Schlafittich m., Schlafittchen n.: nur in der Wend.: am Sch. nehmen (packen, kriegen, fassen, holen, haben) 'am Rockschoß, Rockzipfel, Kragen, Hals nehmen', auch übertr. 'sich jemanden vornehmen, zur Rechenschaft ziehen, zurechtweisen', Schlafiddich (laˈfidiχ) [ Gal-Dornf], Schlafittch [Münch Werke I 154], Schlafitt [Kühn Hamet 68], Schlafittche (laˈfidχə) [verbr., PfId. 124 Schandein Sprachsch. 59 Krämer Gal 185], Schlawittche (laˈwidχə) [Kus HB-Kirrbg ZW-O'hs KL-Katzw LU-Opp NW-Dürkh, Glass II 56 Thielen 99 PfId. 124], Schlawittsche (laˈwidə) [PS-Rodalb (Bernhard 162) LU-Friesh LA-Edk Müller Dietschw 65], Schlafiddel (laˈfidəl) [NW-Haßl SP-Spey W'see GH-Max'au Bayer Hackm. 59], Schlawiddel (laˈwidəl) [LU-Friesh LA-Venn BZ-Dernb Bergz (Kamm 57) GH-Lingf N'potz]. Ich nemm dich am Sch.! [ NW-Freinsh]. Geb acht, er kriet dich am Sch.! [Bayer Hackm. 59]. Sie hawwen (den Verbrecher) am Sch. kriggt 'ergriffen und in das Gefängnis gesteckt' [ LU-Opp]. Den hun ich om Sch. gegreff un hun en enausgeschmeß [ KU-Schmittw/O]. Wenn de Michel nochemol batzich werd, hol ich ne am Sch. un bugsiere ne vor die Dier [ IB-Ommh]. De Nochber nemmt 'n am Sch. / Unn fitzt 'n darch! Unn deß nett sanft [Kühn Hamet 22]. Wenn dersell sich noch äämohl mucksd unn schämmberlich Dinges iwwer mich rieft, dunnich ne omm Sch. holle unn [Bd. 5, Sp. 1003] werfene es Huss enuss! [Glass II 56]. — Aus Schlagfittich 'Schwungfedern des Vogelflügels' (Kluge-Mitzka20 652), wie bei Flitsch 2 b, PfWB Flitte 2 b, vom Bild des Geflügels, das man an den Flügeln ergreift. — Südhess. V 336; RhWB Rhein. VII 1276 Schlawitt(chen); LothWB Lothr. 448 Schlawittchen; ElsWB Els. I 157 Schlagfittel, II 477 Schlawättel. | | -flitsch m.: 'Vogelflügel', Ferreflitsch [ FR-Grünstdt]. Syn. s. PfWB Flitte. Südhess. II 393 Federflittich. — | | PfWB LothWB RhWB Schlafittl [‘Slàfitl Altw.; ‘Slàwitl Ingenh.] n. Schlagftittig, übtr. Kragen. Nemm ne am S. un werf ne zu dr Tʰür enus Altw. s. auch Flienkeⁿ 3. |
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