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 PfWB schießen (Bd. 5, Sp. 964)   PfWB buckelig (Bd. 1, Sp. 1324) 
   schießen st.:
1.
a. '(mit der Schußwaffe, Knallbüchse, Böller, Armbrust o. ä.) einen oder mehrere Schüsse abgeben', schieße [allg., Christmann Kaulb 27, 54, 87 Müller Dietschw 64 Schneckenburger 45 Lambert Penns 133 Krämer Gal 184], Part. Perf. g(e)schosse [VPf], geschoß [WPf NPf], g'schoß [Mang 195 Schneckenburger 25, 36]; Zs.: PfWB ab- 1, PfWB an- 1 u. 2, PfWB daneben-, PfWB tot-, PfWB er- 1, PfWB fehl- 1, PfWB ver- 1-4, PfWB vorbei-, PfWB hin-, nebendran-, PfWB zusammenschießen; zu kurz (zu weit, zu hoch, ins Ziel, ins Zentrum) sch. [ ZW-Battw]. Die Jächder han viel geschoß [ ZW-Battw]. Im Krieg hän se als Zuckerhiet (schwere Granaten) g'schosse [ LA-Gommh]. RA.: Der hot e Bock geschoß 'einen Fehler gemacht' [ GH-Kand]. Er es geschoß worr 'erschossen worden' [ KB-Kriegsf]. RA. für '(mit der Schußwaffe) Selbstmord begehen': sich sch. [ KL-Fockbg/Limb, mancherorts]; sich kabuttschieße (Nachtrag) [ KB-Kerzh FR-Albsh]; sich e Kuul vor de Kopp sch. [ KU-Bedb]. Er leit wie geschoß 'ist erschöpft' [ KU-Cronbg]. Es is em ins Kreiz geschoß 'Er hat Rückenschmerzen' [ KB-Kriegsf, RO-Als]. Des is zum Schieße 'zum Totlachen' [Krieger 18, verbr.]. Verwünschung: Du g'heerscht uf de Mond g'schosse [ LU-Alsh/Gr]. Der heert en e Kanon

[Bd. 5, Sp. 965]
gelad un uf de Mond geschoß, von einem Taugenichts [ FR-Bockh]. Er isch g'schoß 'verrückt' [ GH-Neubg]. Er is geschoß mit de Pelzkapp un net gut getroff 'Er ist verrückt, unberechenbar' [ Don-Schowe Torscha]; Var.: Bischde geschoß met em Woll (PN, ein einfältiger Mensch im Ort) seiner Belzkapp? [ KU-Kaulb]. Der schießt e Loch in d' Luft 'trifft nicht' [ LA-Gommh]. Es schießt mer durch de Kopp 'Es fällt mir (etwas) ein' [ PS-Hermbg]. So schnell schieße die Preiße net! [ KU-Kaulb]. Subst.: 's geht aus wie 's Hornbercher Schieße [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Net g'schosse is aa gefehlt [Krieger 30], aa verfehlt [Reichard Penns 368 Horne Penns 103]. Brauchtum: Bei freudigen Ereignissen wie an Neujahr [mancherorts, vgl. PfWB Neujahr 1 a], auf Hochzeiten beim Gang zur Kirche [ RO-Lohnsf LU-Dannstdt], aus der Kirche [ LA-Diedf], bei Kindtaufen [ IB-Ensh], bei der Weinlese [ KU-Reiffb] wurde mit Böllern geschossen. Vgl. auch Becker Vk. 142, 294, 329. Volksgl.: Der links hinnerscht Fuß vumme Has, as mer nachts ime Kärichhof schießt, bringt Glick, wammer'n nootragt [Fogel Beliefs Penns Nr. 413]. Wammer'n Katz schießt, hot mer ken Glick [ebd. Nr. 662]. Die Flint soll mer butze mit em Herz vun're Speckmaus, no trefft mer alles, as mer denoo schießt [ebd. Nr. 1972]; vgl. PfWB Flinte 1 a. VR. u. KR. s. PfWB Patrone, PfWB buckelig 1 a, PfWB Hitler 1, PfWB Kanone 1 b. —
b. die Stern schießen 'Es fallen Sternschnuppen' [KB-Bubh, verbr.]. Äwe is e Stern g'schosse [ LU-Alsh/Gr]. Volksgl.: Wammer en Stern sieht schieße un hot Geld im Sack, hot mer 's ganz Johr [ GH-Schwegh]. —
c. '(mit dem Klicker) werfen; kegeln' [mancherorts (außer SOPf u. SWPf)]; vgl. PfWB Ab-, PfWB Kreis-, PfWB Nachschießen, PfWB schnellen. —
d. '(Backsteine, Dachziegel u. ä.) durch Zuwerfen an einen Platz befördern' [ IB-Gersh]; Zs.: PfWB zuschießen. —
e. '(mit der Backschieße das Brot oder den Kuchen in den Backofen) schieben' [verbr.]; vgl. PfWB Schieße 2; Zs.: PfWB ein- 2 a, PfWB hineinschießen; 's Brot en de Backowe sch. [KU-Bedb, verbr.]. RA.: Rothaarige oder rotfleckige Kinder sin in die Hitz g'schosse (wie verbranntes Brot) [ BZ-Dernb]. Einen VR. s. PfWB Backofen. —
2.
a. 'üppig wachsen'; von Pflanzen, übertr. auch vom Menschen; Zs.: PfWB aufschießen. De Salat ('s Gras) schießt 'treibt Stengel' [FR-Maxd, verbr.]. Alles schießt ins Holz, dass. ohne Fruchtansatz [ LU-Alsh/Gr]. De Duwak esch g'schosse, jetzt kammer d' Kepf runnermache 'den Tabak köpfen' [ GH-Leimh]. RA.: Die schieße wie Pilze aus em Bodde 'wachsen, vermehren sich schnell' [Krieger 38]. Er is ins Kraut geschoß 'körperlich gewachsen, aber geistig zurückgeblieben' [ KL-Fischb]. Volksgl.: Wann Krautsteck 's erscht Johr schieße, gebbt's en Leicht ('Beerdigung') [Fogel Beliefs Penns Nr. 510]. Rätsel: 's steht im Gaade, schießt un geht net los (der Kopfsalat) [»vielfach« (Wilde

[Bd. 5, Sp. 966]
157)]. —
b. 'stark fließen, fluten, strömen'; Zs.: PfWB ein- 1, PfWB heraus-, PfWB überschießen. Das Wasser esch geschosse kumme [ BZ-Dernb, mancherorts]. Das Blut schießt in de Kopp [ NW-Kallstdt]. RA.: 's es em e Blutstrobbe geschoß (ins Kreuz) 'Er hat Hexenschuß' [ FR-Bockh]. —
c. 'eilen, sich schnell fortbewegen' [SOPf (Heeger Nachl.) LA-Venn]; Zs.: PfWB fort-, PfWB herumschießen. —
d. 'Schnaps trinken'. Er geht sch. [ PS-Vinn]. —
e. die Zichel (Ziechel, Ziel) sch. losse 'gewähren, freien Lauf lassen' [ KU-Schmittw/O KL-Stelzbg KB-Albish SP-Mechth LA-Gommh BZ-Dernb GH-Kand]. Er hot em Gaul die Ziechel sch. losse [ KL-Stelzbg]. RA.: Er hot die Ziechel sch. losse 'hat zu viel ausgeplaudert' [ LA-Gommh]. —
f. s. die Zs. PfWB ab- 2, PfWB durch-, PfWB ein- 2 b, PfWB er- 2, PfWB fehl- 2, PfWB ver- 5 u. 6, PfWB vorschießen. Südhess. V 283 ff.; RhWB Rhein. VII 1104 ff.; LothWB Lothr. 441; ElsWB Els. II 438, ALA II 245.

 

   buckelig Adj.:
1. 'höckerig'.
a. Der isch bucklich, von einem verwachsenen Menschen [ LU-Böhl, allg.]. Du werrsch b., ruft man einem arbeitenden Menschen als Gruß zu [ ZW-Lambsbn]. Der schafft sich krumm un b. [LA-Gommh, verbr.]. Ich schlach (schlage) dich krumm un b. [ GH-Max'au]. Er hot sich b. g'soffe [ SP-W'see]. Iwwer den Schode kammer sich krumm un b. lache [ KU-Schmittw/O Don-Schowe Torscha Gal-Dornf]. Volksgl.: In der Nacht zum 21. Dezember (St. Thomas) durfte man bis zum Hahnenschrei nicht schlafen gehen, da man sich sonst b. schlief; man kam daher in Spinnstuben zusammen und vertrieb sich gemeinsam den Schlaf [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Langnacht. Aus einem VR.: D' Katz kehrt d' Stub aus, d' Maus tracht de Dreck naus, d' Kuh liecht uf'm Dach, hot sich halwer b. gelacht [ LA-Hainf]. Das is e b. Kerlche [ KL-Reichb];

[Bd. 1, Sp. 1325]
e Bucklicher, auch als Schimpfw. [KB-Kerzh, verbr.]. Scherzfrage: Wann kumme Berg und Dal samme? Antwort: Wann e Bucklicher in de Grawe fallt. Krumm, schepp un b., wo gehschde hin? [ KU-Diedk]. Scherzh. spöttisch bezeichnet man seine Verwandtschaft als die ganz b. Freindschaft [LU-Friesh, verbr.]. VR.: Will mol in moin Gaarde geh, will moin Gaarde gieße, kummt des bucklich Männche roin, fangt mer an se schieße. Bucklich Männche, därfscht net schieße, loß mich nor moin Gaarde gieße [ NW-Freinsh, Gal-Hohb]. Tanzlied: Zwee schwarzbraune Ochse un e bucklichi Kuh, die gebt mer mei Vatter, wann ich heirate du [ Gal-Bagbg Dornf Obl]. —
b. e bucklichi Naas [ LU-Alsh, KU-Schmittw/O IB-Bliesmg/Bolch]; scherzh. auch von krummen Zähnen: die Zähn sinn b. gewachse [ LU-Alsh]; vom gewellten Haar; buckliche Hoor [ FR-Albsh]. Zu PfWB Buckel 3. —
2. 'gebückt, gekrümmt'. Er geht schun ganz b., von einem Altersschwachen [SP-Harths, verbr.]. Zu PfWB Buckel 2. —
3. 'uneben, hügelig, bergig'; e bucklicher Acker, e bucklichi Wiss [RO-Alsbr, verbr.]; e buckliches Nescht, von einem unebenen Dorf [ PS-Erfw]; e buckliche Stroß [ LU-Limbghf]. Bermesens (Pirmasens) is e buckliche Stadt [PS-Erfw, verbr.]. Der is aus de bucklich Welt' aus der bergigen WPf', scherzh. [allg.]; vgl. PfWB Buchfinkenland. RA.: Was mer net alles uf dere buckliche (merkwürdigen) Welt erlewe kann! [Kaislt, allg.]. SprW.: Alles for's Geld, hääßt's in der buckliche Welt [ BZ-Dernb]. Von einem nicht gleichmäßig geladenen Erntewagen heißt es: Unser Waage is bucklich gelare [ LU-Alsh]. Zu PfWB Buckel 4. — F.: Zumeist bugliχ, selten bugəliχ; WD-Niedkch hat daneben bǫgliχ. Südhess. I 1200; RhWB Rhein. I 1084/85; LothWB Lothr. 70 buckeldich; ElsWB Els. II 31; Bad. I 361.