Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB Schäke (Bd. 5, Sp. 855)   DWB schecke (Bd. 14, Sp. 2382)   RhWB Schäke I (Bd. 7, Sp. 869) 
   Schäke f., Schäk, Schäker3 m.:
1. 'Rock, Jacke (allg.)', die Schäk [WPf (PfId. 120, 177) Schandein Sprachsch. 55 Kühn Hamet 131]; RA.: die Scheek treffe 'verhauen' [Kühn Hamet 131]. Mer schlaen em de Scheek aus, dass. [ ZW-Nd'hs]. a. 1764: 1 grüne scheggk [Kurpf. 1375 (KL-Mackb)]. a. 1773: 1 neue Schek und Hosen [ebd. 1588-90 (KU-Rothsbg)]. —
2. 'mantelartiger, bis zu den Knien reichender langer weißer (seltener blauer) Trachtenrock aus Leinen, zum Kirchgang getragen', die Scheek [ KL-O'arnb], der Schäk [ZW-Käshf L'wied u. Umg.], die Schäk [ZW-Gr'bundb KL-Gerhbn Schandein Bav. IV,2 272]. —
3. 'hemdartiger Kittel aus blauem Leinen als Schutzüberzug der Viehhändler und Schäfer, früher auch von Bauern getragen', die Schäk [ PS-Th'eischw], der Schäk, Schäger [ KU-

[Bd. 5, Sp. 856]
Haschb/R Kus]; Zs.: PfWB Schäferschäke. — Gleicher Herkunft wie nhd. Jacke, jedoch wohl unmittelbar aus dem Nordostfranzösischen entlehnt. — Südhess. V 162 and. Bed.; RhWB Rhein. VII 869; LothWB Lothr. 432.

 

 schecke, f. ein kleidungsstück, gesteppter leibrock, zunächst schutzgewand für den kampf, dann auch als modetracht: scheck, schecke, diplois vocab. von 1482 bei Dief. 183b; s. belege bei Schm. 2, 367; (die Germanen) achten domals kains eisenhuets oder hauptharnasch nit, weder panzer noch goller ... waren der maist tail plosz; etlich heten schecken an, doch habens hernach die panzer erfunden. Aventin. chron. 1, 113, 12; auch furten ritter, knecht und burger, schecken und scheckenröck geflitzert hinden und neben mit grosen weiten armen. Limb. chron. zu 1389;

der scheckensticker z dem von Hensperg sprach: ..
ich macht uch ein schecken mit armen,
die stunt uch schon und herlich.
Liliencron hist. volkslieder 1, 62, 192.

es ist das franz. jaque (Diez4 164); schecke (bei Schmeller a. a. o. ist auch die form schacke bezeugt) steht neben jecke wie schope, schopp neben joppe, s. Dief. 183b unter diplois; mit ahd. scecho, stragulum (Graff 6, 416) steht schecke, f. in keinem zusammenhange.

 

  PfWB  LothWB Schäke I :k, Pl. -gə Verbr. an Nahe u. in Simm, aber veralt. f.: ein langer Überrock, Mannsrock, fast bis an die Knöchel reichend, mit Stehkragen, Ärmelaufschlägen u. zwei Reihen blanker, oft talergrosser Stahlknöpfe, so noch anfangs 19. Jh., en weisse Sch. von grober Leinwand; heute noch hier u. da (Idar) scherzh. Mannsrock.