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| PfWB schmeißen (Bd. 5, Sp. 1157) | PfWB über-schmeißen (Bd. 6, Sp. 854) | |||||||||||||||
1. a. 'einen Gegenstand werfen, wegwerfen', schmeiße (maisə) [verbr. ges. Pf, PfId. 126, Beam Penns 94 Krämer Gal 188], schmäise (męisə) [IB-Ommh (Walle 38)], schmisse (misə) [IB-Ormh lothr. SWPf]; Part. Perf. g(e)schmisse (gmisə, gəmisə) [LU-Alsh/Gr NW-Mußb Wachh verbr. VPf, Krieger 26, Lambert Penns 136 Beam Penns 94 PennsDeitsch-Eck 12. 4. 1941], g'schmesse (gmęsə) [PS-Erfw LA-Nußd Venn BZ-Stein, Karch Jockgr/Nd'horb 214], g(e)schmiss (gmis, gəmis) [KB-Kriegsf, Don-Schowe Torscha Krämer Gal 188], g'schmess (gmęs) [KU-A'glan RO-Sippf, Mang 98 NPfGV 8 1934]; vgl. PfWB brausen 2, PfWB daraufpfeffern 1, PfWB feuern 2c, PfWB geheien 1a, PfWB rugeln 2, PfWB schicken1 1bα, PfWB schleudern 1a, PfWB schmettern 1, PfWB schocken 1, PfWB schuben 1 b, PfWB schucken 1a, PfWB werfen; Zs.: PfWB ab-, PfWB ane-, PfWB an-, PfWB aufeinander-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB darauf-, PfWB tot-, PfWB durch-, PfWB Eier-, PfWB ein-, PfWB ver-, PfWB vor-, PfWB fort-, PfWB herab-, PfWB heraus-, PfWB herein-, PfWB her-, PfWB herum-, PfWB herunter-, PfWB hinab-, PfWB hinan-, PfWB hinauf-, hinaus-, PfWB hinein-, PfWB hin-, PfWB hinunter-, PfWB Kauten-, PfWB nach-, PfWB über-, PfWB um-, PfWB weg-, PfWB wider-, PfWB zurück-, PfWB zuschmeißen; Erd uff de Sarg sch. [ LA-Maik]; Schneeballe sch. [ LU-Alsh/Gr GH-Kand]; die Kläärer vum Leib sch. [ ZW-Bechhf]; sich in Gala [Bd. 5, Sp. 1158] sch. [ LU-Böhl], hat sich in Gala geschmiß [Krieger 16], sich in de Anzuuch sch. 'sich aufputzen' [Höh 144]. Schmeiß da Bolle! 'Wirf den Ball!' [Danner Penns 148]. Der schmeißt en uff de Borrem (Boden), daß em de Sack kracht [ ZW-Gr'bundb]. Er hott sich vor de Zug geschmisse, wenn einer Selbstmord begangen hat [ NW-Mußb]. Waß gischde, waß haschde hot das Schinnos die Schissel met de Grumbeere genumm un hot m'rsche met Dräck un Schpäck for die Fieß geschmeß [NPfGV 8 1934]. Unn die Bäwwel schmeißt ehr Schnerrbään 'Hinkebein' [Kunnrädel 84]. RA.: Durch dem sein Bään kann mer e Bierfässl (Rääwehääsl 'Rebholzbündel') sch., von einem mit O-Beinen [ LA-Maik, LA-Gommh Wollmh]. Wam mer die werrer die Wand schmeißt, dut se dran henke bleibe, von einer schlampigen und schmutzigen Person [ LA-Nd'hochstdt]. Domit kennd ma da e Loch inn de Kopp sch. [Westricher Kalender 1957 102]. Dem schmeiß ich en Prichel (e Knibbel, ebbes) ins Kreiz, Androhung oder Durchführung einer Züchtigung für Mensch und Tier [ LA-Gommh, KU-Bedb LU-Opp BZ-Dierb]. Hot met em Herr Parrer Griewe geß, war er so wieschterlich, hot net genunk krieht, hot er'm e paar ans Maul geschmeß, bei Ausschlag am Mund [ PS-Geisbg, KU-Nerzw HB-Höch ZW-Walshs KL-Mölschb Reichb PS-Heltbg H'einöd FR-Bockh Carlsbg Quirnh]; s. PfWB Griebe 1 a. Ich schmeiß der aach emol en Stee in de Gaarde, sagt man, um sich für einen Gefallen zu bedanken oder wenn man jemandem bei passender Gelegenheit einen Gegendienst erweisen will [LA-Gommh, verbr. ges. Pf, Thielen So rerre mer 111 Bernhard 164 Kamm 89], ebenso: Du kannsch mer ach emol e Has in die Kich sch. [Bergz (Kamm 89)]. Sie rafft die Steen uf un er schmeißt se, wenn beide gleichermaßen an einer schlechten Tat beteiligt sind [Gal-Dornf, verbr. Gal Don-Neufutok Rußl-Katht Sulz Worms]. Des isch grad, als wan mer Arbse (Erbsen) an die Wand schmeißt, von einer hoffnungslosen, sinnlosen Sache [ BZ-Billh]. Der is wie e Katz, denn kannscht sch., wie de willt, er fallt immer uf die Fieß [ Don-Liebl]. So schmeißt mer em Hund e Stick Brot hee, wenn jemand etwas unfreundlich übergibt oder hinwirft [ KB-Bischh]. Er loßt sich net aus'm Sattel sch., von einem, der sich behaupten kann und in einer Sache Festigkeit bewahrt [ NW-Geinsh, mancherorts]. Der schmeißt Hoseknepp in de Klingelbeitel, von einer geizigen Person [Krieger 11]. Mit dem esch bäis Kerschen essen, der schmeißt em die Steel ins Gesicht, von einem unangenehmen Menschen, mit dem nicht gut auszukommen ist [ BZ-Dernb]. Er schmeißt die Flint ins Korn, von einem, der vorschnell mutlos aufgibt [ SP-W'see, mancherorts]. Schmeiß de Rieme uff die Ojel (Orgel)!, Aufforderung, mit der Arbeit zu [Bd. 5, Sp. 1159] beginnen [Thielen So rerre mer 103]. Er werd bald bei 's alt Eise geschmiß, wenn einer das Greisenalter erreicht hat [ KB-Kriegsf], ähnlich: Der g'heert zum alde Eise g'schmesse, wenn einer bettlägerig ist und nicht mehr arbeiten kann [ BZ-Stein]. Die g'heeren uf d' Kelderpress g'schmesse, Verwünschung [ LA-Nußd]. Du desch (tätest) aa e Brotworscht noom Schinke sch., wenn jemand einen sehr ungleichen Tausch machen will, oder auch umgekehrt: e Schinke no rer Brotworscht sch., eine größere Sache wegen einer kleineren aufs Spiel setzen [Kaislt NW-Freinsh, Bayerland 1933 480], weitere Var. s. PfWB Schinken 1 a. Eem ebbes (en Hunnerder, Dausender, Geld) en die Ribbe sch. 'jemanden bestechen' [PS-Rodalb (Bernhard 218), LU-Friesh Opp NW-Freinsh Kallstdt Wachh Land LA-Gommh GH-Kand]; vgl. PfWB Rippe 1 a α. Er dut em e Sprenkel (zwische die Bään) sch. 'Er stellt ihm eine Falle, bereitet ihm ein Hindernis' [ HB-Kirrbg]. Der kann de Leit am beschde Sprenkel sch. [ WD-Niedkch]. SprW.: Wer die Stää uffrafft, soll se aach sch., der Urheber soll den Plan auch ausführen [Thielen So rerre mer 111]. Mer kann die Katz sch., wie mer will, die fallt immer uf die Fieß [ Buch-Illisch]. Mer schmeißt rechter oom bese Hund e Brocke hie wie em gude, wenn man in scheinbar widersinniger Weise gerade einem unangenehmen Menschen etwas zukommen läßt (um ihn gnädig zu stimmen) [Gal-Landtr]. Alde Knoche schmeißt mer hinner die Deer (Tür), so sagen alte Leute von sich [ HB-Kirrbg]. Mer kriet nix in die Ribbe geschmeß 'Leistung muß erbracht werden' [Thielen So rerre mer 103]. BR.: Der Michel schmeißt das Kraut, in den (nebligen) Herbstnächten um den Michaelistag (29. September) herum reift das Kraut, d. h. die Krautköpfe schließen sich, werden fest und hell [JKurpf. 1934 21]. Volksgl.: Wammere Kuh 's Kalb nemmt, muß mer der Schärz unnich die Dier sch., noh kriggt sie 's Heemweh net [Fogel Beliefs Penns Nr. 815]. Heit werren die Zähn ins Feier geschmisse, von gezogenen oder ausgefallenen (Milch-)zähnen, damit schneller neue nachwachsen sollen [ LU-Alsh/Gr]; eine Var. s. PfWB Bettlade 1. Volksmed.: Die feirich Ros is gleich veriwwer, / Do schmeißt mer 'n Schipp voll Feier driwwer, zur Heilung der Gesichtsrose [Birmelin Penns Gezw. 66]; s. PfWB Rose 2aβ. Un Seitesteche werd vergeh, / Do spaut (spuckt) mer drei mol uf en Stee, / Noh schmeißt mer 'n hinner sich eweg, / Un do verlosst 's eem uf em Fleck [Birmelin Penns Gezw. 68]. KR.: Nikelaus, fang die Maus / schmeiß die Katz zum Fenschder naus! (am Nikolaustag, 6. Dezember, gesungen) [ LA-Nußd]. Heut abend kommt der Nikolaus, / was will er denn mit mir? / Ich krieg ihn an der Zippelkapp / und schmeiß ihn vor die Tür (Weihnachtsspruch) [ KB-Kerzh]. Weitere KR. s. PfWB Katzuff, PfWB Schnecke. Schnell- [Bd. 5, Sp. 1160] sprechverse: Wer schmeißt dann do mit Ebbel? / Des is es Franzsepps Seppel [PS-Burgalb (Wilde 10)]. Wer schmeißt dann do mit Beere? / Des is es Franz - Sepps Pere [PS-Burgalb (Wilde 23)]. VR.: Mutter, geb'n mer e Nodel. / - Was tuschte mit der Nodel? / Säckelche nähe. / - Was tuschte mit'm Säckelche? / Steencher raffe. / - Was tuschte mit'm Steenche? / Völche sch. / - Was tuschte mit'm Völche? / Brode. Daß mei Peif soll gut, gut, guut gerode [ Gal]; Var. s. PfWB Pfeife, PfWB braten, PfWB Vogel, PfWB Mutter, PfWB Nadel, PfWB Sack. Weitere VR. s. PfWB predigen 1, PfWB Eisen 1, Fels(en)hütte, PfWB Hühnerhaus, PfWB Jakob 1 a, PfWB Schneider. Anfang eines Liedes: Wer schmeißt dann do met Gummere (Kukumer), gi, ga, Gummere [Kaislt LU-Limbghf]. Beim Kegelspiel: e Loch sch., die mittleren Kegel herauswerfen [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB Loch 4. Er hot en Stier geschmisse, die drei hintereinanderstehenden mittleren Kegel getroffen [Krieger 44]. Beim Klickerspiel: in die Kaut sch. 'die Zielmulde treffen' [ SP-Ottstdt]; vgl. PfWB Kaute 1gα, PfWB Kauten-, PfWB Spannenschmeißen. Weitere Spiele: Steen sch. [Frankth]; vgl. PfWB Bohnchens, PfWB Knöpfchens, PfWB schnellern, PfWB Stein. — b. 'Dünger werfen, bes. Kunstdünger'; Dinger geschmeß [ KU-Kreimb]. Im Frihjohr werd geschmesse [ LA-Herxh]. Dinger uf die Wiss sch. [ NW-Wachh]. Mer schmeiße was uff die Wiss! [ LA-Roschb]. Dreck (s. PfWB Dreck 2 g) uf die Wiese sch. [ HB-Alth]. — 2. a. 'umwerfen'. Du halscht kän Mooß mehn un kän Ziel, / Deß schmeißt de schterkschte Gaul [Kühn Schnitze I 7]. Der Wein schmeißt 'ist stark, wirft (einen) um' [PfId. 126]. — b. '(hin)fallen'. Er is geschmeß [KU-Jul Rathsw NWPf PfId. 126 Thielen 100]; vgl. PfWB hin-, PfWB hinunterschmeißen; Syn. s. PfWB hinfallen. — 3. 'Junge bekommen', von weiblichen Tieren [mancherorts]; vgl. PfWB machen 1bδ, PfWB werfen. Die Loos schmeißt Junge 'Das Mutterschwein bekommt Ferkel' [ LU-Opp]. — 4. 'mit dem Hinterbein ausschlagen', Unart von Haustieren [verbr. ges. Pf, PfId. 126 Heeger Tiere 13 Mang 121 Kühn Schnitze I 253 Kühn Hamet 133, Krämer Gal 188]; vgl. PfWB Schmisser 1 a; Syn. s. PfWB ausschlagen. De Gaul schmeißt [ KU-Hundh KB-Albish Gal-Josbg]. Bass uff, der schmeißt! [ KU-A'glan]. Der Massik schmeißt! [ LU-Friesh]. Er dut sch., er is e Schmisser, e Massik [ KB-Kriegsf]. Bleib eweg, de Gaul schmeißt! [ NW-Frankeck]. Das Perd schmeißt [ KL-Matzb]. Rätsel vom Sägebock: Aich (ich) hun e Bock, der stooßt net un schmeißt net un scheißt net [ KU-Reiffb], s. PfWB Bock 4 b. — 5. übertr. a. 'mit Blicken anstarren, Blicke nachwerfen'; vgl. PfWB hinschmeißen 1 b. Die hat mer e paar Aage geschmisse 'Die hat mich verliebt angeschaut' [Krieger 26]. Brauscht ken so beese Agje nuch mer schmisse [Reichard Penns 142]. — b. 'etwas ab- oder ausstrahlen'. Die Sunn [Bd. 5, Sp. 1161] schmeißt Strahle [ LU-Alsh/Gr]. Du schmeischt awer e schmale Schadde! [ LU-Opp]. Die Grossmutter ihre Aage hen Feier g'schmisse [Penns-DeitschEck 12. 4. 1941]. Der Offe schmeißt en scheeni Hitz [Birmelin Penns Poems 52]. — 6. 'ausgeben, bezahlen, spendieren'; RA.: e Rund sch. [RO-Obd Sippf LU-Opp]; e Faß sch. [ NW-Kallstdt]. Er hot heit die Spendierhouse a, do schmeißt er e Fässel [ BZ-Dernb]. Schmeiß emool e Humbe! (s. PfWB Humpen) [ LU-Oggh]. Werds manchemol zu kunterbunt, schmeißt de Wärt e »Friedensrund« [Damm Schoggelgaul 60]. — 7. a. 'eine Sache erfolgreich erledigen' [vereinzelt]. Hurra - Hurra! ruft jetz de Schorsch. / Aldi, die Kischd isch gschmisse [Kunnrädel 77]. — b. 'jemanden grob beleidigen, vor den Kopf stoßen'; Grobheide an de Kob sch. [ RO-Obd]; de Beddel vor die Fieß sch. [Bergz (Kamm 89)]. Ich dun dir was vor die Fieß sch. [ NW-Hardbg]; vgl. PfWB vorschmeißen. — RhWB Rhein. VII 1452 ff.; LothWB Lothr. 455 schmissen; ElsWB Els. II 488 schmissen, schmeissen.
| 1. a. 'jemanden bewerfen', -schmeiße [vereinzelt, Henn Mda.-Int. 269]. RA. (bei Ausschlag am Mund): De Herr Parre horrem (hat ihm) Speckgriewe iwwer- geschmeß [ KB-Kriegsf]. — b. 'sich ein Kleidungsstück überwerfen'; die Kluft i. [ ZW-Bechhf]. — 2. 'beim Pflügen einige Schollen auslassen'. Der hot e paarmol middem Plugg iwwerschmisse [Bd. 6, Sp. 855] [ LA-Gommh]. — RhWB Rhein. IX 20/21. —
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