Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB schleifen2 (Bd. 5, Sp. 1064)   LothWB schleifen (Bd. 1, Sp. 449a) 
   schleifen2 schw.:
1.
a. '(über den Boden) schleppend ziehen', schlääfe (lfə) [verbr. (außer NPf NWPf), Müller Dietschw 64], schlääpe (lbə) [ KU-Hundh], schleefe (lēfə) [vereinzelt mittl. u. nördl. VPf, Lambert Penns 134 Krämer Gal 186], schlaafe [verbr. östl. NPf mancherorts NWPf LU-Altr, Christmann Kaulb 23 PfId. 123]; Part. Perf. g(e)schlääft, g(e)schleeft, geschlaaft [Verbr. wie Inf.], geschlääpt (!) [ KU-O'alb]; Zs.: ab-2 1, heim-, heraus-, herbei-, herein-, her- 1, herüber- 1, herum- 1aα, hinauf-, hinaus- 1, hin-, hinüber-, mit- 1 a, nach- 1 a, PfWB wegschleifen; Holz sch. 'Holz zur Abtransportstelle sch., Waldwirtschaft [ KU-Bedb]. Ein Bauer, nach seiner liebsten Tätigkeit gefragt, antwortet: Rindflääsch dorch de Meerreddich sch. [ KU-Trahw]. SprW.: Was mer net trage kann, schleeft mer [Fogel Prov. Nr. 341]. Wer 's lang hot, läßt's lang bambele, wer 's länger hot, der schlääft's 'Jeder stellt sich nach seinen Möglichkeiten dar' [KU-Schmittw/O, verbr., auch Auslandspfälzer]. a. 1566-87: Item 10 Schilling 4 d ist auff ganen alß mir das hultz zu der Schauer hant geschleyft [SSp Kirchenrechnungen 63 (BZ-Wernbg)]. a. 1577: desgleichen soll keiner mehr schleifen, wan man unserem gnedigen herrn von Speier front, es sei eichen oder buchen [Grimm Weist. VI 417 (LA-Maik u. a.)]. a. 1612: Ein Schwaab ... dahier mit dem schwerdt hingerichtet und das Haupt geschleifet worden [Niedhammer 249]. —
b. '(mühsam) schleppen, herantragen' [mancherorts

[Bd. 5, Sp. 1065]

[Bd. 5, Sp. 1067]
NPf WPf]; Zs.: ab-2 2, bei-, ver-2 1 a, fort-, herbei- 2, her- 2, herum- 1 b, hinaus- 2, mit- 2. Sie schläfe, Wuche unnerwähs, / Geschenke zu'm durch Ejs un Schnee [Kraus Pädcher 60]. Die Wejbslejt schlääfe Blume off de Kärchhof [Kraus Arwed 60]. Er dut d' Seich ins Dorf sch. 'Er schleppt eine Seuche ins Dorf ein' [ GH-Leimh]. Verwünschung: Dich missen noch die Lais in die Bach schlääfe [ BZ-Dernb]. —
c. 'mit der umgedrehten Egge oder einer speziellen Schleife den Boden einebnen' [verbr., Beam Penns 93]; Zs.: ein-, vor-, herüber- 2, herum- 1aβ, herunter-, hinein-, hinunter-, über-, unter-, zusammen-, PfWB zuschleifen. Ich han noch das Stick se sch. [ KL-Matzb]. Die Wiss werd geschlaaft, ge'eet (geeggt) un gewalzt wann Moos druf is [ KB-Kriegsf]. Wann die Frucht einge'eet is un de Borrem is recht luck, werd 's Stick nomol geschlääft [ ZW-Battw]. RA.: die Katz dorch die Bach sch. misse 'eine unangenehme Angelegenheit (für andere) übernehmen müssen, die Fehler anderer büßen, den Karren aus dem Dreck ziehen müssen' [KU-Herschw/Petth, verbr., Heeger Tiere I 22]. a. 1529: von etlichen wißen vber Rin, Hecken vß zu roden vnd eben zu schleyffen [GgHospR]. —
d. 'in seitlicher Richtung wegführen, umleiten' [ KU-Schmittw/O]; vgl. herum- 1 d, PfWB verschleifen2 2; e geschlääfder Brunne 'Brunnen, bei dem das Wasser im Boden in eine andere Richtung geführt wird' [ebd.]. Se hun de Schornschde geschlääft 'Sie haben den Schornstein schräg nach oben weitergeführt' [ebd.]. —
e. 'jemanden mit Schwierigkeiten oder widerwillig zu etwas bewegen' [vereinzelt]; Zs.: durch-, PfWB mitschleifen. Sie hen se dezu g'schlääft, nämlich widerwillig zu einer Verlobung [ NW-Kallstdt]. —
2.
a. α. 'den Boden berühren (lassen)' [mancherorts]. Se loßt ehr Klääd sch. 'Sie läßt ihr Kleid am Boden schleifen' [ KL-Ottb]. —
β. 'eine bewegte Fläche berühren' [mancherorts]. 's Schutzblech schlääft am Rad [Kaislt]. —
b. 'beim Gehen die Füße schleppend am Boden hinziehen' [ FR-Bockh, mancherorts]; vgl. PfWB schlurpsen 3. Schlääf die Fieß net so! [ KU-Godhs]. — Mhd. sleifen, sleipfen (Faktitivum zu slîfen) 'gleiten machen, schleifen, schleppen' ( Lexer Lexer II 970). — Südhess. V 413/14; RhWB Rhein. VII 1298 ff.; Lothr. 499; ElsWB Els. II 453.

 

  schleifen I[laifə Sgd. Lix. Ri. Ha. u. s.; léifən Bo.; lǽfən Fo. D. Si. — Ptc. gəlaift, gəléif, gəlǽft] 1. tr. schleifen, schleppen, auf dem Boden fortziehen: Holz schleife. Rda.: freiwillich bi de Hor bigeschläft Fo. De Katz durch de Bach schläfe alle Lasten u. Mühen ungeteilt ertragen Bo. 2. intr. beim Singen schleppen, nicht mitkommen Ri. Ha. baier. 2, 507 u.  ElsWB els. 2, 453 schleifeⁿ.

[Bd. 1, S. 449b]