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 PfWB schleifen2 (Bd. 5, Sp. 1064)   PfWB ver-schleifen (Bd. 2, Sp. 1263) 
   schleifen2 schw.:
1.
a. '(über den Boden) schleppend ziehen', schlääfe (lfə) [verbr. (außer NPf NWPf), Müller Dietschw 64], schlääpe (lbə) [ KU-Hundh], schleefe (lēfə) [vereinzelt mittl. u. nördl. VPf, Lambert Penns 134 Krämer Gal 186], schlaafe [verbr. östl. NPf mancherorts NWPf LU-Altr, Christmann Kaulb 23 PfId. 123]; Part. Perf. g(e)schlääft, g(e)schleeft, geschlaaft [Verbr. wie Inf.], geschlääpt (!) [ KU-O'alb]; Zs.: ab-2 1, heim-, heraus-, herbei-, herein-, her- 1, herüber- 1, herum- 1aα, hinauf-, hinaus- 1, hin-, hinüber-, mit- 1 a, nach- 1 a, PfWB wegschleifen; Holz sch. 'Holz zur Abtransportstelle sch., Waldwirtschaft [ KU-Bedb]. Ein Bauer, nach seiner liebsten Tätigkeit gefragt, antwortet: Rindflääsch dorch de Meerreddich sch. [ KU-Trahw]. SprW.: Was mer net trage kann, schleeft mer [Fogel Prov. Nr. 341]. Wer 's lang hot, läßt's lang bambele, wer 's länger hot, der schlääft's 'Jeder stellt sich nach seinen Möglichkeiten dar' [KU-Schmittw/O, verbr., auch Auslandspfälzer]. a. 1566-87: Item 10 Schilling 4 d ist auff ganen alß mir das hultz zu der Schauer hant geschleyft [SSp Kirchenrechnungen 63 (BZ-Wernbg)]. a. 1577: desgleichen soll keiner mehr schleifen, wan man unserem gnedigen herrn von Speier front, es sei eichen oder buchen [Grimm Weist. VI 417 (LA-Maik u. a.)]. a. 1612: Ein Schwaab ... dahier mit dem schwerdt hingerichtet und das Haupt geschleifet worden [Niedhammer 249]. —
b. '(mühsam) schleppen, herantragen' [mancherorts

[Bd. 5, Sp. 1065]

[Bd. 5, Sp. 1067]
NPf WPf]; Zs.: ab-2 2, bei-, ver-2 1 a, fort-, herbei- 2, her- 2, herum- 1 b, hinaus- 2, mit- 2. Sie schläfe, Wuche unnerwähs, / Geschenke zu'm durch Ejs un Schnee [Kraus Pädcher 60]. Die Wejbslejt schlääfe Blume off de Kärchhof [Kraus Arwed 60]. Er dut d' Seich ins Dorf sch. 'Er schleppt eine Seuche ins Dorf ein' [ GH-Leimh]. Verwünschung: Dich missen noch die Lais in die Bach schlääfe [ BZ-Dernb]. —
c. 'mit der umgedrehten Egge oder einer speziellen Schleife den Boden einebnen' [verbr., Beam Penns 93]; Zs.: ein-, vor-, herüber- 2, herum- 1aβ, herunter-, hinein-, hinunter-, über-, unter-, zusammen-, PfWB zuschleifen. Ich han noch das Stick se sch. [ KL-Matzb]. Die Wiss werd geschlaaft, ge'eet (geeggt) un gewalzt wann Moos druf is [ KB-Kriegsf]. Wann die Frucht einge'eet is un de Borrem is recht luck, werd 's Stick nomol geschlääft [ ZW-Battw]. RA.: die Katz dorch die Bach sch. misse 'eine unangenehme Angelegenheit (für andere) übernehmen müssen, die Fehler anderer büßen, den Karren aus dem Dreck ziehen müssen' [KU-Herschw/Petth, verbr., Heeger Tiere I 22]. a. 1529: von etlichen wißen vber Rin, Hecken vß zu roden vnd eben zu schleyffen [GgHospR]. —
d. 'in seitlicher Richtung wegführen, umleiten' [ KU-Schmittw/O]; vgl. herum- 1 d, PfWB verschleifen2 2; e geschlääfder Brunne 'Brunnen, bei dem das Wasser im Boden in eine andere Richtung geführt wird' [ebd.]. Se hun de Schornschde geschlääft 'Sie haben den Schornstein schräg nach oben weitergeführt' [ebd.]. —
e. 'jemanden mit Schwierigkeiten oder widerwillig zu etwas bewegen' [vereinzelt]; Zs.: durch-, PfWB mitschleifen. Sie hen se dezu g'schlääft, nämlich widerwillig zu einer Verlobung [ NW-Kallstdt]. —
2.
a. α. 'den Boden berühren (lassen)' [mancherorts]. Se loßt ehr Klääd sch. 'Sie läßt ihr Kleid am Boden schleifen' [ KL-Ottb]. —
β. 'eine bewegte Fläche berühren' [mancherorts]. 's Schutzblech schlääft am Rad [Kaislt]. —
b. 'beim Gehen die Füße schleppend am Boden hinziehen' [ FR-Bockh, mancherorts]; vgl. PfWB schlurpsen 3. Schlääf die Fieß net so! [ KU-Godhs]. — Mhd. sleifen, sleipfen (Faktitivum zu slîfen) 'gleiten machen, schleifen, schleppen' ( Lexer Lexer II 970). — Südhess. V 413/14; RhWB Rhein. VII 1298 ff.; Lothr. 499; ElsWB Els. II 453.

 

   ver-schleifen1 st.: = PfWB abschleifen1 1; die Schart veschleife [ LU-Altr].