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 PfWB Schlafittich (Bd. 5, Sp. 1002)   PfWB Feder-flitsch (Bd. 2, Sp. 1083)   PfWB Flitte (Bd. 2, Sp. 1462) 
   Schlafittich m., Schlafittchen n.: nur in der Wend.: am Sch. nehmen (packen, kriegen, fassen, holen, haben) 'am Rockschoß, Rockzipfel, Kragen, Hals nehmen', auch übertr. 'sich jemanden vornehmen, zur Rechenschaft ziehen, zurechtweisen', Schlafiddich (laˈfidiχ) [ Gal-Dornf], Schlafittch [Münch Werke I 154], Schlafitt [Kühn Hamet 68], Schlafittche (laˈfidχə) [verbr., PfId. 124 Schandein Sprachsch. 59 Krämer Gal 185], Schlawittche (laˈwidχə) [Kus HB-Kirrbg ZW-O'hs KL-Katzw LU-Opp NW-Dürkh, Glass II 56 Thielen 99 PfId. 124], Schlawittsche (laˈwidə) [PS-Rodalb (Bernhard 162) LU-Friesh LA-Edk Müller Dietschw 65], Schlafiddel (laˈfidəl) [NW-Haßl SP-Spey W'see GH-Max'au Bayer Hackm. 59], Schlawiddel (laˈwidəl) [LU-Friesh LA-Venn BZ-Dernb Bergz (Kamm 57) GH-Lingf N'potz]. Ich nemm dich am Sch.! [ NW-Freinsh]. Geb acht, er kriet dich am Sch.! [Bayer Hackm. 59]. Sie hawwen (den Verbrecher) am Sch. kriggt 'ergriffen und in das Gefängnis gesteckt' [ LU-Opp]. Den hun ich om Sch. gegreff un hun en enausgeschmeß [ KU-Schmittw/O]. Wenn de Michel nochemol batzich werd, hol ich ne am Sch. un bugsiere ne vor die Dier [ IB-Ommh]. De Nochber nemmt 'n am Sch. / Unn fitzt 'n darch! Unn deß nett sanft [Kühn Hamet 22]. Wenn dersell sich noch äämohl mucksd unn schämmberlich Dinges iwwer mich rieft, dunnich ne omm Sch. holle unn

[Bd. 5, Sp. 1003]
werfene es Huss enuss! [Glass II 56]. — Aus Schlagfittich 'Schwungfedern des Vogelflügels' (Kluge-Mitzka20 652), wie bei Flitsch 2 b, PfWB Flitte 2 b, vom Bild des Geflügels, das man an den Flügeln ergreift. — Südhess. V 336; RhWB Rhein. VII 1276 Schlawitt(chen); LothWB Lothr. 448 Schlawittchen; ElsWB Els. I 157 Schlagfittel, II 477 Schlawättel.

 

 -flitsch m.: 'Vogelflügel', Ferreflitsch [ FR-Grünstdt]. Syn. s. PfWB Flitte. Südhess. II 393 Federflittich. —

 

   Flitte f., Flitt(en) m.:
1.
a. 'Vogelflügel', die Flitt (flid), Pl. Flitte [NPf WPf (s. K. 134) vereinzelt HB IB LU-Limbghf Heeger Tiere II 5 Kühn Hamet 106 verbr. Gal], de Flitt, Pl. Flitte [ KU-Reichsth Dunzw Rutsw/G KL-Weltb], de Flitte, Pl. Flitte [KU-A'glan Nd'staufb Diedk Friedhs Kus IB-Ensh Blickw Ingb ZW-Bechhf Marthh RO-Falkst Imsw KL-Einsdhf Rodb Spesb PS-Wallhalb KB-Dreis NW-Seeb], de Fliere, Pl. Fliere [ KL-Hoheck]. Zs. PfWB Vogels-, PfWB Storchenflitte. Syn.: PfWB Federflitsch, PfWB Fittich 1, PfWB Flatsch 1, PfWB Flatscher

[Bd. 2, Sp. 1463]

[Bd. 2, Sp. 1465]
2 a, Flitch 1, PfWB Flitsch1 1, PfWB Flittel, PfWB Flittich, PfWB Flitting, PfWB Flügel 1. Die Gluck nemmt die Junge unner die Flitte [ ZW-Bechhf]. Er läßt die F. hänge (bambele) [RO-Dielkch, verbr., auch Gal]. Die hun mer die F. gestimpt 'haben mir den Mut genommen' [ Gal-Dornf]. SprW.: Die Zeit hot F. [Kühn Schnitze II 39]. —
b. scherzh. von den abstehenden Schalen der Pellkartoffeln, vgl. PfWB flittig, PfWB Flügel 2 a η. Heit esse mer Feldhinkel met Flitte [ RO-Mannw]. —
2.
a. verächtl. 'leichtes, minderwertiges Kleid', Flitt, Dim. Flittche, Pl. Flittcher [ KU-Schmittw/O RO-Odh Dielkch KL-Weilb]; vgl. PfWB Flitsch1 2 a, PfWB Fahne 3 a, PfWB Flügel 2 a ι. Die Flitte hänge eem am Leib, wenn man naß geworden ist [ KL-Weilb]. —
b. 'weghängende Stoffteile, Rockschöße', gew. Pl. Flitte [ KU-Kaulb RO-Obd KL-Hütschhs Weilb]; einen an de F. nemme [ KL-Hütschhs]; vgl. PfWB Flitsch1 2 b, PfWB Flügel 2 a θ. Zs. PfWB Rockflitte. —
c. 'flatterhafte, leichtfertige weibliche Person'. Das is e Flitt [verbr. NPf], e Flittche (Dim.) [ KL-Lind]; vgl. PfWB Flitsch1 2 d, PfWB Flügel 2 b. — Südhess. II 808; RhWB Rhein. II 632.