Schlichte f., Schlicht m.: 1.a. 'klebriger Mehl-, Kartoffelbrei, Seifenbrühe, mit der der Weber die Kettfäden glättet', Schlicht (liχd) [vereinzelt NWPf KU-Kaulb LA-Venn BZ-Dernb]; vgl. PfWB geschlicht. — b. der Schlicht 'Kleistermasse, mit der Wagenplanen wasserdicht gemacht werden' [Beam Penns 93]. — 2. 'durch den Wald gehauener gerader Weg' [ FR-Kl'karlb NW-Kallstdt]; vgl. PfWB Schleiße 3, PfWB Schneise. — 3. FlN, amtl. An der Schlicht, mda. An der Schleecht [ KU-Rammb]. a. 1528: am Eichelberg die Schlicht offen [StArch. NW-Deidh Urk. 4]. a. 1717: uff der Schlicht [SSp Schatzungsbuch Nr. 18a, S. 1086 (KL-Nanzdzw)]. — Mhd. slihte 'Glätte, gerader Weg, Ebene' u. a. ( Lexer Lexer II 978/ 79). — Südhess. V 432; RhWB Rhein. VII 1325/26; LothWB Lothr. 450; ElsWB Els. II 451; DWB DWb. IX 666 ff.; Ramge HFA 96. | | PfWB ElsWB LothWB Schlichte das Wort, in Bed. 1 in der Weberspr. am verbreitetsten, lautet nach den Regeln der MA., u. zwar Rhfrk -iχt [Simm -ī-; Bernk-Bollenb -iŋgt], Mosfrk -iχt; doch -īt Saarbg; -iχt Mos von Trier bis Bernk, Wittl, Bitb, Prüm, Westerw -īχt; [Bd. 7, Sp. 1326]
Siegld -ēχdə; Rip -ēχ [Monsch-Kesternich -īt]; Berg [Mettm-Haan -ē-] -ēχtə, –eitə, –iχtə; SNfrk in MGladb -eit, sonst -eχt, –ext, wie auch Klevld (zu Bed. 2 s. d.) f.: 1. Sg. t. a. steifer Brei aus Weizen-, Buchweizenmehl u. Wasser, mit dem der Weber, in jeder Hand eine Wurzelbürste, die Kette bestrich u. feucht machte, so dass die ungleichmässig dicken Fäden geglättet wurden Allg. — b. verächtl. Suppe aus Wasser u. Mehl, recht dünne S. Rhfrk, Mosfrk, MGladb. — c. -īt klebriger Schmutz an Kleidungsstücken u. auf der Haut Monsch-Kesternich. — 2. -īt, Pl. -tə Maurerwerkzeug, zum Glätten des Verputzes, Holzplatte mit Griff Monsch-Hammer Simmerath, Schleid-Dreiborn Ettelschd; -īχ Nettersh; -eχ, Pl. -χtə Kemp; -eit Kref-Stratum; -ēət Kemp-SHubert; -ei Geld-Leutherheide; -eχ, –ē- Mörs, Geld; -eχt Geld-Wemb, Klev-NMörmter; -ēk Geld-Wachtendonk. | | ElsWB PfWB RhWB Schlicht [liχt Sgd. Lix. u. s.; lít Vbg. Si.; líχt D.] f. Mehlbrei; Schmiere, wie sie der Leinweber zum Anfeuchten und Glätten der Fäden gebraucht. — lux. 384 Schlîcht; baier. 2, 503, hess. 355, ss. Kisch (W. u. W. 140) Schlicht; mhd. Lexer slihte. — Zs. |
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