Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB schelten (Bd. 5, Sp. 921)   PfWB putzen (Bd. 1, Sp. 1423)   PfWB schelten (Bd. 5, Sp. 921) 
   schelten st.:
1. 'seinem Ärger oder Unwillen mit heftigen Worten Ausdruck geben; beschimpfen, zurechtweisen', schelde (ęldə) [verbr. VPf östl. WPf, Lambert Penns 132], schalde [ PS-Bobth Busbg Hirschth GH-Wörth Neubg], schelle (ęlə) [verbr. westl. u. mittl. WPf westl. NPf, PfId. 122 Christmann Kaulb 12, 84 Mang 93 Müller Dietschw 60 Höh 75 Otterstetter 98, 215, Krämer Gal 183, mancherorts Don], schille [IB-Ensh Eschring], schilde [ BZ-Spirkb]; zur Verbr. s. K. 328; Part. Perf. g'scholde [VPf, Lambert Penns 132], gescholl [WPf, Schandein Ged. 248], g'scholl [Mang 103, 195 Don-Schowe Torscha Buch-Illisch], geschull [ WD-Niedkch]. —
a. absol.

[Bd. 5, Sp. 922]
sch. wie e Rohrspatz [verbr.], wie e Berrelgääß [ PS-Geisbg], wie e Derk [Kaislt]. De liewe lange Dag dut se sch. [ KU-Schmittw/O]. De Truthahn (De Rehbock) schelt [RO-Sippf]. SprW.: Met gure Wort bringt mer mihn ferdich wie met Schelle [ KU-Schmittw/O]. —
b. mit Akk.- oder Präpositionalobjekt (mit, auf, über jemanden sch.); Zs.: PfWB aus-, PfWB ver-, PfWB zusammenschelten. Die grob Sauboll hot mer de Buckel voll gescholl [ KU-Schmittw/O]. Un ich versprech's an dere Stell, / Daß ich jetzt nie meh uf se schell' [Münch Werke I 145]. Jesses, dut das Luder bejm Emil iwer mich schelle! [Kraus Sellemols 23]. SprW.: Die sich nanner schelle, die sich nanner welle (wollen) [ Don-Tscherwk]. Volksgl.: Mer klingt's im linkse Ohr, ich werr g'scholde [ FR-Kindh]. Wann's dunnert, schelt de liewe Gott mit seiner Fraa [ KU-Diedk]. VR.: Schelle, schelle dut net weh. Wer mich schellt, hat Lais un Fleh [Pirmas, verbr.]; Zusatz: Lais un Fleh gebbt Wanze, mit denne kannsche danze [ PS-Saalstdt]. Sch., sch. gibt ke Flecke. Wer mich schellt, kann mich am Arsch lecke [ PS-Fehrb]. a. 1487: so sich zwoo frauen schlugen oder schelten [PfWeist. 249 (RO-Dörnb)]. a. 1522: wen sich zwen scheltten oder trawewort (Drohworte) gebenn [PfWeist. 215 (PS-Burgalb)]. —
c. mit Akkusativobjekt u. Gleichsetzungsakk. '(jemanden als etwas) in herabsetzender, beleidigender Form bezeichnen; spotten'; Zs.: PfWB zusammenschelten. Er hot mich e Liener (Lügner) gescholl [ KU-Schmittw/O]. RA.: Laaf em noo un schell ne Plattkopp! 'Du kannst ihm nichts anhaben' [Pirmas]. a. 1550/1554: wan einer einen ein dieb schilt, 10 ß 2 Pf. [PfWeist. 58 (HB-Alth)]. a. 1717: In gleicher straf steht der, so einen gemeindsmann einen schelm schelt [ebd. 1 (KU-Adb)]. —
d. Syn. (zu a—c): abkampeln 1, anfahren 2c, aufbolzen, ausblasen 1bβ, -fallen 2d, -leeren 1, -setzen 3, -schelten (hier weitere Syn.), bäffen, bäffern, bäffzen, baldöbern, baljaschen 1, papern 2, bären1 3, belfern, pfuihasen, billern2 2, pochen 1, brüllen 1b, brummeln 1b, brummen 2c, tadeln, taufen 2d, deckeln 3b, termen 3, teufeln 1, verschänden 2, herunterkapiteln, -machen, -putzen 1, PfWB knäffen 2 a, PfWB knarren 2, PfWB knottern 1 a, PfWB krakeelen 2, PfWB krimscheln, PfWB kritisieren, PfWB kritteln, PfWB loslegen 2, PfWB maulen 1 c, PfWB murren, PfWB nörgeln, PfWB räsonieren 1 d, PfWB schänden 1, PfWB schimpfen, PfWB zusammenschelten, -stauchen.
2. = PfWB verhauen 1, schelde [ BZ-Völkw], schelle [ HB-Medh]. — Südhess. V 244; RhWB Rhein. VII 1036/37; LothWB Lothr. 438; ElsWB Els. II 412.

 

   putzen schw.:
1. 'säubern, reinigen', vgl. PfWB ab-, PfWB ausputzen.
a. Frucht (Getreide), Same butze '(mit der Putzmühle) von Spreu und Staub reinigen' [allg. (1930)]. —
b. Kraut, Erbse, Bohne b. 'zum Kochen herrichten' [ KU-Bedb, allg.]. SprW.: Mer kann aach fer fremme Leit Salat b. 'unnötigerweise anderer Leute Arbeit tun' [Land u. Umg.]. —
c. die Sau b. 'das geschlachtete und abgebrühte Schwein mit dem Schaber von Borsten befreien' [verbr.]; die Därem (des Schlachtviehes) butze, eine Metzgerarbeit [ KB-Kerzh, allg.]; vgl. PfWB durchputzen. —
d. die Nas b. 'sich schneuzen' [ KU-Diedk, allg.]. Der soll emol erscht die Nas butze lerne!, sagt man von einem, der etwas tut oder redet, was sich für sein Alter noch nicht schickt [ LU-Neuhf]. Dem Schornsteinfeger rufen die Kinder nach: Schornschtefääscher, butz dei Nas mit'm schtumbe Bese! [Kaislt]. RA.: Der hot die Nas gebutzt kriet 'Dem hat man die Meinung gesagt', auch 'Der ist ordentlich gestraft worden' [FR-Bockh, verbr.]. — Die Zähn b., wie schd. [ RO-Lohnsf, allg.], auch übertr. 'verhauen' [ FR-Mörsch], 'etwas Unangenehmes in Erinnerung bringen' [ KU-Bledb]. Du muscht der die Ohre butze losse, von einem Schwerhörigen [ ZW-Battw]. Der macht e paar Aage, daß mer se mit de Knoppgawwel butze könnt [Kühn Palz 142]. Wer de Bart gebotzt will hun, muß'n denoh halle 'Beim Rasieren darf man den Kopf nicht bewegen' [ RO-Rehborn]. 's Kind botze, wenn es sich beschmutzt hat [ KU-Bedb]. —
e. die Klarer (Kleider) butze 'von Flecken reinigen' [NPf, verbr.]. Mondag morjens werren die Kleeder gebutzt, ausgeberscht un ausgekloppt [Frankth]. —
f. Die Stubb b. 'mit nassem Lumpen reinigen, scheuern' [allg., auch Lambert Penns 35]. Du sedschd (solltest) der Bodde butze alle Marje [Buffington Penns Var. 231/9]. Volksgl.: Ein Mädchen, das sich beim Putzen sehr naß macht, bekommt einen Säufer zum Mann [Kirchhbol]. —

[Bd. 1, Sp. 1424]

g. den Schornstein p. 'fegen'. a. 1747: Soll der hiesige Caminfeger jährlich wenigstens zweimal die Schornsteine butzen [Speyerer Kaminfeger-Ordnung]. a. 1751: Die Schornsteine sollen des Jahres wenigstens 3 mahl gebutzet werden [Zweibr. I (Altstadter Dorfordnung)]. —
h. das Faß b. 'von der Hefe säubern' [FR-Albsh, verbr. KB]. a. 1635: 12 batzen dem Kieffer, welcher die wein faß gebutzt vnd gebunden [WerschwSchR Bl. 110]. —
i. de Been (den Bienenkasten) b. [KU-Adb, verbr.]. —
j. de Wieche (den Docht) b. [Pirmas. LA-Wollmh]. —
k. die Fedder (Schreibfeder) b. [LA-Maik, verbr.]. —
l. die Uhr b. [ZW-Battw PS-Schmalbg KB-Kriegsf Land]. —
m. de Pad (Pfad) botze [ KU-Bedb]. —
n. de Gaarde b. 'im Garten Unkraut jäten', entsprechend: Grumbeere (Kartoffeln), Kraut b. [KU-Bedb, verbr. SWPf PS-Ost BZ-Wilgws V'weidth Völkw Silz GH-Sondh N'potz Wörth LA-Nd'hochstdt]; vgl. PfWB jäten. Mer gehen in de Wald butze 'den Schlag von Dornen und Unkraut reinigen' [ KB-Kriegsf]. —
o. die Wisse b. 'Holz, Laub, Steine von den Wiesen ablesen und die Maulwurfshaufen beseitigen', eine Frühjahrsarbeit vorn. von Frauen und älteren Leuten [allg., ohne Gal]. a. 1759: diese Wieß ist jetzo bis an das Floß sauber gebutzt [Kurpf. A. 884 (Pfarrgüter Duchroth)]. a. 1760: An der schwartzbach ein neuerlich gebutzt stück [Lgb. von Illing (PS-W'fischb)]. —
p. die Gräwer (Gräben), die Renne (Rinnen), die Bach b. 'vom Pflanzenwuchs herrührende Verunreinigungen der Ufer und der Sohle entfernen' [allg.]. a. 1619: Item ist auch Pfaltz schuldig, die Speyerlach zu wessern, zu butzen [SSp., SLgb. Winzingen, Bl 9]. a. 1751: Die Bäche sollen sauber gebutzt und ausgehoben werden [Zweibr. I A. 761 (Altstadter Dorfordnung)]. —
q. die Bääm b. 'Bäume beschneiden' [verbr. vorn. SPf]; 'an gefällten Bäumen die Äste entfernen' [verbr. Forstspr.]. —
r. die Gail (die Peer), die Kih b. 'mit Striegel und Bürste reinigen' [allg.]. SprW.: Gut gebutzt is halb gefiedert [ KU-Schmittw/O Trahw Bechb Diedk KB-Bischh FR-Eppst Gal-Dornf]. Den VR. Peter, wo steht er s. bei PfWB Peter (Sp. 742 Z. 17). —
s. sich p.
α. Er hot sich gebutzt 'geräuspert' [ LU-Altr]; er hat sich gebotzt 'sich übergeben' [ KU-Patb]. Syn. s. PfWB brechen 3 b. —
β. Die Biene butze sich, vom ersten Ausflug der Bienen im Frühjahr [ KL-Matzb, ZW-L'wied RO-Bistschd]. —
γ. die Kuh hot sich gebutzt 'die Nachgeburt ausgestoßen' [VPf mittl. u. südl. WPf, vgl. K. 75, verbr. Gal], gebotzt [verbr. im Gebiet ostw. Kus IB-Rohrb HB-Walsh]. Syn.: PfWB fegen; PfWB Trage(t), PfWB Fege, PfWB Fegsel, PfWB Geflecht, PfWB Lächter, PfWB Nachgeburt, PfWB Reinsel abstoßen; säubern.
δ. die Katz butzt sich, 's gebt Besuch [ KL-Weilb]; vgl. waschen. —
ε. 's Hinkel (Huhn) butzt sich 'ordnet mit dem Schnabel die Federn' [ KL-Lind]. —

[Bd. 1, Sp. 1425]

[Bd. 1, Sp. 1427]

ζ. de Bääm (Baum) hot sich gebotzt 'ist abgeblüht' [ RO-Nd'mosch]; die Bliet (Blüte) butzt sich 'die unbefruchteten Fruchtknoten fallen ab' [ LU-Alsh]; die Wingert hän sich gebutzt, dass. [ BZ-Heuchh, KU-Wolfst]. —
η. Die Stern butze sich 'Sternschnuppen fallen' [Zweibr]. —
2. 'blank reiben'; die Klink, 's Silwer (Silberbesteck) b. [allg.]. RA.: Er geht Deerschlenke (Türklinken) b., vom Bettler [KU-Diedk, verbr.]. Er strahlt wie e frischgebutzte Dreckämer 'Schmutzeimer' [ LA-Herxh]. —
3. 'schmücken'.
a. 's Bäämche b. 'den Christbaum schmücken' [verbr., s. K. 76]. Syn.: PfWB anhenken 2 a, PfWB anmachen 1, PfWB bekrönen, PfWB machen, PfWB schmücken, PfWB verzieren, PfWB zieren. 's Bäämche werd nachts gebutzt, daß die Kinn nix devun merke [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB abputzen 3. —
b. Der Anzuch botzt 'kleidet gut' [ RO-Odh]. Das Klääd butzt dich 'steht dir gut' [ PS-Erfw]. —
c. sich b.
α. gegenst. 'sich schön kleiden' [allg.]. Zs. PfWB herausputzen. Grad dut se sich b., von einer Frau, die beim Ankleiden ist [ LA-Gommh, allg.]. Der butzt sich wie e Herr [ KB-Bennhs]. RA.: Er isch gebutzt wie e Hochzeider 'Bräutigam' [ LA-Nd'hochstdt]. Der es gebutzt wie 'm Narr sein Gaaß (Ziege) [KB-Bennhs, verbr. WPf]; gebotzt wie e Pingschtochs [ KU-A'glan, RO-Obd Pirmas]; gebutzt wie e Poohahn (Pfau) [KU-Brück, verbr.]; gebutzt wie 's Kättl am Feierdaag 'auffallend gekleidet' [ BZ-Albw, LA-Nd'hochstdt LU-Alsh NW-Dürkh Kaislt]; gebutzt wie 's Kättel im Herbscht 'schlecht gekleidet, wie die Arbeiterinnen bei der Weinlese' [Bergz]; wie's Grerel (Gretel) im Herbscht [ KU-Brück]; gebutzt wie e Moschterkolwe 'geschmacklos gekleidet' (der Mostkolben zum Stampfen der Weintrauben wurde beim Schlußfest mit Bändern geschmückt) [Kleeberger 100]. Butz dich, märge därfscht aa (morgen darfst du auch) mit de Sai laafe [Fogel Prov Penns Nr. 203]. VR.: Heit is Kerb in unserm Dorf; guck, ich muß mich butze [Schandein Bav. IV/2, S. 384]. —
β. übertr., ironisch: Dau hoscht dich mol gebotzt 'Du hast dich durch schlechtes Benehmen (auch durch schlechte Leistung) blamiert' [KU-Kaulb, Kühn Schnitze I 224]. Du hascht dich heit widder gebutzt, von einem, der sehr wenig gegessen hat [Kaislt]. —
4. 'leeren'. Die Scheier (Scheune) isch gebutzt [BZ-Annw, verbr.]. RA.: 's Säckel is gebutzt 'Der Geldbeutel ist leer' [ BZ-Queichhmb]. —
5.
a. 'ausschelten' [Klein Prov. 72]; auch in den Zs. PfWB ab-, PfWB aus-, PfWB herunterputzen. RA.: Dem han ich de Schnorres (Schnurrbart) gebutzt 'Dem habe ich die Meinung gesagt' [Pirmas, RO-Obd]. Syn. s. PfWB schelten. —
b. eni b. 'eine Ohrfeige herunterhauen'. Baß uff, wann ich der äni butz! [Lu'haf, FR-A'lein GH-Kuhdt Bellh]. Ich butz der de Wersching 'den Kopf' [ LU-Muttstdt], die Aadeckel [ KL-Enkb]. Syn. s. PfWB verhauen. —
c. Butz dich! 'Geh weg!' [ HB-Webh

[Bd. 1, Sp. 1428]
IB-Hass WD-Niedkch ZW-Mittb]. Butz die Platt! dass. [ KL-Erlb ZW-Bottb FR-Mörsch Heuchh LU-Muttstdt Böhl LA-Wollmh]. Er hat die Platt gebutzt 'ist stillschweigend davongegangen', weil er etwas angestellt hat oder weil er sich vor einer Arbeit drückt, auch vom Zechpreller [Kaislt, verbr. (ohne Auslandspfälzer)]; vgl. das Zitat von Kühn bei berappen.
d. Er hot se gebutzt 'ist hingefallen' [ NW-Weidth]. —
e. einen p. 'einem alles abgewinnen'. Mer han'n gebutzt [ KU-Dennw/Frohnb]. Syn. s. PfWB abgewinnen 1. — F.: zumeist budsə; bǫdsə verbr. NWPf und nördl. NPf. — Südhess. I 1272 ff.; RhWB Rhein. I 1190/91; Bad. I 390/91; Saarbr. 159; LothWB Lothr. 75; ElsWB Els. II 129.

 

   schelten st.:
1. 'seinem Ärger oder Unwillen mit heftigen Worten Ausdruck geben; beschimpfen, zurechtweisen', schelde (ęldə) [verbr. VPf östl. WPf, Lambert Penns 132], schalde [ PS-Bobth Busbg Hirschth GH-Wörth Neubg], schelle (ęlə) [verbr. westl. u. mittl. WPf westl. NPf, PfId. 122 Christmann Kaulb 12, 84 Mang 93 Müller Dietschw 60 Höh 75 Otterstetter 98, 215, Krämer Gal 183, mancherorts Don], schille [IB-Ensh Eschring], schilde [ BZ-Spirkb]; zur Verbr. s. K. 328; Part. Perf. g'scholde [VPf, Lambert Penns 132], gescholl [WPf, Schandein Ged. 248], g'scholl [Mang 103, 195 Don-Schowe Torscha Buch-Illisch], geschull [ WD-Niedkch]. —
a. absol.

[Bd. 5, Sp. 922]
sch. wie e Rohrspatz [verbr.], wie e Berrelgääß [ PS-Geisbg], wie e Derk [Kaislt]. De liewe lange Dag dut se sch. [ KU-Schmittw/O]. De Truthahn (De Rehbock) schelt [RO-Sippf]. SprW.: Met gure Wort bringt mer mihn ferdich wie met Schelle [ KU-Schmittw/O]. —
b. mit Akk.- oder Präpositionalobjekt (mit, auf, über jemanden sch.); Zs.: PfWB aus-, PfWB ver-, PfWB zusammenschelten. Die grob Sauboll hot mer de Buckel voll gescholl [ KU-Schmittw/O]. Un ich versprech's an dere Stell, / Daß ich jetzt nie meh uf se schell' [Münch Werke I 145]. Jesses, dut das Luder bejm Emil iwer mich schelle! [Kraus Sellemols 23]. SprW.: Die sich nanner schelle, die sich nanner welle (wollen) [ Don-Tscherwk]. Volksgl.: Mer klingt's im linkse Ohr, ich werr g'scholde [ FR-Kindh]. Wann's dunnert, schelt de liewe Gott mit seiner Fraa [ KU-Diedk]. VR.: Schelle, schelle dut net weh. Wer mich schellt, hat Lais un Fleh [Pirmas, verbr.]; Zusatz: Lais un Fleh gebbt Wanze, mit denne kannsche danze [ PS-Saalstdt]. Sch., sch. gibt ke Flecke. Wer mich schellt, kann mich am Arsch lecke [ PS-Fehrb]. a. 1487: so sich zwoo frauen schlugen oder schelten [PfWeist. 249 (RO-Dörnb)]. a. 1522: wen sich zwen scheltten oder trawewort (Drohworte) gebenn [PfWeist. 215 (PS-Burgalb)]. —
c. mit Akkusativobjekt u. Gleichsetzungsakk. '(jemanden als etwas) in herabsetzender, beleidigender Form bezeichnen; spotten'; Zs.: PfWB zusammenschelten. Er hot mich e Liener (Lügner) gescholl [ KU-Schmittw/O]. RA.: Laaf em noo un schell ne Plattkopp! 'Du kannst ihm nichts anhaben' [Pirmas]. a. 1550/1554: wan einer einen ein dieb schilt, 10 ß 2 Pf. [PfWeist. 58 (HB-Alth)]. a. 1717: In gleicher straf steht der, so einen gemeindsmann einen schelm schelt [ebd. 1 (KU-Adb)]. —
d. Syn. (zu a—c): abkampeln 1, anfahren 2c, aufbolzen, ausblasen 1bβ, -fallen 2d, -leeren 1, -setzen 3, -schelten (hier weitere Syn.), bäffen, bäffern, bäffzen, baldöbern, baljaschen 1, papern 2, bären1 3, belfern, pfuihasen, billern2 2, pochen 1, brüllen 1b, brummeln 1b, brummen 2c, tadeln, taufen 2d, deckeln 3b, termen 3, teufeln 1, verschänden 2, herunterkapiteln, -machen, -putzen 1, PfWB knäffen 2 a, PfWB knarren 2, PfWB knottern 1 a, PfWB krakeelen 2, PfWB krimscheln, PfWB kritisieren, PfWB kritteln, PfWB loslegen 2, PfWB maulen 1 c, PfWB murren, PfWB nörgeln, PfWB räsonieren 1 d, PfWB schänden 1, PfWB schimpfen, PfWB zusammenschelten, -stauchen.
2. = PfWB verhauen 1, schelde [ BZ-Völkw], schelle [ HB-Medh]. — Südhess. V 244; RhWB Rhein. VII 1036/37; LothWB Lothr. 438; ElsWB Els. II 412.