| Netz-Navigator | |||||||||||||||||||||||||||
| PfWB Schlitz-hose (Bd. 5, Sp. 1100) | PfWB Hose (Bd. 3, Sp. 1186) | PfWB Schlitz-hose (Bd. 5, Sp. 1100) | |||||||||||||||||||||||||
1. 'das Kleidungsstück H.', Hos (hōs) [mancherorts westl. WPf NPf], meist im Pl. Hose (hōsə) [verbr. westl. WPf mancherorts übriges Gebiet], Huse (-ū-) [NW-Lambr (bei Alten)], Hosse (hosə, -ǫ-) [weithin herrschend, auch Don Gal Buch], House [mittl. u. südl. VPf], Hause (hḁusə) [vereinzelt mittl. u. südl. VPf]; Dim. zumeist Heselche, Hesselche vgl. PfWB Pantalons, PfWB Bucksen 1. Zs.: PfWB Arbeits-, Bad-, Pantalon-, Pluder-, Pritscher-, Buben-, Bucksen-, Pump-, Tiroler-, Trikot-, Drilch-, PfWB Tuch-, PfWB Turn-, Flanell-, PfWB Frauen-, Gummi-, Halb-, PfWB Hemd-, Hinter-, Hochwasser-, Hochzeits-, PfWB Hosenlatz-, PfWB Kinder-, PfWB Knie-, Knopf-, PfWB Latscher-, Latz-, PfWB Leder-, Leibchens-, Leib-, Leibundseel-, Leinen-, PfWB Manchester-, Männer-, Manns(leut)-, Ober-, Radfahrer-, Reform-, PfWB Reit-, Salbänd-, Samt-, PfWB Schaff-, PfWB Schlitz-, Schlupf-, Schul-, Schwimm-, Soldaten-, Sommer-, PfWB Sonntags-, Spiel-, Spitzen-, Sports-, PfWB Stoff-, Strapazier-, Strick-, Strüpf-, PfWB Studenten-, PfWB Über-, Umschlag-, Unter-, PfWB Werktags-, PfWB Windel-, Winter-, Zeug-, Ziehharmonika-, Zimmermanns-, Zwilchhose(n). Um 1930 sagte man noch mancherorts e Paar Hose (Hosse) für die einzelne H. Man unterscheidet: lange, korze, leine(ne), sunndagse, wärdagse H.; uffene (zuene) H. 'offene (geschlossene) Unterhose der Frauen' [ KU-Bedb]; gattingene 'passende' H. [Kühn Schnitze I 184]. Er zieht die H. aan [verbr.], schluppt en die H. [KB-Bennhs, verbr.], macht die H. zu [ KU-Kaulb]. Der kleine Bube trägt die eerschde Hesselcher [LU-Hochd, verbr.]. Die H. sin durchgewetzt [Frankth, verbr.]. Im Summer schafft mer in H. un Hemd [ KU-Schmittw/O]. In dem seine H. härre zwäi Platz [ WD-Niedkch]. RA.: Dem du ich mol die H. aanmesse 'Den verhaue ich' [KU-Albb, verbr.]; desgl. die H. anspanne [FR-Laumh, verbr.], die H. aansträmme [ PS-H'einöd], die H. anstreiche [ RO-Münchw], die H. ausfitze [Kühn Schnitze II 51], [Bd. 3, Sp. 1187] die H. auskloppe [ NW-Weish/S, mancherorts], die H. ausstääwe [ BZ-Albw]. Er kriet die H. ebichgelt, dass. [ RO-Münchw Als KL-Mehling]. Das kannsch de ääm saa, der kän Knepp an de H. hat, zu einem, der Unglaubhaftes erzählt [ KL-Weilb]. Wer vor dem Bankrott steht, muß die H. ääbsch anziehe [ebd.]. Er hat die H. verlor (im Kartenspiel) [ KB-Eisbg]. Dem han se die H. ausgezoo, dass. [KL-Weilb, verbr.]. Dort hat die Fraa die H. aan 'führt die Frau das Regiment' [KU-O'staufb, verbr., auch Don Gal Buch]. Er muß die H. abliwwere, vom Pantoffelheld [ KL-Hütschhs]. Er hot die gure (weire) H. aan, vom Freigebigen [FR-Albsh, verbr.]; vgl. Spendierhose. Er hot die H. letzrum aan 'ist verrückt' [ GH-Zeisk]. Er geht die H. wenne 'austreten' [FR-Carlsbg, verbr.]. Sie strippt die H. runner, dass. [ HB-Kirrbg]. Der Feigling hot 's Herz in de H. [ RO-Schweisw], hot Schiß in de H. [ RO-Börrstdt], hot die H. voll [KU-Trahw, verbr.]. Dem is 's Herz in die H. gefall (geritscht), dass. [verbr.]. Wer lang im Wirtshaus sitzt, hot Bech an de H. [ NW-Hardbg]. Er hot Dreck en de H., weil er etwas angestellt hat [ KB-Mauchh]. Er hot nix mihn in de H., wer durch Krankheit an Gewicht verloren hat [ RO-Rehborn]. Er verliert sich in de H., dass. [ NW-Neidfs]. Dem hot de Kuckuck die H. ausgesoff, dass. [ KU-Odb]. Vom Angeber heißt es: Große Bosse un nix in de H. [ LU-Alsh]. Jetzt muß ich mich uf die H. setze, um fleißig zu lernen [KB-Stett, verbr.]. Der Krummbeinige hot krumme H. an [ KU-Kaulb RO-O'mosch]. Die es verrickt uf H., von einer Mannstollen [ KL-Niedkch]. Wer zum ersten Mal raucht, erhält den Rat: Binn die H. zu! [ ZW-Ernstw HB-Einöd]. Von zwei Brüdern, die nicht viel taugen, heißt es: Zwee H. — ee Tuch [ Don-Schowe]. SprW.: Mit volle H. is leicht stinke 'Wer viel Geld hat, kann sich viel erlauben' [ Gal-Bagbg]. Geduld bringt Rose un mit de Zeit verrissene H. [ Don-Schowe]. Volksgl.: Wer am Morjed noo de Hochzet s'eerscht die H. anhat, wird das Regiment im Haus führen [ KL-Heimkch, mancherorts]. Wammer die H. uf'm Sitz därich wert (engl. wear 'tragen'), werd mer arm [Fogel Beliefs Penns Nr. 386]. Scherzh. Zwiegespräch: Fraa, flick mer die H.! — Nä, ich flick der se nit! Hättscht se nit verrisse, noo hätt ich der se g'flickt. — Un wann du mer mein H. nit flickscht, noo dengel ich der dein Sichel nit. Fraa, flick mer mein H.! [Feierowend Nr. 2/1950, S. 1]. Schnellsprechreim: Hinnich Henriche Hannese Haus hängen hunnert H. haus; hunnert H. hängen haus hinnich Henriche Hannese Haus [ Gal-Sap]; Var. s. PfWB Hasenhaus. VR. s. PfWB Aprikose, PfWB Buckel 1 a, PfWB verreißen 2 a. a. 1425: von eyme par gefotterter hosen [LeinArch. (Löhne)]. a. 1480: ein phar hosen einem gebüttel zu Pfortz [HagbWeist.]. a. 1651: 1 alt Par Hoßen [GgHospR]. — 2. a. [Bd. 3, Sp. 1188] 'Pollentracht an den Hinterbeinen der Bienen' Die Biene hän Heselcher an [ZW-Gr'bundb, verbr.]; vgl. PfWB höseln. — b. 'befiederte Beine mancher Hühnerarten'. Unser Henkel han H. [ WD-Niedkch, mancherorts]. — c. 'dicke Hinterschenkel gut gefütterter Tiere'. Der Farre hat orndliche H. [ KL-Hütschhs, mancherorts]. — d. 'Blattscheide am Getreide'. Die Gerscht kummt aus de H. [ FR-Albsh, vereinzelt]. — e. Die Sunn schluppt in die H. 'Die Sonne verschwindet hinter den Wolken' [ ZW-Gr'bundb]. — 3. Zs.: Lottel-, Rot-, Scheiß-, PfWB Windhose(n). — Südhess. III 730 ff.; RhWB Rhein. III 839 ff.; LothWB Lothr. 249; ElsWB Els. I 381/82; Bad. II 775.
| |||||||||||||||||||||||||||
|
|
| |||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | |||||||||||||||||||||||||||