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 PfWB schenken (Bd. 5, Sp. 929)   RhWB stillen (Bd. 8, Sp. 694)   PfWB Jesus (Bd. 3, Sp. 1347) 
   schenken schw., st.:
1. 'eine Gabe überreichen', schenke (ęŋgə, eŋgə), Part. Perf. g(e)schenkt [verbr., Christmann Kaulb 10 Mang 90 Henn Mda.-Int. 112, Lambert Penns 132 Krämer Gal 183], schinke (iŋgə) [RO-Als KL-Trippstdt (Alte) PS-Gersb Hintwdth], schinke, Part. Perf. geschunk [Müller Dietschw 64]. Der dät alles geschenkt nemme [ KU-Bedb]. Der Kaufmann schenkt nix eweg [ PS-Erfw]. RA.: halb (halwer, fascht) g(e)schenkt 'billig, preiswert' [verbr.]. Bei dem kriescht alles halwer geschenkt 'Er verschleudert seine Ware' [ NW-Freinsh]. Des is geschenkt se deier, von schlechter Ware [ KU-Bedb]. Mer meent, er hätt en g'schenkt kriggt, von einem schlecht sitzenden Anzug [ LA-Maik]. Er hot g'schenkt kriet 'ist begnadigt worden' [ LU-Friesh]. Mer kann em Glääwe (Glauben) sch. 'Man kann ihm vertrauen' [ GH-Kand]. Wenn jemand niest, sagt man: Baß uf, du kriggscht heit noch was g'schenkt (nämlich den Schnupfen) [ KU-Schmittw/O, LU-Dannstdt]. Vgl. auch PfWB Mark3 1. SprW.: 'me g'schenkde Gaul guckt mer net ins Maul [ZW-L'wied, verbr.]. Liewer de Maa (Magen) verrenkt, wie em Wert was geschenkt [Kaislt, mancherorts]; Var.: die Gorjel

[Bd. 5, Sp. 930]
verrenkt [Krieger 6]. 's werd eem nix geschenkt [Krämer Gal 183]. Geschenkt bleibt geschenkt, bes die ganz Welt versenkt 'Ein Geschenk kann nicht zurückgefordert werden' [Thielen So rerre mer 123]; dazu der Spruch: Schenke, schenke, nimmien gewwe; finne, finne, widder gewwe [KU-Kaulb, in Var. verbr., auch Don Gal Buch Rußl]; vgl. PfWB eng 3. a. 1473: hait man yme die bußen geschingkt [PfWeist. (KB-Dannfs)]. —
2. '(den Säugling) stillen' [verbr., Thielen 17]; vgl. PfWB stillen, PfWB Schenkamme. Das Kind werd g'schenkt [ LA-Wollmh]. Die Mudder kann's nit sch. [ KB-Kerzh]. —
3. '(Getränke) ausschenken'; Zs.: PfWB aus-, PfWB einschenken 1. a. 1567: vnd wer da wein schencken will, der soll den burgermeister darbei nemmen, vnd soll ihm daß faß weißen [PfWeist. 322 (RO-Ebbg)]. —
4. s. die Zs. PfWB einschenken 2. — Südhess. V 248/49; RhWB Rhein. VII 1043/44; LothWB Lothr. 439; ElsWB Els. II 421.

 

  PfWB stillen -i-, –e- schw. [Part. gədolt Bitb-NWeis]: 1.a. den Hunger, Durst, Blut st. Allg. nach dem Nhd. RA.: Honger lät sech net möt Wort st. Bo-Dransd. De stellt nöt fort der hat stets einen Hunger, grossen Durst Bernk-Wintrich. — b. in der RA.: Kengsks Hangk (Hand) es gäng (gau) gestellt ein Kind ist schnell zufrieden Rip; e Kengerherz es flöck g. Dür-Gürzenich. — c. ein Kind st., dem Säugling die Brust geben, nach dem Nhd. Verbr. — 2.a. in der Wend.: Te st. häbbe; ek glöf, den hät ock demöt te st. hat schwer um sein Auskommen zu kämpfen; de hät jet demöt te st. macht sich viel zu schaffen, nimmt es sehr genau; de Weiter (Mädchen) maken dem jet te st. bereiten ihm Arbeit, Auslagen Kemp. — b. einen Ruf st., Einspruch gegen die Verkündigung eines Brautpaares erheben uWupp 1870. — Abl.: die Stillerei, dat Gestill(s).

 

   Jesus m.:
1. 'der Begründer der christlichen Religion', Jesus (jēsus), auch Herr J., J. Krischdus [verbr.]; vgl. PfWB Heiland. Gruß bei Katholiken: Gelobt sei J. Christus! [ KB-Kriegsf, mancherorts]. Tischgebet: Komm, Herr Jesu, sei unser Gast und segne alles, was du bescheret hast [ BZ-Dierb, mancherorts]; dass. scherzh. nach einer reichlichen Mahlzeit: Komm, Herr Jesus, sei unser Gascht un bring uns morge widder so e Lascht [ BZ-Dernb]. Abendgebet der Kinder: Jesus in meim Herze, Christus in meim Sinn, in Gottes Nome schloof ich in [ Gal-Bolechow]. Ich bin klein, mei Herz sei rein, soll niemand drin wohne als Jesus allein [PennsDeitschEck 25. 5. 1935, verbr. Gal]. Formeln des Volksglaubens: Jesus, Petrus und Johannes gingen hinaus, um zu ackern; da fanden sie ein Würmelein; das Würmelein soll sein weiß, schwarz und rot, daß alle Würmer sind tot [ HB-Kirrbg]; Var. s. PfWB Peter 1. Gegen Blähungen beim Vieh: Scheck (oder ein anderer Kuhname), du hast dich überfange, wie die Juden unsern Herrn Jesu Christ ans Kreuz gehangen [ HB-Kirrbg]; Var. s. PfWB Blut1 1 a, PfWB böse I

[Bd. 3, Sp. 1348]
5bα. RA.: Der Wein glaabt an Jesus Christus, vom gepanschten Wein [Wilde 263]. Wu du net bischt, Herr Jesu Krischt, esch lauter Lumberei 'Wo kein Geld ist, da ergeben sich ungute Dinge' [ LA-Nd'hochstdt]; dass. mit dem Nachsatz: do schweie alle Fleere 'schweigen alle Flöten' [ KU-Brück]. —
2. in Ausrufen, bes. der Verwunderung und des Erschreckens.
a. Jesses (jęsəs)! [verbr.]; dass. erweitert: o J.! Herr J.! [verbr.]. O (Ach) J.! J., nee! J. nochemol! [verbr.]. J., es geht schun uf elef Uhr! [ KL-Reichb]. J. un kään Enn! [Kühn Schnitze I 166]. Ach, Herr J.! [verbr.]. Herr J., ach! [ KB-Kriegsf, Gal-Dornf]. Hätt Gott die Sintflut nit gemacht, ... ach, J., nee, dann wäre jo die Drache heitzeda noch do! [Münch Weltgesch. 24]; vgl. PfWB herrjesses. J., Gott im Himmel! [ PS-Erfw]. J. Maria! [mancherorts]. J., Maria un Josepp! [ KU-Brück, mancherorts]; dass. mehr scherzh.: J., Maria un e klään bissel Josepp! [ LU-Friesh]. —
b. verhüllend: Herr Jeres! [Schandein Sprachsch. 24]. Ach, Herr Je (̩härˈjē) [ Gal-Dornf]; vgl. PfWB herrje. O Je! [NW-Elmst, verbr.]. Ui Je, ehr Kinn! Drauß is so dunkel wie in're Kuh! [NPfGV Nr. 8/1934]. O jehdi! [Kühn Schnitze I 27]. O jechet! [ GH-Neubg]. O du Herr Jegele! (auch mit dem Zusatz: Schnittlaach un Pederle!) [ LU-Oggh]; Var. s. PfWB Bodensee. Aus lat. Jesu domine entstanden ist Jemine (ˈjēmiˈnē), gew. erweitert zu o J.! [mancherorts]; vgl. PfWB herrjemine. Das in der Studentensprache aufgekommene Jerum bzw. Jerem (jērum, jērəm) wird von Weigand I 947 als Form des lat. Gen. Pl. zu Je gedeutet; vgl. PfWB herrjerem. O J.! [mancherorts]. Jerem nee! [ LU-Friesh BZ-Dörrb]. Herr Jerem, ach! [ KU-Schmittw/O]. O Jerem, ach! [Müller Luscht un Lewe 70]. RA.: Dem muß mer de Herr Jerem geie 'Den muß man verhauen' [KU-O'alb, verbr., auch Gal-Josbg Falkenst]. Vgl. auch die Ortsneckerei bei Boßweiler. Südhess. III 958 ff.; RhWB Rhein. III 1164 ff.; LothWB Lothr. 267; ElsWB Els. I 412; Bad. III 26.