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 PfWB Schatulle (Bd. 5, Sp. 891)   PfWB Dreck-sack (Bd. 2, Sp. 455)   PfWB Wisch (Bd. 6, Sp. 1413) 
   Schatulle f.:
1. 'Kästchen, bes. für Nähzeug, Geld, Schmuck', Schadull (aˈdul) [Pirmas, vereinzelt, Heeger Südostpf. 30], Schardull [Heeger Südostpf. 30]; Zs.: PfWB Nähschatulle. —
2. 'alte, sonderbare Frau; alte Jungfer', Schadull, meist: aldi Schadull [verbr., Kühn Hamet 131], Dim. alt Schadullche [ KL-Fockbg/Limb]. — Südhess. V 208; RhWB Rhein. VII 950; LothWB Lothr. 436; ElsWB Els. II 442.

 

  -sack, -säckelm.:
1.
a. 'unreinlicher Mensch, Schmutzfink', auch Schimpfw., -sack, Pl. -säck (-seg) [verbr., auch Penns Don Gal Buch], -säkkel [ NW-Neidfs]; 'unordentlicher Mensch', bes-

[Bd. 2, Sp. 456]
'unordentliches Frauenzimmer' [verbr.]. Syn.: PfWB Aas 3, PfWB Backdrossel, -ursula, PfWB Bandel, PfWB Pappdrossel, -michel, PfWB -sack 1, PfWB -sau, PfWB Barg 3 b, PfWB Patsche 5, PfWB Beele 1, PfWB Polack 2 a, PfWB Bollen 2, PfWB Butz 2, PfWB Butzel 2, PfWB Daberes 2, PfWB Täsche 2 b ζ, PfWB Thusnelda, PfWB Dottel 1 b, PfWB Dreckamsel 2 a, PfWB -arsch 2 a, PfWB -atzel, PfWB -bampel, PfWB -barg, PfWB -bartel, PfWB -beele, PfWB -bollen, PfWB -buhlen, PfWB -bürste 2, -butz 2, PfWB -drossel, PfWB -dulle, PfWB -eber, PfWB -ferkel, PfWB -fink 2, PfWB -fratz, PfWB -hammel 1 a, PfWB -hamster, PfWB -hannes, PfWB -hund, PfWB -igel, PfWB -jockel, PfWB -käfer 2, PfWB -kathel, PfWB -kerl, PfWB -knottel, PfWB -knuschel, PfWB -kopf 2, PfWB -krulle 2, PfWB -kruste 2, PfWB -lappen, PfWB -liese, PfWB -maul 1, PfWB -mensch, PfWB -mohrle, PfWB -mutter, PfWB -nudel, PfWB -odel, PfWB -panz, PfWB -patsche 2, PfWB -peter, PfWB -pine, PfWB -pudel, PfWB -ribbel 2, PfWB -rudel, PfWB -sara, PfWB -sau, PfWB -schlampel, PfWB -schlappe, PfWB -schwalbe 2, PfWB -schwanz, PfWB -schwein, PfWB -spatz 1, PfWB -sulgen, PfWB -suse, PfWB -teufel 1, PfWB -tier, PfWB -ursel 1, PfWB -uttel, PfWB -vieh, PfWB -vogel 2, PfWB -wutz, PfWB Dusel, PfWB Duseltier, PfWB Eber, PfWB Ferkel, PfWB Flatsche, PfWB Goje, Griebchen, PfWB Haareule, PfWB Hudelwisch, PfWB Ische, PfWB Kruste, PfWB Luder, PfWB Lumpending, PfWB -mensch, Mamel, PfWB Matz, PfWB Matzelfrack, PfWB Mensch, PfWB Motsch, PfWB Motte, PfWB Mottel, PfWB Nessel, PfWB Sara, PfWB Sau, PfWB Sauaas, PfWB -arsch, PfWB -bandel, PfWB -barg, PfWB -beele, -bube, PfWB -bürste, -butz, PfWB -dulle, PfWB -eber, PfWB -ferkel, -galle, PfWB -hammel, PfWB -hund, PfWB -igel, PfWB -kerl, PfWB -kopf, PfWB -lappen, PfWB -loch, -lose, -luder, -magen, PfWB -mensch, PfWB -panz, -pelz, -ranzen, -ringel, PfWB -rudel, PfWB -schwein, -täsche, PfWB -tier, PfWB Schampel, PfWB Schatulle, PfWB Schickse, PfWB Schindaas, PfWB Schlambampel, PfWB Schlampe, PfWB Schlampel, PfWB Schlamper, PfWB Schlampergrete, -jan, -käthe, PfWB Schlampes, PfWB Schlamphahn, PfWB -pine, -pfeife, PfWB -sara, PfWB Schlappe, PfWB Schlappel, PfWB Schlapper, PfWB Schlappertäsche, PfWB Schlappes, PfWB Schlappgrete, PfWB -hannes, -madame, PfWB -peter, PfWB -sack, PfWB -schwanz, -sibylle, PfWB -suse, PfWB Schleife, PfWB Schmierfink, PfWB Schnalle, PfWB Schnepfe, Schnuttel, PfWB Schussel, PfWB Schwein, PfWB Socken, PfWB Strudel, PfWB Strudeler, PfWB Struppigel, PfWB Suse, PfWB Susemarie, PfWB Wildeber, PfWB -sau, PfWB Wisch, PfWB Wuschel, PfWB Wutz, PfWB Zaupe, PfWB Zigeuner, PfWB Zotte, PfWB Zottelarsch, PfWB -beele, -bock, -frack, -galle, -grete, PfWB -pine, -wisch, PfWB Zumpel.Er is e D. [RO-Semb, verbr.]. Es dare (Ist das ein) D., der wäscht sich net [ RO-Rehborn]. Der D. wäljert sich am liebschde wie e Sau im Dreck [ KL-Reichb]. Dau (du) Drecksack! [ KU-Reiffb]. VR.: Blond is fein, rot is gemein, schwarz kann jeder D. sein [ ZW-Bechhf]. —
b. 'Mensch von gemeiner Gesinnung', insbes. 'wer andere schlecht behandelt, Schlechtes über sie redet' [ KL-Lind Pirmas NW-Gimmdg]. Mer därf uf sou Drecksäckel nix gewwe, wu iwwer andliche (ordentliche) Leit Schlechtes rerre [ NW-Gimmdg]. —
c. 'unartiges Kind, frecher Lausbub', Schimpfw. Du D., wann ich dich krieh! [ Gal-Dornf]; vgl. Papp-

[Bd. 2, Sp. 457]
sack 3. —
2.
a. 'Säckchen für Kunstdünger', vgl. PfWB Dreck 2 h, -säckelche [ KU-Bechb Herchw Odb HB-Webh], -säckel [ PS-Windsbg]. —
b. 'Frucht des Vogelbeerbaumes', Pl. -säckelcher [VPf (Wilde 230)]; vgl. PfWB Ledersack. —
c. kleine Birnenart, die in ganz morschem Zustand gegessen wird, -säckelcher [Kaislt Neustdt]. — Südhess. I 1688; RhWB Rhein. I 1449/50; LothWB Lothr. 101; Bad. I 542. —

 

   Wisch, Wischelm.:
1. was gebündelt, gebüschelt ist.
a. 'Büschel aus Stroh, Ähren, kleine Garbe', wird nicht mit Strohseil, sondern mit dem Getreide selbst gebunden, Wisch [mancherorts im Gebiet zwischen Rockhs Neustdt Lu'haf vereinzelt übrige Pf Christmann Kaulb 89 Müller Dietschw 72], Wischel (wiəl) [RO-Sippf KB-Bubh Gauhh FR-Höning Kirchh N'lein NW-Bobh Elmst Lambert Penns 179]; Dim. Wischelche (wiəlχə) [ KU-Kaulb RO-Duchr/O'hs]; vgl. K. 146 u. PfWB Garbe1, PfWB Wispel3; Zs.: PfWB Korn-, PfWB Strohwisch 1. —
b. 'gebüscheltes Stroh, Zweige o. ä., um das obere Ende eines in den Boden gesteckten Pfahles gewikkelt', als Warnungs-, Verbotszeichen, einen Acker, Wiese, Weinberg, Weg zu betreten, abzuernten, hier Schafe zu weiden u. ä., [mancherorts, WKW 71 Stoll 51, 179 Krämer Gal 243]; vgl. PfWB wischen 3, PfWB Wischer 2; s. Abb. 95; Zs.: PfWB Ab-, PfWB Sperr-, PfWB Strohwisch 2. Er hot en W. gesteckt [ LA-Gommh]. RA.: Der kriet e W. in de Hawe (Hafen) gesteckt, sagt man, wenn einer zu spät (zum Essen) kommt [ KU-Bedb Diedk Kaulb ZW-O'hs]. a. 1549: Item so ein gemeinsman ein eygert 'Brachland' hat in der mark zwuschen den wingarten ... und er begert dieselbig geheuet 'gehackt' zu haben, sol derselbigk ein wsch uff gemelt eygert stecken [MHVPf. 83/1985 (LA-Maik)]. a. 1747: Die hier eingeführte Weis zu zehnten ist folgende: Der Ackersmann fängt an zu binden, wo er den Acker mit dem Pflügen anfängt, fort zurück die Garben zu zählen und die zehnte mit einem von der Garb aufgezogenen Wisch zu zeichnen und liegen zu lassen [Kreuter Haust. 46]. a. 1768: Weisung, daß ... diese überflüsig und schädliche Weeg alsogleich abstellen, und das dis falltige Verbott durch ... gräben, auch aufstellende Wüsche ... bekannt machen [Kurpf. 1648/8 (NW-Wachh)]. —
2. was zum Wischen dient.
a. 'Putzlappen' [ FR-Bockh]; Syn. s. PfWB Aufwäschlumpen. —
b. 'abgeschnittener Vogelflügel', zum Abkehren von Mehl usw. [ FR-Bockh Lu'haf]; Zs.: PfWB Feder-, PfWB Flatter- 1 a, PfWB Flätt-, PfWB Fleder- 1 a, PfWB Gänsewisch.
3. '(unordentliche) Haare, Frisur, Haarsträhne' [ KL-Katzw PS-Erfw LU-Opp NW-Elmst]; Zs.: PfWB Hudel- 2 a, PfWB Strubbelwisch 1. Hasch än rechder W. uffem Kopp! [ PS-Erfw]. RA.: ene am W. packe (krieje) 'einen festhalten' [ RO-Schweise KL-Katzw]. Volksgl.: Wann en Gaul g'faundert is 'lahmt', nemm en Appel oder Grumbier, schneid sie in der Mitt darich, du drei Wischel Hoor nein vume verbergne Platz un fieders 'm Gaul [Fogel Beliefs Penns Nr. 728]. —
4. 'ringförmiges Kissen als Unterlage für Kopflasten' [ HB-Alth Nd'gailb Peppk Seyw Utw IB-Bebh Bliesmg Gersh Habkch Reinh Rubh Witth PS-Hilst GH-Berg Büchbg Neubg Scheibhdt]; Syn. s. PfWB Ring 1 b. —
5. 'Schreiben, Brief, Zettel', verächtlich, bes. für schlecht geschriebenes oder amtli-

[Bd. 6, Sp. 1414]
ches Schreiben [mancherorts, Klein Prov. 234 Thielen 123]. Vom Vet'rinäramt kam ein W. [Albert Oppschuhmacher 39]. Uff dene W. war se ganz besunnersch stolz [Schneider Singersepp 27]. Noht awer, wenn ma »jo« gesaht hat, / wenn ma der Wisch unnerschrieb hat [Kraus Putscheblum 42]. —
6. 'unordentliche, flatterhafte Frau' [LU-Friesh Opp SOPf (Heeger Nachl.)]; Zs.: PfWB Flatter- 2 a, PfWB Fleder- 3, PfWB Hudel- 2 b, PfWB Irr- 2 a, PfWB Strubbel- 2, PfWB Urrwisch; Syn. s. PfWB Drecksack. E iwwerzwerges weiblich Wese / Hääßt Goje, Sorle, W. und Bese [Kühn Kumödi 2]. —
7. Weitere Zs.: PfWB Abkehr-, PfWB Arsch-, PfWB Ballen-, PfWB Palmen-, Bart-, PfWB Brimmen-, PfWB Flatter-, PfWB Fleder-, PfWB Gewürz-, PfWB Heft-, PfWB Heu-, PfWB Hudel- 1, PfWB Irr-, PfWB Kehr-, PfWB Kirbe-, PfWB Laub-, PfWB Mai-, PfWB Nacht-, PfWB Strudel-, PfWB Weihwasser-, PfWB Weih-, PfWB Zottelwisch.RhWB Rhein. IX 582 ff. Wisch; 585 Wischel; VII 740 K. VII 14 Büschel aufgelesener Ähren; LothWB Lothr. 545; ElsWB Els. II 873 ff.