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| PfWB schießen (Bd. 5, Sp. 964) | ElsWB überschiesseⁿ (Bd. 2, Sp. 439b) | |||||||||||||||||||||||
1. a. '(mit der Schußwaffe, Knallbüchse, Böller, Armbrust o. ä.) einen oder mehrere Schüsse abgeben', schieße [allg., Christmann Kaulb 27, 54, 87 Müller Dietschw 64 Schneckenburger 45 Lambert Penns 133 Krämer Gal 184], Part. Perf. g(e)schosse [VPf], geschoß [WPf NPf], g'schoß [Mang 195 Schneckenburger 25, 36]; Zs.: PfWB ab- 1, PfWB an- 1 u. 2, PfWB daneben-, PfWB tot-, PfWB er- 1, PfWB fehl- 1, PfWB ver- 1-4, PfWB vorbei-, PfWB hin-, nebendran-, PfWB zusammenschießen; zu kurz (zu weit, zu hoch, ins Ziel, ins Zentrum) sch. [ ZW-Battw]. Die Jächder han viel geschoß [ ZW-Battw]. Im Krieg hän se als Zuckerhiet (schwere Granaten) g'schosse [ LA-Gommh]. RA.: Der hot e Bock geschoß 'einen Fehler gemacht' [ GH-Kand]. Er es geschoß worr 'erschossen worden' [ KB-Kriegsf]. RA. für '(mit der Schußwaffe) Selbstmord begehen': sich sch. [ KL-Fockbg/Limb, mancherorts]; sich kabuttschieße (Nachtrag) [ KB-Kerzh FR-Albsh]; sich e Kuul vor de Kopp sch. [ KU-Bedb]. Er leit wie geschoß 'ist erschöpft' [ KU-Cronbg]. Es is em ins Kreiz geschoß 'Er hat Rückenschmerzen' [ KB-Kriegsf, RO-Als]. Des is zum Schieße 'zum Totlachen' [Krieger 18, verbr.]. Verwünschung: Du g'heerscht uf de Mond g'schosse [ LU-Alsh/Gr]. Der heert en e Kanon [Bd. 5, Sp. 965] gelad un uf de Mond geschoß, von einem Taugenichts [ FR-Bockh]. Er isch g'schoß 'verrückt' [ GH-Neubg]. Er is geschoß mit de Pelzkapp un net gut getroff 'Er ist verrückt, unberechenbar' [ Don-Schowe Torscha]; Var.: Bischde geschoß met em Woll (PN, ein einfältiger Mensch im Ort) seiner Belzkapp? [ KU-Kaulb]. Der schießt e Loch in d' Luft 'trifft nicht' [ LA-Gommh]. Es schießt mer durch de Kopp 'Es fällt mir (etwas) ein' [ PS-Hermbg]. So schnell schieße die Preiße net! [ KU-Kaulb]. Subst.: 's geht aus wie 's Hornbercher Schieße [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Net g'schosse is aa gefehlt [Krieger 30], aa verfehlt [Reichard Penns 368 Horne Penns 103]. Brauchtum: Bei freudigen Ereignissen wie an Neujahr [mancherorts, vgl. PfWB Neujahr 1 a], auf Hochzeiten beim Gang zur Kirche [ RO-Lohnsf LU-Dannstdt], aus der Kirche [ LA-Diedf], bei Kindtaufen [ IB-Ensh], bei der Weinlese [ KU-Reiffb] wurde mit Böllern geschossen. Vgl. auch Becker Vk. 142, 294, 329. Volksgl.: Der links hinnerscht Fuß vumme Has, as mer nachts ime Kärichhof schießt, bringt Glick, wammer'n nootragt [Fogel Beliefs Penns Nr. 413]. Wammer'n Katz schießt, hot mer ken Glick [ebd. Nr. 662]. Die Flint soll mer butze mit em Herz vun're Speckmaus, no trefft mer alles, as mer denoo schießt [ebd. Nr. 1972]; vgl. PfWB Flinte 1 a. VR. u. KR. s. PfWB Patrone, PfWB buckelig 1 a, PfWB Hitler 1, PfWB Kanone 1 b. — b. die Stern schießen 'Es fallen Sternschnuppen' [KB-Bubh, verbr.]. Äwe is e Stern g'schosse [ LU-Alsh/Gr]. Volksgl.: Wammer en Stern sieht schieße un hot Geld im Sack, hot mer 's ganz Johr [ GH-Schwegh]. — c. '(mit dem Klicker) werfen; kegeln' [mancherorts (außer SOPf u. SWPf)]; vgl. PfWB Ab-, PfWB Kreis-, PfWB Nachschießen, PfWB schnellen. — d. '(Backsteine, Dachziegel u. ä.) durch Zuwerfen an einen Platz befördern' [ IB-Gersh]; Zs.: PfWB zuschießen. — e. '(mit der Backschieße das Brot oder den Kuchen in den Backofen) schieben' [verbr.]; vgl. PfWB Schieße 2; Zs.: PfWB ein- 2 a, PfWB hineinschießen; 's Brot en de Backowe sch. [KU-Bedb, verbr.]. RA.: Rothaarige oder rotfleckige Kinder sin in die Hitz g'schosse (wie verbranntes Brot) [ BZ-Dernb]. Einen VR. s. PfWB Backofen. — 2. a. 'üppig wachsen'; von Pflanzen, übertr. auch vom Menschen; Zs.: PfWB aufschießen. De Salat ('s Gras) schießt 'treibt Stengel' [FR-Maxd, verbr.]. Alles schießt ins Holz, dass. ohne Fruchtansatz [ LU-Alsh/Gr]. De Duwak esch g'schosse, jetzt kammer d' Kepf runnermache 'den Tabak köpfen' [ GH-Leimh]. RA.: Die schieße wie Pilze aus em Bodde 'wachsen, vermehren sich schnell' [Krieger 38]. Er is ins Kraut geschoß 'körperlich gewachsen, aber geistig zurückgeblieben' [ KL-Fischb]. Volksgl.: Wann Krautsteck 's erscht Johr schieße, gebbt's en Leicht ('Beerdigung') [Fogel Beliefs Penns Nr. 510]. Rätsel: 's steht im Gaade, schießt un geht net los (der Kopfsalat) [»vielfach« (Wilde [Bd. 5, Sp. 966] 157)]. — b. 'stark fließen, fluten, strömen'; Zs.: PfWB ein- 1, PfWB heraus-, PfWB überschießen. Das Wasser esch geschosse kumme [ BZ-Dernb, mancherorts]. Das Blut schießt in de Kopp [ NW-Kallstdt]. RA.: 's es em e Blutstrobbe geschoß (ins Kreuz) 'Er hat Hexenschuß' [ FR-Bockh]. — c. 'eilen, sich schnell fortbewegen' [SOPf (Heeger Nachl.) LA-Venn]; Zs.: PfWB fort-, PfWB herumschießen. — d. 'Schnaps trinken'. Er geht sch. [ PS-Vinn]. — e. die Zichel (Ziechel, Ziel) sch. losse 'gewähren, freien Lauf lassen' [ KU-Schmittw/O KL-Stelzbg KB-Albish SP-Mechth LA-Gommh BZ-Dernb GH-Kand]. Er hot em Gaul die Ziechel sch. losse [ KL-Stelzbg]. RA.: Er hot die Ziechel sch. losse 'hat zu viel ausgeplaudert' [ LA-Gommh]. — f. s. die Zs. PfWB ab- 2, PfWB durch-, PfWB ein- 2 b, PfWB er- 2, PfWB fehl- 2, PfWB ver- 5 u. 6, PfWB vorschießen. — Südhess. V 283 ff.; RhWB Rhein. VII 1104 ff.; LothWB Lothr. 441; ElsWB Els. II 438, ALA II 245.
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