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| PfWB Scherbe (Bd. 5, Sp. 932) | RhWB Zahnschwären (Bd. 9, Sp. 701) | PfWB Rad (Bd. 5, Sp. 342) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'Stück von einem zerbrochenen Gegenstand (aus Glas, Porzellan o. ä.)', Scherb (ęrb), Pl. Scherwe (ęrwə) [mancherorts VPf O-PS östl. NPf, Lambert Penns 131 Beam Penns 91], Dim. Scherwel, Scherwelche [ LU-Alsh/Gr]; Scherwel, Pl. Scher- wele [mancherorts WPf NPf, PfId. 122 Christmann Kaulb 64 Mang 101 Schneckenburger 23 Schandein Ged. 248], der Scherwel [ Don-Tscherwk], Schirmel [lothr. SWPf (Keiper Nachl.)], Scherme [ PS-Rodalb]. RA.: Er g'heert zu de Scherwe 'Er ist altersschwach' [ NW-Kallstdt]. SprW.: Mer sieht em Scherbche nimmi an, wie 's Schisselche war 'Man sieht ihr nicht mehr an, wie schön sie war' [Pfälzische Volkszeitung (Programm) 36/1968 23]. Volksgl.: Scherwe (Scherwele) bedeiden (bringen) Glick [LU-Dannstdt, verbr.]. Scherben von Schüsseln oder Gläsern (beim Anstoßen) am Hochzeitstag bedeuten Glück [ KU-Odb Rutsw/G]. — b. α. 'fauler, hohler, abgebrochener Zahn', scherzh., Scherb, Pl. Scherwe [LU-Alsh/Gr, mancherorts VPf, PS-Zesbg], Scherwel, Pl. Scherwele [mancherorts WPf NPf], Scherwe [ BZ-Nd'horb]; vgl. PfWB Storzen. Ich hab nur noch en paar alde Scherwe [ SP-Harths]. Der hot 's Maul voll Scherwele [ KL-Fischb]. Ich hab noch ää Sch. im Maul [ NW-Neidfs]. — β. 'abgebrochenes Stück von einem faulen Zahn' [ FR-Kindh]; Zs.: PfWB Zahnscherbe. — 2. a. α. 'irdenes Geschirr (Topf, Tasse, Schüssel, Blumentopf)', Scherb [Pirmas (Kieffer 68) LA-Venn BZ-Dörrb Bergz (Kamm 56) Schandein Ged. 3, Lambert Penns 131], Schareb [vereinzelt mittl. VPf (Bertram § 296)], Scherwel [mancherorts WPf NPf SOPf (Heeger Nachl.), PfId. 122 [Bd. 5, Sp. 933] Kühn Hamet 84, Don-Schowe Torscha Tscherwk]; Zs.: PfWB Blumen-, PfWB Deisem-, PfWB Katzenscherbe(l). — xw. 'Nachttopf', Scherwel [Don-Tscherwk Lenauheim St. Andreas]; vgl. PfWB Nachthafen 1. — b. s. die Zs. PfWB Kopfscherbel. — 3. a. 'alte Frau', derb; e aldi Scherb [LU-Opp, mancherorts VPf], Scherwel [PfId. 122 Lambert Penns 131 Krämer Gal 184], Schermel u. Scherwel [IB-Blieskst (PfId. 121)], e alder Scherwe [ ZW-Battw]. — b. 'magere, alte Kuh'. De Judd wollt mer e Sch. verkaafe [ LU-Alsh/Gr]. — c. 'alter, aufgesprungener Rebstock' [ LA-Edk]. — d. 'Brautkranz'; e klän Scherbche ufhawwe [ PS-Winz]; vgl. PfWB Schäppel. — e. eine Kuchensorte, Scherwe [ LU-Neuhf]. — Südhess. V 253/54, 254/ 55; RhWB Rhein. VII 1051 ff.; LothWB Lothr. 443; ElsWB Els. II 432.
| 1. a. 'das R. am Wagen und an sonstigen Fortbewegungsmitteln', Sg. Rad (rād, rd) [verbr., außer mittl. u. südl. VPf, Christmann Kaulb 6, 90 Mang 82, 144 Schneckenburger 48, 51 Otterstetter 41], Pl. Rad [NPf (Klein Wag. 109) Kus PS-H'einöd], Räder (der Stammvokal variiert allg. zwischen e u. ę) [ LU-Alsh Muttstdt Neuhf], Rädder [KU-Hefw HB-Breitft KB-Bubh FR-Albsh NW-Frankeck Geinsh Kallstdt LA-Maik GH-Berg Schwegh, Klein Wag. 109], Rärrer [verbr. WPf NPf mancherorts nördl. VPf, Christmann Kaulb 9, 82 Mang 88, 151 Müller Dietschw 55 Höh 47, 85 Klein Wag. 109], Pl. Rärer [RO-Feilbg KL-Schrollb PS-Gersb KL-Frankst LU-Böhl], Pl. Räller [ IB-Ensh], Pl. Räler [ LU-Altr], Sg. Radd (rad), Pl. Rädder [verbr. mittl. u. südl. VPf, Bertram § 32, 231 Heeger Südostpf. 15], Sg. Radd, Pl. Rärrer [ ZW-Battw LA-Bornh Essing BZ-Nd'horb GH-Zeisk]; Dim.: Sg. Rädche, Pl. Rädcher [verbr. WPf NPf nördl. VPf], Sg. Rärel, Pl. Rärrelcher [ LU-Alsh], Sg. Räddel, Pl. Rädle [ LA-Gommh], Sg. Rädel [ SP-Mechth BZ-Dernb], Pl. Rädelcher [Land], Pl. Rällich [ BZ-Dierb]; Zs.: PfWB Pflug(s)-, PfWB Drei-, PfWB Vorder-, PfWB Hinter-, PfWB Karch-, Nach-, PfWB Schubkarch-, PfWB Schwung-, PfWB Stelz-, PfWB Wagenrad; 's R. (die Rärrer) am Waa (Wache, Karch, Schubkarre, Vodderpluck); die vorrere (die hinnere) Rärrer [verbr.]. RA.: Der es 's finneft R. am Waa 'ist überflüssig' [RO-Als, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]. Er kummt unner die Rädder 'gerät auf Abwege' [NW-Hardbg, verbr.], is bäis unner die Rärrer kumme 'ist ruiniert' [ BZ-Dernb]. SprW.: Ledder un Rädder muß mer deck schmeere [ BZ-Dierb]. Eine Winzerregel s. PfWB Schmied. Volksgl.: Wammer die Räder zurickzus dreht iwwerm Waggeschmiere, wern die Gail falsch [Fogel Beliefs Penns Nr. 1965]. Einen VR. s. PfWB Georg 1 a. — b. das R. für die Kraftübertragung in Getrieben und Maschinen; Zs.: PfWB Brunnen-, PfWB Dreh-, PfWB Treib-, PfWB Kamm-, PfWB Mühl- 1, Ratter-, PfWB Schäl-, PfWB Schwung-, PfWB Uhren-, PfWB Wasser-, PfWB Wind-, PfWB Zahnrad; 's R. (die Rärrer, Rädcher) in de Uhr, in de Mihl, Windmihl, Riewemihl [verbr.]. Dem sein Mäd danze wie die Rädcher [ RO-Rehborn]. RA.: Bei dem geht 's Rädche verkehrt erum 'Er ist betrunken' [ KL-Reuschb], links erum 'Er redet Unsinn' [ HB-Lu'thal]. RA. für 'Er ist verrückt': Der hot e Rädche (Räddel) [ KU-Hüffl, mancherorts], e Rädche im Härn [ FR-Hettldh], e Räddel im Kopp [ LA-Gr'fischl], e R. se viel [ ZW-Lambsbn]. Bei dem is e R. (Rädche) los [ LU-Opp, KL-Ottbg], geht e Räd- [Bd. 5, Sp. 343] del rum [ PS-H'mühlb], e Räddel im Kopp rum [ FR-Flomh], im Hirnkäschdel rum [ BZ-Schweig], geht 's Rädche links erum [ KU-Etschbg], verkehrt rum [KL-Landstl], letz rum [ LA-Edk], se schnell [ LU-Alsh], laaft 's Rädche vekehrt [ PS-H'einöd]. Es fehlt em e Rädche [ KL-H'spey]. Er hat de Kaddel ehr Räddel gelehnt [ NW-Iggb]. Der hot 's greeschde R. zu drehe 'Er hat die meiste Arbeit zu verrichten' [ KU-A'glan, Bedb]. Einen VR. s. PfWB Mühlbursche. a. 1573: dann alsbaldt das wasser übers rädle ob es gleich in seinen alten gang oder runßen nieder fallen tut [Lgb. LA-Kirrw]. — c. Kurzform für PfWB Fahr-, PfWB Dampf-, PfWB Motorrad [verbr.]. 's R. geht (laaft, fahrt) [KU-O'alb, verbr.]; uf em R. fahre [ NW-Frankeck]. RA.: 's R. steht vor em Haus 'im Haus ist der Gerichtsvollzieher' (der als einer der wenigen um 1930 ein Dienstrad benutzte) [ KU-Eßw]. SprW.: E Rad un e Fraa soll mer net herlehne [ NW-Hardbg]. — d. 'durchlöcherte Scheibe am Stößer des Butterfasses', Rädche [ KU-Schmittw]; Zs.: PfWB Butterrad. — e. vgl. PfWB Spinn-, PfWB Spul-, Scheibel-, PfWB Windrad. — f. ' Teil des Dreschflegels' [ KU-Obw/T]. — g. α. "Räder schieben", eine Art Notfeuer. Mit einem Rad und einem Eichenbalken wurde Feuer entfacht, durch dieses Feuer wurde die Viehherde getrieben. Eine ausführliche Beschreibung des Brauches s. Becker Vk. 326. — β. im Lautertal wurde früher auf Invocavit (Alte Fastnacht) »ein mit Stroh umwickeltes Wagenrad brennend bergab« gerollt [Becker Vk. 303]; vgl. Feuer-, PfWB Wagenrad. a. 1566: Alle heydnische abergläubische Gebräuche, Fastennacht-Spiele, Verkleidungen, Staubauß, Praten-heischen, Drey-Königs-Spiele und Umgänge, Johannes-Feuer machen und darüber springen, Rath scheiben und Lencher ausrufen und dergleichn Dinge noch mehr, so nach Aberglauben schmecken, werden hiemit gäntzlich verbotten bey 1 Thl. Straff [Kirchenordnung für die Leininger Lande (nach: A. Becker Pfälzer Frühlingsfeiern 6)]. — h. ein Folter- oder Hinrichtungswerkzeug ( DWB DWb. VIII 40 Lexer Lexer II 346). a. 1314: Kumet er aber da nach wider in die stat, men sol in setzzen uf ein rat als vor [SpeyUrk. 220]. a. 1535: gestuel sambt dem galgen und rad [ABlieskst 101]. 16. Jh.: zu richten mit dem strang, radt vnd schwehrt [PfWeist. 658 (LA-Gleisw)]. — 2. a. α. De Pohahn schlacht e R. 'Der Pfau entfaltet seine Federpracht' [ BZ-Albw, mancherorts]. — β. eine turnerische Übung, Rädche [ KB-Kerzh LU-Limbghf Oggh], Rädel [ LU-Friesh]; Zs.: PfWB Knierädchen; R. schla'e [Pirmas (Kieffer 61)], e R. schlage [ BZ-Dernb]. Drohung: Ich gebb der ää (e Ohrfei), daß de (e) R. schlascht [ ZW-Bechhf, FR-Bockh]. Ich schlan der an de Gäwel, daß de siewemol R. schlascht [ HB-Mimb]. Dem schlan ich an de Backe, daß er R. schleet [ KL-Wörsb]. — b. 'weiter, ärmelloser [Bd. 5, Sp. 344] Umhang von radförmigem Schnitt', bei Männern als Regenschutz, bei Frauen (um 1930 teils veraltet) verziert als Schmuckkleidungsstück, Rad [KU-Kaulb, verbr.], Rädche [ RO-Dielkch KB-Kriegsf Mauchh NW-Neidfs LA-Gommh]; vgl. PfWB Radmantel. — c. 'Leinkraut' in der Zs.: PfWB Mühlrad 2. — 3. FlN, Am Rad [ PS-Lembg]. — Südhess. IV 1177/78; RhWB Rhein. VII 17 ff.; LothWB Lothr. 399; ElsWB Els. II 231.
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