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 PfWB Schaf (Bd. 5, Sp. 836)   PfWB Mach-schaf (Bd. 4, Sp. 1092) 
   Schaf n., m.:
1.
a. 'das Haustier Schaf', das Schof (ōf), selten: Schaf (āf, f) [verbr., PfId. 128 Christmann Kaulb 7, 65, 89 Mang 115 Müller Dietschw 67 Schneckenburger 18, 41 Heeger Südostpf. 26 Heeger Tiere I 19 Lambert Penns 138 Krämer Gal 181], (ōuf) [Höh 80, 84], der Schof [mancherorts VPf O-PS, PfMus. Okt. 1920 Buch-Illisch], der u. das Schof [ IB-Rubh Frankth]; Pl. wie Sg. [verbr. östl. NPf nördl. VPf vereinzelt übrige Pf, hier jedoch häufiger in RA. und reimenden SprW. (Schof-schlof)], Scheef, seltener: Schäf [verbr. (außer östl. NPf nördl. VPf), Heeger Tiere I 19]; Dim. Sg.

[Bd. 5, Sp. 837]
Schäfche [verbr. WPf NPf nördl. VPf, Krämer Gal 181], Scheefje, Schäfje [mancherorts östl. NPf], Scheefel, Schäfel [verbr. mittl. u. südl. VPf O-PS], Schäfel, Scheefel, Schäfli, Scheefli [Penns-DeitschEck 22. 3. 1941 Lambert Penns 130]; Dim. Pl. Scheefcher, Schäfcher [verbr. WPf NPf], Scheefercher, Schäfercher [vereinzelt nördl. NPf], Scheefcher u. Scheeficher [ RO-Als], Scheefle, Schäfle [verbr. östl. Hälfte der mittl. u. südl. VPf], Scheefele [ PS-Vinn], Scheefelcher, Schäfelcher [verbr. westl. Hälfte der VPf O-PS vereinzelt südl. WPf], Schefler [ GH-Hay], Schäflich [Umg. Land], Scheefelich [ LA-Mörzh BZ-Dernb], Scheefelcher, Scheeflin, Scheeflicher [PennsDeitschEck 22. 3. 1941]; vgl. PfWB Lamm 1 a; Syn.: PfWB Hammel1 1 b; weiße (braune, schwarze) Schof [ LU-Altr]; ostfriesische Sch., eine Schafrasse [ NW-Frankeck]. Die Schof (Scheef, Schäf) plärren (bläken, bläksen, mäen) [verbr.]. Die Schof werre jed Johr geschor [ KU-Schmittw/O]. Der plärrt wie e Schof [ KL-Obernh], kreischt mää wie e Sch. [ KL-Reichb], is so geduldich wie e Sch. [ KB-Mauchh LU-Altr NW-Freinsh], is so rotzich wie en alt Sch. [Fogel Prov. Penns Nr. 1898], hot e Gesicht wie e Sch. [ ZW-Gr'bundb], kommt doher wie e Herd Schof [Rockhs], geht in de Err (Irre) erum wie e krank Schof [ RO-Lettw]. Do hätsche siehn solle, was se do vor Gesichter gemach hann, grar wie die Schäf, wanns dümmelt [WPf (PfId. 173)]. RA.: Der schert sein Scheefche 'sucht seinen Vorteil, macht gute Geschäfte' [ RO-Dielkch], hot sein Scheefel g'schore 'ist zu Vermögen gekommen, hat eine sichere Existenz, hat reich geheiratet' [ BZ-Dernb], hot sein Schäfche im Truckene (bringt sein Schäfche ins Truckene), dass. [FR-Mühlh, verbr., Otterstetter 229 Hebel 26]. Wann anner Leit ehr Aue ufmache, hat er schun sei Schäfche im Truckene, von einem Geschäftstüchtigen [Krieger 48]. Die Schof (Schäf, Scheef) laafen im Korn (gehn iwwer's Korn) 'Das Korn wogt im Wind' [ KU-Breitb WD-Hoof ZW-Dellf Käshf KL-Schneckhs]; vgl. PfWB Schäfer. Die Scheep (engl. shep) gehne darrich die Frucht, nau wachst die Frucht, dass. [Beam Penns 91]. SprW.: 's gihn veel gedulliche Schof in een Stall 'Viele Menschen haben Platz auf engstem Raum, wenn sie sich verstehen' [RO-Als, verbr., auch Auslandspfälzer]; mit den Zusätzen: un ungedullije noch mihn [ KU-Kaulb], un wammer se eninwerft, gihn noch mihn enin [ KU-Schmittw/O]. Schof soll mer schore, awwer net roppe 'Man soll niemanden unnötig quälen' [ KU-Schmittw/O]. De Wolf frißt aach gezäächelde Schof 'Ein Übeltäter schont niemanden' [ KU-Schmittw/O, LU-Dannstdt]. 's is ewe ken Familie, as net 'n schwärz Scheefel drin is [Fogel Prov. Penns Nr. 1890]. In jeder Herd (Familie) is e grindiches Schof [ Gal-Reichenbach]. Ee grindich Schof macht die ganz Herd grindich [PS-Haust Saalstdt Gal-Bagbg, verbr. Gal Don

[Bd. 5, Sp. 838]
Buch]. Wer en Schof stehlt, isch kän Bockdieb (scherzh.) [Bergz (Kamm 93)]. Vgl. auch PfWB plärren 1 a. BR.: Biene un Schof, leg dich hin un schlof (Bienen und Schafe geraten am besten, wenn man sich nicht übermäßig um sie kümmert) [ PS-Haust]. Var. s. PfWB Biene 1 a, PfWB Glück, PfWB Imme 1 a. Volksgl.: En Schof as glei verreckt, wann's uf die Welt kummt, hengt mer uf en Abbelbaam, noo tragt der Abbelbaam [Fogel Beliefs Penns Nr. 1056]. Einen Fastnachtsbrauch s. Hirte 1. Scherzfrage: Warum fressen die weißen Schafe mehr als die schwarzen? Antwort: Weil es mehr weiße als schwarze gibt [ PS-Erfw]. VR.: Schlaf, Kindche, schlaf, / Dort drowwe stehn die Schaf, / Die schwarze un die weiße, / Die woll'n mei'n Kindche beiße. Schlaf, Kindche, schlaf [Donnersberg Jahrbuch 1981 165]. Weitere VR. s. PfWB Bändel 1 c, bumbei(j)a, PfWB Hollerland, PfWB Kind 1 a, PfWB Schäferbube. vor a. 1561: er solle hane vnd halten achthalbe kowe (Kühe) vnd ein virtel shaffe [PfWeist. 8 (KB-Albish)]. a. 1565: Hemmell vnd Schof [WerschwSchR]. 16. Jh.: der sol fünffzig schoffe halten [PfWeist. 684 (KB-Göllh)]. a. 1589/90: 50 stuck schoff [Zweibr I 145]. —
b. 'weibliches Schaf' (im Ggs. zu PfWB Hammel1 1 a) [vereinzelt VPf NPf westl. WPf]; Zs.: PfWB Lamm 1 b, PfWB Lamm-, PfWB Mach-, PfWB Milch-, PfWB Mutter-, PfWB Zuchtschaf; Syn. s. PfWB Mutterschaf. —
2.
a. 'einfältiger, dummer Mensch', auch Schimpfw., Schof [verbr.]; Zs.: PfWB Leit-, PfWB Ober-, PfWB Regimentsschaf; e Schof Goddes 'sich fromm und sittsam gebender, sehr naiver Mensch' [NW-Kallstdt, verbr.]. Du dumm (Du alt) Schof! [KB-Mörsf, verbr.]. Du lahm Schof! [ LA-Roschb]. Du Schof mit Hoor! [ ZW-Lambsbn]. Du bischt 's greescht Schof, wo uf Goddes Erdsborrem erumgeht [ KU-Schmittw/O]. So e aldes Schof macht noch so Dings [ KL-Reichb]. SprW.: Die Schof werre net all 'Es wird immer dumme Menschen geben' [ KU-Schmittw/O]. —
b. nur Dim. α. liebkosende Anrede der Mutter an ihr (folgsames) Kind: mein Schäfche (Schäfje, Schäfelche, Schäfel) [KU-Kaulb, verbr.]; mei lieb (mei goldich) Scheefje [ KB-Albish, FR-Tiefth]; vgl. PfWB Knecht 1 b β, Schaf(s)hammel 2 b. Komm, mei Scheefche! [ KL-Reichb]. —
β. kosende Anrede an die Frau, Schäfje [ KB-Kriegsf]. —
c. Er is e gezäächelt Schof 'hat ein Mal, eine Narbe' [ NW-Frankeck]. —
d. Er is kän Schäfche, wie er Woll traat 'Er ist scheinheilig' [Kaislt, BZ-Dierb]. —
e. Neckname der Bewohner von KL-Mehlb, Pl. Schäf.
f. 'Schreckgestalt, mit der man Kinder ängstigt, um sie beim Dunkelwerden im Haus zu halten'. 's schwarz Scheefche kommt! [ KL-Mackb]; Syn. s. Butze(n)mann 1 a, K. 77. —
3.
a. 'Zirruswolken, die Regen ankündigen', Schof [ LU-Altr], sonst Dim. Pl. (F. s. 1 a) [verbr.]; vgl. PfWB Federwolken, PfWB Regenbaum, -mamme, -mutter 1, -schäflein, PfWB Schaf(s)hammel 3,

[Bd. 5, Sp. 839]
-wolken, PfWB Schäferwölkchen, PfWB schäfelig, PfWB schäferig, PfWB schäfeln; Zs.: Himmels-, PfWB Wolkenschäfchen. WR.: 's sin (stehn) Scheefle am Himmel, 's gebbt Räne [ PS-Lu'wink]. 's hat Schefler [ GH-Hay]. Wann die Schäf danze, gebbt's Reen [ KU-Diedk]. —
b.
α. 'Tannenzapfen', Dim. Scheefche, Scheefle, Dim. Pl. Scheefcher, Scheefelcher; Schäf- [verbr. NPf NWPf W-PS, Wilde 59, 124]; Zs.: Tann(en)schäfchen; Syn. s. PfWB Butzel1 4, K. 74. —
β. 'Blüte der Salweide, Weidekätzchen', Dim. Pl. Scheefcher [ KU-Adb], Schäflich [ LA-Insh]. —
c. 'wertvollster Klicker', Scheefche [ PS-Geisbg]; Syn. s. PfWB Schießklicker. —
d.
α. Sau un Schaf 'Mehlklöße und Kartoffeln' [ KU-Diedk]. —
β. Sau un Schof in eem Stall 'Weckklöße mit Kartoffelstücken vermischt' [Hebel 81]. —
e. s. die Zs. Herrgotts-, PfWB Liebegottsschäfchen. — Südhess. V 143 ff.; RhWB Rhein. VII 842 ff.; LothWB Lothr. 463; ElsWB Els. II 395, ALA II 64/65; DSA, K. 58, 59.

 

 -schaf n.: 'Mutterschaf', -schaf [ZW-Ixh Stamb PS-Ruhbk LU-Alsh/Gr LA-Mörzh GH-Rh'zab BZ-Albw Barbr]; vgl. PfWB Machhammel. Zu PfWB machen 1 b δ. —