der in einem Topfe engemachte K. fault darin; er wird fauler, schärper, arger, bündiger, hausmacher K., Baueren-, Düppen-, Hawen-, Hock-, Mühnen-, Peffer-, Stinkk., gelber Geimer genannt; ein Gemenge von faule K. u. frischem K., unter Beifügung von Milch durch Kochen unter stetem Rühren hergestellt, heisst Rhfrk, Mosfrk, OBerg, Bergh, Grevbr, MGladb Düppen-, Koch-, Gummik., scharfe oder gekochte, segeren K.; mit der Hand kegelförmig geformter, auf dem Fensterbrett fast steinhart getrockneter K. ist der Hand-, Fauste-, Backstein-, Klotsch-, Knippk., harde K.; Käse, aus der Biestmilch bereitet, ist Biest-, Bitsch-, Kalver-, Kälfches-, Hünkelsk.; dann der Eierk. man lässt bis zwei l Vollmilch aufkochen, schüttet einen Teelöffel voll Mehl hinein, schlägt 5—6 Eier in einem Steintopf u. rührt sie durch die Milch; dann lässt man das Ganze kochen, bis die Masse steif ist Westerw, Siegld, Birkf; Grombirek. dass. mit Kartoffeln verrührt Birkf-NHosenb; Kräuterk. ist der grüne K., Kümmel-, Riwwelchesk.; dazu s. Fassel-, Brot-, Korb-, Hafer-, Mai-, Mutt-, Rändjes-, Stall-, Weidek. Rütting; fremde Sorten sind Limburger (lämmesche K., Hervere K., Hewer lingksk., Stinkk.), Holländer K. (holländsche K.), Schweizer K., Mainzer Käs-che, Kanterk. (auch Schiffmannsk.); dazu Ramudi Romadurk Eup (s. d. [Bd. 4, Sp. 228]
W.). — RA.: Wenn e Gewidder in der Loft es, werd (git) de Melch ger (gern) K. sie gerinnt. Hängk et an den Hurschten (Schornstein) un loss et fir K. auströpsen (auströpfeln)! Antw. auf die Frage: wo soll ich dat hinduhn? Trier Schleidw. In den K. sett Puff (Gang) drin Klevld. Dat geht dech joə af (geht dir von der Hand) wie Märtes-Nollesse-Frau et K. make Heinsb. K. mache hochmütig sein Ottw-Neunk. De bese (bösen) (weischte wüstesten) Weiwer mache die beste K. Simm, Birkf, Kreuzn. De Motter mich Botter, de Vatter mich K., wann e küt, dann kick (sieht) e sauer Aden-Liers. Loss Matten gewärd (in Ruhe), dann get et ach K. Bernk-Wolf, Birkf; get et M., get et och K. nur Geduld, es wird schon gehen Westerw. K. dräht (trägt) de Sack macht stark Merz-Bergen. K., Botter, Bruət schleiht alle (Heiden on) Törke duət Eup, Sieg, Monsch, Aach, Köln, Dür (alles musdut), — all die Düvel duət Eup-Hergenr. K. un Brut machen de Backe rut Köln. Fresch Brut on weiche K., dat schlompt sich Goar-Boppard. K. un Brut es Vugelsdut Koch. Warme Tuffelsplätz (Kartoffelkuchen) on kale (kalter) K., dat es en got Gefräss Altk-Willr. Botter on K., e lecker Gefräss Gummb. B. is der Glieder Motter; K., dat es esu Gefräss Kobl-Rübenach. B., dat es mei Motter, awer K. es mei Her, drem essen ech en net ger (gern); de B. hält emmer stark, de K. fällt emmer en de Knehoke (Kniehaken) Neuw-Datzeroth. Wenn ech K. han, mag ech de B. net sinn (sehen), sat der Mann, du schmert he sech de K. üvver de B. Eusk-Billig, Schleid-Heimb. Ech son (sage) dem K. en't Gesicht, dat mir B. lewer es May-Saffig. De weks (weichste) K., de deht et net; die Schenk (Schinken), die klenk Neuss-Kaarst. Faule K. es morges Gold un omeds Blei Westerw. F. K. un Appeltrank, dovan wiərd mer gar net krank Ahrw, Kobl-Metternich. De K. schmät (schmeckt) et bes, wenn de Wörm dren send Bergh-Blatzh, — wenn einem de Steərzen (der Würmer) lans de Mul schlonn MülhRh-BGladb. Drei Jure un vier K. sen siewe Stinkerte Birkf, Ottw, Bernk. Vom faulen K. heisst es: göf Acht, dat der der K. net fortläft (-läuft)! Westerw; de K. ös su ful, dat e sech an't lofe git Sieg; wo mih der K. stenkt, wo besser dat he ös Altk-NFischb. Reiche Märercher (Mädchen) on arm Manns K. sein am schwöndsten reif Neuw-Rodenb, Simm-Rheinböllen, Eup-Moresnet. De Her kiəhrt de K. kehrt das unterste nach oben, deckt alles auf, verschafft sich von allem Einblick Eup. Der scheppt sich a (auch) meh K. eraus, als wie er Brot hat der Wichtigtuer Saarbr-Sulzb. Mer kann suviel K. essen, ehr mer en Pund Fet (Fett) un (in) de Leif kret, wie mer Schni (Schnee) brauch, fir e Bakowen ze hetzen Wittl-Greimerath. Die schmieren de K. op de Botter sind verschwenderisch Bitb-Ehlenz; die schm. de K. aus ener Schottel handeln einträchtig Prüm-Burb. De en iss gern K., on de andere geht gern en de Kerch [Bd. 4, Sp. 229]
man hat allerlei Leute uWupp. Su lang hen noch wache (weichen) K. össt, ös em nöt ze trauen mag er noch so alt sein, so ist er doch noch etwa zum Heiraten geneigt Trier. Ess K., da liəhrschte peifen (flöten)! Mosfrk, Allg.; de peift grad, als wenn e K. gess hätt Goar-Boppard. De kann sönge wie en Nachtigall, de K. fress (d. h. wie eine Krähe) Rheinb-Queckenbg. In Weess (Geld-Weeze) frete se K. Neckspr. Klev-Goch. De Bur es et gröttste (grösste) Bies, he verköpp (verkauft) de Botter on frett de K. (on esst de weche K.) SNfrk, Rip; de Bur, dat es en Bies, de ett (isst) et Fett on verköpp de schleite (schlechten) K. MGladb-Kleinenbr. Herrgott, sacker, die Schness, fress K.! Fluch Saarbr-Sulzb. Fress de K. mat dem Popeier! Bitb-NWeis. Nau freck (verende) on (awer) fress K.! Ausruf der Verwunderung Daun, Koch, Kobl, May. Wer war das? Antw.: De käne K. esst Neuw-NWamb. Was haben wir gekocht? Antw.: Riwwelchessupp un K. Saarbr-Püttl. Gehe ich mit? Antw.: Bliff bi din Moder un sägg, du häs K. gefrete Duisb. Krisch (kreische, weine) mar net, Kengk (Kind), et es noch K. do! scherzh. Beruhigung Geilk-Beggend, Daun-Tettschd. Kas, lecker Aas (liebes Kind)! Düss-Stdt. Do fel (fiel) mer och at (schon) de K. vam Brut mir sank der Mut; der Kluge löt (lässt) de K. net vam Br. falle Rip; der reusst (reisst) ane an (fährt einen an), dat anem der K. vam Stöck fällt May-Collig. Den lött (lässt) sech de K. nit nehme er besteht auf seinem guten Rechte Rees, Mörs, Geld, Kemp; der lött sech nit den K. van der Botter nemmen uWupp. Es soll emol äner kumme, der K. geborgt will hon! ich fürchte mich nicht uNahe. Wat gelt der K.! Frage zur Drohung, Aufforderung, Wette Birkf. Barthelemis verbiet Botter on K. verbietet das Vesperbrot Prüm, Allg. (Var. s. bei Bartholomäus); sent B. verbütt de line Flöute (leinene Hosen) en makt der fette K. Eup. — Su weiss wie K. Trier, Allg.; en Gesicht hon wie e K. (en schimmeliger K.) Mosfrk; dou siehs ut we Bottermelk (Kiərmelch) en K. Eup, NBerg. Su gruəss wie ene K. Eup-Raeren; de ös drei K. huh Rip, Allg. Dat es löfeg (dünnflüssig) wie K. Aach-Burtschd. Dat schmicht wie faulen K. Aden, Allg.; der Kerl stenk wie f. K. Allg. Ich schlonn dich Knubbele (Beulen) op der Kopp wie ne holländsche K.! MGladb. — De hat K. anplaz Geherns em Kopp Düss-Eller. He sengt, äs of he en Kösch (Kruste) K. en der Hals häu singt schlecht Aach-Kohlschd. Met dem Metz (Messer) schneck (schneidet) mer och weche Botter on helle K. Dür-Langerwehe, — warm Wasser o faule (wäche) K. Rhfrk. Dat es de Katt (Katze) de K. anbefohlen wo ein Unzuverlässiger die Aufsicht erhält Geld, Nfrk, Rip, — avertraut uWupp; der wellt de K. van de Katt verwahre loəte Eup. Geih, bepiss deim Vatter de K.! zu einem, der herumsteht u. nichts zu tun hat Merz. Ech sen esu satt (möd), ech [Bd. 4, Sp. 230]
kann net mih ‘K.’ sage; ich hauen dich, datste net mih ‘K.’ sage kas; de es ze domm, för ‘K.’ ze sage LRip, Wippf, Birkf. — Der hält sich dran wie de Narr am K. ist eifrig bei etwas Wend, Saarbr. Die han et esu driəl (geschäftig) wie sebbe (7) Wiver an enem K. Sieg-ODollend. Der ös och de Katz an der K. gewes sie ist geschwängert Rheinb-Queckenbg. Angenies (Agnes), die Kott (Katze) ös an der K., der Hongk ös an de Botter, ich sag et för Motter! MGladb-Helenabrunn. De mächt sech aus em K. aus dem Staube Neuw-Isenbg. Do haschte jo de Katz bei de K. gesetzt den Bock zum Gärtner gemacht Saarl-Schaffhsn. Gangk hem on driss (scheisse) denger Motter en de K.! Sieg-Bergh. E Röggelche met K. Köln. Dat es de Staat vam grönen K.! eine notwendige Eigenschaft NBerg, Birkf; och, wat kennt der Bur vam gr. K.! du verstehst doch nichts davon Mettm-Vohwinkel; no barsch (berste) doch am gr. K.! bei Unerwartetem Gummb-Nümbrecht. De gefällt mer net ze Bruət on net ze K. er gefällt mir von keiner Seite Sieg. — Scherzfr. Warem schabt mer de K.? Antw.: Wenn er Ferere (Federn) hätt, däht mer'n roppe Rhfrk. — Im Kindersp. Eier, Botter, K. ein Kind gibt seiner Hascherin drei kräftige Stösse, dann laufen beide durch den Zwischenraum, der von einer Reihe Mädchen mit hochgehobenen Armen gelassen ist; kein Zwischenraum darf überschlagen werden; die Hascherin muss die erste Läuferin überholen u. anschlagen Wittl, May-Naunh. Bauer, setz de K. op! ein auf einem grossen Steine aufgesetzter kleinerer St. wird von den Spielern herabgeworfen Neuw-Dattenbg. Wenn ein Kind huckepack getragen wird, spricht der Träger: K. kafen, K. fäl (feil)! Saarl-Lisd; buckele, b., K., wer käft faule K.? Zell-Enkirch; käft der f. K.? Mos; danach heisst das Spiel K. drahn Simm-Ebschd, — verkafe Saarbr-Burb; faule K. drohn Prüm; of em f. K. drohn Trier-Thörnich. F. K. ein Kind in hockender Stellung, die Arme um die Beine verschränkt, wird von zwei andern in dieser Stellung eine Strecke weit getragen und darf die Arme nicht loslassen Aden-Herschb. — Im Kinderld. Ene, mene, dunke, funke, rabe, schnabe, ticke, tacke, Käse make, one, Bohne, rot! Abzählr. Mörs-Orsoy. Bas dau bis (böse), ess e Schläppchen K., trink e Dröppchen Wein, da ges dan noch es (einmal) gedöllig (geduldig)! Trier-Schleidw. A.: Em Wald staht e Häus-che. B.: Ech och. A.: Do wunnt (wohnt) en Förschter dren. B.: Ech och. A.: Der hät K. B.: Ech och. A.: De K. es faul. Sagt nun B. ech och, so wird er ausgelacht Koch. — Volksbr. Wenn en melkige Kuh rein es, dann hät de Meid (Magd) ene K. verdent Kref-Osterath. Wer den K. so dick aufs Brot schmiert, dass die Nase hineinreicht, muss dies beichten Prüm-Schlausenb. Wird dem Freier K. vorgesetzt, so gilt dies als Absage Hunsr. Einen an Lungenentzündung Erkrankten [Bd. 4, Sp. 231]
hüllt man in ein Tuch ein, das mit Quarkkäse ausgelegt ist Verbr. — 2. übertr. a. der sinnl. Bed. sich nähernd, in Wend.: α. singe K. krige einen lebensgefährlichen Unfall erleiden; de krit singe K. sein Fett weg; do haste der K. Aach; domet hatt he sin Kies-chen fort (drop) einen Nasenstüber Köln-Stdt. — β. sich K. gewe sich wichtig machen, prahlen Saarbr, Ottw. Mer moss sich net meh K. gen, wie mer Brot hat Ottw-Uchtelfang. — γ. ich han mer der K. dran gesse den Ekel Köln-Poulh. — δ. es is K. dummes Geschwätz, Reden, die man nicht gerne hört; du michst der och en K. zesammen; (dumme) K. schwätzen; mach kä K.! Nahe, Goar, Saar, Mos, Eif, Neuw. — ε. dat es en ale (faule) K. eine alte, längst bekannte Geschichte uMos, Neuw, Eup-Moresnet, Erk-Terheeg, Rees. RA.: Aler K. stänkt Neuw-Rodenb. — ζ. der Mann es K. verloren Bo. — b. Käseartiges. α. weisser Schleim in den Augen- und Mundwinkeln Allg. — β. K. brechen beim Erbrechen der Säuglinge Allg. — γ. nasser Abfall von Papier in der Papiermaschine Dür-Winden. — δ. Mark des Holunders Eup-Raeren, Aach-Merkst; et es noch K. der Nusskern ist noch weich Sieg. — ε. Budder un K. zwei fleischige Teile der Nachgeburt Simm-Laub. — ζ. k:sχə der strunkartige, feste innere Teil des Kohlkopfes Kobl-Rübenach. — c. k:sχə verächtl. Kopf Ahrw-Hepping. — d. Pflanzen. α. k:sχər Früchte der gemeinen Malve, malva neglecta Rhfrk, Mosfrk, Bo-Küdinghv; kī·ə.skəs SNfrk; kskəs Mörs, Klev, Rees; harde Käs uNahe; hollandse K. Rees-Drevenack. — β. Löwenzahn, taraxum Neuw. — e. afgebrochene K. scherzh. Knirps Düss-Stdt. — f. Käs-che kleiner Klicker Altk-Herdorf. — g. Neckn. für die Bewohner verschiedener Dörfer, Bernk-Mülh, May-Glees; Käs-cher Kreuzn-Sobernh, Bernk-Filzen. |