| Netz-Navigator | ||||||||||||||||||||||||||||
| PfWB schänden (Bd. 5, Sp. 869) | PfWB schelten (Bd. 5, Sp. 921) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'schelten, beschimpfen', schenne, schänne [verbr. östl. NPf östl. Teil der nördl. VPf vereinzelt übrige NPf VPf, Beam Penns 91, verbr. Gal mancherorts Don, PfId. 121 Kühn Hamet 131], schende [Lambert Penns 132]; zur Verbr. s. K. 328; Zs.: PfWB aus-, PfWB verschänden 2; Syn. s. PfWB schelten 1 d. Er schännt wie e Rohrspatz [ LU-Friesh]. Do hat de Kaiser wiescht geschännt, / Wie mer 'ne so behannle kennt [Münch Weltgesch. 80]. Wenn ein Hase aufspringt, sagt man: Laaf em nooch un schänn en Plattkopp! [Frankth]; Var. s. PfWB nachlaufen 1 aβ. SprW.: Do schennt enne Esel de annere Langohr [Land, verbr. Don Gal Buch]. Armut schändt net, awwer sie drickt [ Don-Alexhs, mancherorts Don Gal Buch]. Wu 's Schenne net helft, nutzt aach 's Schla'e nix [ Gal-Slawitz]. Die sich nanner schännen, die sich nanner nemmen [Krämer Gal 182]. Volksgl.: Wem das linke Ohr klingelt, der wird geschennt, wem das rechte klingelt, der wird gelobt [ KB-Weihf]. VR.: Schänne, schänne dut net weh, wer mich schännt, hot Lais un Fleh [ KB-Kriegsf]; Var. s. PfWB Fleck1 1 a, PfWB Floh 1 a, PfWB Wanze. a. 1530: mit schmewortten schend [PfWeist. 35 (RO-Als)]. a. 1566: er habe einen Ersamen Rath zum äußersten geschennt, gesschmeht und geschmitzt [Küchler 18/19]. — 2. s. die Zs. PfWB verschänden 1. — Südhess. V 180 ff.; RhWB Rhein. VII 907/08; LothWB Lothr. 439; ElsWB Els. II 419.
| 1. 'seinem Ärger oder Unwillen mit heftigen Worten Ausdruck geben; beschimpfen, zurechtweisen', schelde (ęldə) [verbr. VPf östl. WPf, Lambert Penns 132], schalde [ PS-Bobth Busbg Hirschth GH-Wörth Neubg], schelle (ęlə) [verbr. westl. u. mittl. WPf westl. NPf, PfId. 122 Christmann Kaulb 12, 84 Mang 93 Müller Dietschw 60 Höh 75 Otterstetter 98, 215, Krämer Gal 183, mancherorts Don], schille [IB-Ensh Eschring], schilde [ BZ-Spirkb]; zur Verbr. s. K. 328; Part. Perf. g'scholde [VPf, Lambert Penns 132], gescholl [WPf, Schandein Ged. 248], g'scholl [Mang 103, 195 Don-Schowe Torscha Buch-Illisch], geschull [ WD-Niedkch]. — a. absol. [Bd. 5, Sp. 922] sch. wie e Rohrspatz [verbr.], wie e Berrelgääß [ PS-Geisbg], wie e Derk [Kaislt]. De liewe lange Dag dut se sch. [ KU-Schmittw/O]. De Truthahn (De Rehbock) schelt [RO-Sippf]. SprW.: Met gure Wort bringt mer mihn ferdich wie met Schelle [ KU-Schmittw/O]. — b. mit Akk.- oder Präpositionalobjekt (mit, auf, über jemanden sch.); Zs.: PfWB aus-, PfWB ver-, PfWB zusammenschelten. Die grob Sauboll hot mer de Buckel voll gescholl [ KU-Schmittw/O]. Un ich versprech's an dere Stell, / Daß ich jetzt nie meh uf se schell' [Münch Werke I 145]. Jesses, dut das Luder bejm Emil iwer mich schelle! [Kraus Sellemols 23]. SprW.: Die sich nanner schelle, die sich nanner welle (wollen) [ Don-Tscherwk]. Volksgl.: Mer klingt's im linkse Ohr, ich werr g'scholde [ FR-Kindh]. Wann's dunnert, schelt de liewe Gott mit seiner Fraa [ KU-Diedk]. VR.: Schelle, schelle dut net weh. Wer mich schellt, hat Lais un Fleh [Pirmas, verbr.]; Zusatz: Lais un Fleh gebbt Wanze, mit denne kannsche danze [ PS-Saalstdt]. Sch., sch. gibt ke Flecke. Wer mich schellt, kann mich am Arsch lecke [ PS-Fehrb]. a. 1487: so sich zwoo frauen schlugen oder schelten [PfWeist. 249 (RO-Dörnb)]. a. 1522: wen sich zwen scheltten oder trawewort (Drohworte) gebenn [PfWeist. 215 (PS-Burgalb)]. — c. mit Akkusativobjekt u. Gleichsetzungsakk. '(jemanden als etwas) in herabsetzender, beleidigender Form bezeichnen; spotten'; Zs.: PfWB zusammenschelten. Er hot mich e Liener (Lügner) gescholl [ KU-Schmittw/O]. RA.: Laaf em noo un schell ne Plattkopp! 'Du kannst ihm nichts anhaben' [Pirmas]. a. 1550/1554: wan einer einen ein dieb schilt, 10 ß 2 Pf. [PfWeist. 58 (HB-Alth)]. a. 1717: In gleicher straf steht der, so einen gemeindsmann einen schelm schelt [ebd. 1 (KU-Adb)]. — d. Syn. (zu a—c): abkampeln 1, anfahren 2c, aufbolzen, ausblasen 1bβ, -fallen 2d, -leeren 1, -setzen 3, -schelten (hier weitere Syn.), bäffen, bäffern, bäffzen, baldöbern, baljaschen 1, papern 2, bären1 3, belfern, pfuihasen, billern2 2, pochen 1, brüllen 1b, brummeln 1b, brummen 2c, tadeln, taufen 2d, deckeln 3b, termen 3, teufeln 1, verschänden 2, herunterkapiteln, -machen, -putzen 1, PfWB knäffen 2 a, PfWB knarren 2, PfWB knottern 1 a, PfWB krakeelen 2, PfWB krimscheln, PfWB kritisieren, PfWB kritteln, PfWB loslegen 2, PfWB maulen 1 c, PfWB murren, PfWB nörgeln, PfWB räsonieren 1 d, PfWB schänden 1, PfWB schimpfen, PfWB zusammenschelten, -stauchen. — 2. = PfWB verhauen 1, schelde [ BZ-Völkw], schelle [ HB-Medh]. — Südhess. V 244; RhWB Rhein. VII 1036/37; LothWB Lothr. 438; ElsWB Els. II 412.
| |||||||||||||||||||||||||||
|
| |||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ||||||||||||||||||||||||||||