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 PfWB schelten (Bd. 5, Sp. 921)   PfWB taufen (Bd. 2, Sp. 155)   PfWB Taufe (Bd. 2, Sp. 152) 
   schelten st.:
1. 'seinem Ärger oder Unwillen mit heftigen Worten Ausdruck geben; beschimpfen, zurechtweisen', schelde (ęldə) [verbr. VPf östl. WPf, Lambert Penns 132], schalde [ PS-Bobth Busbg Hirschth GH-Wörth Neubg], schelle (ęlə) [verbr. westl. u. mittl. WPf westl. NPf, PfId. 122 Christmann Kaulb 12, 84 Mang 93 Müller Dietschw 60 Höh 75 Otterstetter 98, 215, Krämer Gal 183, mancherorts Don], schille [IB-Ensh Eschring], schilde [ BZ-Spirkb]; zur Verbr. s. K. 328; Part. Perf. g'scholde [VPf, Lambert Penns 132], gescholl [WPf, Schandein Ged. 248], g'scholl [Mang 103, 195 Don-Schowe Torscha Buch-Illisch], geschull [ WD-Niedkch]. —
a. absol.

[Bd. 5, Sp. 922]
sch. wie e Rohrspatz [verbr.], wie e Berrelgääß [ PS-Geisbg], wie e Derk [Kaislt]. De liewe lange Dag dut se sch. [ KU-Schmittw/O]. De Truthahn (De Rehbock) schelt [RO-Sippf]. SprW.: Met gure Wort bringt mer mihn ferdich wie met Schelle [ KU-Schmittw/O]. —
b. mit Akk.- oder Präpositionalobjekt (mit, auf, über jemanden sch.); Zs.: PfWB aus-, PfWB ver-, PfWB zusammenschelten. Die grob Sauboll hot mer de Buckel voll gescholl [ KU-Schmittw/O]. Un ich versprech's an dere Stell, / Daß ich jetzt nie meh uf se schell' [Münch Werke I 145]. Jesses, dut das Luder bejm Emil iwer mich schelle! [Kraus Sellemols 23]. SprW.: Die sich nanner schelle, die sich nanner welle (wollen) [ Don-Tscherwk]. Volksgl.: Mer klingt's im linkse Ohr, ich werr g'scholde [ FR-Kindh]. Wann's dunnert, schelt de liewe Gott mit seiner Fraa [ KU-Diedk]. VR.: Schelle, schelle dut net weh. Wer mich schellt, hat Lais un Fleh [Pirmas, verbr.]; Zusatz: Lais un Fleh gebbt Wanze, mit denne kannsche danze [ PS-Saalstdt]. Sch., sch. gibt ke Flecke. Wer mich schellt, kann mich am Arsch lecke [ PS-Fehrb]. a. 1487: so sich zwoo frauen schlugen oder schelten [PfWeist. 249 (RO-Dörnb)]. a. 1522: wen sich zwen scheltten oder trawewort (Drohworte) gebenn [PfWeist. 215 (PS-Burgalb)]. —
c. mit Akkusativobjekt u. Gleichsetzungsakk. '(jemanden als etwas) in herabsetzender, beleidigender Form bezeichnen; spotten'; Zs.: PfWB zusammenschelten. Er hot mich e Liener (Lügner) gescholl [ KU-Schmittw/O]. RA.: Laaf em noo un schell ne Plattkopp! 'Du kannst ihm nichts anhaben' [Pirmas]. a. 1550/1554: wan einer einen ein dieb schilt, 10 ß 2 Pf. [PfWeist. 58 (HB-Alth)]. a. 1717: In gleicher straf steht der, so einen gemeindsmann einen schelm schelt [ebd. 1 (KU-Adb)]. —
d. Syn. (zu a—c): abkampeln 1, anfahren 2c, aufbolzen, ausblasen 1bβ, -fallen 2d, -leeren 1, -setzen 3, -schelten (hier weitere Syn.), bäffen, bäffern, bäffzen, baldöbern, baljaschen 1, papern 2, bären1 3, belfern, pfuihasen, billern2 2, pochen 1, brüllen 1b, brummeln 1b, brummen 2c, tadeln, taufen 2d, deckeln 3b, termen 3, teufeln 1, verschänden 2, herunterkapiteln, -machen, -putzen 1, PfWB knäffen 2 a, PfWB knarren 2, PfWB knottern 1 a, PfWB krakeelen 2, PfWB krimscheln, PfWB kritisieren, PfWB kritteln, PfWB loslegen 2, PfWB maulen 1 c, PfWB murren, PfWB nörgeln, PfWB räsonieren 1 d, PfWB schänden 1, PfWB schimpfen, PfWB zusammenschelten, -stauchen.
2. = PfWB verhauen 1, schelde [ BZ-Völkw], schelle [ HB-Medh]. — Südhess. V 244; RhWB Rhein. VII 1036/37; LothWB Lothr. 438; ElsWB Els. II 412.

 

[Bd. 2, Sp. 155]
   taufen, täufenschw.:
1. wie schd., daafe, dääfe, däife, s. PfWB Taufe [allg.]; im Nome Gottes däife [ KU-Schmittw/O]. 's Kind is noch net gedääft [ KU-Bedb, allg.]. Sie hän's schnell noch dääfe losse 'nottaufen lassen' [ LA-Gommh]; vgl. PfWB jachtaufen. 's Wohnersch Hannes un ich sein aus äim Wasser gedäift worr [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er esch mit alle Wasser gedääft [LA-Impfl Land]. SprW.: Wann 's Kind gedääft esch, gitt's veel G'vattersleit 'Wenn die Arbeit getan ist, gibt es viele Helfer' [BZ-Dierb, verbr. NPf WPf Hebel 48 Buch-Illisch]. En Kind därf mer net aus'm Haus nemme, bis es gedaft is [Fogel Beliefs Penns Nr. 64]. —
2. übertr. scherzh.
a. 'naß machen, naß werden'. Ich häww'n gedääft [LA-Venn, verbr.]. Ich bin heit aarich gedääft worr (vom Regen) [ KU-Bedb]. Nach Beendigung des Gottesdienstes am Palmsonntag tauchen manche Knaben ihre Palmsträuße (vgl. PfWB Palmen 1) ins Weihwasser und besprengen damit ihre Kameraden mit dem Rufe: Ich dääf dich! [ HB-Kirrbg]. —
b. 'wässern', vgl. PfWB panschen 1. Der Wein do is gedääft [ KU-Bedb, allg.]. Die Millich is gedaaft [ Gal]. Des is gedaafder Wein [nördl. VPf, allg.]. —
c. 'Spottnamen geben', dääfe [Spey]. —
d. 'ausschelten'; em geheerich dääfe [NWPf Schandein Sprachsch. 13]. Syn. s. PfWB schelten. — Südhess. I 1428/29; RhWB Rhein. VIII 1103/04; Saarbr. 209; Lothr. 77/78; ElsWB Els. II 655; Bad. I 439/40.

 

   Taufe
1. f.: 'Taufakt', Daaf (dāf, df), Dääf (df), Taaf, Tääf, s. F. [verbr.]; dafür häufig Kind(s)taufe; e Kind iwwer Daaf hewe 'Taufpate eines Kindes sein' [KU-Kaulb Kreimb PS-Schmalbg Land], iwwer Dääf hewe [ KU-Hundh], iwwer Dääf hewwe [ GH-Hatzbühl], iwwer die Daaf hewwe [ KB-Kerzh], ... hewe [ LU-Friesh Alsh], ... häiwe [ LU-Altr], iwwer die Dääf hewe [ KU-Bedb], aus der Daaf hewe [ KU-Obw/T], iwwer Daaf halle [ RO-Dielkch Gal-Obl]. RA.: Sie han emol e Kinn mitenanner iwwer die Daaf gehob, scherzh. von entfernter Verwandtschaft [ ZW-Battw]. Zs. PfWB Nottaufe. Die T. findet bei Katholiken wenige Tage, bei Protestanten zwei bis drei Wochen nach der Geburt statt. Am Taufakt nehmen der Vater, die Paten, die nächsten Verwandten und die Hebamme teil. In HB-O'bexb hat der Pate 5 Mark auf das Bett der Wöchnerin zu legen, dazu je 1 Pfund Kaffee und Zucker. Volksgl.: 's Kind därf unner der Daaf net kreische; schreit es, dann sagt man, die Paten halten es nicht gerne [Pirmas, KB-Kriegsf]. Dem Taufakt schließt sich, bes. beim ersten Kind, ein PfWB Taufschmaus an. Mutter und Kind bleiben bis zum Tag der Taufe im Haus [KU-Bedb (1930)]. Vgl. Becker Vk. 208 ff. —
2. m.: 'Taufwasser'. a. 1566-87: Item 1½ gulden 8 Pf. ist aufganen alß mir den dauff han zu pfinsten gesegent. Item 1½ gulden ist aufganen zu osteren alß mir den dauff han gesegent. [SSp., Kirchenrechn. 63 (BZ-Wernbg)]. —
3. scherzhafte Taufhandlung bei der Aufnahme eines Neulings in die Mähdergemeinschaft in NW-Mußb, die von einem älteren Mitglied der Gemeinschaft, dem Dechent (Dekan), vorgenommen wurde, [Lutwitzi 44]. — F.: Die Hauptformen sind im Simpl. wie im Kompos. (vgl. K. 83) dāf/df und df; ersteres ist Gebietsform im Hauptteil der NPf sowie im nördl. Teil der VPf mit einem schmalen Ausläufer den Rhein entlang bis GH-Sondh; sodann in einem Gebietsstreifen, der aus der VPf heraus über Kaislt nach Westen, hierauf von KL-Landstl bis Hombg nach Südwesten zieht

[Bd. 2, Sp. 153]

und sich dann in südl. Richtung trichterförmig öffnet. Die dunkle Qualität (df) ist hauptsächlich im Ostteil der NPf, in der VPf und in der SWPf, die helle (dāf) im Westteil der NPf sowie von Kaislt mit Umgebung westwärts verbreitet. Die Form df ist herrschend in einem schmalen Gebiet der NWPf und hauptsächlich in der Südhälfte der Pfalz (ohne Südwesten, vgl. oben). Aus dem Kartenbild wird deutlich, daß df als die ursprüngl. pfälzische Form anzusehen ist; dāf/df ist aus dem Rhein-Main-Raum auf den bekannten Verkehrsstraßen (vor allem Frankfurt-Mainz-Kaislt-Saarbrücken) hereingetragen

[Bd. 2, Sp. 154]
worden. Sonderformen: tāf/tf in KU-Rehw Reiffb Nanzw RO-Dörnb Börrstdt KL-U'sulzb PS-Rodalb Eppbn SP-Dudhf; tf in KU-Friedhs; dēf in SP-W'see; tauf in LU-Hochd NW-Rödh. — Don Gal Buch haben zumeist df, selten df (letzteres z. B. Don-Schowe Gal-Unterwalden Beckersdorf); dif ist nur für Gal-Sap belegt. Rußl hat in etwa gleicher Häufigkeit dāf und df. Südhess. I 1427/28; RhWB Rhein. VIII 1104 ff. ; Saarbr. 209; ElsWB Els. II 655; LothWB Lothr. 77; Bad. I 439.