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 PfWB Schaf (Bd. 5, Sp. 836)   ElsWB Schaf (Bd. 2, Sp. 395a) 
   Schaf n., m.:
1.
a. 'das Haustier Schaf', das Schof (ōf), selten: Schaf (āf, f) [verbr., PfId. 128 Christmann Kaulb 7, 65, 89 Mang 115 Müller Dietschw 67 Schneckenburger 18, 41 Heeger Südostpf. 26 Heeger Tiere I 19 Lambert Penns 138 Krämer Gal 181], (ōuf) [Höh 80, 84], der Schof [mancherorts VPf O-PS, PfMus. Okt. 1920 Buch-Illisch], der u. das Schof [ IB-Rubh Frankth]; Pl. wie Sg. [verbr. östl. NPf nördl. VPf vereinzelt übrige Pf, hier jedoch häufiger in RA. und reimenden SprW. (Schof-schlof)], Scheef, seltener: Schäf [verbr. (außer östl. NPf nördl. VPf), Heeger Tiere I 19]; Dim. Sg.

[Bd. 5, Sp. 837]
Schäfche [verbr. WPf NPf nördl. VPf, Krämer Gal 181], Scheefje, Schäfje [mancherorts östl. NPf], Scheefel, Schäfel [verbr. mittl. u. südl. VPf O-PS], Schäfel, Scheefel, Schäfli, Scheefli [Penns-DeitschEck 22. 3. 1941 Lambert Penns 130]; Dim. Pl. Scheefcher, Schäfcher [verbr. WPf NPf], Scheefercher, Schäfercher [vereinzelt nördl. NPf], Scheefcher u. Scheeficher [ RO-Als], Scheefle, Schäfle [verbr. östl. Hälfte der mittl. u. südl. VPf], Scheefele [ PS-Vinn], Scheefelcher, Schäfelcher [verbr. westl. Hälfte der VPf O-PS vereinzelt südl. WPf], Schefler [ GH-Hay], Schäflich [Umg. Land], Scheefelich [ LA-Mörzh BZ-Dernb], Scheefelcher, Scheeflin, Scheeflicher [PennsDeitschEck 22. 3. 1941]; vgl. PfWB Lamm 1 a; Syn.: PfWB Hammel1 1 b; weiße (braune, schwarze) Schof [ LU-Altr]; ostfriesische Sch., eine Schafrasse [ NW-Frankeck]. Die Schof (Scheef, Schäf) plärren (bläken, bläksen, mäen) [verbr.]. Die Schof werre jed Johr geschor [ KU-Schmittw/O]. Der plärrt wie e Schof [ KL-Obernh], kreischt mää wie e Sch. [ KL-Reichb], is so geduldich wie e Sch. [ KB-Mauchh LU-Altr NW-Freinsh], is so rotzich wie en alt Sch. [Fogel Prov. Penns Nr. 1898], hot e Gesicht wie e Sch. [ ZW-Gr'bundb], kommt doher wie e Herd Schof [Rockhs], geht in de Err (Irre) erum wie e krank Schof [ RO-Lettw]. Do hätsche siehn solle, was se do vor Gesichter gemach hann, grar wie die Schäf, wanns dümmelt [WPf (PfId. 173)]. RA.: Der schert sein Scheefche 'sucht seinen Vorteil, macht gute Geschäfte' [ RO-Dielkch], hot sein Scheefel g'schore 'ist zu Vermögen gekommen, hat eine sichere Existenz, hat reich geheiratet' [ BZ-Dernb], hot sein Schäfche im Truckene (bringt sein Schäfche ins Truckene), dass. [FR-Mühlh, verbr., Otterstetter 229 Hebel 26]. Wann anner Leit ehr Aue ufmache, hat er schun sei Schäfche im Truckene, von einem Geschäftstüchtigen [Krieger 48]. Die Schof (Schäf, Scheef) laafen im Korn (gehn iwwer's Korn) 'Das Korn wogt im Wind' [ KU-Breitb WD-Hoof ZW-Dellf Käshf KL-Schneckhs]; vgl. PfWB Schäfer. Die Scheep (engl. shep) gehne darrich die Frucht, nau wachst die Frucht, dass. [Beam Penns 91]. SprW.: 's gihn veel gedulliche Schof in een Stall 'Viele Menschen haben Platz auf engstem Raum, wenn sie sich verstehen' [RO-Als, verbr., auch Auslandspfälzer]; mit den Zusätzen: un ungedullije noch mihn [ KU-Kaulb], un wammer se eninwerft, gihn noch mihn enin [ KU-Schmittw/O]. Schof soll mer schore, awwer net roppe 'Man soll niemanden unnötig quälen' [ KU-Schmittw/O]. De Wolf frißt aach gezäächelde Schof 'Ein Übeltäter schont niemanden' [ KU-Schmittw/O, LU-Dannstdt]. 's is ewe ken Familie, as net 'n schwärz Scheefel drin is [Fogel Prov. Penns Nr. 1890]. In jeder Herd (Familie) is e grindiches Schof [ Gal-Reichenbach]. Ee grindich Schof macht die ganz Herd grindich [PS-Haust Saalstdt Gal-Bagbg, verbr. Gal Don

[Bd. 5, Sp. 838]
Buch]. Wer en Schof stehlt, isch kän Bockdieb (scherzh.) [Bergz (Kamm 93)]. Vgl. auch PfWB plärren 1 a. BR.: Biene un Schof, leg dich hin un schlof (Bienen und Schafe geraten am besten, wenn man sich nicht übermäßig um sie kümmert) [ PS-Haust]. Var. s. PfWB Biene 1 a, PfWB Glück, PfWB Imme 1 a. Volksgl.: En Schof as glei verreckt, wann's uf die Welt kummt, hengt mer uf en Abbelbaam, noo tragt der Abbelbaam [Fogel Beliefs Penns Nr. 1056]. Einen Fastnachtsbrauch s. Hirte 1. Scherzfrage: Warum fressen die weißen Schafe mehr als die schwarzen? Antwort: Weil es mehr weiße als schwarze gibt [ PS-Erfw]. VR.: Schlaf, Kindche, schlaf, / Dort drowwe stehn die Schaf, / Die schwarze un die weiße, / Die woll'n mei'n Kindche beiße. Schlaf, Kindche, schlaf [Donnersberg Jahrbuch 1981 165]. Weitere VR. s. PfWB Bändel 1 c, bumbei(j)a, PfWB Hollerland, PfWB Kind 1 a, PfWB Schäferbube. vor a. 1561: er solle hane vnd halten achthalbe kowe (Kühe) vnd ein virtel shaffe [PfWeist. 8 (KB-Albish)]. a. 1565: Hemmell vnd Schof [WerschwSchR]. 16. Jh.: der sol fünffzig schoffe halten [PfWeist. 684 (KB-Göllh)]. a. 1589/90: 50 stuck schoff [Zweibr I 145]. —
b. 'weibliches Schaf' (im Ggs. zu PfWB Hammel1 1 a) [vereinzelt VPf NPf westl. WPf]; Zs.: PfWB Lamm 1 b, PfWB Lamm-, PfWB Mach-, PfWB Milch-, PfWB Mutter-, PfWB Zuchtschaf; Syn. s. PfWB Mutterschaf. —
2.
a. 'einfältiger, dummer Mensch', auch Schimpfw., Schof [verbr.]; Zs.: PfWB Leit-, PfWB Ober-, PfWB Regimentsschaf; e Schof Goddes 'sich fromm und sittsam gebender, sehr naiver Mensch' [NW-Kallstdt, verbr.]. Du dumm (Du alt) Schof! [KB-Mörsf, verbr.]. Du lahm Schof! [ LA-Roschb]. Du Schof mit Hoor! [ ZW-Lambsbn]. Du bischt 's greescht Schof, wo uf Goddes Erdsborrem erumgeht [ KU-Schmittw/O]. So e aldes Schof macht noch so Dings [ KL-Reichb]. SprW.: Die Schof werre net all 'Es wird immer dumme Menschen geben' [ KU-Schmittw/O]. —
b. nur Dim. α. liebkosende Anrede der Mutter an ihr (folgsames) Kind: mein Schäfche (Schäfje, Schäfelche, Schäfel) [KU-Kaulb, verbr.]; mei lieb (mei goldich) Scheefje [ KB-Albish, FR-Tiefth]; vgl. PfWB Knecht 1 b β, Schaf(s)hammel 2 b. Komm, mei Scheefche! [ KL-Reichb]. —
β. kosende Anrede an die Frau, Schäfje [ KB-Kriegsf]. —
c. Er is e gezäächelt Schof 'hat ein Mal, eine Narbe' [ NW-Frankeck]. —
d. Er is kän Schäfche, wie er Woll traat 'Er ist scheinheilig' [Kaislt, BZ-Dierb]. —
e. Neckname der Bewohner von KL-Mehlb, Pl. Schäf.
f. 'Schreckgestalt, mit der man Kinder ängstigt, um sie beim Dunkelwerden im Haus zu halten'. 's schwarz Scheefche kommt! [ KL-Mackb]; Syn. s. Butze(n)mann 1 a, K. 77. —
3.
a. 'Zirruswolken, die Regen ankündigen', Schof [ LU-Altr], sonst Dim. Pl. (F. s. 1 a) [verbr.]; vgl. PfWB Federwolken, PfWB Regenbaum, -mamme, -mutter 1, -schäflein, PfWB Schaf(s)hammel 3,

[Bd. 5, Sp. 839]
-wolken, PfWB Schäferwölkchen, PfWB schäfelig, PfWB schäferig, PfWB schäfeln; Zs.: Himmels-, PfWB Wolkenschäfchen. WR.: 's sin (stehn) Scheefle am Himmel, 's gebbt Räne [ PS-Lu'wink]. 's hat Schefler [ GH-Hay]. Wann die Schäf danze, gebbt's Reen [ KU-Diedk]. —
b.
α. 'Tannenzapfen', Dim. Scheefche, Scheefle, Dim. Pl. Scheefcher, Scheefelcher; Schäf- [verbr. NPf NWPf W-PS, Wilde 59, 124]; Zs.: Tann(en)schäfchen; Syn. s. PfWB Butzel1 4, K. 74. —
β. 'Blüte der Salweide, Weidekätzchen', Dim. Pl. Scheefcher [ KU-Adb], Schäflich [ LA-Insh]. —
c. 'wertvollster Klicker', Scheefche [ PS-Geisbg]; Syn. s. PfWB Schießklicker. —
d.
α. Sau un Schaf 'Mehlklöße und Kartoffeln' [ KU-Diedk]. —
β. Sau un Schof in eem Stall 'Weckklöße mit Kartoffelstücken vermischt' [Hebel 81]. —
e. s. die Zs. Herrgotts-, PfWB Liebegottsschäfchen. — Südhess. V 143 ff.; RhWB Rhein. VII 842 ff.; LothWB Lothr. 463; ElsWB Els. II 395, ALA II 64/65; DSA, K. 58, 59.

 

  PfWB  LothWB  RhWB Schaf [ʿSóf fast allg.; ʿSôf Bf. Str.; Pl. ebenso, aber auch ʿSéf Mü. Su., ʿSêf Str. Betschd. Ndrröd.] n. Schaf. 1. das Haustier. Dis Ross is zaʰm wi e Schof Bf. Spw. E fuls Schof, dis deⁿ Belz ni traujeⁿ kann ein fauler Mensch, dem auch die notwendigste, natürlichste Verrichtung unbequem ist Ingenh. Von einem grossen Floh sagt man: E Kërl wi e Schof! U. ‘E Menge Scheef’ Lustig I 191; Landsman Lied. 131. Bi dem trockeneⁿ Wëtter laufeⁿ d Miis do ʰrum wi d Schäf Betschd. ‘’s gehn vill geduldige Schöff in der nemlig Stall’ Mü. Mat. 4, 47. Dem Schäfer riefen früher die Kinder nach: Schäfer, Schäfer, schipp di Schof, Wirf im Hund deⁿ Schlappeⁿ nōch! Betschd. Wenn ein Kind etw. erzählt haben will, sagt man ihm: s is emol e Schäfer gsiⁿ, dëʳ het vili Scheef gha; dªrnoʰ hän si üwer e Bruck muesseⁿ: Jetz wart, bis si üwer dr Bruck siⁿ! Ruf. In Wiegenliedchen spielt das S. eine grosse Rolle, vgl. Stöber Volksb. 1, 2, 3, 4, 5 u. Anm. dazu S. 116. ‘schofe, lember oder jerige hemmel’ Str. 1435 Brucker 348. ‘Man sol die schafe scheren und nicht rupfen’ Geiler, Als. 1862, 156. ‘Das der duffel ... darvon lieff mit dem schoff’ Murner Mühle 895 f. Zss. Schafbock, –bolleⁿ, –krut, –kotzer, –nas(e), –stall, –uter, –wuesteⁿ. 2. dumme Person, albernes Frauenzimmer. Das Schof git dⁱr ’s schoⁿ Ensish. 3. ein Versteckspiel, wobei die versteckten Kinder S. rufen AEckend. Basel 262. Bayer. 2, 377.

[Bd. 2, Sp. 395b]