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| PfWB Schloß (Bd. 5, Sp. 1103) | PfWB reiten (Bd. 5, Sp. 494) | PfWB klein-wunzig (Bd. 4, Sp. 301) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'Vorrichtung zum Verschließen', Schloß (lǫs) [verbr., Christmann Kaulb 16 Mang 124 Müller Dietschw 65 Schneckenburger 25 Lambert Penns 135 Krämer Gal 188], Pl. Schlesser [verbr., Christmann Kaulb 21]; Dim. Sg. Schleßche, Schleßje [WPf], Schlessi [mancherorts äußerste NWPf], Schlessel [VPf]; Pl. Schleßjer [mancherorts WPf], Schleßlich [mancherorts SOPf], Schleßle [mancherorts VPf]; Zs.: PfWB Baskülen-, PfWB Türen-, PfWB Fenster-, PfWB Häng-, PfWB Mal-, PfWB Schnappschloß; 's Sch. in de Deer [Krämer Gal 188]; e Sch. ufbreche [ PS-Schmalbg]. Dabber will ich 's Sch. ufbringe [Schandein Ged. 29]. RA.: hinner Sch. un Riegel 'im Gefängnis' [LU-Opp, verbr.]. Dem geheert e Sch. ans Maul, von einem Schwätzer [ KU-A'glan]. VR.: An meim Arsch is aach koo Sch. / kannscht mich lecke, wann ich loß [ Gal-Bagbg]. a. 1537: Ein Damasten koller Schwartz vnd golltgeel mit schwartzen Samat belegt vnd mit zweien schlossen [SpeyTreudInv.]. a. 1566-87: dem Schlosser von Anueyler von den Schlossen zu machen geben [SSp Kirchenrechnungen Nr. 63 BZ-Wernbg]. — b. α. 'Vorrichtung zum Befestigen des Sensenblattes am Sensenwurf' [mancherorts]; [Bd. 5, Sp. 1104] Zs.: PfWB Sensenschloß. — β. vgl. PfWB Sechschloß. — c. 'Kopplungsstelle von Balken 2 e und PfWB Stiefel im Kammert [LA-Essing Rhodt (Scharff 159)]. — d. 'Verschlußvorrichtung mit Patronenteil an Feuerwaffen', veralt. [vereinzelt, Beam Penns 94]; Zs.: PfWB Feuer- 1, PfWB Geschloß. — e.'Scheide, Geschlechtsteil der Kuh' [ GH-Leimh Neubg]; vgl. PfWB Schluß 1aα. — 2. 'prächtiges oder befestigtes herrschaftliches Bauwerk, Residenz, Palast, Burg' [verbr.]; Zs.: PfWB Hagen-, PfWB Luftschloß; als FlN, Burgenname vgl. Bed. 3; 's Dernbacher Sch. 'die Burgruine Scharfeneck' [ BZ-Dernb]; 's Eschbacher Sch. 'Die Ruine der Madenburg' [ LA-Eschb]; 's Hambacher Sch. 'die Kästenburg' [ NW-Hamb]; 's Merzalwer Sch. 'die Ruine Gräfenstein' [ PS-Merzalb]; die Dahner Schlesser 'die Ruinen der nebeneinander liegenden Burgen Altdahn, Grafendahn, Tannstein' [ PS-Dahn]. Un' 's Frääle kummt zum Sch. eraus [Schandein Ged. 160]. Do war im Heidelberger Schloß / E Mädche, hibsch als wie e Ros' [Münch Werke I 119]. RA.: Der baut Schlesser in de Luft, von einem Träumer [ GH-Vollmw]. VR. (Kniereiterreim): Troß, troß, troß, / dort owe steht e Sch. / Dort owwe steht e Boppehaus, / gucken drei Boppe raus. / Die eent spinnt Seide, die anner wickelt Weide, die dritt macht e rode Rock / for de alde Zoddelbock [ Gal-Dornf, in Var. mancherorts]; weitere Var. u. VR. s. PfWB Herrenhaus, PfWB Herrgott 1 a, PfWB hoppe, PfWB hotte, PfWB Jungfer 1 a, PfWB kleinwunzig, PfWB Madam 1 a, PfWB Meile, PfWB reiten 1 a, PfWB Roß, PfWB Sachsen, PfWB Saft 1, Sal, PfWB Seide 1. a. 1409: die über das obgenannt Sloß sagent [LeinArch. Burgfriedensbrief Veste Diemerstein]. a. 1599: hinter dem Schloß vor der Oberpfortten gelegen [StArch. KU-Wolfst Stadtbuch]. a. 1619: Volgen nuhn die gütter so zu solchem Schloß gehörig [SLgb. Winzingen Bl. 5]. a. 1681: der Berg ... auf welchem vor Zeiten ein Schloß gelegen, Heidelsburg genannt [PfW 1915 252 (PS-W'fischb)]. — 3. a. FlN, amtl. Am (Auf dem, Im, Hinterm, Beim usw.) Schloß [ KU-Herschw/Petth Lauteck PS-H'einöd FR-Bockh NW-Deidh], Hinterm Schlößchen, Dim. [ KB-Stett]. a. 1658: Vom alten schloß ahn biß ahn den waldt [GdArch. KL-Ottbg Gewannenbuch S. 40]. a. 1754: hinterm Schloß aufm seß [Kurpf. A. 213/33 b (Kaislt)]. — b. Name einer Burgruine bei Klingmst, amtl. Schlössel, Dim. [Pfalzatlas I K. 48]; auch Namensgrundwort in Altschloß (bei PS-Eppbn), Heidenschlößchen (bei NW-Gimmdg), Paulinerschloß (Bergz) und Steinenschloß (bei PS-Th'eischw); vgl. auch Bed. 2. — Südhess. V 458; RhWB Rhein. VII 1371; LothWB Lothr. 452; ElsWB Els. II 474.
| 1. a. 'sich auf einem Reittier (insbes. Pferd) fortbewegen', reide, roide [verbr. VPf O-PS, Lambert Penns 123 Don-Schowe Torscha], reire [verbr. WPf NPf mancherorts VPf, Christmann Kaulb 16 Mang 121 Müller Dietschw 56], (raijərə) [Höh 86, 91], reile [ LU-Altr], reide, reiðe, reire [Krämer Gal 174]; Part. Perf.: g(e)ridde [VPf O-PS, Lambert Penns 123], geredde [Heeger Südostpf. 9], gerirre [ NW-Ellstdt], gererre [ GH-Nd'lustdt], geritt [KU-Diedk, mancherorts WPf, Schneckenburger 45 Don-Schowe Torscha Krämer Gal 174], gerett [HB-Limb (PfId. 115), mancherorts WPf, Mang 98], gereitt [ IB-Blieskst]; Zs.: PfWB aus-, PfWB ein-, PfWB herum-, PfWB kaputtreiten; subst.: Pfingst-, Quackreiten; in die Schwemm reile 'das Pferd zum Waschen an den Rhein oder Altrhein reiten' (meist im Sommer sonntags früh) [ LU-Altr]. Er hot sich wund geritt [ KL-Reichb], hot sich e Keppoorsch gerett, dass. [ KU-Schmittw/O]. Er war bei de Reidende (bei der reitenden Artillerie) [ LA-Gommh]. RA.: uf ääm r. 'jemanden schikanieren' [NW-Hardbg, verbr.]; ään in die Dinde r. 'jemanden in eine unangenehme Lage bringen' [ NW-Hardbg]; uf Schuschders Rappe r. 'zu Fuß gehen' [KB-Bennhs, verbr.]; Var.: ouf Schuh- [Bd. 5, Sp. 495] machers Rappe r. [ WD-Niedkch]; uf em därre Schimmel r. 'beim Fahren auf der Langwiede oder auf dem Wiesbaum sitzen' [KL-Fischb (Kleeberger 99)]; de Schimmel r. 'mit dem (weißbauchigen) Krug im Keller Wein holen' [ LA-Venn]; 's Schimmele in de Keller r., dass. [PfL 2. 12. 1933]. Den hot de Deiwel geridde 'zu einer bösen Tat oder zu einem lustigen Streich verführt' [NW-Haßl, verbr.]; vgl. PfWB Teufel, PfWB Deuhenker. Verwünschung (vereinzelt mit dem Unterton der Anerkennung oder Bewunderung): Dich soll de Deiwel r.! [Bergz (Kamm 82), mancherorts]. De Deiwel soll dich dreimol r.! [ LU-Oggh]. Es reit' alles die Sau nunner 'Der Bankerott ist unvermeidbar' [ GH-Hagb]. Den reit' de Bock 'Er ist weibstoll' [Rockhs]. Awerham (Abraham), reit sachte! 'Mach langsam!' [ KU-A'glan]. SprW.: Wann de Bellmann uf en Gaul kummt, reit' er'm 's Kreiz ein [BZ-Dernb, verbr.], Var.: reit' er ne dot [ KU-Diedk], reit' er's ('s Perd), bis es hin is [ Don-Gottlob]; Wann de Bauer... [ HB-Kirrbg]. Wer langsam reit', kummt grad so weit, awwer net um die nämlich Zeit [Hebel 44]. Frieh gesaddelt, spoot geritt [KU-Ulm (Zink Notizen)]. VR. (Kniereiterreime): Reit' e Reider iwwer de Grawe; / Fällt er nein, do muß er's hawe. / Fällt er in die Hecke, / fressen ihn die Schnecke. / Fällt er an die Steine, / dun ihm weh die Beine. / Fällt er in den Grawe, / fressen ihn die Rawe [ HB-Kirrbg]. Reide, reide, Reßche, / dart drowe steht e Schleßche. / Dart schaue drei Boppe raus. / Die eent spinnt Seid, / die anner spinnt Weid, / die anner spinnt e roder Rock / far unser liewer Herrgott [Don-Werb (Schmidt 132)]. Troß, troß, trill, / de Bauer hot e Fill. / Das Fillche will net laafe, / de Bauer will's vekaafe. / Roit de Roider in de Grawe, / plumps, do loit er drin [ LU-Opp]. Weitere VR. s. PfWB Doktor 2, PfWB dreschen 1 b, PfWB troß 1, PfWB Graben 1, PfWB Herrgott 1 a, PfWB hotte, PfWB Jungfer 1 a, PfWB kleinwunzig, PfWB Madam 1 a, PfWB Meile, PfWB Reiter, PfWB Sachsen, PfWB Soldat. Einen Neujahrsspruch s. PfWB Landau 1. — b. α. 'auf dem Wagen mitfahren' [mancherorts NWPf, Klein Wag. 144]. Einladung eines Fußgängers: Wollen Sie r.? [Kus]. Setz dich uf de Waa, dann kannschde reire [ KU-Krottb]. Ach, ach, 's (Kind) därf r.! sagt man, wenn man ein kleines Kind auf dem Wagen ein Stückchen Wegs mitfahren läßt [ KU-Kaulb]. a. 1444: Item gewappnet reden myn hern zu dienst [KellR Lichtenberg bei Kus]. — β. 'auf dem Rücken tragen (getragen werden?)', reire [ KB-Kriegsf]. — c. 'schaukeln', reire, selten: reide [verbr. NPf]; vgl. PfWB reitscheln. Mer hun emol gerett [ KB-Kriegsf]. — d. 'begatten'. α. vom Stier, reide [ PS-Hintwdth Lu'wink Schönau LU-Böhl Iggh LA-Herxhwey BZ-Böllbn Gleisz/gleishb Ingh GH-Bellh Kuhdt Mindlach], reire [ NW-Geinsh LA-Leinsw Nd'hochstdt Roschb Siebdg BZ-Annw]. De Stier reit' [ BZ-Gleisz/ [Bd. 5, Sp. 496] Gleishb], hot die Kuh gererre [ LA-Essing]. — β. vom Hahn, rääde [Spey NW-Haßl LA-Böbing]; Abl.: PfWB gereiten. — γ. vom Menschen. Volksgl.: Wann die Fraa herrlich is iwwerm reide, gebbt's en Bu, wann net, en Medel [Fogel Beliefs Penns Nr. 1904]. — 2. Neckverse s. PfWB Venningen, PfWB Freckenfeld, PfWB Rimschweiler. — Südhess. IV 1354 ff.; RhWB Rhein. VII 342 ff.; ElsWB Els. II 301.
| [Bd. 4, Sp. 302] Reide, reide, Reßche, do drowwe steht e Schleßche, do reide alle Herrekinn un wann se noch klääwunzich sin; un wann se greßer werre, dann reide se uf Pere (Pferden), un wann se greßer wachse, dann reide se noh Sachse, wo die schääne Mädcher uf de Baime wachse [ ZW-Bechhf]; Var. s. PfWB trara 1.
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