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 PfWB Schlotte (Bd. 5, Sp. 1109)   DWB schlote (Bd. 15, Sp. 783) 
   Schlotte f.:
1. 'röhren- oder schlauchförmiger Stengel an bestimmten Pflanzen, bes. Lauchgewächsen, auch die Pflanze selbst'. —
a. 'Zwiebelstengel, Zwiebel, Schalottenzwiebel', Schlott (lod) [KU-Adb Einöll Frankb Patb RO-Hochst Semb KL-Kaislt Spesb PS-Herschbg KB-Marnh FR-Saush LU-Opp NW-Geinsh Kallstdt Spey LA-Queichh Siebdg Venn BZ-Dörrb GH-Zeisk, Wilde 280 Lambert Penns 135 Don-Tscherwk Krämer Gal 188], Pl. Schlodde [mancherorts]; vgl. PfWB Schalotte 1; Zs.: PfWB Zwiebelschlotte. In Schifferstadt gibts Schlodde, / In Flomerschem wachst Frühgemüs [Räder 49]. —
b. 'Blätter vom Lauch', Schlodde, Pl. [ BZ-Dernb]. —
c. 'Schnittlauch (Allium schoenoprasum)', Schleddcher, Dim. Pl. [ KB-Harxh]. —
d. 'Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)', Schlodde, Pl. [ GH-Büchbg]; Zs. PfWB Kuhschlotte; Syn. s. PfWB Nackarsch 3 a. —
e. 'Schoten der Bohne', Schlodde [ HB-O'bexb]; Zs.: PfWB Bohnenschlotte. —
2. Pl. Neckname für die Bewohner von SP-Schiffstdt (wegen des dort verbreiteten Zwiebelanbaus), Schlodde [ LU-Böhl Dannstdt Iggh Limbghf SP-Schiffstdt]; weitere Neckn. s. PfWB Schifferstadt. —
3. 'aus der Nase hängender Schleimstrang bei Kindern', Schlodde, Pl. [ KL-Fischb]; vgl. PfWB Schlotteres. —
4. 'Geschlechtsteil der Kuh', Schlott [ KL-Hoheck]; Syn. s. PfWB Schluß 1aα. —
5.
a. 'alte schwerfällige Kuh' [ RO-Messbhf]. —
b. Name für Kühe [ KU-Breitb]. —
6.
a. 'träge, schlampige, unordentliche Person' [ KU-Schmittw/O RO-Imsw KB-Marnh]; Syn. s. PfWB Schlampes 2; e fauli Sch. [Wilde 281]. 's is e faul Sch. [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'alte Frau', verächtl. [ KB-Marnh FR-Tiefth Gal-Josbg]; e aldi Sch. [ FR-Tiefth]. —
c. 'durchtriebener Kerl' [ ZW-Krähbg]; vgl. PfWB Schlot 4. —
7. ehem. FlN; a. 1474: Vor der Slotten [Eyselein 274]. — Südhess. V 464; RhWB Rhein. VII 886 Schalotte; ElsWB Els. II 476 Schlutte (mit Bed. 6a); Hess.-Nass. III 250; Marzell I 196; DWB DWb. IX 783.

 

 schlote, schlotte, f. pflanzenname schwankender form und bedeutung; schilfrohr, mhd. slâte mhd. wb. 2, 2, 392a; die schlôten, schlotten, schilfrohr (Oberpfalz, Franken) Schm. 2, 538; in den weihern sollen die schlotten, ehe der same ausfällt, mit der grundsense unter dem wasser abgemäht werden. quelle ebenda; schlôte (Nürnberg) Frommann zeitschr. 2, 432, 114; schlote, schloten, ein wassergewächs ..., woran die mooskolben, typhae, über sich steigen. Frisch 2, 201c. Nemnich unter typha, vgl. oben schlatten; wasserschlutten, equisetum limosum (schachtelhalm) Pritzel-Jessen, schlatig, n. schilfrohr Spiesz 215. besonders bezeichnet schlotte, schlutte die zwiebel, entweder das röhrenartig geformte blatt, den schlauchartigen stengel, oder die ganze pflanze. scirta, die schlot, scil. der zwibel Alberus. schlott, f., tunica cepae, folium porraceum Schottel 1402; ie kleiner schlotten, ie stärkere zwiebeln, caulibus succisis, vel fractis crassescunt capita Stieler 1859; schlotten, sagen einige vom hohlen kraut der zwiefel Frisch 2, 201c, schlutten, zwiebelstengel Nemnich; wetterauisch schlotte, schlott', f., am Main die schlutt Weigand4 2, 595, hessisch schlotte, schlutte Vilmar 357, Pfister 255, schlotte im fränk.-henneb. Spiesz 217, vgl. Frommanns zeitschr. 2, 392, 43. Pritzel-Jessen unter allium ascalonicum; schlutten, zwiebelstängel Schmid 469. die herbstzeitlosen (colchicum autumnale) heiszen in verschiedenen gegenden kuhschlotten Pritzel-Jessen unter colch. aut. Frommanns zeitschr. 2, 392, 43 (Mittelfr). Hertel Salzunger wb. 40. ferner dient schlotte, schlutte zur bezeichnung der judenkirsche (physalis alkekengi), schlutte, rothschlütte Pritzel-Jessen, schlutten, oder boberellen, halicacabus Dasypodius (vgl. schlotter 8).
alt ist offenbar mhd. slâte, schilfrohr, mundartlich als schlôte erhalten; ob es zu mhd. slât, nhd. schlot in beziehung steht, ist unklar: man hat vermutet, dasz der begriff des röhrenartigen, schlauchförmigen beide wörter verbinde. bei schlotte, zwiebelkraut zwingt schon die gleiches bedeutende form schalotte (s. oben 8, sp. 2099) eine entstellung aus (allium) ascalonicum anzunehmen, wie auch Frisch 2, 201c vermutet hat. sicherlich hat dem sprachgefühle des volkes bei diesem schlotte, schlutte auch die vorstellung des schlauchförmigen, röhrenartigen vorgeschwebt, das beweist die in einigen gegenden stattfindende übertragung: im niederhessischen bezeichnet man mit schlutte lange krughälse und nennt solche gefäsze bierschlutten Pfister 255; fett-, essigschlutte Vilmar 358 (vgl. DWB schlotterkrug). fränk. gilt schlotte auch für einen schlanken menschen Frommanns zeitschr. 2, 392, 43, vgl. schlüttig, schlank (aus Koburg). von der zwiebel aus gieng das wort leicht auf ähnliche gewächse, wie die herbstzeitlose über; warum die judenkirsche mit schlutte angesprochen wird, ist dunkel; eine ihr nahestehende pflanze (nicandra) heiszt bei Oken 3, 982 zierschlutte.