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 PfWB schelten (Bd. 5, Sp. 921)   RhWB zinken III (Bd. 9, Sp. 802) 
   schelten st.:
1. 'seinem Ärger oder Unwillen mit heftigen Worten Ausdruck geben; beschimpfen, zurechtweisen', schelde (ęldə) [verbr. VPf östl. WPf, Lambert Penns 132], schalde [ PS-Bobth Busbg Hirschth GH-Wörth Neubg], schelle (ęlə) [verbr. westl. u. mittl. WPf westl. NPf, PfId. 122 Christmann Kaulb 12, 84 Mang 93 Müller Dietschw 60 Höh 75 Otterstetter 98, 215, Krämer Gal 183, mancherorts Don], schille [IB-Ensh Eschring], schilde [ BZ-Spirkb]; zur Verbr. s. K. 328; Part. Perf. g'scholde [VPf, Lambert Penns 132], gescholl [WPf, Schandein Ged. 248], g'scholl [Mang 103, 195 Don-Schowe Torscha Buch-Illisch], geschull [ WD-Niedkch]. —
a. absol.

[Bd. 5, Sp. 922]
sch. wie e Rohrspatz [verbr.], wie e Berrelgääß [ PS-Geisbg], wie e Derk [Kaislt]. De liewe lange Dag dut se sch. [ KU-Schmittw/O]. De Truthahn (De Rehbock) schelt [RO-Sippf]. SprW.: Met gure Wort bringt mer mihn ferdich wie met Schelle [ KU-Schmittw/O]. —
b. mit Akk.- oder Präpositionalobjekt (mit, auf, über jemanden sch.); Zs.: PfWB aus-, PfWB ver-, PfWB zusammenschelten. Die grob Sauboll hot mer de Buckel voll gescholl [ KU-Schmittw/O]. Un ich versprech's an dere Stell, / Daß ich jetzt nie meh uf se schell' [Münch Werke I 145]. Jesses, dut das Luder bejm Emil iwer mich schelle! [Kraus Sellemols 23]. SprW.: Die sich nanner schelle, die sich nanner welle (wollen) [ Don-Tscherwk]. Volksgl.: Mer klingt's im linkse Ohr, ich werr g'scholde [ FR-Kindh]. Wann's dunnert, schelt de liewe Gott mit seiner Fraa [ KU-Diedk]. VR.: Schelle, schelle dut net weh. Wer mich schellt, hat Lais un Fleh [Pirmas, verbr.]; Zusatz: Lais un Fleh gebbt Wanze, mit denne kannsche danze [ PS-Saalstdt]. Sch., sch. gibt ke Flecke. Wer mich schellt, kann mich am Arsch lecke [ PS-Fehrb]. a. 1487: so sich zwoo frauen schlugen oder schelten [PfWeist. 249 (RO-Dörnb)]. a. 1522: wen sich zwen scheltten oder trawewort (Drohworte) gebenn [PfWeist. 215 (PS-Burgalb)]. —
c. mit Akkusativobjekt u. Gleichsetzungsakk. '(jemanden als etwas) in herabsetzender, beleidigender Form bezeichnen; spotten'; Zs.: PfWB zusammenschelten. Er hot mich e Liener (Lügner) gescholl [ KU-Schmittw/O]. RA.: Laaf em noo un schell ne Plattkopp! 'Du kannst ihm nichts anhaben' [Pirmas]. a. 1550/1554: wan einer einen ein dieb schilt, 10 ß 2 Pf. [PfWeist. 58 (HB-Alth)]. a. 1717: In gleicher straf steht der, so einen gemeindsmann einen schelm schelt [ebd. 1 (KU-Adb)]. —
d. Syn. (zu a—c): abkampeln 1, anfahren 2c, aufbolzen, ausblasen 1bβ, -fallen 2d, -leeren 1, -setzen 3, -schelten (hier weitere Syn.), bäffen, bäffern, bäffzen, baldöbern, baljaschen 1, papern 2, bären1 3, belfern, pfuihasen, billern2 2, pochen 1, brüllen 1b, brummeln 1b, brummen 2c, tadeln, taufen 2d, deckeln 3b, termen 3, teufeln 1, verschänden 2, herunterkapiteln, -machen, -putzen 1, PfWB knäffen 2 a, PfWB knarren 2, PfWB knottern 1 a, PfWB krakeelen 2, PfWB krimscheln, PfWB kritisieren, PfWB kritteln, PfWB loslegen 2, PfWB maulen 1 c, PfWB murren, PfWB nörgeln, PfWB räsonieren 1 d, PfWB schänden 1, PfWB schimpfen, PfWB zusammenschelten, -stauchen.
2. = PfWB verhauen 1, schelde [ BZ-Völkw], schelle [ HB-Medh]. — Südhess. V 244; RhWB Rhein. VII 1036/37; LothWB Lothr. 438; ElsWB Els. II 412.

 

  PfWB zinken III das Zeitw. ist in der Hauptsache im SW unseres Geb. verbr., u. zwar -i-, –e- Rhfrk an der Saar, Mosfrk an der Saar, Trier, Bitb, Prüm, Bernk, Wittl-Binsf Dörb Greimerath, Daun-Utzerath, Zell-Burg Enkirch; ganz abseits teŋkən Geld-Sevelen schw.: 1. die Glocke durch wenige Schläge zum Klingen bringen, beiern, bes. beim Leichenbegängnis; zweites Läuten vor der Nachmittagsandacht; die Gl. anschlagen bei der Wandlung; Angelus läuten; leicht läuten als Zeichen, dass der Pfarrer die Beicht hören will (Saarbg-Freudenbg, Bernk-Thalfang); die Schulgl. läuten zum Unterrichtsbeginn (Bernk-Rapperath); zum Sturm, die Feuergl. l. (Ottw-Wellesw, Verbr.); auch spöttisch für das Läuten der hellen Gl. kleinerer Kirchen (Saarbr-Sulzb); meist intrans. et hat gezinkt, aber auch trans. de Klock zinke gehe; ich gehn Halbmess zinke Saarbr-Heusw, Allg.; se z., et es anen gestorwen Trier; et zinkt fir den alen N. Trier-Fell; wan e Kand (Kind) stirft, get dreimol mat der klener Klok gezinkt Bitb-Ehlenz. RA.: De mich net ledde kan, de ka mich zinken (Wortsp. mit ledde »leiden« u. ledde »läuten«) Bitb-NWeis. — 2. übertr. a. intrans. et zinkt mer (em Ohr) es klingt mir im Ohr Merz, Saarbg, Wittl-Dörb (s. jedoch singen 2bη). — b. trans. einem eine z., eine Ohrfeige geben Ottw-Aschb, Saarl, Merz-Mettlach, Wittl-Binsf Dörb. — c. refl. sich z., s. zanken Goar, Bernk-Neumag (dies möglicherweise zu Zinke).