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 PfWB Schlappen (Bd. 5, Sp. 1031)   PfWB Schuh (Bd. 5, Sp. 1471) 
   Schlappen m.:
1.
a. 'Hausschuh, Pantoffel', meist ohne oder mit herabgetretenem Fersenteil, Schlappe (labə) [verbr., Glass 103 Müller Dietschw 64 Schneckenburger 42 Thielen 98 PfId. 123 Krämer Gal 186 Don-Schowe Torscha Tscherwk], Pl. wie Sg.; Dim. Schläppche [WPf], Schläppelche [mancherorts mittl. WPf, vereinzelt übrige Pf], Schläppel [mittl. u. südl. VPf O-PS], Pl. Schläppcher, Schläppelcher [WPf NOPf], Schläpple, Schläpp(e)lich [mancherorts SOPf]; vgl. PfWB Schlappschuh; Zs.: PfWB Haus-, PfWB Salband-, PfWB Turnschlappen. Hol mein Schlappe! [ BZ-Dernb]. Ball heert ma(n) 'ne uf leise Schlappe die dunkel Trepp enunner tappe [Albert Bei uns 25]. Von ejskalte Quante die Schuh / un, hopp, in die Schlappe [Kraus Pädcher 56]. Ich schlag der de Sch. uf die Gosch, daß e Läll 'dicke Lippe' kriegscht! [ NW-Frankeck]. RA.: e Maul wie e Sch., von einem breiten, häßlichen Mund [ ZW-Marthh SP-Harths GH-Westh]; in die Schlappe

[Bd. 5, Sp. 1032]
kumme 'wirtschaftlich zugrundegehen' [ NW-Geinsh]; ääm die Schlappe austrere (austreten) 'jemandem die Geliebte abspenstig machen' [ WD-Niedkch]. Sie hat ne unnerm Sch., von einer Ehefrau, die ihren Mann beherrscht [ Don-Gottlob Tscherwk]. Sie (Er) hat e Sch. verlore 'Sie (Er) hat ein uneheliches Kind' [ ZW-Krähbg]. Dem werd de Sch. unnerm Bett stierig, von einem, der unverdientes Glück hat, dem alles zum Besten gereicht [Kleeberger 102 Hebel 23]. Do meent mer grad, mer mißt Schlappe kotze, un wann mer gar ke Ledder g'freß hat [ Don-Gottlob]. Der Sch. soll dich treffe! Verwünschung (verhüllend für Schlag 2 d α) [mancherorts Don Gal]. SprW.: E Hullwell (s. PfWB Hudelwelle 2 b) isch dausendnett wie de Evegret ehr Schlappe, d. h. es ist besser, eine Frau mit Schwächen, die man kennt, zu heiraten, als eine Frau von auswärts, von der man nicht weiß, woran man ist [SPf (Wilde Notizen)]. Volksbr.: Schlappe werfe: Die Haustochter wirft ihren Sch. rückwärts über den Kopf. Zeigt die Spitze zu ihr, bleibt sie noch ein Jahr bei den Eltern. Zeigt die Spitze zur Tür, heiratet sie im nächsten Jahr [Carl Pfalz im Jahr 22 Stoll 36, 210]. Einfältige und Dumme schickt man Schlappe bettle [ NW-Hamb]. VR.: Ringle, Ringle, Rosenkranz / Mädchen gehst du mit zum Tanz? / Nein, ich hab kein Schuh! / Tu deim Vater sei Schläppcher an un tanz die Löcher zu [ HB-Bexb], Var. s. PfWB Apollonia 1, PfWB Tanz 1 a, PfWB Elisabeth 1 a; einen weiteren VR. s. PfWB Mutter 1 a. —
b. 'ausgetretener, alter Schuh', auch 'Schuh allgemein', häufig in abschätzigem Gebrauch [verbr.]; Bermesenser Schlappe 'Schuhe aus Pirmasens' [ KL-Reichb, mancherorts]. Die alde Schlappe kannsche nur noch in de Garde anziehe [Kaislt]. RA.: Er springt (laaft), daß er d' Schlappe verliert [LA-Gommh, verbr.]. Ich schlon dich, daß de die Schlappe verleerscht! Drohung [Thielen So rerre mer 108]. Der hat se kriet (Schläge), daß die Schlappe gefloo sin [Zweibr]. 's batt alles nix, un wann er die Hosse un Schlappe verliert [ NW-Hardbg]. SprW.: Aus Schuh wern Schlappe, mer muß sein alde Schulde berappe [ BZ-Dierb]. —
c. 'Holzschuh' [ LU-Altr]; Zs.: PfWB Holzschlappen. —
d. 'Klaue, Huf des Rindviehs', bes. bei langgewachsenen Klauen [PS-Heltbg LU-Altr LA-Impfl]; Zs.: PfWB Kuhschlappen 2. Die Kuh hot Schlappe [ LU-Alsh]. —
e. 'großer Fuß', scherzh. [ NW-Kallstdt]. —
2.
a. 'Klotz der Bremsvorrichtung am Wagen' [IB-Bliesmg/Bolch Ensh NW-Geinsh LA-Essing Klein Wag. 109]; vgl. Mechanikklotz; Zs.: PfWB Radschlappen. —
b.
α. 'länglicher, flacher Klumpen; Fladen, Scholle' [vereinzelt]; Zs.: PfWB Kuh- 1, PfWB Mistschlappen; e Sch. Mischt 'Mistfladen' [KU-Elschb Krämer Gal 186]; e Schlappe Zunner 'ein Zunderstück, das man früher (vor 1930) beim Kauf von Tabak geschenkt bekam' [ KU-Schmittw/O]; Schlappe

[Bd. 5, Sp. 1033]
fahre 'auf Eisschollen fahren' [Kaislt]. —
β. 'große Weinbeertraube' in der RA.: e Schlappe wie e Schlodderkrugg [ LA-Wollmh]. —
c. 'Fettschicht auf der gekochten Milch' [ LA-Göckling]; vgl. PfWB Schlampen, PfWB Schlampes 1 b, PfWB Schlappes 6. —
d. 'Traglast Gras in einem Tuch oder Sack' [NW-Appth (Bertram § 293)]; vgl. PfWB Schleppe 2. —
e. 'Akelei (Aquilegia vulgaris)', nur Dim. Schläppche [ HB-N'alth]; wie PfWB Herrgottsschuh 1 a nach der Form der Blüten benannt; Syn. s. PfWB Glockenblume 1. —
3.
a. = PfWB Feigling [mancherorts SOPf PS-Münchw FR-Lambsh]. —
b. 'nachlässiger, unordentlicher, verwahrloster, träger Mensch' [LA-Essing Mörzh BZ-Barbr Kap/ Drusw GH-Berg Hay Kand Max'au Mindlach Minf Neubg Nd'lustdt Kamm 57]; Syn. s. PfWB Schlampes 2. —
c. 'Mannsperson, die sich ungebührlich benimmt' [ BZ-Billh GH-Kand]; Syn. s. PfWB Rüpel 1. —
d. 'schlechtes Pferd'. Das isch en Sch. vun em Gaul [ GH-Kand]. —
e. im Spiel Schlappe hat de Hut (Schuh) verlor [Kaislt, KL-Reichb], ein Pfänderspiel, bei dem die Spieler einen imaginären Hut (Schuh) an ihre durchnumerierten Mitspieler verbal weitergeben, wobei folgende Formel einzuhalten ist: Schlappe hat de Hut verlor, NN (eigene Nummer) hat en net, NN (Nummer eines anderen Mitspielers) hat en. Der so mit seiner Nummer aufgerufene Mitspieler muß nun den imaginären Hut (Schuh) mit der gleichen Formel weitergeben. Wer einen Fehler macht, gibt ein Pfand [Kaislt]. —
f. vgl. PfWB Heiden-, Kuhdreck-, PfWB Nachtschlappen. — Südhess. V 374 ff.; RhWB Rhein. VII 1250/51; LothWB Lothr. 447; ElsWB Els. II 468, ALA II 30.

 

   Schuh m.:
1.
a. 'Fußbekleidung (aus Leder, Gummi, Holz u. ä.)', Sg. u. Pl. Schuh [verbr. mittl.

[Bd. 5, Sp. 1472]
u. südl. VPf (außer Umg. Land) vereinzelt übrige Pf, Lambert Penns 146], Sg. Schuck, Pl. Schuh [verbr. WPf NPf nördl. VPf, PfId. 129 Christmann Kaulb 28 Müller Dietschw 68 Schnekkenburger 32, 49, 54 Höh 65, 90, Lambert Penns 146, verbr. Gal], Sg. Schuck u. Schuh [Otterstetter 74], Sg. Schuck, Pl. Schouh [ HB-Webh IB-Bliesmg/Bolch], Sg. Schuck, Pl. Schick [Mang 139, 141], Sg. u. Pl. Schuck [ GH-Hatzbühl Leimh N'potz], Sg. u. Pl. Schuch u. Schuuch [Umg. Land, Heeger Südostpf. 13]; s. K. 341; Dim. Sg. Schickelche, Pl. Schickelcher [verbr. WPf NPf mancherorts nördl. Hälfte der VPf, PfId. 122, 129, Christmann Kaulb 28, Lambert Penns 133 Don-Schowe Torscha, verbr. Gal], Sg. Schickel [mancherorts Kr. PS nördl. VPf], Sg. Schiekel [FR-Heuchh LU-Alsh/Gr Iggh LA-Böching Nußd BZ-Barbr GH-Büchbg Scheibhdt, Neubg (Heeger Südostpf. 35)], Sg. Schiekelche [ LU-Schauh], Sg. Schiehjel [ NW-Niedkch], Sg.(?) Schichle, Schiechle [ NW-Geinsh SP-Berghs Mechth GH-Lingf Erlb Hay], Sg.(?) Schiehle [ SP-Hanhf], Sg. Schichel, Schiechel [verbr. südl. Hälfte der VPf, Heeger Südostpf. 23], Sg. Schichelche, Schiechelche [mancherorts Umg. Land], Pl. Schichlich, Schiechlich [Umg. Land, Heeger Südostpf. 23], Pl. Schielich [östl. Land (PfId. 129)], Pl. Schicklin [ SP-Ottstdt], Sg. Schuckelche [vereinzelt WPf östl. NPf nördl. VPf], Sg. Schuhche [mancherorts nördl. VPf vereinzelt übrige Pf, Otterstetter 75, 109], Sg.(?) Schuhle [ SP-Heiligst]; Zs.: Abendmahls-, PfWB Arbeits-, Ball-, PfWB Bändel-, PfWB Pech-, Pelz-, PfWB Blitz-, PfWB Bott-, PfWB Braut-, Tanz-, PfWB Dreck-, PfWB Tuch-, Turen-, Turisten-, Turn-, Feld-, PfWB Filz-, PfWB Frauen- 1, Fußball-, Gärks-, Gebirgs-, Glitsch-, Gruben-, Gummi-, Haken-, PfWB Halb-, Haus-, Herren- 1, Hochschaft-, Hochzeit(s)-, PfWB Holz- 1, Jagd-, Jakobs-, Kamelhaar-, Kauf-, Kinder-, Kisselholz-, Klötzel-, Knöpf-, Kommis-, PfWB Kragen-, PfWB Lack-, PfWB Laschen-, PfWB Lasting-, PfWB Leder-, PfWB Morgen(s)-, PfWB Nestel-, PfWB Salband-, Schaff-, PfWB Schimmi-, PfWB Schlapp-, PfWB Schläppel-, PfWB Schnabel-, PfWB Schnall(en)-, PfWB Schnee- 1, PfWB Schnür-, PfWB Socken-, PfWB Sommer-, PfWB Sonntags-, PfWB Spangen-, Sport-, PfWB Stall-, PfWB Stramin-, PfWB Stroh-, PfWB Weiber-, Weibs-, Weibsleuts-, PfWB Werktags-, PfWB Wildleder-, PfWB Zeugschuh; weitere Bez. für verschiedenes Schuhwerk: Pantoffel 1, PfWB Paputschen, PfWB Pelzstiefel, PfWB Plüschpantoffel, PfWB Bottine, PfWB Bundstiefel, PfWB Tappen 3, PfWB Toffel1, PfWB Tritt 1cβ, PfWB Tritterling, PfWB Trittling 2, PfWB Turnschlappen, PfWB Elfer, PfWB Elfter, PfWB Filzstiefel, PfWB Filztappen, PfWB Fußwerk 1, PfWB Galoschen, PfWB Gangwerk, Gummistiefel, Gummistut-

[Bd. 5, Sp. 1473]

[Bd. 5, Sp. 1475]
zer, PfWB Halbstiefel 1, PfWB Hausschlappen, PfWB Haustappen, PfWB Hochschaftstiefel, PfWB Holländer 4 a, Hollebolle, PfWB Holzbollen, -galoschen, -klappen, -kläpper, -klotz, -klumpen, -latschen, -pantinen, -schlappen, PfWB Horken, PfWB Kanone 2aβ, PfWB Kanonenstiefel, PfWB Kindersärge, PfWB Kläpper 1 e, PfWB Kloben II 1 c, PfWB Klotz 2aα, PfWB Klumpen 2 a, Knie-, PfWB Knöpfstiefel, PfWB Knorren 4b, PfWB Kommiß-, PfWB Kragenstiefel, PfWB Latschen1 2, PfWB Latscher1, Meilen-, PfWB Miststiefel, PfWB Quadratlatschen 2, PfWB Quanten, Reit(er)-, Rohr-, PfWB Rollstiefel, PfWB Rubatsch, PfWB Salbandschlappen, PfWB Salbandtappen, PfWB Sauschnüffel 2 b, -schnusse 2, PfWB Schlappen 1, PfWB Schleicher 3, PfWB Schlüpfes, PfWB Schlurfen, PfWB Schlüten 2, PfWB Schnürstiefel, PfWB Schwärenstecher 2, PfWB Schwolleschee 3, Siebenmeilen-, PfWB Sonntags-, PfWB Spangenstiefel, PfWB Spanioler 3; sunndagse (werdagse) Schuh [ RO-Dielkch]; g'schmeerde (g'wichsde) Schuh [ LU-Opp]. Vor 1900 hatte man im allg. nur ein Paar Schuhe, sie wurden werktags geschmiert und sonntags gewichst [ebd.]. Die Schuh genn mer gut 'stehen, passen mir gut' [ HB-Nd'gailb]; vgl. PfWB gehen 6 a. Er macht in Schuh 'handelt mit Schuhen' [ ZW-Bechhf]. Im Mai sinn die Schuh vun de Fieß kumm [Damm Nawwel 43]. Die Schuhcher schdehn drauß vor de Deer (am Nikolaustag) [Burgey Keschte 83]. Noue Schuh dunn fa geweenlich grickse 'knarren'! [IB-Ensh (Glass II 22)]. RA.: schwarz wie e Schuck 'sehr schwarz' [ KU-Bedb, mancherorts]; sich die Schuh ablaafe (abrutsche) 'viel gehen' [ LU-Altr]; die Schuh darrichlaafe, dass. [Beam Penns 97]. Er leit met Schuh un Strimp 'angezogen' im Bett [ KU-Schmittw/O]. Er sieht aus wie e geschmeerder Schuck 'sieht unschön aus' [ KU-Schmittw/O], is schwarz wie e Schuck 'sehr schmutzig' [Thielen So rerre mer 110]. Dem sei Schuch hän Hunger 'sind zerrissen' [ PS-Hintwdth], sperre ehr Mailer uf, dass. [ KU-Schmittw/O]. Die Schuh sein mer e halb Stunn se groß, scherzh. von zu großen Schuhen [ KU-Schmittw/O]. Die hat Melschbacher Fieß un Bariser Schickelcher, von einer mit plumpen Füßen und modischen Schuhen, in denen sie nicht gut laufen kann [Kaislt]. Mer muß die Schuh no de Fieß kaafe un net no'm Kopp 'nach dem Aussehen' [ebd.]. Der steht in de Schuh wie e Gääß im Äämer, von einem mit sehr dünnen Beinen und großen Schuhen [ebd., auch Gal]. E Kranker spart nix wie die Schuh (weil er nach der Genesung viel mehr ißt) [KU-Bechb LA-Impfl BZ-Dernb, verbr. Gal]. Met der ehrem Henkmaul kännt mer e paar Schuh sohle, von einer mit herabhängender Unterlippe [ KL-Siegb]. Die isch so langsam, dere kännsche im Laafe die Schuh sohle [PS-Rodalb (Bernhard 212)]. Einem Torhüter, der beim Fußballspiel nicht vor die Tor-

[Bd. 5, Sp. 1476]
linie geht, hawwe se die Schuh angenaggelt [Rheinpfalz 28. 1. 1967]. Drohung: Mach un geh fort, orrer eich tret der de Schuck vor de Arsch! [ RO-Bistschd]. Geh weg, schunscht trerich der uf's Loch, daß de Schuck stecke bleibt [ PS-Erfw]. Kindern droht man: Du kimmsch met Schuh un Strimp in die Hell [RO-O'mosch (Eid 89)]. Er geht immer in gewichsde Schuh 'arbeitet nichts' [ BZ-Albw]. Sie hat die Schuh an 'hat das Sagen in der Ehe' [ PS-Hintwdth]. Ich weeß, wu em de Schuh drickt 'Ich weiß, was ihm fehlt' [ BZ-Albw]. Ich loß net die Schuh omer (an mir) abbutze 'Ich lasse mir nicht alles gefallen' [ KU-Schmittw/O]. Er tret em die Schuh aus 'verdrängt ihn von seinem Arbeitsplatz' [ KU-Bedb, PS-Hintwdth]. Se dun em alles in die Schuh schiewe 'geben ihm die alleinige Schuld' [ RO-Als]. Der schitt em annere 's Wasser in die Schuh 'gibt dem anderen die Schuld' [ PS-Hintwdth]. In dem seine Schuh mecht eich ewe net stecke 'In seiner Lage möchte ich mich nicht befinden' [ KU-Kaulb]. Der werd noch sei Schuh mit Weire binne 'Es wird ihm noch schlecht gehen' [Krieger 43]. Der kritt kei Stromp un kei Schuck an de Fuß 'bringt es zu nichts' [ WD-Niedkch]. Er hot kä ganze Schuh mihn 'ist verarmt, heruntergekommen' [ KU-Schmittw/O]. De Deiwel holt ne mit Schuh un Strimp [ KU-Trahw]. 's Herz fallt mer in die Schuh 'Ich habe Angst' [ KB-Kriegsf]. SprW.: Jerer wääß am beschde, wo'n de Schuh drickt [ KU-Schmittw/O, Don-Gottlob]. Jeder ziechd sich dän Schugg a, wuem bassd! [Braun Lääsebuuch 257]. Alles geht ouf, außer das, wo en die Schuh fällt [ WD-Niedkch]. Aus de Schuh wern Schlappe, mer muß sein Schulde berappe 'Man soll seine Schulden begleichen, bevor man alt wird' [ BZ-Dierb]. Wortspiel: Wann's Hait reent, werren die Schuh billich, wann's Morje reent, die Äcker (Gleichklang: Hait/heit Häute/heute, Morje/morje Morgen 'Ackermaß'/morgen; Var. s. PfWB Leder 1 a) [ KU-Bedb]. Volksgl.: Das Ehepaar wird reich, wenn einem Teil der Schuh in der Mitte zerreißt [ RO-Rehborn]. En Hund geht der net färt, as aus deim Schuh fresse loßscht [Fogel Beliefs Penns Nr. 670]. Wu alde Schuh verbrennt werre, bleiwe ken Schlange um de Weg [ebd. Nr. 1109]. Vgl. auch PfWB Hexerei 1. Wenn die Schuhe kreischen, sind sie nicht bezahlt [ ZW-Gr'steinhs]. Volksmed.: Der Schnuppe loszuwerre, rich dreimol in der Schuh! [Fogel Beliefs Penns Nr. 1391]. VR.: Heinerle, mach 's Lädel zu, / 's kummt e Frää mit krumme Schuh; / Hot en Zwicker uf de Nas. / Ei, ei, ei, was isch denn das? [ LA-Roschb]. Weitere VR. s. PfWB patschen 2, PfWB blau 4 i, PfWB tapfer 1, PfWB teuer 1, PfWB Franzose 1 a, PfWB Heller, PfWB hoppsa 1 b, PfWB Jakob 1 a, PfWB Lehrer, PfWB reuen. a. 1425: von zwain gefilzten schuchen knöppfelt oder gantz [LeinArch. (Löhne)]. a. 1444: 2 par hosen ... und schuwe [Zweibr I Nr. 541]. a. 1448: der schuch-

[Bd. 5, Sp. 1477]
mann zwein schuch [Grimm Weist. V 600 (Abtei Limburg)]. a. 1521: Item ½ gulden den meuden vor schuw bezalt [GgHospR]. a. 1560 (Kopie 16. Jh.): vnd sollen die von Henne dem ghanerbenforster zwen rode schug geben [PfWeist. 557 (NW-Freinsh)]. —
b. s. die Zs. PfWB Händschuh 1. —
2. bei Tieren.
a. 'die Klaue des Schafs', Pl. Schuh [LA-Impfl]. —
b. 'die Niere des geschlachteten Schweines', Dim. Pl. Schuckelcher [ KB-Mauchh]. —
c. 'das Hufeisen'. Ein Pferd, das beschlagen wird, kriet neie Schuh [ HB-Kirrbg]. —
3. Pflanzennamen.
a. 'Knabenkräuter (Orchideen)', Dim. Pl. Schickelcher [NPf u. Bliesg (Wilde 136)]; Zs.: PfWB Goldschückelchen 2, PfWB Herrgottsschuh 1 e; Syn. s. PfWB Wiesennägelchen. —
b.'Blüten des Ginsters', Dim. Pl. Schickelcher [mittl. VPf (Wilde 71)]; Herrgottsschuh 1 b. —
c. 'Hornklee (Lotus corniculatus)', Dim. Pl. Schickelcher [KB-Albish (Wilde 133)]; vgl. PfWB Rasselklee 2. —
d. 'Blüten der Robinie', Dim. Pl. Schickelcher [Frankth u. Umg. (Wilde 210)]. —
e. s. die Zs. PfWB Frauenschuh 2, PfWB Goldschückelchen 1, PfWB Hahn(en)-, Herren- 2, PfWB Herrgotts- 1, PfWB Lieberherrgotts-, PfWB Muttergottesschuh.

 


Aus den Nachträgen

3.
f. nur Dim. 'die Pflanze Eisenhut (Aconitum)', Schickelche [ KU-Lohnw Kus PS-Hengsbg Windsbg], Schickele [ PS-Kröpp]; Syn. s. PfWB Sturmhut.


4. ein Teil der Windmühle, Schuck [ RO-Dielkch]. —
5. FlN, spitzer Schuh 'in eine Spitze auslaufendes kurzes Tälchen zwischen steilen Waldhängen' [ ZW-Battw]. —
6. ein (um 1930 größtenteils veraltetes) Längenmaß [verbr. VPf O-PS mancherorts WPf NPf]; vgl. PfWB schuhlang; Zs.: Werkschuh; Maßangaben: 28 cm [RO-Odh KB-Mauchh NW-Frankeck Kallstdt LA-Impfl], 28-30 cm [ LA-Gommh], 30 cm [ KL-Reichb], 30-33 cm [ PS-Erfw], 3 Sch. = 1 m [ WD-Niedkch LU-Oggh]; vgl. WKW 37. 14. Jh.?: einen fuszphat vier schu with [PfWeist. 238 (NW-Deidh)]. a. 1563/64: das 200 schuch langck ist [Zweibr I 255, S. 3]. a. 1628: acht schuch weit [PfWeist. 600 (LU-Fußgh)]. a. 1683: undt soll jede trifft auf die 32 schuh weit sein [ebd. 693 (KB-Göllh)]. —
7. s. die Zs. PfWB Bann-, PfWB Eis-, Glitsch-, PfWB Händ- 2, PfWB Heiden-, PfWB Hemm-, PfWB Herrgotts- 2, PfWB Holz- 2, PfWB Mähmaschinen-, PfWB Rad-, PfWB Reiß-, PfWB Roll-, PfWB Rott-, PfWB Schleif-, PfWB Schlittschuh. Südhess. V 790 ff.; RhWB Rhein. VII 1854 ff.; LothWB Lothr. 468; ElsWB Els. II 401/02.