Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB Schäke (Bd. 5, Sp. 855)   PfWB Wams (Bd. 6, Sp. 1040)   PfWB Flaus (Bd. 2, Sp. 1434) 
   Schäke f., Schäk, Schäker3 m.:
1. 'Rock, Jacke (allg.)', die Schäk [WPf (PfId. 120, 177) Schandein Sprachsch. 55 Kühn Hamet 131]; RA.: die Scheek treffe 'verhauen' [Kühn Hamet 131]. Mer schlaen em de Scheek aus, dass. [ ZW-Nd'hs]. a. 1764: 1 grüne scheggk [Kurpf. 1375 (KL-Mackb)]. a. 1773: 1 neue Schek und Hosen [ebd. 1588-90 (KU-Rothsbg)]. —
2. 'mantelartiger, bis zu den Knien reichender langer weißer (seltener blauer) Trachtenrock aus Leinen, zum Kirchgang getragen', die Scheek [ KL-O'arnb], der Schäk [ZW-Käshf L'wied u. Umg.], die Schäk [ZW-Gr'bundb KL-Gerhbn Schandein Bav. IV,2 272]. —
3. 'hemdartiger Kittel aus blauem Leinen als Schutzüberzug der Viehhändler und Schäfer, früher auch von Bauern getragen', die Schäk [ PS-Th'eischw], der Schäk, Schäger [ KU-

[Bd. 5, Sp. 856]
Haschb/R Kus]; Zs.: PfWB Schäferschäke. — Gleicher Herkunft wie nhd. Jacke, jedoch wohl unmittelbar aus dem Nordostfranzösischen entlehnt. — Südhess. V 162 and. Bed.; RhWB Rhein. VII 869; LothWB Lothr. 432.

 

   Wams m.:
1. 'kurze, enganliegende Jacke', vorwiegend als einfache Männerkleidung, bisweilen gestrickt, auch Arbeitskleidung, seltener als Frauen-, Kinder-, Säuglingskleidung, Wammes (wḁməs) [verbr. nördl. Hälfte der Pf, Bertram § 24 Christmann Kaulb 49, 51 Mang 81 Müller Dietschw 71 PfId. 149 Lambert Penns 173 Krämer Gal 238], Wams (wḁms) [vereinzelt nördl. Hälfte der Pf], Wamsch (wḁm) [mancherorts SWPf mittl. VPf, Höh 46], Wommsch [Glass 132], Wambsch [ PS-Schweix], Wamscht (wḁmd) [verbr. SPf, Bertram § 229 Heeger Südostpf. 26 Otterstetter 91], Wambscht [ LA-Nußd BZ-Dörrb GH-Zeisk]; s. K. 379; Pl. Wämmes, Wäms, Wämsch, Wämscht [Verbr. wie Sg.]; Dim. Sg. Wämmesje, Wämsje [mancherorts WPf nördl. VPf], Wämmesi, Wämsi [NWPf], Wämschje [ KL-Lind], Wämschel [ NW-Frankeck], Wämmesel [ LU-Alsh], Wämschdel [mancherorts SPf], Wämbschdel [ LA-Gommh]; Pl. Wämmesjer [WPf], Wämmeselcher [ LU-Alsh Muttstdt], Wämsle [mittl. VPf]; vgl. PfWB Peter 6, PfWB Bluse 2, PfWB Bluser, PfWB Burnus, PfWB Tracht, PfWB Flaus, PfWB Flieger 3 b, PfWB Jacke, PfWB Jackett, Joppe, PfWB Jupper, PfWB Kamisol, PfWB Kaseweck, PfWB Kittel, PfWB Kutte1 2 b, PfWB Leibchen, PfWB Mutzen1, PfWB Rock 1 a, PfWB Sack 3, PfWB Sandel, PfWB Schäke, PfWB Schopen, PfWB Spenzer; Zs.: PfWB Atlas-, PfWB Drilch-, PfWB Futter-, PfWB Haus-, PfWB Kalmuck-, PfWB Kassenett-, Kinder-, PfWB Kirchen-, PfWB Ober-, PfWB Sommer-, PfWB Sonntags-, Sport-, PfWB Strick-, PfWB Über-, PfWB Unter-, PfWB Zeugwams; e wollener (gestrickder) W. [ ZW-Bottb]. Er is in sein kalmuckene Wammes geschlubbt [Kühn Palz 107]. Der Hannjob hot de Wammes aus [Schandein Bav. IV,2 385]. Wo hängt dann mei Wammes? [Münch Werke I 549]. Dem dicke Frasser platze die Näht an seim W. [ RO-Rehborn]. Die Hosse un die Wämmes bambeln ganz lummerich an ääm erum [Damm Nawwel 58]. Die Mammi wickelt mich als glei / In Hensching, Kapp un Wammes ei [Birmelin Penns Gezw. 131]. Wanns äm schuggert, wammer ohne Wammes ins

[Bd. 6, Sp. 1041]

Freie geht, dann is Herbscht [Damm Dreifaltichkäät 22]. RA.: eem am W. hänge 'auf Schritt und Tritt begleiten' [ KU-Wahnwg]; am W. verwische 'gerade noch erwischen' [ KL-Wörsb]; de W. auskloppe 'verprügeln' [ KU-Bedb]; sei W. äbsch (letz) anduue 'Bankrott machen' [ KL-Reichb, mancherorts]. Der hot e Mage wie e gestrickder W., von einem Vielesser [ LU-Opp]. Er hat Hasehoor am W. 'wildert' [ ZW-Battw]. Do unne is es e W. wärmer, gesagt von Bewohnern hochgelegener Dörfer zu Orten in Tallagen, wo man ein Wams weniger braucht (auch Riehl 44 überliefert eine Pfälzer Redeweise vom Gegensatz Westrich - Vorderpfalz, in der es schon um einen ganzen Rock wärmer ist) [ KU-Rothsbg Trahw RO-Gonb]. Das geht mer net mol bis an de W. 'Das ficht mich nicht an' [Krämer Gal 238]. SprW.: Wer

[Bd. 6, Sp. 1042]
zum Wammes gebore isch, der krieht kää Rock, un trägt er 's Duch schun unnerm Arem [Schandein Notizen]. BR.: Man sieht an Lichtmeß liewer e Wolf als e Bauer ohne W. [ HB-Kirrbg]. Lorenzi (10. August) — Bauer such dei Wämsli [Land]. a. 1425: von eyyme slechten wammeß [LeinArch. (Löhne)]. a. 1521: vor 1 ell zwyllichs dem Sawe knaben ein wammes zu bessern [LandsbgKellR]. a. 1537: grün kindshößlin vnd wammes ... Ein leberfarb Schamlottin Wames, Ein grün attlassin wameß [SpeyTreudInv.]. a. 1541: rock hosen vnnd wammes [GgHospR]. a. 1565: 5 elen Zwilch ... zu zweyen wamesern [WerschwSchR]. —
2.
a. 'dicker Bauch', Wamscht [LA-Edk (PfId. 149)]; vgl. PfWB Wanst; Zs.: PfWB Speckwams 1. —
b. 'verfressener Mensch' [ NW-Hardbg]; Zs. PfWB Speckwams 2. —
c. vgl. PfWB Bampel-, PfWB Faul-

[Bd. 6, Sp. 1043]
wams.
3. Neckname für die Bewohner von KB-Bennhs L'meil KL-Fischb KB-Morschh FR-Tiefth LA-Rhodt, nur Pl. Wämmes [RO-Gonb Sippf KL-Alsbn Fischb FR-Merth], Wämbscht [ LA-Roschb], Wämmesjer [ KB-Mauchh], Wammes für RO-Winnw [Donnersberg-Jahrbuch 1993 126]. — RhWB Rhein. IX 231/32 Wammes; LothWB Lothr. 529 Wamsch; ElsWB Els. II 826.

 

  Flaus m.: 'weicher Männerüberrock', vgl. PfWB Flauschmantel. Letscht steckt de Alt sich in sein Flaus un sägt (sagt): »Ich muß veräse, ich geh in d' Stadt« [Keiler 28]. DWB DWb. III 1737.