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| PfWB schießen (Bd. 5, Sp. 964) | PfWB schnellen (Bd. 5, Sp. 1320) | PfWB ab-schnelzen (Bd. 1, Sp. 86) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. a. '(mit der Schußwaffe, Knallbüchse, Böller, Armbrust o. ä.) einen oder mehrere Schüsse abgeben', schieße [allg., Christmann Kaulb 27, 54, 87 Müller Dietschw 64 Schneckenburger 45 Lambert Penns 133 Krämer Gal 184], Part. Perf. g(e)schosse [VPf], geschoß [WPf NPf], g'schoß [Mang 195 Schneckenburger 25, 36]; Zs.: PfWB ab- 1, PfWB an- 1 u. 2, PfWB daneben-, PfWB tot-, PfWB er- 1, PfWB fehl- 1, PfWB ver- 1-4, PfWB vorbei-, PfWB hin-, nebendran-, PfWB zusammenschießen; zu kurz (zu weit, zu hoch, ins Ziel, ins Zentrum) sch. [ ZW-Battw]. Die Jächder han viel geschoß [ ZW-Battw]. Im Krieg hän se als Zuckerhiet (schwere Granaten) g'schosse [ LA-Gommh]. RA.: Der hot e Bock geschoß 'einen Fehler gemacht' [ GH-Kand]. Er es geschoß worr 'erschossen worden' [ KB-Kriegsf]. RA. für '(mit der Schußwaffe) Selbstmord begehen': sich sch. [ KL-Fockbg/Limb, mancherorts]; sich kabuttschieße (Nachtrag) [ KB-Kerzh FR-Albsh]; sich e Kuul vor de Kopp sch. [ KU-Bedb]. Er leit wie geschoß 'ist erschöpft' [ KU-Cronbg]. Es is em ins Kreiz geschoß 'Er hat Rückenschmerzen' [ KB-Kriegsf, RO-Als]. Des is zum Schieße 'zum Totlachen' [Krieger 18, verbr.]. Verwünschung: Du g'heerscht uf de Mond g'schosse [ LU-Alsh/Gr]. Der heert en e Kanon [Bd. 5, Sp. 965] gelad un uf de Mond geschoß, von einem Taugenichts [ FR-Bockh]. Er isch g'schoß 'verrückt' [ GH-Neubg]. Er is geschoß mit de Pelzkapp un net gut getroff 'Er ist verrückt, unberechenbar' [ Don-Schowe Torscha]; Var.: Bischde geschoß met em Woll (PN, ein einfältiger Mensch im Ort) seiner Belzkapp? [ KU-Kaulb]. Der schießt e Loch in d' Luft 'trifft nicht' [ LA-Gommh]. Es schießt mer durch de Kopp 'Es fällt mir (etwas) ein' [ PS-Hermbg]. So schnell schieße die Preiße net! [ KU-Kaulb]. Subst.: 's geht aus wie 's Hornbercher Schieße [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Net g'schosse is aa gefehlt [Krieger 30], aa verfehlt [Reichard Penns 368 Horne Penns 103]. Brauchtum: Bei freudigen Ereignissen wie an Neujahr [mancherorts, vgl. PfWB Neujahr 1 a], auf Hochzeiten beim Gang zur Kirche [ RO-Lohnsf LU-Dannstdt], aus der Kirche [ LA-Diedf], bei Kindtaufen [ IB-Ensh], bei der Weinlese [ KU-Reiffb] wurde mit Böllern geschossen. Vgl. auch Becker Vk. 142, 294, 329. Volksgl.: Der links hinnerscht Fuß vumme Has, as mer nachts ime Kärichhof schießt, bringt Glick, wammer'n nootragt [Fogel Beliefs Penns Nr. 413]. Wammer'n Katz schießt, hot mer ken Glick [ebd. Nr. 662]. Die Flint soll mer butze mit em Herz vun're Speckmaus, no trefft mer alles, as mer denoo schießt [ebd. Nr. 1972]; vgl. PfWB Flinte 1 a. VR. u. KR. s. PfWB Patrone, PfWB buckelig 1 a, PfWB Hitler 1, PfWB Kanone 1 b. — b. die Stern schießen 'Es fallen Sternschnuppen' [KB-Bubh, verbr.]. Äwe is e Stern g'schosse [ LU-Alsh/Gr]. Volksgl.: Wammer en Stern sieht schieße un hot Geld im Sack, hot mer 's ganz Johr [ GH-Schwegh]. — c. '(mit dem Klicker) werfen; kegeln' [mancherorts (außer SOPf u. SWPf)]; vgl. PfWB Ab-, PfWB Kreis-, PfWB Nachschießen, PfWB schnellen. — d. '(Backsteine, Dachziegel u. ä.) durch Zuwerfen an einen Platz befördern' [ IB-Gersh]; Zs.: PfWB zuschießen. — e. '(mit der Backschieße das Brot oder den Kuchen in den Backofen) schieben' [verbr.]; vgl. PfWB Schieße 2; Zs.: PfWB ein- 2 a, PfWB hineinschießen; 's Brot en de Backowe sch. [KU-Bedb, verbr.]. RA.: Rothaarige oder rotfleckige Kinder sin in die Hitz g'schosse (wie verbranntes Brot) [ BZ-Dernb]. Einen VR. s. PfWB Backofen. — 2. a. 'üppig wachsen'; von Pflanzen, übertr. auch vom Menschen; Zs.: PfWB aufschießen. De Salat ('s Gras) schießt 'treibt Stengel' [FR-Maxd, verbr.]. Alles schießt ins Holz, dass. ohne Fruchtansatz [ LU-Alsh/Gr]. De Duwak esch g'schosse, jetzt kammer d' Kepf runnermache 'den Tabak köpfen' [ GH-Leimh]. RA.: Die schieße wie Pilze aus em Bodde 'wachsen, vermehren sich schnell' [Krieger 38]. Er is ins Kraut geschoß 'körperlich gewachsen, aber geistig zurückgeblieben' [ KL-Fischb]. Volksgl.: Wann Krautsteck 's erscht Johr schieße, gebbt's en Leicht ('Beerdigung') [Fogel Beliefs Penns Nr. 510]. Rätsel: 's steht im Gaade, schießt un geht net los (der Kopfsalat) [»vielfach« (Wilde [Bd. 5, Sp. 966] 157)]. — b. 'stark fließen, fluten, strömen'; Zs.: PfWB ein- 1, PfWB heraus-, PfWB überschießen. Das Wasser esch geschosse kumme [ BZ-Dernb, mancherorts]. Das Blut schießt in de Kopp [ NW-Kallstdt]. RA.: 's es em e Blutstrobbe geschoß (ins Kreuz) 'Er hat Hexenschuß' [ FR-Bockh]. — c. 'eilen, sich schnell fortbewegen' [SOPf (Heeger Nachl.) LA-Venn]; Zs.: PfWB fort-, PfWB herumschießen. — d. 'Schnaps trinken'. Er geht sch. [ PS-Vinn]. — e. die Zichel (Ziechel, Ziel) sch. losse 'gewähren, freien Lauf lassen' [ KU-Schmittw/O KL-Stelzbg KB-Albish SP-Mechth LA-Gommh BZ-Dernb GH-Kand]. Er hot em Gaul die Ziechel sch. losse [ KL-Stelzbg]. RA.: Er hot die Ziechel sch. losse 'hat zu viel ausgeplaudert' [ LA-Gommh]. — f. s. die Zs. PfWB ab- 2, PfWB durch-, PfWB ein- 2 b, PfWB er- 2, PfWB fehl- 2, PfWB ver- 5 u. 6, PfWB vorschießen. — Südhess. V 283 ff.; RhWB Rhein. VII 1104 ff.; LothWB Lothr. 441; ElsWB Els. II 438, ALA II 245.
| 1. 'eine rasche Bewegung machen, etwas rasch in Bewegung versetzen, springen (lassen)', schnelle (nęlə) [RO-Dielkch Obd PS-Gersb LU-Friesh NW-Geinsh Kallstdt LA-Wollmh BZ-Dernb GH-Kuhdt, Lambert Penns 137]; Part. Perf. g'schnellt (gnęld) [BZ-Dernb GH-Kand, Lambert Penns 137]; Zs.: PfWB auf-, PfWB zurückschnellen; Syn.: PfWB abschnelzen, PfWB auffahren 1 b, PfWB aufkippen, PfWB aufschnappen 2 a, PfWB prallen, PfWB pritschen 4 a, PfWB toppen, PfWB dornschnäppen, PfWB tupfen 1aβ, PfWB fahren I 3 b, PfWB verschlenkern 2, PfWB feuern 2 c, PfWB fliegen 2, PfWB fortknäubeln, PfWB fortschießen, PfWB fortschlenkern, PfWB fortschnärren, PfWB fortschnellern, PfWB fortschnelzen, PfWB fortschnicken, PfWB geheien 1 a, PfWB hereinschlenkern 1, PfWB herschleudern, PfWB herumschukken, keideln1 2b, PfWB knallen 2d, PfWB knällen 2, PfWB knällksen, PfWB rollen 1d, PfWB schicken1 1 b ek">β<, PfWB schießen 1c, PfWB schlaudern 1a, PfWB schlauzern, PfWB schlenkern 1 b, PfWB schlenzeln, PfWB schleudern 1 a, PfWB schmeißen 1 a, PfWB schmettern 1, PfWB schnalzen, PfWB schnappen 4, PfWB schnäppen 1, PfWB schnärren 1a, PfWB schnätzeln, PfWB schnätzeln, PfWB schnätzen, PfWB schnaupeln, PfWB schnellern 1, PfWB schnelzen 1, PfWB schnelzern 1, PfWB schnicken, PfWB schnurren, PfWB schuben, PfWB schucken 1b, PfWB spritzen 3. De Fisch schnellt [ PS-Erfw]. Der Fusch schnellt aus em Wasser [ BZ-Dernb]. Der Fisch is g'schnellt [ GH-Kand]. Der Zweig schnellt in d' Höich [ BZ-Dernb]. Die schnelle deim Hinnermann jo ins G'sicht [ BZ-Dernb]. — 2. a. 'mit dem Finger etwas ruckartig fortschleudern', bes. beim Klickerspiel, schnelle [ KU-Nerzw KB-Niefh FR-Bockh Merth LU-Altr SP-Heiligst LA-Offb GH-Leimh]; Syn. s. PfWB schnellern 2 a; s. K. 243 knäupeln; de Klicker sch. [ PS-Erfw LA-Mörzh]; nach de Kaut sch. [ SP-Heiligst]. Die hot alle drei Knepf ins Käutel g'schnellt, beim Knopfspiel der Kinder [ BZ-Dernb]. — b. 'mit den Fingern knipsen und dabei ein Geräusch machen, schnalzen' [ SP-Heiligst]; vgl. PfWB knaupeln 1bα, PfWB schnellern 2 b. Er hat [Bd. 5, Sp. 1321] ihm unter die Nase geschnellt [Klein Prov. 134]. — x 3. 'sich an die Arbeit begeben, tätig werden'. Nau du dich moll wennich schnelle [Beam Penns 95]. — 4. 'betrügen'. Er hat mich drum geschnellt [Klein Prov. 134]. — RhWB Rhein. VII 1612; ElsWB Els. II 500; Hess.-Nass. III 358; Kluge-Seebold22 647.
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