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 PfWB schauben (Bd. 5, Sp. 895)   PfWB Schaub (Bd. 5, Sp. 893) 
  schauben Adj.: 'aus Stroh'. a. 1531 (Abschr. zw. 1601 u. 1629): ein schaben huet [DirmstAWeist.]. Zu PfWB Schaub 1 b. DWB DWb. VIII 2300.

 

   Schaub m., f., n.:
1.
a. 'Gebund, Garbe (allg.)', der Schääb [Lambert Penns 131 PSA, K. 76]. Mer hen der Flachs geroppt un uf Scheebcher gebunne [Beam Penns 90]. Im bes. 'Bündel (von Strohseilen zum Anbinden der Reben)', Schääb [ NW-Bobh]; 'kleinstes Gebund (Weiden zum Anbinden der Reben)', im Ggs. zum größeren Busche (s. PfWB Busch 3) und der noch größeren Beerd (s. PfWB Bürde 1aβ)', der Schääb [LA-Edk (aus: Peter Graeber 1200 Jahre Edenkoben, Mannheim 1969, S. 254)]; vgl. PfWB Band 5 a, PfWB Schütte; dagegen: die Schääb Bann 'großes Bündel (Kammertweiden zum Anbinden der Reben)' [LA-Mörzh u. Umg. (Wilde Notizen) LA-Frankw]; e Schääb Bänne 'eine Bürde Weiden' [ BZ-Kling]. a. 1583: 29 schaub wingart Bandt, für jeden 9 Pf. [GgHospR]. —
b. 'glattes, langes Stroh, gew. Roggenstroh (für die Dacheindeckung, für die Fertigung von Seilen zum Binden der Getreidegarben, zum Anbinden der Reben, als Unterlage in Betten usw.)'; in heutigen und in versch. hist. Belegen ist auch 'Gebund' Begriffsbestandteil, Schaab [Mang 133, verbr. Don Gal Buch, Krämer Gal 282]. a. 1530: 250 schaub boßen ('Gebund', s. PfWB Boßen1 2) zu seyln inn der Ern [GgHospR]. a. 1579 (Abschrift zw. 1601 u. 1629): Zwanzig gebundt stroh Vnd Zwey gebundt schaube [DirmstAWeist. (NW-Dackh)]. a. 1634: dem strohe deckhern ... welcher 350 schaub vff dem pfertsstall verdeckt [WerschwSchR Bl. 95].

[Bd. 5, Sp. 894]
a. 1634: hott der Hoffmann 150 schaub welche zu Deckung der Scheffereyen verbraucht [ZweibrLSchR]. —
c.
α. 'Strohwisch als Gebots- oder Verbotszeichen auf Märkten'. a. 1590: Schaub vff dem Frucht markh soll bleibenn [ZweibrUrkb. 162]; vgl. PfWB Schaubstecken. Bei aufgestecktem Sch. auf dem Markt durfte nichts verkauft werden [J. Minig Zweibrücker Stadtverordnung 1590, in: Bei uns daheim 17. 2. 1926, vgl. auch: HRG 30. Lfg. 1365 ff.]. —
β. 'brennender Strohwisch als Zeichen des Schankrechts'. a. 1448: Alleine zu winachten, wan ein huber oder gotshusmann von dem bannwin nachts geit, dem soll man geben einen burnen (brennenden) schob in sine hant und ein geschelten stab [Grimm Weist. V 599 (Rechte der Abtei Limburg)]. —
d. vgl. PfWB Schaupe. —
2. 'Totenbett, Totenbahre'; ursprünglich wurde der Tote vor seiner Aufbahrung auf Sch. gelegt (s. Brauchtum), Schaab [KU-Bechb Kaulb Kus Rutsw/L Trahw WD-Niedkch IB-Ommh ZW-Battw RO-Mannw Rockhs PS-Fehrb Gersb KB-Kriegsf BZ-Hofstätt Christmann Kaulb 63, 89 Kühn Hamet 131, verbr. Don Gal Buch Krämer Gal 182], Schaw [HB-Limb (PfId. 121)], Schääb [KU-A'glan Bedb Bosb Eisb Eschau Hundh Kollw Patb Schmittw/O Wolfst RO-Als Dielkch Feilbg Odh O'mosch Rehbn, Thielen 96], Scheeb [ HB-Alth KL-Gimsb], Schoob [ Gal-Augustdorf Bagbg Königsau]. Er leit uf em Schaab [ ZW-Battw], uf Schaab [ KB-Kriegsf], uf der Schaab [ PS-Trulb]. Gell, äier Großbabba, der wo gestorb isch, läit schun uf em Schaab un wann die Läicht isch, kummt er in die Lad [ IB-Ommh]. Wann sei Fra uffem Schab geleh hät (gestorben gewesen wäre), er hät net vertels so arig gedun (gewehklagt) [WPf (PfId. 176)]. RA.: Wenn jemand im Ort stirbt, wird mit der kleinen Glocke noch am selben Tag Schaab gelett (geläutet) [ KB-Kriegsf]. Er kriet uf's Schaab gelett [ KU-Rutsw/L]. 's leit Schaab (uf Schaab) [verbr. mittl. u. östl. NPf, Pirmas], Schääb [RO-Odh, Thielen So rerre mer 107], uf's Schaaub [ RO-Schiersf]. Vgl. PfWB Zeichenläuten. Brauchtum: Der Tote wird von den Verwandten angezogen und bleibt, bis der Sarg kommt, auf dem abgeräumten Bett liegen. Man sagt: Er leit uf Schaab. Auf einem Tisch daneben steht eine brennende Kerze, bei den Katholiken auch Weihwasser. Der Leichenschauer kommt sofort nach dem Tod und kurz vor der Beerdigung, dann wird der Leichenschein ausgestellt. Abends kommen die Nachbarn und Verwandten und halten betend die Totenwache [ PS-Fehrb]. In KL-Gimsb wurde der Tote früher (vor 1930) nach dem Anziehen vom Sterbebett herabgenommen und auf das Schääb, ein schmales Brettergerüst, auf das Stroh (s. Bed. 1b), worüber ein weißes Laken gelegt wurde, gebettet. Zum Brauchtum s. auch Schandein Bav. IV,2 407 Becker Vk. 123 Ecker 134 Feier-

[Bd. 5, Sp. 895]
owend 1/1955 1. — Genusangaben zu Bed. 2: n.: KU-Patb Rutsw/L HB-Limb ZW-Battw Don-Gert vereinzelt Gal, f.: Kus PS-Trulb Don-Alexhs, m.: verbr. Don Gal Buch. —
3. s. die Zs. PfWB Rainschaub. — Mhd. schoup, schoub 'Gebund, Bündel' (Lexer II 755/76). — Südhess. V 210; RhWB Rhein. VII 952 ff., 979; LothWB Lothr. 435; ElsWB Els. II 386; DWB DWb. VIII 2294 ff.